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Gute Noten für Coffeeshop in Hoorn

Im Oktober 2012 wurden die beiden letzten Coffeeshops in Hoorn (Noord-holland) von der Gemeinde geschlossen. Einige Monate war die Gemeinde mit knapp 71.000 Einwohnern komplett Coffeeshopfrei bis dann schliesslich im Mai dieses Jahres der Coffeeshop „Zuiderzee“ in den Räumlichkeiten des ehemaligen „De Boot“ neu eröffnet wurde.

Jetzt gab es die erste Kontrolle seitens Gemeinde, Polizei und Steuerbehörde. Und es gab nichts zu beanstanden: Es wurden keine Minderjährigen im Laden angetroffen, das Personal hatte das nötige Fachwissen, Brandschutzmaßnahmen seien getroffen und Overlast gäbe es nicht. Auch die Bücher seien in Ordnung. Bürgermeister Onno van Veldhuizen (D66) (ein guter Onno?) gibt sich zufrieden und freut sich, dass er mit dem neuen Betreiber wohl die richtige Wahl getroffen habe.

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Cannabis von Vater Staat?

Laut einem Bericht von rtvnh.nl denkt der Bürgermeister von Hoorn laut über eine mögliche Abgabe von Cannabis durch den Staat nach.

Onno van Veldhuizen sprach während einer Radiosendung von seiner Idee und findet, dass Cannabisprodukte nicht mehr in normalen Coffeeshops verkauft werden sollten, sondern in staatlich regulierten Abgabestellen. Der Mann ist übrigens Mitlied der D66 welche sich auch vor den Wahlen gegen den Wietpas ausgesprochen hat.

Der Preis müsste dabei durch Staat festgelegt werden. Seiner Meinung nach soll der Staat dadurch Kontrolle über den Markt erhalten und die Regeln dort selbst gestalten. Dies könnte laut Veldhuizen zur einer großen Entlastung für die Verwaltung und vor allem für die Polizei führen.

Es könnte außerdem Probleme reduzieren die z.B. durch illegalen Anbau verursacht werden. Dazu zählen durch fehlerhafte Grow Anlagen, das Anzapfen von Stromleitungen und viele andere Probleme.

Die Zeit die bei der Bekämpfung der aktuellen Probleme verwendet wird, sieht er eher als Verschwendung an. Wenn der Staat den Handel mit weichen Drogen kontrollieren würde, könne er laut van Veldhuizen seine Kapazitäten besser nutzen.

Etwas Ähnliches gibt es schon im Glücksspielsektor, dort hat die staatliche Spielbank Holland Casino  14 Casino Filialen deren Gewinn an den Staat geht. Dadurch hat dieser ein Monopol auf das Geschäft mit Glücksspiel und beteiligt durch die Einnahmen im Prinzip alle Bürger.

Hoorn verfügt übrigens seit dem ersten Oktober über keinen eigenen Coffeeshop mehr. Der Wietpas gilt dort aber nocht nicht. Mitlerweile machen sich Gerüchte um einen Anstieg des Straßenhandels breit. Ob diese wahr sind ist aber noch nicht offiziell geklärt. Im Laufe der nächsten Woche will die Polizei eine Evaluation der tatsächlichen Entwicklung präsentieren. Allerdings wäre ich verwundert wenn nicht einige Dealer die Situation ausnutzen würden. Allerdings hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen wieder zwei private Coffeeshops zu genehmigen. Diese zwei Shops sollen aber  zunächst das Maximum darstellen. Mobo hat hier darüber auch schon berichtet.

Die Idee für die staatlichen Verkaufsstellen finde ich recht interessant.

Für eine Umsetzung müsste endlich das Backdoor Problem gelöst werden, da der Staat sein Cannabis ja aus zuverlässigen Quellen beziehen muss. Dies käme den meisten Konsumenten wohl sehr entgegen. Allerdings ist die Lösung dieser Problematik ja auch jetzt schon eher eine Frage danach ob man es will und nicht ob man es kann.

Der Vorschlag bietet aber auch mögliche negative Aspekte. Wenn der Staat die Kunden mit Cannabis versorgt, kann er eventuell noch viel genauer als beim Wietpas kontrollieren wer wann und wie viel kauft. Dann würden die niederländischen Cannabiskonsumenten auch diese Idee wohl boykottieren und weiter auf der Straße kaufen. Um dies zu vermeiden müsste für maximale Anonymität gesorgt werden. Eine Alterskontrolle zum Jugendschutz müsste meiner Meinung nach aber auf jeden Fall sein und das geht eigentlich nur über den Ausweis.

Außerdem würden die Betreiber der privaten Coffeeshops leiden und die tolle Atmosphäre in manchen Shops wäre wohl auch Geschichte. Wobei man auch dafür eine Lösung finden könnte, indem man die Shops z.B. in das Projekt einbindet und einfach unter staatliche Aufsicht stellt. Ob Ausländer davon profitieren würden lässt sich natürlich nicht sagen. Die Niederlande könnten allerdings mal wieder zum absoluten Vorreiter werden.

Letztendlich ist aber auch das nur eine Idee eines einzelnen Bürgermeisters. Eine Cannabislegalisierung, staatlicher Anbau und Abgabe durch den Staat bieten zwar viele Möglichkeiten aber es wäre ein absolut gewaltiger Schritt.

Hoorn probt den Wietpas

Dies ist ein Gastbeitrag von unserem Leser Marcel, dem ich ein paar Details hinzugefügt habe. Vielen Dank dafür!

Die Gemeinde Hoorn bekommt momentan mit, was sie bei einer Einführung des Wietpas im Januar erwarten dürfte. Momentan sind alle vorhandenen Coffeeschops geschlossen worden (wegen Übertretung der zulässigen Maximallagermenge)

Die Nachbarn des Coffeeshops „de‘ Boot“ in Hoorn zögen es vor, wenn der Coffeeshop wieder öffne. Die Belästigung (also die “Overlast“) in der Strasse hat seit der Schliessung des Shops um ein vielfaches zugenommen. Die Geschäftsführung vom „de‘ Boot“ hat immer dafür gesorgt das es keine Belästigung auf der Strasse gibt. Dies kann ich selbst Bestätigen. Ich habe diesen Shop 2011 im Sommerurlaub immer gerne besucht. Hier stand immer ein „Türsteher“ an der Tür und hat darauf geachtet das niemand im Halteverbot steht und alles „gesittet“ abläuft. Es gab also praktisch keine „Unannehmlichkeiten“ in der Nachbarschaft. Dies hat sich anscheinend nun geändert. Nach der Schließung des Shops hat der Straßenhandel mit Cannabis und anderen Drogen deutlich zugenommen – und wenn wundert´s – natürlich ist das unangenehm. Der Stadtrat bleibt jedoch bei der Entscheidung den Shop weiter geschlossen zu halten.

Gestern Abend jedoch wurde beschlossen am Ortsrand von Hoorn zwei neue Cafes zuzulassen, die die geschlossenen in der Stadt ersetzen sollen. Wann dies stattfinden soll blieb jedoch offen. Die Anwohner erwarten jedoch nicht, dass durch die zwei Shops am Ortsrand die „Overlast“ verschwinden würde. Die Kunden würden nicht bis zum Ortsrand fahren, wenn es doch „alles um die Ecke“ gibt. Daher ist wohl die Eröffnung eines Shops in der Innenstadt in Gespräch….

Am Dienstag Abend waren der Bürgermeister Onno van Veldhuizen (D66) und Jan Silver (Eigentümer „de Boot“) auf einem „Werksbesuch“ in besagtem Shop, und jeder der anwesenden Personen sprach sich für eine Erhaltung aus.

Der Shop ist seit dem 01.10.2012 geschlossen – auch das „’t Keteltje“ wurde schon früher geschlossen und bleibt auch definitiv zu. Somit gibt es in Hoorn und Umgebung KEINE Coffeeshops mehr. Seither ist der Overlast wohl unerträglich geworden.