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Gastbeitrag: eMailverkehr mit Peter vom Nobody’s Place, Venlo

20130526-143739.jpgUnser treuer Leser Seb hat im Gegensatz zu mir die eMail-Adresse von Peter Schneider, dem Besitzer des beliebten Coffeeshops „Nobody’s Place“ a.k.a. „Nobbes“. Da ja momentan hier wieder eine rege Diskussion zur Situation in Venlo herrscht, hat Seb sich an die Tasten gesetzt und mit Peter gemalt. Die Diskussion hat er bereits in den Kommentaren gepostet, aber da nicht jeder die Kommentare ließt, hier noch mal für alle. Ich denke, die Mails beantworten einige Fragen! Danke Seb für deine Mühen!

Hi Peter :) wie geht es dir? Eine frage verkauft ihr an uns deutschen wieder? Hab gehört das ihr aan uns deutsche wieder verkauft?! aber man sich als Ausländer nicht weiter dann im Shop aufhalten darf? Wie sieht das aus? Kann ich Ebkes reinkommen oder schickst mich ohne nach Hause.

Beste Grüße Seb

Daraufhin die Antwort von Peter:

Hi Seb, wir warten noch eben ab was das Gericht am 12 Juni in Maastricht zagt. Es hat für uns kein Zweck die streit mit Regierung anzufangen weil das schon durch Maastricht und andere platzen in Limburg jetzt passiert. Wir haben 5000 Hollandische Kunden und sind der gröbste coffeeshop am Moment in Limburg, wann auch wir geschlossen werden, kommen viele Leute in Problemen.
Bitte warte noch ein Monat für das Du uns wieder versucht zu besuchen, aber wir vermischen unser feste Kunden noch jeden Tag und das ist nicht für das Geld aber wegen den angenehme Atmosphäre die unser Deutsche Kunden immer in uns Geschäft gebracht haben.

Hoffentlich bis bald,….mfg Peter

Seb dann weiter:

Danke für die schnelle Antwort, dann kaufe ich heute wieder bei den Osmanen in Venlo, schade. Ich kann deine Auffassung der Dinge leider nicht ganz teilen. Ich hätte es gut gefunden wenn Venlo nicht nur dein Shop (alle Shops) sich solidarisieren mit Maastricht und den gleichen Schritt gehen, so werden wie du schon sagtest, deine 5000 niederländische Stamm Kunden gezwungen auf der Straße zu kaufen. Und so würden alle mitbekommen was die Coffeeshops für euer Land bewegen, sie verhindern den Straßenhandel. Echt schade, etwas mehr Mut und eigen Initiative hätte ich von dir erwartet. Du warst derjenige, der damals zu mir sagte: Kauf hier auf der strasse, sodass die Anwohner genervt sind und der wietpass gekippt wird, was hast du bisher dazu beigetragen?

Gruß Seb

Und Peter wieder:

Das habe ich versucht aber die andere Venlose Shops machen nicht mit, so dann werde Noppes geschlossen und unsere Kunden kaufen fröhlich weiter in die zwei andere Shops, was sollen die sich freuen den die haben jetzt nur einige Kunden auf ein Tag. Aber danke für das „vertrauen“ das ich auch für euer Sache streite. Tut mir „wirklich gut“.
Gehe nach Roermond coffeeshop Skunk, die werde Dir nicht wegschicken.

peter

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Und was ist mit Venlo?

Die Regionalnachrichten von Roermond meldeten gestern, dass wohl bald Ausländer in den Limburger Coffeeshops wieder zugelassen sind! Sie beziehen sich auf besagtes Urteil von Marc´s Prozess. Die Frage ist, wie lange das I-Criterium noch zu halten ist. Vorgestern versuchte der Rat der Stadt Venlo noch Ausländer wieder zu zulassen. Vergebens – vorerst! Der Rat der Stadt Venlo will, dass Deutsche wieder zugelassen werden. Zudem möchte der Rat, dass es in Zukunft einen Gemeindeanbau gibt, aus dem die Coffeeshops versorgt werden sollen. Aus dem einfachen Grund, der Kriminalität den Nährboden zu nehmen. Ein Sprecher der Gemeinde Venlo sagte gestern, dass der Bürgermeister Scholten eine Untersuchung beauftragt hat, die genaue Zahlen rund um die „Overlast“ zu liefern. Er hat den Eindruck, dass nicht so sehr die Deutschen für die derzeitige Overlast sorgen, sondern Niederländer die, obwohl sie sich nicht mehr registrieren müssen, sich auf der Strasse versorgen. Nun will der Bürgermeister untersuchen lassen, warum dem so ist. Eigentlich bräuchte er nur mal kurz bei uns anrufen, und ich kann ihm das genau Erklären. Die Venloer müssen einen GBA Vorlegen, wenn sie in den Shop wollen. Dieser GBA kostet Geld und ist „nachverfolgbar“ – darum meiden auch die Venloer Cannabiseure ihre eigenen Shops. Was es daran zu untersuchen gibt, frage ich mich gerade.

Venlo eröffnet also WIEDER eine Untersuchung, deren Ergebnisse eigentlich schon vorher bekannt sind. Das ist auch ein Weg, eine Entscheidung zu verzögern. Der Bürgermeister von Venlo hat jedenfalls in der letzten Woche noch mit den anderen Limburger Bürgermeistern beschlossen, an dieser Politik festzuhalten. Angeführt von Onno Hoes (Bürgermeister Maastricht) wurde beschlossen, weiterhin Ausländer aus den Shops zu halten.

Leider hat das Gericht den Bürgermeistern gestern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach der Ansicht des Gerichtes darf man einen Coffeeshop nicht schließen weil Ausländer zugelassen wurden. Dies steht im Widerspruch zur Europäischen Menschenrechtskonvention – und mit dem darin verankerten Verhältnismäßigkeitsprinzip. Das bedeutet mit einfachen Worten: Man solle nicht aus einer Mücke einen riesen Elefanten machen! Man dürfe nicht alle Ausländer ausschliessen, nur weil eine kleine Gruppe Overlast erzeugt.

Onno Hoes hatte zu unrecht das Easy Going in Maastricht geschlossen und Marc Josemans hatte erfolgreich dagegen geklagt. Was nun zu neuen Erkenntnissen führt. Der Verwaltungsrat von Venlo hat leider einen Tag zu früh getagt, und hat seine Entscheidung aufgrund falscher Tatsachen gefällt (ob das wohl Absicht war!?)

Geteilte Meinungen in Venlo

Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich die Sichtweisen der Bürger und der Politik sein können.

Erst gestern wurde hier im Blog über das Treffen der acht Limburger Bürgermeister der „Coffeeshopgemeinden“ berichtet. Mit großem Unverstädnis musste auch ich feststellen, dass sich Bürgermeister offenbar dafür ausgesprochen haben weiterhin am I-Kriterium festzuhalten. Zu den Begründungen für diesen meiner Meinung nach verhängnisvollen Schritt gehören ein angeblicher Rückgang der Overlast in den Gemeinden und die Abwesenheit der ausländischen Coffeeshop Besucher.

Allerdings berichtet der Lokalsender Omroep Venlo heute auf seiner Internetplattform über Ereignisse die einen im Bezug auf die Aussagen der Bürgermeister sehr stutzig machen können. Bei dem gestrigen Informationsabend in Venlo haben anscheinend einige Einwohner besonders aus Venlo Süd ihren Unmut über die aktuelle Situation deutlich gemacht. Sie fühlen sich bedroht und beklagen eine mangelnde Initiative seitens der Polizei.

Dies ist natürlich sehr merkwürdig da die Overlast doch angeblich stark zurückgegangen sein soll.

In Venlo Süd liegen die beiden Coffeeshops Huzur und Nobodys Place. Peter Schneider ist Besitzer des Nobodys und hat laut Omroep Venlo nun eine Anfrage an die Gemeinde gestellt um zumindest an Deutsche aus NRW verkaufen zu dürfen. Er ist der Meinung, dass sich die Overlast nur dadurch effektiv bekämpfen lassen kann. Dazu hat er außerdem einen Umzug an den Nijmeegseweg angeboten um einer eventuellen Overlast durch die Anreisenden entgegen zu wirken.

Dieses Angebot ist in seinem Umfang sehr interessant da Herr Schneider wohl ohne Grund kaum einen kostspieligen Umzug anbieten würde. Denn man muss sich bewusst machen, dass viele seiner Kunden nicht für den Eigenbedarf kaufen sondern mit ihren Einkäufen die vielen noch immer anreisenden Deutschen versorgen. Natürlich dürfte sein Umsatz etwas gesunken sein aber die deutschen Kunden sind eben doch nicht vollständig verschwunden. Die Mehrheit der Straßendealer dürfte sich nicht mit den niederländischen Kunden befassen denn diese haben eher wenige Gründe sich auf ein Risiko einzulassen und können direkt ohne Preisaufschlag im Coffeeshops kaufen. Alternativ lassen sich auch einige Niederländer jetzt von diskreten Wiettaxis versorgen. Diese fallen aber eher nicht so stark auf.

Daher liegt die Vermutung nahe, dass entgegen der offiziellen Angaben doch noch weiterhin eine starke Overlast herrscht und auch noch genug ausländische Kunden anreisen um sich einzudecken. Im Bezug auf den Antrag des Nododys Place lässt sich natürlich noch ein finanzielles Interesse vermuten. Bei den Anwohnern dürfte dies allerdings eher unwahrscheinlich sein!

Stadtratssitzung in Venlo

Gähnende Leere...

Gähnende Leere…

Das ein Ausschluss von Ausländern die Situation in Venlo verschlimmert dürfte eigentlich allen klar sein. Das Vermehrte Aufkommen von Strassendealern mit einer großen Produktpalette (neben Cannabis eben auch Harddrugs) ist ein direktes Resultat der diskriminierenden Politik. Mit dieser Situation muss Venlo jetzt seit über 8 Monaten kämpfen. Eine Belastung für Anwohner, Gewerbetreibende und Touristen.

Bürgermeister Antoin Scholten hat jetzt verkündet, dass es im April eine Sitzung des Gemeinderates zur Coffeeshoppolitik geben wird. Die Debatte sei schon komplett vorbereitet, letzte Woche hat sich der VVD-Politiker bereits mit Justizminister Ivo Opstelten getroffen um die Situation zu besprechen. Scholten betonte, dass die Venloer Coffeeshoppolitik sich im Rahmen der nationalen Gesetze bewegen müsse. Bedenkt man die Situation in Nijmegen, wo alle Änderungen komplett rückgängig gemacht wurden, oder auch die vieler Gemeinden, wo sich nach dem Jahreswechsel nichts geändert hat, könnte man wieder etwas hoffen. Man sollte auch bedenken, dass es eine Menge Druck aus dem Stadtrat, auch aus den eigenen Reihen gibt, die Diskriminierung zu beenden. Die Frage ist natürlich, inwieweit König Opstelten seine Macht auf den Lokalpolitiker ausübt.

Spätestens im April wissen wir dann ja Bescheid. Einen genaueren Termin konnte ich noch nicht finden. Vielleicht werden auch im Vorfeld schon einige Informationen über die Debatte und das Gespräch mit Opstelten geleaket.

Unterdessen hat sich übrigens der Besitzer des beliebten Coffeeshops „Nobody´s Place“, Peter Schneider, einen bitterbösen Brief an den Gemeinderat geschickt, um auf die Situation auf Venlos Strassen hinzuweisen. Ein weiteres Druckmittel, dass die Politik dazu zwingt endlich zu handeln.

Es bleibt zu hoffen, dass sie es auch in unserem Sinne tun!

1800 Kunden in Venlo mit Wietpas

Der lokale Hörfunk- und Fernsehsender  Omroep Venlo berichtet, dass in Venlo mitlerweile ca. 1800 Personen einen Wietpas haben.

Ungefähr 1400 davon sind Kunden beim Coffeeshop Nobody’s Place.
Besitzer Peter Schneider gab an, dass sich im ersten Monat nach der Einführung der neuen Regelung nur ca. 200 Personen für einen Wietpas angemeldet haben.

Der Anstieg der Kunden wird jedoch darauf zurückgeführt, dass die Vorlage eines Auszugs aus dem Melderegister scheinbar nicht mehr nötig ist.

Diese Maßnahme gibt es mitlerweile in Venlo und in Einhoven.

Allerdings wiedersetzt man sich damit im Prinzip den Vorgaben der Regierung.

Von ihrer Seite wurde lediglich darauf hingewiesen, dass die Kontrolle des Auszugs weiterhin Pflicht ist und sie in der Verantwortung der Coffeeshopbetreiber liegt.

Diese hätten somit alle Konsequenzen dieser Lösung selbst zu tragen. Es ist zwar noch nichts passiert aber dies dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Eine faire, kontrollierte und durchsichtige Politik sieht  anders aus.

Herr Schneider gibt außerdem an, dass sein Shop vor dem ersten Mai ca. 8000 aktive niederländische Kunden hatte.

Man kann also davon ausgehen, dass sich ca. 6000 Niederländer ihre Cannabisprodukte auf „alternativen Wegen“ besorgen. Manche weichen noch in andere Provinzen aus.

Das ein großer Teil davon aber jetzt illegal einkauft, sollte sich eigentlich jeder denken können.

Spätestens wenn es diese Möglichkeit ab Januar 2013 nicht mehr gibt, dürfte diese Zahl natürlich noch steigen.

Die ausländischen Kunden sind hier noch garnicht eingerechnet.

Von diesen fahren immerhin auch einige noch in die Niederlande und kaufen eben „woanders“.

Hinzu kommt noch, dass mit der Einführung des Wietpas die Shops Roots und Oase ihre Türen geschlossen haben. Deren Kunden werden sich also auch irgendwo versorgen.

Wie einfach das ist, kann man hier wieder sehr gut sehen.

Angesichts solcher Vorgänge ist es schwer begreiflich wie man den Wietpas noch als Erfolg verkaufen kann.