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Gastbeitrag: Coffeeshops und Volksgesundheit

Unser Leser „pseicoman“ ist mir kürzlich durch einen sehr eloquenten und weitsichtigen Kommentar aufgefallen, so dass ich ihn gebeten habe, doch mal einen Gastbeitrag zu verfassen. Dies hat er dann auch getan! Vielen Dank dafür!

In Radiosendungen wird neuerdings stolz betont, dass insgesamt der Cannabiskonsum zurückgeht. Gleichzeitig wird aber beklagt, dass immer mehr legale Chemie konsumiert wird. Zählt man dazu, dass aktuell zur Debatte steht, inwieweit die steigende Anzahl der computergebundenen Süchte in klinischen Diagnostiksysteme deutlicher berücksichtigt werden müsse, stellen sich mir zwei Fragen: Ist das Ziel der Cannabisprohibition mit solchen Konsumverschiebungen als gelungen zu betrachten? UND.. Zum Teufel, woher kommt dann eigentlich diese viel beschworene Overlast?

Selten wird in diesem Blog übergreifend über den Konsum gesprochen. Menschen haben ein gewisses Suchtpotential. Dem Gehirn ist es eigentlich herzlich egal, ob es durch einen Stoff oder durch ein Computerspiel gereizt wird. Und Menschen, die keinerlei Suchtpotential haben, kenne ich nicht. Gerade die große Welt der stoffungebundenen Süchte ist unendlich. Aus dieser Perspektive ist die Einteilung in gute oder schlechte Konsumarten sehr willkürlich. Besser wäre es, sich mit der Frage zu beschäftigen: Was wissen wir über welchen Stoff und kennen wir seine Auswirkungen? Es ist erstaunlich, dass man legal Stoffe erwerben kann, die zum Teil völlig unbekannt sind. Ebenso werden immer mehr Maschinen Kindern zugänglich gemacht, obwohl wir nicht wissen, welche Auswirkungen diese virtuellen Welten auf die Gehirnentwicklung haben.

Ganz anders verhält es sich mit der Cannabis-Pflanze. Sie ist uralt, noch meine Großeltern hatten eine Seilerei und haben selbstverständlich Hanf angebaut. Früher rauchten übrigens viele Menschen Hanf, weil sie zu arm waren, um sich Tabak zu leisten. Cannabis hat sehr viele positive Wirkungen, allerdings hat diese Pflanze auch negative Seiten. Wird Sie vor oder während der Pubertät konsumiert, kann sie zu psychotischen Erkrankungen und Entwicklungsproblemen führen. Alles kein Geheimnis, übrigens durchaus ähnlich wie bei Alkohol. Und das ist der Grund, warum es nicht nur Altersbeschränkungen für Alkohol, sondern auch für Cannabis geben muss. Unverständlich ist allerdings, warum die Kontrolle des Alkoholkonsums so locker gehandhabt wird, „Koma-Saufen“ zu einer etablierten Vokabel geworden ist, während Cannabis juristisch und gesellschaftlich geächtet wird.

Der Coffeeshop sollte eigentlich mal eine Lösung für dieses Problem sein. Jugendliche sollen nicht diese Stoffe konsumieren, optimal für deren Entwicklung wäre es, wenn Sie an der Schwelle zum Erwachsenenleben in diese Welt eingeführt werden und eine Konsumkultur gemeinsam mit Älteren entwickeln könnten. Doch genau dieser Gedanke ist irgendwie in Vergessenheit geraten. Wer Straßendealer den Weg bereitet, der schafft zukünftig mehr Verrückte, die übrigens langfristig auch versorgt werden müssen.

Die Coffeeshops sind dafür da, dass wir eine altbekannte Pflanze kultiviert und zusammen genießen können. Wenn diese Chance einer Konsumkultur vertan wird, dann ist es kein Wunder, dass wir nur über Grammzahlen oder die richtigen Personalausweise reden müssen. Wenn die alten Überlegungen, die zur Einführung von Coffeeshops geführt haben, mal wieder mehr präsent wären, dann könnten wir viel gesundheitlichen Schaden verhindern. Denn die Coffeeshops waren ein Referenzmodell, dass andere Länder unter Druck setzt. Am Ende sollte es einer Gesellschaft doch vor allem um die Gesundheit gehen und nicht um die Frage, welcher Stoff hat die bessere Lobby. Daher hoffe ich, dass sich die Situation in Maastricht verbessert.

Doch damit meine Vision nicht nur theoretisch ist, möchte ich Euch zum Abschied eine kleine Geschichte erzählen:

Ein Freund von mir hatte nicht richtig aufgepasst und ein Samen fand ungewollt den Weg in die Erde. Und so entstand eine riesige Pflanze, die er dann doch einfach wachsen ließ. Eines Tages blickte er aus dem Fenster. Und da stand ein alter Mann, begutachtete die Pflanze und ging. Am nächsten Tag stand der Mann wieder da, und am nächsten Tag, wieder und wieder. Irgendwann ging mein Freund dann raus und fragte den Mann, was er da machen würde. Und der alte Mann antwortete: Ja, ja, das kennen wir.. das haben wir früher auch immer geraucht.. Musst aber aufpassen, wenn Du zuviel davon nimmst, dann wirst Du „dull“ im Kopf.

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Lage in Maastricht verschärft sich

Kurzentschlossen bin ich gestern Abend noch nach Maastricht gefahren. Nach dem euphorischen und zugleich harmonischen Sonntag der Wiedereröffnung der Coffeeshops für Touristen, waren zehn Tage vergangen. Die paradiesischen Zustände haben leider nicht angehalten. Sie wurden überschattet von den Razzien im Mississippi, Smokey und Kosbor und der Bedrohung von Coffeeshopbesitzer Marc Josemans und dem Kamerateam von JDTV durch einen, mit einem Klappmesser bewaffneten, Straßendealer. Leider waren auch gestern wieder mehr Drugsrunner zu sehen als am Bevrijdingsdag. Dazu wurde die Polizeipräsenz immer massiver  je später der Abend wurde. Auch in Bezug auf Angebot und Qualität musste ich gestern so einige Ernüchterungen erleben. Die soeben eingetroffene Meldung, dass Hoes nun endgültig die Schließung der Coffeeshops durchsetzen will, die sich nicht an die Coffeeshopverordung der Stadt halten, sondern trotzdem an Nicht-Einwohner der Niederlande verkaufen, setzt dem Bild von Maastricht, dass ich gestern sehen musste, die Krone auf.

Sie hat alles gesehen und schweigt - Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going - Photo by Antonio Peri

Sie hat alles gesehen und schweigt – Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going – Photo by Antonio Peri

Gegen 18 Uhr erreichte ich Maastricht. Erst Abends hatte sich die Sonne sehen lassen und versprach noch einige schöne Stunden. Am Bevridingsdag habe ich noch das Missouri (das ehemalige Smurf) auf der anderen Maasseite kennengelernt. Von außen ein sehr kleiner, unauffälliger Laden. Durch seine Schlauchform aber gar nicht so klein, wie man von außen meinen würde. Dieser Shop war der einzige, den ich nie besucht habe. Warum weiß ich auch nicht, aber als ich dann an besagtem Sonntag das Menü dort sah, bin ich neugierig geworden. Der erste Shop in Maastricht, in dem ich eine Kush-Sorte auf dem Menü gesehen habe. Am Sonntag war es O.G.-Kush für 12,50 €.  Gekauft habe ich es damals nicht und ich kann auch nichts über die Qualität am 5. Mai sagen. Gestern dann gab es Kandy Kush für den gleichen Preis. Was ich dann jedoch erleben musste, war eine negative Premiere sowohl für mich als auch für eine liebe Freundin und kein Wietpas!-Leserin, die mich begleitete und Maastricht auch seit langen Jahren und sogar noch etwas besser kennt als ich.

Das Kandy Kush probierten wir gleich im Laden. Ein durchschnittliches Gras –  mostly Indica, das war auch das einzige, was es mit dem mir bekannten Kandy-Kush gemeinsam hatte – die Wirkung war klar Indica. Der Geschmack jedoch hatte nichts mit dem typischen Haschisch-Geschmack (Du denkst Du rauchst Hasch aber es ist Gras) von richtigem Kandy-Kush zu tun. Zusätzlich gab es noch White Rhino für 8 € – dazu später mehr, Silver Haze für 11€, Amnesia für 10€ und eine oder zwei Sorten die mir entfallen sind. Am Befreiungstag gab es mindestens 12 verschiedene Sorten im Missouri. Der GAU war jedoch das White Rhino. Leider haben wir das nicht im Shop probiert. Ich nahm direkt einen Plastikgeruch wahr, nachdem ich den Joint angezündet hatte. Der Geschmack war entsprechend. Daraufhin zündete ich einen kleinen Bud pur an und untersuchte das Aschebild – es war nicht eindeutig schwarz oder ölig auf einem weißen Papier, allerdings zwischen den Fingern zerriebene Asche hinterließ schon einen schwarzen und auch etwas öligen Film. Die Anzeichen auf Brix sind nicht zu ignorieren – also wird das Missouri wohl kein Stammshop von mir werden und ich hoffe, dass dieses schlechte Beispiel in Maastricht keine Schule macht. Jedenfalls kannte meine Begleiterin das Missouri besser als ich und sie hatte bislang (das heißt bis vor dem Wietpas) noch nie schlechtes Material erhalten. Wie wir beide übrigens zuvor noch nirgendwo in Maastricht und das in so vielen (ca. 17 oder 18) Jahren.

In der Nähe des Parkautomaten nahe der Rechtsstraat lungerten bei unserer Ankunft zwei Straßendealer, die sich jedoch auf´s Anpfeifen beschränkten und verschwunden waren, als wir das Missouri wieder verließen. Mit einem Luxus-Eis (das seit letztem Jahr jedoch auch 10 Cent günstiger geworden ist und nun pro Kugel nur noch 1,60 anstatt 1,70 kostet) machten wir einen Spaziergang durch das, in abendliche Sonne getauchte, Maastricht über die Sint Servaas-Brücke auf die andere Seite der Stadt zum Easy Going. An den üblichen Ecken in der Nähe der Honderstraat waren mehr Straßendealer zu sehen als am Sonntag. Im Easy Going war wenig Betrieb und auch hier hatte sich das Menü merklich verkleinert. Es waren nur noch zwei Sorten auf der Karte: White Widdow für 9,50 € und Jack Herer für 12 € – was doch recht stattliche Preise sind. Marc Josemans war persönlich anwesend und erkannte meine Begleiterin und mich direkt wieder als wir in den Laden kamen. Er nahm sich Zeit für ein kleines Gespräch mit uns. Ich sagte ihm, dass wir froh seien, ihn ohne Stichverletzungen wiederzusehen, und er entgegnete, dass der Straßendealer, der ihn bedroht hat nun auf die Argumentation setzt, es sei alles inszeniert gewesen. Unwahrscheinlich dass er damit bei der vorliegenden Beweislage durchkommt. Marc Josemans bestätigte, dass Bürgermeister Hoes aktuell gegen die Straßendealer vorgehe, meinte aber gleich dass diese Strategie wohl nur zwei Tage anhalten, und dann wieder gegen die Coffeeshops vorgegangen wird. Er war ein bisschen überrascht, als ich ihm sagte wo und wieviele Drugsrunner ich gerade auf dem Weg gesehen hatte. Zwischenzeitig waren sie wohl gestern einmal abgetaucht und auch als wir das Easy Going verließen, sahen wir keine Dealer mehr. Dafür aber umso mehr Polizei.

Coffeeshop Kosbor - ein Opfer von Hoes Starrsinn - Photo by Antonio Peri

Coffeeshop Kosbor – ein Opfer von Hoes Starrsinn – Photo by Antonio Peri

Leider hatten wir nur noch wenig Zeit. Mittlerweile war es Viertel nach Acht und die meisten Geschäfte längst geschlossen. Auf die Boote warfen wir nur einen kurzen Blick im Vorübergehen und konnten erkennen, dass zumindest das Mississippi geöffnet war. Das Smokey wirkte geschlossen, aber ich wollte unbedingt noch sehen, ob das Kosbor geöffnet hatte. Diese Hoffnung wurde nicht bestätigt. Am Kosbor war alles dicht und es hing auch keine Erklärung oder ähnliches an den Fenstern. Rund um die drei Shops, die bereits Opfer der Razzien wurden, wimmelte es plötzlich nur so von Polizei, die auch langsamer wurden, als sie uns am Kosbor stehen sahen. Ich erklärte noch kurz einer Gruppe französischsprachiger Belgierinnen den Weg zum Heaven 69 als ein Polizeiwagen nach dem anderen vorbeifuhr. Sie sammelten sich kurz an der Brücke nahe der Hondertstraat und es wirkte beinahe, als rückten sie (es war kurz vor 21 Uhr) zur nächsten Razzia aus.

Vielleicht war das der Auftakt zu weiteren Aktionen. Soeben meldet Maastricht dichtbij, dass Onno Hoes nun mit den Schließungen von Coffeeshops fortfahren will.“Ich habe nun drei Shops geschlossen. Wie weit soll ich damit noch gehen? Die Coffeeshopbesitzer haben unserem Rechtssystem den Krieg erklärt,“ sagte Hoes heute morgen gegenüber Radio 1. Hoes spricht von einer exorbitanten Zunahme der Overlast seit dem 5. Mai, dem Tag seitdem die Coffeeshops wieder Touristen bedienen.

Der Bürgermeister erkennt, dass die Situation in einigen Vierteln unbeherrschbar geworden ist. „Seit dem 5. Mai erleben wir einen Zustrom von Menschen aus der Wallonie und Nordfrankreich. Diese Menschen haben nicht nach Maastricht zu kommen. Sie haben nicht das Recht, in den Coffeeshops Cannabis zu kaufen. Diese Menschen haben hier nichts zu suchen.“

Dem Radio sagte Hoes, dass die Coffeeshopbetreiber das Rechtssystem nicht ernst nehmen. „Es gibt ein richterliches Urteil, und sie interpretieren dieses Urteil anders als die Gemeinde. Sie haben beschlossen, dass an Ausländer verkauft werden darf, aber in einem Rechtssystem wartet man die Berufung ab,“ so der Bürgermeister.

Damit bestätigt sich die Befürchtung, die Marc Josemans mir gegenüber gestern noch geäußert hat nun sogar einen Tag früher. Die stark geschrumpften Menus (und im Easy Going sogar noch die Mengenbeschränkung auf 3 Gramm) könnten ebenfalls darauf hindeuten, dass die Coffeeshops keine größeren Lagermengen mehr haben, da sie sich alle auf die baldige Schließung vorbereiten. Was folgt könnte ein weiter Rechtsstreit sein, der wieder monatelang anhält.

Beschwört Hoes Politik einen Krieg herbei?

Als der Wietpas eingeführt wurde, nutzten viele Kids die Gelegenheit, sich ein paar Euros zu verdienen, indem sie Gras an ausländischen Gäste und registrierfaule Inländer verkauften. Doch rasch begann die Szene sich zu professionalisieren. Berichte von immer aufdringlicher werdenden „Drugsrunners“ die nicht einmal davor zurück schrecken, ungefragt zu potentiellen „Kunden“ ins Auto zu steigen. Solche Szenen gab es in allen Gemeinden mit Wietpas/I-Criterium.

Opstelten begann damit, nicht nur einen Teil der „Drogentouristen“ zu vergraulen, sondern langsam auch die „regulären“ Touristen (wir alle wissen, dass das oft sowieso die selben sind..). Und abends auch viele Anwohner, weil die sich ab ca. 20.00Uhr nicht mehr raustrauten.

Bandenhaft begannen die Dealer damit, ihre Reviere abzustecken. Als in Nijmegen ein Schuss fiel (zum Glück nur aus einer Schreckschusspistole), schritt der Bürgermeister schnell ein und öffnete nach wenigen Tagen die Shops wieder für alle. Die Probleme verschwanden größtenteils.

Allerdings gibt es noch Hardliner, die die Augen vor der Realität verschließen – Allen voran der werte Meneer Opstelten. Lange genug weigerte er sich zu erkennen, dass die diskriminierende Coffeeshoppolitik ein Irrweg ist. Und selbst den verlorenen Gerichtsprozess ignorierte er.

Es ist leicht nachzuvollziehen, dass die VOCM-Shops mit zivilen Ungehorsam reagieren und handeln.
Doch es könnte schon zu spät sein. Die Strassendealer wollen sich jetzt nämlich nicht verscheuchen lassen. Sie haben in den letzten 12 Monaten ihr Revier abgesteckt. Und einige von ihnen wollen es jetzt nicht mehr hergeben. Die Coffeeshops sind zu einem Konkurrenten geworden. Und Konkurrenten haben in Revieren nichts verloren. Da werden Shopbetreiber, Kunden und Mitarbeiter der Coffeeshops schon mal mit dem Messer bedroht, oder andere Mitarbeiter bespuckt. Die Meldungen reißen nicht ab (und Teile davon schaffen es sogar in die niederländische Tagespresse)

Sind die Geister, die Ivo rief, jetzt nicht mehr zu stoppen? Drohen in die Grenzstädten jetzt Bandenkriege? Natürlich sind wir jetzt noch nicht bei mexikanischen Verhältnissen angelandet, aber Parallelen sind sichtbar.

Normalerweise sollte der Druck auf Onno Hoes jetzt immens sein, allerdings kann man bereits andere Tendenzen beobachten: Ungüstigerweise sind viele der Strassendealer Migranten. Und da durch die generellen politischen und wirtschaftlichen Probleme die Fremdenfeindlichkeit fast schon naturgemäß ansteigt, könnte die Stimmung kippen. Nicht die Drogenpolitik wird als problemauslösend angesehen – sondern die Einwanderungspolitik! Fast vergessen geglaubte Schreckensgespenster wie Wilders‘ PVV gewinnen an Fahrtwind. Auf Ausländer kann man es ja immer gut schieben (ironischerweise sollte der Wietpas sich ja um die Probleme aus dem benachbarten Ausland kümmern)

Wo das alles hinführen wird, lässt sich schwer abschätzen.
Was viele Probleme lösen könnte wissen wir alle: Öffnen der Shops für wirklich ALLE Volljährigen, Zerstörung der „Achterdeur“ durch Legalisierung UND Regulierung des Anbaus.

Doch die jetzige Regierung (und natürlich auch eine rechte Regierung) würde das mit Sicherheit nie tun.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gedanken zu Maastricht

Je länger ich über den gewählten Termin zum reOpening der Maastrichter Coffeeshops nachdenke, desto genialer finde ich das ganze. Der Befreiungstag ist (zu Recht) ein hoher Feiertag in den Niederlanden. Ein symbolträchtigeres Datum hätte sich der VOCM gar nicht ausdenken können. Gefeiert wird das Ende der deutschen Besatzung im dritten Reich 1945. Dazu gibt es überall, natürlich auch in Maastricht Feierlichkeiten geben. Zudem ist verkaufsoffenen Sonntag! Mit anderen Worten: Die Stadt wird so oder so aus allen Nähten platzen. Viele Menschen werden in die Innenstädte gehen, In- und Ausländer. In so einer Situation lässt sich der Verkehr nicht stoppen, um „Drogentouristen“ zu stoppen.

Aufgrund des angekündigten zivilen Ungehorsams wird die Stadt ebenso voll von Journalisten und Fernsehteams sein (und natürlich wird es auch „Delegierte“ von „Kein Wietpas!“ geben). Gegenspieler Onno Hoes hat ja bereits angekündigt, dass er das Vorhaben der Cofeeshops nicht tolerieren will. Doch was will er tun? Die Stadt wird voll von Touristen und Drogentouristen sein. Jetzt schon ist die Nachrichtenmaschinerie angesprungen, so dass wohl weitaus mehr Leute Bescheid wissen, als es im letzten Jahr zur Schliessung der Fall war. Um also diesem Chaos Herr zu werden, müsste Onno wohl mit einem gigantischen Polizeiaufgebot und SEK´s anrücken und, harmlos ausgedrückt, etwas rabiater zu werden.

Und das an diesem geschichtsträchtigen Datum? Niemals! Vor allem nicht, wenn die halbe Welt zuschaut. Ansonsten kann ich mir auch vorstellen, dass bei einem Einschreiten die Stadt brennen wird. Und zwar so richtig!

Ich wünschte ich könnte jetzt ins Maastrichter Rathaus schauen. Onno muss einen Tobsuchtsanfall bekommen… Ist er eigentlich Choleriker?

Ich kann Euch nur raten: Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut Euch das Spektakel an. Am Sonntag wird Geschichte geschrieben! Die Empfehlung aus den Kommentaren kann ich nur wiederholen: Deckt Euch nicht mit Gras ein! Kauft keine größeren Mengen! Konsumiert gerne im Shop, dass habt Ihr Euch verdient! Aber nehmt besser nichts mit!

Leider werde ich aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein. Zu schade, denn ich musste mir das Elend im letzten Jahr ja anschauen, als letztendlich alle Shops geschlossen waren…. Ich kann Euch nur bitten: Fahrt nach Maastricht (und benehmt Euch). Fotografiert und filmt, was das Zeug hält. Schaut Euch um. An diesem Tag wird Geschichte geschrieben! Ihr könnt dabei sein!

Ich freue mich auf Sonntag!

 

Gastbeitrag: Man wird doch mal fragen dürfen…

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Endlich mal wieder ein Gastbeitrag! Und dann auch noch von der Speerspitze der deutschen Legalisierungsbewegung: Steffen Geyer himself!
Vielen Dank dafür!

Mit wachsender Begeisterung verfolge ich die Bemühungen des kaum ein Jahr alten Blogs „KeinWietpas.de“. Gelegentlich lasse ich mich sogar zu einem Kommentar hinreißen 😉
Besonders freut mich, dass KeinWietpas im Laufe der Zeit stetig „politischer“ wurde. Mehr noch – Der Weg vom „Einzelkämpfer, der über für Touristen geschlossene Shops informiert“ zum „Autorenkollektiv, das demokratische Basisarbeit propagiert und sich selbstverständlich in erste Demoreihen und an Mikrofone wagt“ wird von den KeinWietpas-Jungs mit einer Selbstverständlichkeit und Freude am Ausprobieren gegangen, die mich „alten Hasen“ regelmäßig an die späten Neunziger Jahre erinnert.

Dieses Momentum will ich im Folgenden schamlos ausnutzen und einen Gedanken mit den KeinWietpas-Lesern diskutieren, der bisher nur hinter verschlossenen Türen ausgesprochen wurde.

Anlass für meine Frage(n) sind die auch hier überraschend einseitig geäußerte Empörung über Pläne der niederländischen Regierung, Cannabisprodukte ab einem THC-Gehalt von 15 Prozent als „Harte Droge“ zu klassifizieren. Diese dürften dann nicht mehr über Coffeeshops vertrieben werden. Völlig berechtigt befürchten Konsumenten und Shopbesitzer einhellig, dass dieser Schritt de Facto das Ende der Tolerierungspolitik wäre. Den drogenpolitisch als liberal geltenden Niederlanden drohen Schwarzmarktverhältnisse wie wir sie aus Deutschland kennen.

Aber – jetzt mal ganz ketzerisch gefragt – wäre das wirklich so schlecht?

Ja, Wietpas, I-Kriterium und die angedachte Hard-Drug-Regel sind eine akute Verschlechterung der Situation. Sie schaden Shopbesitzern, „Drogentouristen“ und der niederländischen Gesellschaft auf vielfältige Weise – Zumindest kurzfristig. Die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel ist aber kein Sprint sondern ein Marathon und auf lange Sicht, komme ich zu einem anderen Urteil.

Die konservativen Bemühungen um eine restriktivere Cannabispolitik werden dank ihrer selbst für Nichtkonsumenten sichtbaren Auswirkungen meiner Meinung nach mehr gesellschaftlichen Druck in Richtung „Legalisierung“ erzeugen, als wir Aktivisten je aus eigener Kraft erhoffen dürfen.
Kein Flyer, keine Webseite mobilisiert und emotionalisiert Normalbürger besser für ein Ende der Prohibition als unerwünschte Anquatschversuche schmuddeliger Straßendealer.
Als Bonus werden unzählige Cannabisfreunde beiderseits der niederländischen Grenze mit wachsender Geschwindigkeit aus ihrer Wohlfühlzone geschubst. KeinWietpas.de ist der wohl schönste Beweis, dass zumindest ein Teil dieser Menschen dabei so wütend wird, dass das private Moralbarometer von „Kopf unten halten“ auf „sich wehren“ umschlägt.

Bleibt lediglich die Frage, in welche Richtung man die neugewonnene Kraft lenken sollte. Quo bono (wem nützt es)? – Dieser Gedanke scheint mir hier jedoch bisweilen zu kurz zu kommen.

Wofür kämpfen „wir“ eigentlich? Was will die KeinWietpas-Leserschaft? Was die Autoren?

Ich für meinen Teil habe mich vor einem guten Dutzend Jahren dazu entschlossen, meine Kraft in den Dienst der Legalisierungsbewegung zu stellen. Darin steckt nicht ohne Grund das Wort „Legalisierung“. Ich will (und mit diesem Wunsch bin ich unter den Lesern sicher nicht allein) einen legalen Cannabismarkt in Deutschland, dessen Grundgedanken Jugendschutz, Qualitätskontrolle und Missbrauchsprävention sind. Für niederländische Coffeeshops wäre dies ein noch viel sichereres Todesurteil als jeder 15%-WTF!

Umgekehrt gefragt – Hat die (weitgehend gesicherte) Existenz niederländischer Coffeeshops die „roten Linien“ deutscher Drogenpolitik in den letzten 30 Jahre messbar in Richtung Legalisierung verschoben? Was nützt es „uns“, wenn Shopbesitzer ihr Geld ungestört verdienen dürfen?

Noch bin ich mir nicht sicher, aber wenn ich mich heute entscheiden müsste… Ich glaube, meine Kraft ist wirksamer, wenn sie in die Etablierung eines weißen (legalen) Cannabismarktes (gerne beiderseits der Grenze) investiert wird. Der Kampf um verschieden dunkle Grautöne eines (zumindest an der Hintertür) schwarzen (illegalen) Marktes in Amsterdam, Maastricht & Co. wird meiner Meinung nach letztlich in Berlin gewonnen werden.

Oder seh ich das falsch?

Gastbeitrag: Die Tricks der illegalen Shops

Vor einigen Tagen fand das Gründungstreffen des Hammf e.V.i.G. statt und dort hatte ich die die Gelegenheit meinen DEA-Kollegen „Lars Knacken“ kennenzulernen. Ja, der gute Mann polarisiert. Doch nachdem ich ihn persönlich kennengelernt habe, bin ich doch recht begeistert von ihm: Lustiger Typ mit coolen Ideen, der viel zu erzählen hat, dabei aber kein „Laberkopp“ ist. Auf dem Treffen hat er (sehr lebendig) eine lustige Anekdote eines mittlerweile geschlossenen illegalem Coffeeshops erzählt. Ich fand die Story sehr witzig, so dass ich ihn gebeten habe, die Geschichte doch mal aufzuschreiben, was er dann auch getan hat! Vielen Dank!

Coffeshop1Vor einigen Jahren wohnte ich in Aachen, die am westlichsten gelegene Stadt der Bundesrepublik. Die Nähe zur niederländischen Grenze ist in Aachen kontinuierlich spürbar. Kein Wunder, denn eine Fahrt mit dem Linienbus in eine der Nahe gelegenen Ortschaften auf der niederländischen Seite der Grenze dauert gerade einmal 15 Minuten.

Logischerweise pilgern auf diese Art eine Vielzahl von Menschen täglich in die Niederländischen Coffeshops. Die sind zwar in den gesamten Niederlanden vorhanden, allerdings liegt es oftmals daran, welche Partei lokalpolitisch das sagen hat, ob, wie und in welchem Umfang der legale Handel toleriert wird. In den Grenzgebieten der Niederlande, übersät mit kleinen Bauerndörfern, herrschen natürlich konservativere Sitten als in den Städten und Großstädten.

So war auch schon, lange vor der Einführung des Wietpases in den Niederlanden, vielerorts ein gepflegter Coffeshopbesuch tabu. Zumindest für die deutschen Besucher. Aber wie sagt man so schön: Holland, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Denn natürlich will niemand die Kunden nach Hause nach Deutschland fahren lassen, ohne noch ein Geschäft gemacht zu haben. Wenn legaler Handel unterbunden wird, weichen Händler und Käufer automatisch auf alternative Methoden aus. Hierzu eine kleine amüsante Anekdote:

In einem kleinem niederländischen Dörfchen gab es ein kleines Haus, in welchem man ohne Probleme sein Weed kaufen konnte. Und das obwohl es zu dieser Zeit in dieser Region untersagt war, einen Coffeshop zu betreiben. Täglich strömten hunderte von Jugendlichen aus Aachen in den Shop um sich mit den kostbaren Blüten einzudecken. Jedes Mal, wenn die Polizisten einer speziellen deutsch-niederländischen Einheit in das Gebäude eindrangen wurden allerdings keine erwähnenswerten Mengen an Cannabis sichergestellt. Die Polizisten waren sogar sehr verdutzt, als die vermeintlichen Drogentouristen nur aussagten, das sie wegen der Malereien gekommen wären. Und tatsächlich: Der Betreiber des „Coffeeshops“, ein gealterter, aber sehr kreativer Künstler, hatte den Shop so eingerichtet wie ein Museum. Keine Tische und Stühle. Nur zwei Räume mit vielen Bildern an der Wand. Freakige Bilder.

Bevor man in das Museum kam, musste man noch durch eine dieser typischen Coffeshopsicherheitsschleusen. Stahltür, Raum mit Kamera, Dann durch die Stahltür in den Shop, ähm Museum. Dann gab es noch ein Hinterzimmer, welches durch eine Theke vom Rest der Fläche abgetrennt wurde.  Nach mehreren Jahren, etlichen Razzien und verschwendeten Steuergeldern hatten die Beamten dann doch noch Glück und kamen hinter das Geheimnis des illegalen Coffeshops.

Denn in der Wohnung über dem Shop gab es eine sehr alte Frau, so um die 75 Jahre alt. Die hatte eigentlich gar nichts mit dem Shop zu tun und sogar einen separaten Eingang. Diese nette Dame war per W-Lan mit dem Computer des Shops verbunden und jedes Mal, wenn der Shopbetreiber in seinen Computer eine Mengenangabe und Bezeichnung tippte, löste sich kurze Zeit später der Feuermelder an der Zimmerdecke und ein Fallrohr kam herunter. Und die Oma lies die benötigte Menge Material in das Rohr fallen. Nun brauchte der Shopbesitzer am anderem Ende des Rohres nur noch den Feuermelder mit einer gekonnten Drehung abziehen und das Weed entnehmen. Das fand natürlich im Hinterzimmer statt, so dass kein Kunde ahnen konnte, wo das Grass hergekommen ist. Und so glaubte die Polizei Jahrelang ebenfalls das es aus dem Hinterzimmer kam…

So lange es unsinnige Gesetzte gibt, wird es kreative Menschen geben, die sie umgehen.

Ergebnisse der Streckversuche mit PK13/14 – Teil 1

So langsam könnte man den Eindruck gewinnen, dass das Blog bald in „Kein Streckmittel!“ umbenannt werden muss ;-) Nein, wir wollen uns natürlich weiterhin primär mit der niederländischen Coffeeshoppolitik beschäftigen, aber das Thema hat nunmal Diskussionsbedarf. Es wurden neben Hanfgleichstellens „Salzteetest“ auch zwei praktische Versuche mit den „richtigen“ Substanzen…. Vielen Dank für das Vernichten wertvoller Rohstoffe im Dienste der Wissenschaft!

Zuerst der Test des anonymen Autoren des Gastbeitrages. Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Bild1

Bild 1

Nach Vermutungen und Theorien über das „Streckmittel PK13/14“ hoffe ich doch sehr, das jetzt klar ist, dass mit PK13/14 vor der Ernte nicht gestreckt werden kann.
Jetzt gab es aber wieder Kommentare die behaupteten, das mit PK13/14 anders manipuliert wird, nämlich getaucht bzw getunkt. Da hier nach „Beweisen“ gefordert wurde habe ich diesen „Versuch“ hier gemacht und mit den Fotos dokumentiert. Zuerst habe ich mir einen genau 1 gr schweren Nebula-Bud genommen und in trocken auf die Waage gelegt wie man auf Bild 1 sehen kann.

Bild 2

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Dann habe ich etwas unverdünnte PK13/14 Lösung (Bild 2) in einen kleinen Plastikbecher gefüllt und den Bud da rein gelegt.

Bild 3

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Bild4

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Der Bud schwamm zuerst auf der Lösung (Bild 3) und ich habe ihn dann ca 1 min mit einem Zahnstocher in die Lösung gedrückt (Bild 4).(Scham u Schande).

Bild 5

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Danach habe ich den nassen Bud wieder auf die Waage (Bild 5) gelegt und er wog nass 1,9gr. Hier kann man an dem Gewicht sehen, das sich ein getrockneter Bud nicht mehr mit Flüssigkeit vollsaugt,, da das nasse Erntegewicht bei diesem Bud errechnet ca 3,5gr wog. Dies dürfte auch klar sein da der Bud von der Konsistenz keinesfalls „saugfähig“ ist.

 

 

Bild 6

Bild 6

Bild 7

Bild 7

Dann habe ich den Bud jetzt ca 2 Tage neben der Heizung wieder trocken werden lassen (Bild 6) und ihn wieder auf die Waage gelegt (Bild 7). Das Ergebnis war wieder 1,0 gr. Es hat also keinen Gewichtszuwachs gegeben. Man muß sogar eher befürchten das diese aggressive PK13/14 Lösung den Bud angreift.

Dies kann man auf den Fotos mit dem Grasblatt erkennen, das ich ebenfalls in diese Lösung tauchte (Bild 8) und dann nach dem trocknen sehr angegriffen aussah (Bild 9). Der Bud selber sah unter der Lupe nach dem trocknen wieder ganz o.k aus und selbst Salzkristalle konnte man kaum erkennen.

Bild 8

Bild 8

Bild 9

Bild 9

Mir persönlich ist es unerklärbar wie diese Gerüchte um die „Fähigkeiten“ dieses Düngers aufkamen, denn wenn man dieses völlige klare u wässrige Lösung kennt, fragt man sich eh wie diese aufkommen konnten. Man kann diese Gerüchte und Fantastereien die über PK13/14 im Umlauf sind einfach abhaken. Und falls doch jemand noch tatsächlich zweifelt dem empfehle ich diesen „Versuch“ mal selbst zu machen. Canna PK13/14 gibts in jedem Growshop und kostet in der 0,25 ltr Flasche gerade mal €5,90.

Gastbeitrag: Infos zu PK13/14

Da die Diskussion zur Streckmittelproblematik nicht abreisst, hat mir jetzt ein Leser einen Beitrag zugesendet, der ein wenig Licht ins Dunkel bringt beim Thema PK13/14. Der Autor möchte gerne Anonym bleiben, was ich natürlich respektiere. Ich bitte darum, in den Kommentaren sachlich zu bleiben, niemanden zu beleidigen, auch wenn derjenige eine andere Meinung vertritt als Ihr selbst. Kommentare, die dies nicht berücksichtigen, werden kommentarlos gelöscht! Vielen Dank für den Beitrag!

Da hier in letzter Zeit immer mal wieder Unklarheiten und Diskussionen über den Sinn bzw Unsinn über das Strecken von Cannabis mit PK13/14 aufkamen möchte ich euch hier etwas Hintergrund über PK13/14 und ganz allgemein über das düngen von Hanfpflanzen geben. Für den informierten Grower ist das alles nichts Neues und kann hier natürlich nur angerissen werden, kann aber helfen denjenigen den Sinn von PK 13/14 zu verstehen, die sich normal nicht um das Wachstum von Pflanzen kümmern!

Damit unsere Pflanzen wachsen brauchen sie neben Licht,Wasser und Luft noch Nährstoffe die entweder im Boden enthalten sind oder der Grower noch hinzufügen muss. Dazu gibt es von verschiedenen Herstellern spezielle Hanfdünger(Mineraldünger) die i.d.R. im Prinzip gleich aufgebaut sind.und alles enthalten was der Hanf für eine schnell wachsende Kultur benötigt. Wie diese zusammen gesetzt sind zeigt immer die NPK Angabe,.z.B bei Wachstumdünger 4-1-3 und bei Blühdünger 2-2-4. Der Wachstumdünger enthält immer mehr Stickstoff und der Blühdünger mehr Phosphor und Kalium. Also steht N für Stickstoff, P für Phosphor u K für Kalium! Daneben sind noch weitere Nährstoffe wie Schwefel, Magnesium usw u Spurenelemente enthalten. Die Düngerhersteller versuchen immer die optimale Mischung für die jeweilige Wachstumsphase herzustellen, damit den Plants alles was sie brauchen in optimaler Form zur Verfügung gestellt wird und in einem Moment während der Blühentwicklung steigt das Bedürfnis für Phosphor und Kalium erheblich .Und in dieser letzten Phase, so ca die letzten 3-4 Wochen Blütenwochen vor der Ernte(je nach Sorte), hat der Hanf einen sehr hohen Bedarf an Phosphor u Kalium.und wenn man in diesem Moment CANNA PK 13/14 zufügt, wird man die angestiegenen Bedürfnisse der Pflanze erfüllen und die Blüten werden schwerer, kompakter und süßer sein. Hierzu bieten verschiedene Hersteller Phosphor/Kalium-Zusätze an und da ist die bekannteste PK13/14 von Canna. Es gibt diese PK-Zusätze aber auch in anderen Dosierungen und Empfehlungen. Hierzu unterscheiden sich die Herstellerangaben und man muß natürlich auch noch auf das Growmedium achten, welches jetzt der optimale Zusatz ist, bzw wie hoch man mit dem EC-Wert(Düngerkonzentration) gehen darf. Hier herrscht unter den Growern selbst sehr viel Diskussion was die „optimale Düngerstrategie“ ist, aber da führen auch mehrere Wege nach Rom.

Man muss noch ganz allgemein dazu sagen das es absolut nichts bringt mit diesen Mitteln zu übertreiben, da man immer nur der Pflanze ihr vorher gegebenes genetisches Material optimal unterstützen kann, aber man darf die Plant nicht überdüngen, da man sonst Blüten von schlechterer Qualität(Geschmack) oder u.U sogar Budrot Schimmel erntet.Man kann nur versuchen das optimale aus seinen Lieblingen heraus zu holen aber“Dopen“ damit ,wie sich leider viele falsch vorstellen, kann man damit nicht! Hier darf man auch nicht vergessen das es inzwischen eine Vielzahl von spezialisierten Cannabisdüngemittel-Hersteller gibt und die mit sagenhaften ertragssteigendernden Mittel werben. Man kann halt nur immer versuchen das „Optimum“ an Licht,Wasserversorgung,Luft und Nährstoffe zu geben, zuviel ist schädlich und bewirkt genau das Gegenteil!

Gastbeitrag: Vom Coffeeshop zum Brix-Dealer. Und wie geht’s wieder zurück?

Ich freue mich immer, wenn ich etwas vom „Grooveman“ lese. Ich schätze seine Kommentare hier im Blog, seine Arbeit für den DHV und natürlich auch sein recht neues eigenes Blog. Daher fühle ich mich auch geehrt, dass er für „Kein Wietpas!“ einen Gastbeitrag geschrieben hat. Vielen Dank dafür!

Seit vor über einem Jahr die ersten Pläne für den Wietpas öffentlich wurden, scheint in den grenznahen Regionen Deutschlands und anderer Länder, eine regelrechte Panik ausgebrochen zu sein. Sehr viele Cannabiskonsumenten waren und sind daran gewöhnt, ein qualitativ hochwertiges Produkt zu einem fairen Preis zu erwerben, und dabei auch noch eine gewisse Auswahl zu haben. Jetzt sind diese Menschen auf einmal mit einem Cannabismarkt konfrontiert, den sie bisher gar nicht kannten und der ihnen ganz offensichtlich nicht gefällt… Sie wissen ganz genau, dass es eigentlich auch besser ginge, aber die Politik in Deutschland ihnen nichts Besseres zugestehen will. Sie wissen, dass das Verbot kein Naturgesetz ist, sondern von Menschen gemacht und aufrecht erhalten wird.

Deswegen habe ich seitdem die Hoffnung, dass einige dieser Menschen anfangen werden, sich aktiv für politische Veränderungen auch in Deutschland stark zu machen. Im Ruhrgebiet [Anmerkung von mobo: wohl eher Rheinland] hat sich der Cannabis-Colonia e.v. gegründet, und hier auf „Kein Wietpas!“ habe ich auch oftmals Ansätze für ein steigendes politisches Bewußtsein entdecken können, auch wenn sich hier augenscheinlich vieles nur um „das Eine“ dreht. Aber das finde ich völlig OK, denn darum geht es uns Legalisierungsaktivisten ja schließlich irgendwie auch: Wo bekommt man in Zukunft sein Gras her?

Denn sind wir mal ehrlich: Wir müssen das Problem in Deutschland lösen! Eine Rücknahme des I-Kriteriums in den Niederlanden ist keine wirkliche Lösung des Problems, auch nicht für Menschen in Grenznähe. Jede Woche 10-100 km zu fahren, um Cannabis in einem anderen Land zu kaufen, kann – wie ich finde – für niemanden eine langfristig erträgliche Situation sein! Wir brauchen Freiheit und Selbstbestimmung in unserem eigenen Land. Nicht nur um Gras zu kaufen, sondern um auch wirklich Freiheit zu empfinden!

Nun, bis hierhin stimmen mir sicherlich die meisten grundsätzlich noch zu. Trotzdem sehen viele noch keinen besonderen Wert darin, sich mit finanziellem und zeitlichem Aufwand für die Legalisierung einzusetzen. Entweder, weil sie es für völlig unwahrscheinlich halten, oder weil sie denken sie würden sich dadurch öffentlich outen.

An jene, die die Legalisierung jetzt sofort und ohne langen Kampf wollen: Vergesst es! Wir werden das nicht in ein paar Jahren endgültig regeln, aber wir können langsame, kleine Fortschritte machen. Und wir können sogar Fortschritte machen, ohne dass sofort Gesetze geändert werden. Einfach nur indem wir uns mehr zeigen, uns mehr trauen, und uns mehr freie Lebensräume zurückerobern. Wir sollten uns nicht vor unserer Aufgabe verstecken, nur weil es länger dauern könnte als uns lieb ist.

Und an die, die Ängste und Paranoia plagen kann ich nur sagen: Ich verstehe euch! Ich musste mich selber auch langsam rantasten; war anfangs immer mit Sonnenbrille auf Demonstrationen und habe bekannte Aktivisten von der Telefonzelle aus angerufen. Irgendwann gewöhnt man sich daran, dass die Polizei sich nicht besonders für legale Hanfaktivisten interessiert. Und solange man keinen Klarnamen im Internet verwendet, kriegt es auch kein Arbeitgeber mit, was man da macht. Von den Überweisungen an den Hanfverband erfährt sowieso niemand, das ist also die einfachste, sicherste und diskreteste Art um sich zu engagieren. Außerdem: Ein Engagement für die Legalisierug ist noch kein Konsum-Outing. Ihr könnt im Zweifelsfall immer noch behaupten, dass ihr nur gegen das Verbot seid weil viele Menschen darunter leiden, und es gleichzeitig den Konsum nicht reduziert und einen wirksamen Jugendschutz verhindert. Es gibt viele gute Argumente gegen die Prohibition, man muss also kein Kiffer sein um sich politisch zu engagieren.

Ein letzter Grund hält noch viele Menschen von einem Engagement ab, das ist die Vereinzelung. Viele von uns kennen niemand anderen, der sich wirklich aktiv für die Legalisierung einsetzen will, daher fällt es schwer selber aktiv zu werden. Nun gibt es aber immer mehr Gruppen in Deutschland, die langfristig dabei sind und auf eure Mitarbeit warten. Ihr müsst euch nur trauen, mal hinzugehen und Hallo zu sagen. Ich liste hier mal die gefestigten lokalen Gruppen auf.

Frankfurt: info@hanf-initiative.de – www.hanf-initiative.de Website zur Zeit down – Global Marijuana March am 04.05.2013 am Opernplatz, 14 Uhr.

Köln/Ruhrgebiet:  http://cannabiscolonia.de/  Hier wird ebenfalls eine Aktion zum 04.Mai geplant, bitte nehmt Kontakt auf.

München: http://www.hanffreunde-muenchen.de/

Hannover: http://ottmob.chillenodergrillen.de/

Berlin: www.hanfparade.de

Ansonsten findet ihr auch im DHV-Forum Menschen aus vielen Regionen Deutschlands, die sich gerne aktiv für die Legalisierung einsetzen wollen. Ich selbst bin dort Moderator, und widme mich in meinem Blog verschiedenen Grundlagendiskussionen und Ideen rund um die alltägliche Legalisierungsarbeit.

Also, lasst uns die Dinge mal in die eigenen Hände nehmen. Immer nur abwarten, verstecken oder meckern bringen niemanden weiter, auch ganz persönlich nicht. Wir müssen als gesellschaftliche Gruppe wahrgenommen werden, die um ihre Rechte kämpft, anstatt sie sich einfach ohne jede Gegenwehr wegnehmen zu lassen. Auch wir sind das Volk!

In diesem Sinne: Let´s Legalize it!

Gastbeitrag: Wer ist nun wirklich schuld!? EU vs. Coffeeshopbetreiber

Wenn Dein Laden erstmal läuft, kannst Du Dich zurücklehnen und andere die Arbeit machen lassen… Nein, nicht wirklich, aber ich freue mich, dass mittlerweile so viele Beiträge von dritten reintrudeln. Hier mal wieder was von Marcel!

Hanfgleichstellten hat in diesem Bericht darüber geschrieben, dass er die Unterstützung der Coffeeshops bzw. der Eigentümer vermisst. Mir ist dieser Artikel ein wenig übel aufgestoßen  da ich zwar teilweise Hanf´s Meinung bin – jedoch teilweise auch eine vollkommen andere Sicht der Dinge habe, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Um die ganze Situation zu verstehen muss man einige Jahre zurück in der Geschichte der Niederlande und der „Duldungspolitik“ gehen. Das Coffeeshopsystem wurde seinerzeit eingeführt um den „Overlast“ auf den Strassen zu verringern. Wer auf etwas Lebenserfahrung zurück greifen kann, kann sich an die Zustände in NL sehr gut erinnern. Leute die in letzter Zeit in Nijmegen oder Venlo waren haben diesen Zustand auch wieder am eigenen Leib erfahren. Nur waren damals die illegalen Shops verbreiteter als der Straßenhandel. Man wurde von der Straße in solch einen Shop gelotst. Auch das Nobodys Place in Venlo war solch ein Shop. Um der Illegalität ein wenig Grenzen zu setzten und der Lage irgendwie Herr zu werden hat die damalige liberale Regierung (vergleichbar mit unserer FDP!!!) dann den „Gedoogbeleid“ beschlossen.

Seit 1992 werden die öffentlichen Coffeeshops mit Lizenz geduldet. Vorher handelte es sich bei jedem Shop um einen illegalen Shop. Zu diesem Zeitpunkt auch das „AHOJG-Kriterium“ eingeführt. Die Shops die keine Lizenz erhalten haben wurden daraufhin riguros geschlossen – ich kann mich noch zu gut an die ein oder andere Razzia in Venlo erinnern. Manche Häuser die einen ehemaligen Shop beherbergten stehen heute noch leer und dürfen nicht genutzt werden – diese werden abgerissen, die Kosten trägt der Eigentümer. Nun, die NL Regierung hat es damals geschafft die meisten illegalen Shops zu schliessen und schreckt durch immense Strafen und Kontrollen auch neue illegale Shops ab. Zumindest ist mir kein wirklich illegaler Shop bekannt geworden in den letzten Jahren. Das “Schwarzmarktgeschäft” hat sich auf die Strasse verlagert – was für uns alle ja derzeit sichtbar geworden ist. Nun vermisst Hanfgleichgestellten die Unterstützung der Eigentümer von Coffeeshops bei der Zulassung von Aussländern. Nur frage ich, wer (ausser den Grenznahen Shops) hätte da Interesse und Vorteile dran. Niemand – zumindest nicht von den Shops die weiter hinter der Grenze liegen. Die Amsterdamer Shops machen sich keine Sorgen, da ganz Amsterdam von diesen Shops lebt und der Bürgermeister schon dafür sorgen wird das die Touristen weiter kommen werden. Ebenso in den Städten Rotterdam & Den Haag…. Das Unding Wietpas haben die Niederländer gekippt. Somit ist das Ziel für sie erreicht. Jeder Niederländer darf in den Shop seiner Wahl ohne sich registrieren zu lassen. Warum also sollten sie noch kämpfen??? Wie man hier sehr schön nach lesen kann, hat sich die EU in 2005 auf einen Drogenaktionsplan geeinigt worin u.a. beschlossen wurde die Drogennachfrage sowie den Schmuggel von Drogen innerhalb der EU zu minimieren. Was machen die NL also gerade? Sie halten sich an beschlossene Pläne – und zwar an EU Pläne. Aus Brüssel wird sicher die Anfrage gekommen sein, und die eigentliche Aufgabenstellung war: Ausschluss der EU-Mitbürger aus den anderen Staaten com Coffeeshopsystem, Minimierung der Kundschaft  Best Case: Schliessung der Coffeeshops.

Nun fragt Hanfgleichgestellten, wo die ultrareichen Shopeigentümer ihr Geld lassen und warum sie sich nicht an einer Legalisierung beteiligen!? Wir reden hier über Menschen die kriminell sind. Die wenigsten Eigentümer haben einen Coffeeshop, weil sie gerne mit Hanf umgehen, oder aus irgendeiner Überzeugung heraus. Sie wollen Geld verdienen – das genügt als Überzeugung. Das dies nicht mehr so einfach ist – sollte der Markt komplett reguliert und legalisiert sein (die Gewinnmargen würden einbrechen!)  brauche ich nicht zu erklären. Es läßt sich mehr Geld verdienen mit einer Ware die nur halb legal oder gar illegal ist. Abgesehen davon, dass kaum ein Shopeigentümer reich geworden ist. Bei den meisten, bei denen es so ist, stecken auch wirkliche kriminelle Strukturen dahinter (diverse Rockerclubs Immobilienmogule (Mafia) etc.). Die, die also vielleicht das Geld und die Macht hätten dort etwas zu ändern wollen es gar nicht. Wäre zu schlecht für das Geschäft. Eine Prohibition wie in Deutschland wäre sogar ein “Best-Case” Modell aus deren Sicht.

Hier wird gegen die Windmühlen der EU gekämpft – was absolut nicht zu gewinnen ist. Wie hier nachzulesen ist, haben Frankreich und Deutschland schon seit Jahren (so ziemlich seit 1976) etwas gegen die NL Drogenpolitik einzuwenden und waren damit auch niemals einverstanden. Nun sollen wir ja nach amerikanischen Vorbild ein Staat werden – die vereinigten Staaten von Europa quasi. Eine Währung haben wir ja schon – nun müssen aber die Gesetze auf ein Level gebracht werden. Ihr denkt doch nicht, das in ganz Europa das Coffeeshopmodell eingeführt würde. Hier wird es auf den medizinischen Gebrauch reduziert werden – und das in GANZ Europa (incl. Niederlande). Den Niederländern steht meiner Meinung nach noch der härteste Schritt bevor (wird so in 2015  2016 geschehen). Verbot der Coffeeshops und Umwandlung in Dispensarys (nach US Vorbild – nur ohne den “lockeren” Arzt). Wer ist also Schuld an der ganzen Entwicklung? Die EU! Wer ist die EU? Zum größten Teil Frankreich und Deutschland! Wer regiert diese Länder? Volksvertreter, die DU und ICH gewählt haben! Wer ist also Schuld? DU (und ich)! Die Coffeeshopbetreiber sind nur Händler die eine Gewinnerzielungsabsicht haben…. das wäre genauso als ob Du den Wirt hinter der Bar fragst ob er nichts dagegen hast, wenn Du Dir Dein eigenes Bier braust.