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Eindhoven wieder in der Top 3 der Kriminalitätsstatistik

Eindhoven ist am vergangenen Wochenende wieder in die Top 3 der Kriminalitätsstatistik des ‚Algemeen Dagblad‚ zurückgekehrt. Im Jahr 2010 belegte Eindhoven den ersten Platz. In den folgenden Jahren 2011 und 2012 konnte sie auf den sechsten Platz zurückfallen. Eindhovens Bürgermeister Rob van Gijzel (PvdA) führt den neuerlichen Anstieg auf den seit 2010 erhöhten Aufwand im Kampf gegen den Anbau von Cannabis und die Bekämpfung von kriminellen Banden in Brabant zurück. Der Bürgermeister weist in einem Brief an den Gemeinderat darauf hin, dass hier viele Kapazitäten gebunden werden, welche dann leider auf Kosten der Bekämpfung anderer Straftaten gehen. Eindhoven verzeichnet hier einen Anstieg vor allem bei Auto- und Wohnungseinbrüchen sowie Taschendiebstahl. „Der Aufwärtstrend ist gebrochen und das ist enttäuschend“ sagte der Bürgermeister zu diesem neuerlichen Anstieg.

Die Zeitung ‚Algemeen Dagblad‘ veröffentlicht regelmäßig eine Rangliste der niederländischen Städte. Die Statistik berücksichtigt dabei vor allem Straftaten welche das allgemeine Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen. Dazu zählen Delikte wie Diebstahl, Einbruch oder Körperverletzung. Platz eins belegt dabei Amsterdam. Danach folgen mit annähernd gleicher Punktzahl die Städte Rotterdam, Eindhoven und Maastricht. Die Punktzahl richtet sich dabei nach der subjektiven Wirkung auf das Sicherheitsgefühl der Allgemeinheit. So bekommen Einbrüche in Wohnungen eine höhere Punktzahl als ein Autoeinbruch und eine Körperverletzung wird höher bewertet als Vandalismus.

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Youtube-Channel zeigt Strassendealer in Tilburg

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Bei all dem Wirrwarr um Maastricht kann man leicht vergessen, dass es auch in anderen Regionen der Niederlande Probleme gibt. So leidet auch die Gemeinde Tilburg in Nordbrabant unter dem Ausschluss von ausländischen Gästen in den Coffeeshops und dem erschwerten Zugang für Niederländer. Die Folge: Ein stark angewachsener Strassenhandel.

Die Gemeinde und die Polizei scheint die Probleme weitestgehend zu ignorieren. Dies finde ich etwas verwundernd, da Tilburg von einer starken PvdA regiert wird und D66, GL und SP auch recht stark vertreten sind. Wie auch immer, die Politik scheint an der Problematik wohl nicht viel zu tun.

Daher ist jetzt die Vereinigung der Tilburger Coffeeshops mit dem großartigen Namen „De Achterdeur“ einen radikalen Schritt gegangen und veröffentlicht in ihrem Youtube-Channel Videos der Strassenhändler in Aktion. Ich persönlich finde es zwar etwas bedenklich, dass die Gesichter nicht zensiert werden, aber im Krieg sind viele Mittel erlaubt…

Es wird Zeit, dass die Politik auch in Tilburg aufwacht und den einzig vernünftigen Weg geht, die Strassenkriminalität zu beenden: Weg mit dem I-Kriterium!

Aber auch die Coffeeshops sollten handeln: Eine Vernetzung in Nordbrabant und ähnliche mutige Schritte wie in weiten Teilen Südlimburgs sin wichtig!

Tilburg hat den Wietpas beerdigt

Es wurde zwar noch kein neues Gesetz beschlossen, aber Tilburg (Nordbrabant) hat schon reagiert: Ab sofort gibt es dort keinen Wietpas mehr, sämtliche Mitgliederlisten werden vernichtet und es wird nicht mehr nötig sein sich zu registrieren. Dies geschah in Absprache zwischen dem Bürgermeister Peter Noordanus (PvdA), der Polizei und Staatsanwaltschaft. Zwar gibt es offiziell eine GBA-Pflicht, aber es wurde betont, dass es keine Kontrollen diesbezüglich gäbe. Elegant umgangen!

Dürfte vor allem den belgischen Coffeeshopbesuchern gefallen!

Leider konnte ich kein Bild vom Bürgemeister finden, bei dem die Lizenz eindeutig geklärt ist. Schade, denn er hätte es verdient!

Entlassungen nach Wietpaseinführung

Die Wietpaseinführung am 01.Mai in Limburg, Nordbrabant und Zeeland hat bislang ca. 600 Coffeeshopmitarbeitern den Job gekostet, teilte jüngst die „Stichting Belangenbehartiging Coffeeshoppersoneel Nederland“ (SBCN) mit. Die Shopbetreiber können sich einfach nicht mehr die Bezahlung leisten. Es besteht die ernsthafte Befürchtung, dass es 600 Langzeitarbeitslose werden könnten, denn als ehemaliger Coffeeshopmitarbeiter ist man auch in den Niederlanden stigmatisiert. Kaum verwunderlich, dass sich viele ehemalige Mitarbeiter unter die Strassenhändler begeben…

Gastbeitrag: Zunahme des Strassenhandels in Breda

Endlich mal ein Gastbeitrag! Ein Leser hat sich die Mühe gemacht, einen Artikel zu übersetzen und zu kommentieren. Vielen Dank dafür!

Quelllink

Der Sekretär des Gemeinderates Piet Mouwen aus Breda empfindet eine ausdrückliche  Zunahme des Straßenhandels durch die neue Coffeeshop Regelung. Diese Aussage stützt sich auf seine Rücksprache mit Polizeibeamten und städtischen Angestellten, die auf der Straße unterwegs sind.

Dabei konzentriert sich der Verkauf scheinbar auf einige wenige Straßen und Parkplätze. Diese Darstellung wird auch von Anwohnern bestätigt.

Diese Situation wird von allen Parteien in der Sache mit großer Sorge beobachtet, obwohl Polizei und städtische Mitarbeiter alles tun um den Straßenhandel in Schach zu halten.

Für den kommenden Monat wird noch einmal eine weitere Steigerung des Handels erwartet.

Die Mehrheit der Leserkommentare bestätigt diese Entwicklung. Einige erhoffen sich allerdings eine Besserung, sobald die neue Regelung einige Zeit aktiv gewesen ist.

Mein Kommentar dazu:

Die Entwicklung ist auch in Breda anscheinend erwartungsgemäß verlaufen.

Denn immer noch ist ein Großteil der Besucher von Coffeeshops nicht bereit sich registrieren zu lassen.

Daher kaufen viele lieber auf der Straße oder sie weichen auf die Provinzen ohne Wietpas aus. Auf diese Weise verursacht man dort nun Überlastung durch Drogentourismus. Das beste Beispiel dafür ist Nijmegen. Allerdings bewerte ich die Straßenkriminalität als die schlimmere Folge.

Diese wird wahrscheinlich auch  noch steigen, wenn ab Januar 2013 der Wietpas für die gesamten Niederlande gilt und es somit keine Ausweichmöglichkeiten gibt.

Denn die Nachfrage wird sicherlich erhalten bleiben. Aus der Vergangenheit wissen wir auch, dass eine Verstärkung der Polizeiaktivität kaum wirkliche Linderung bringt.

Wie weit diese überhaupt noch einmal zusätzlich verstärkt werden kann ist fraglich.

Update: Auf Wunsch des Autors ein paar Korrekturen vorgenommen.