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Eskalation in Maastricht: JDTV-Team mit Messer bedroht

In Maastricht wurde gestern Abend das Team von JDTV vor dem Easy Going von einem Straßendealer mit einem Messer bedroht.  Der Mann drohte auch vor dem Fenster des Easy Going Coffeeshopbetreiber Marc Josemans zu erstechen. Nachdem die Drugsrunner nach der ersten Razzia am Montagabend triumphierend  an den Coffeeshops vorbeizogen und am Mississippi während des Polizeieinsatzes jubelten, scheint die Stimmung nun immer aggressiver zu werden.  

"Ich stech dich ab!" Dealer droht auf offener Straße - Photo by JDTV - Mit freundlicher Genehmigung von JDTV

„Ich stech dich ab!“ Straßendealer droht durchs Schaufenster des Easy Going – Photo by JDTV – Mit freundlicher Genehmigung von JDTV

Die Situation in Maastricht verschärft sich weiter. Wie JDTV heute berichtet, musste das Team des Online-Senders die Auswirkungen der Politik von Ivo Opstelten und Onno Hoes gestern am eigenen Leib erfahren. Schon im Laufe des Tages wurden die beiden Mitarbeiter von einer Gruppe Straßendealer eingekesselt und bedroht. Dann beinahe von einem Touristen überfahren, der vor den Drugsrunnern flüchtete.  Als sei das noch nicht genug Beweis für die unhaltbaren Zustände in der Stadt, stand am Abend, in direkter Nähe des Easy Going, plötzlich ein Mann mit gezogenem Messer hinter dem Kamerateam und bedrohte zuerst dieses und dann durchs Schaufenster auch Kunden und Mitarbeiter des Easy Going und rief er wolle Coffeeshopbetreiber Marc Josemans erstechen.

Die herbeigerufene Polizei, die endlich einmal gegen einen der Richtigen vorgehen konnte, anstatt vom Bürgermeister gezwungen zu werden die Situation durch Razzien und Schließungen von Coffeeshops weiter zu verschärfen, nahm zusammen mit den JDTV-Mitarbeitern die Verfolgung des Täters auf, die in einer Tiefgarage endete, wo der Mann festgenommen wurde. JDTV hat den ganzen Vorfall gefilmt. Die Aufnahmen werden in eine Dokumentation über den Wietpas einfließen und unzensiert veröffentlicht. Eine Fotoreportage ist bereits online.

Photo by JDTV - Mit freundlicher Genehmigung von JDTV

Endlich darf die Polizei etwas sinnvolles tun – Photo by JDTV – Mit freundlicher Genehmigung von JDTV

„Wie lange wird es dauern, bis diese Jungs genug gedealt haben, um sich größere Waffen zu besorgen und damit ihre Dealerplätze zu sichern und neugierige Medien auf Abstand zu halten?“ schreibt JDTV in deren Blog. „Diese Verordnung (Das Coffeeshopbeleid der Stadt Maastricht) ist lebensgefährlich. Viele Einwohner von Maastricht haben uns gegenüber von nicht akzeptablen und unhaltbaren Zuständen berichtet. Sogar Polizeibeamte klagen, da sie ihre Stadt verwahrlosen sehen und nicht gegen die Straßendealer vorgehen dürfen, dafür aber Razzien in Coffeeshops durchführen müssen. Auch die Polizisten finden die Situation in Maastricht, wo nicht normal vorgegangen werden darf, widerlich. Dadurch seien die Straßendealer immer brutaler geworden und bekämen immer mehr die Oberhand.“   , so JDTV weiter.

Hier noch ein Video von L1 News, in dem sich Marc Josemans zu dem Vorfall und der Situation äußert.

JDTV hat nun doch bereits jetzt ein Video zum Vorfall veröffentlicht:

Direktlink zum Video: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=zphLyeBBKhY

Polizei beim Smokey (heute was früher wach^^)

Nun, wie ich es ja schon befürchtet habe:

Täglich ein anderer Shop!

Um 15h sind etwa 15 Polizeibeamte ins Smokey eingelaufen. Das Smokey ist der Shop der direkt neben dem Mississipi liegt (Boote). Die Begründung ist die selbe wie bei den Shops zuvor. Der Eigentümer wurde mitgenommen. Wieviele Ausländer anwesend waren ist leider noch nicht herauszufinden.

Das macht unser Onno taktisch schon ganz klug. Er kann nicht alle Shops auf einmal schliessen – das würde zu wirklichen Aufständen führen. Allerdings schön einen nach dem anderen „abgrasen“ – so hab ich ihn eingeschätzt. Das dicke Ende wird dann nächste Woche kommen, wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist und die Shops schliessen müssen. Was Onno wohl macht wenn Maastricht ganz ohne Shops da steht!? Der Overlast dann wird unerträglich werden! Aber leider gibt es wohl keinen anderen Weg.

Cannabem liberemus!

Polizei heute im Kosbor…

Just in diesem Augenblick wird das Kosbor von der Polizei kontrolliert.

Mehr Informationen gibt es um 21:30 noch nicht – ich halte euch auf dem laufenden, indem ich mit Zeitangabe diesen Artikel aktualisiere – um spätestens 0:00 ist, so wie gestern Schluss.

22:05
20 Beamte sind im Kosbor (60m² – viele Kunden können nicht da sein ;-) ) Eigner und Mitarbeiter (3 Personen insgesamt) werden die Nacht auf der Wache verbringen. Vor dem Kosbor stehen schon wieder applaudierende Drugsrunner.

22:15
Polizei ist jetzt weg. Dichtbij meldete 3 Personen, die Vereinigung der Maastrichter Coffeeshopmitarbeiter meldet 2 Personen.

22:18
Exakt vor 1h begann die Aktion… 12 Minuten später war KeinWietpas mit Photo dabei… Wir sind gut ;-)
Nur dichtbij war Sekunden schneller… ;-)

22:25
In 7 Onlineportalen von Niederländischen Zeitungen ist die Meldung mit 3 unterschiedlichen Texten raus. Alle Texte Gut bis Neutral. Gut überwiegt.

22:35
Ein in Maastricht studierender Pole durfte nach Kontrolle seiner Papiere mit dem gekauften Gras den Shop verlassen. Ca. 20 unbeteiligte Passanten die das beobachteten waren sich einig: „Das macht doch keinen Sinn. Wo soll das nur hinführen“
Die anwesenden Touristen, vorwiegend Wallonen, mussten ihr Gras abgeben, es wurde aber keine Anzeige erstattet oder Bußgeld verhängt.

22:53
Die Polizeimeldung ist raus. „Die Kontrolle wurde durchgeführt weil es Hinweise darauf gab, das von dort aus Gras an Touristen verkauft wird, was in Limburg verboten ist. Der Handelsvorrat wurde beschlagnahmt. Ein Verkäufer und der Chef wurden zum Verhör in Gewahrsam genommen.“

23:06
So sieht die Welt für den Besitzer des Kosbor im Moment aus. Photo was er selbst mit dem Handy aus der Zelle heraus gemacht hat – draußen sein persönlicher Bewacher.
https://i2.wp.com/www.maastrichtaktueel.nl/wp-content/uploads/2013/05/IMG_2969.jpg

23:10
Beim Polen vergessen: Ca. 5 Ingezetenen und 20 Touristen.

23:34
http://www.maastricht.vvd.nl/
Erklärung der VVD Maastricht… da bleibt euch die Spucke weg… nur die ersten Zeilen:„Haben sie sich an diesem sommerlichen 5. Mai auch wieder über die Hundertschaften von Drogentouristen geärgert? Die Parteien VVD, CDA, Senioren, … auch. Gerade war Maastricht wieder da wo es hin gehört. Aus Untersuchungen unter der Maastrichter Bevölkerung wurde ganz deutlich, das das I-Kriterium zu einer ganz deutlichen verminderung der Belästigungen geführt hat.“
Keine Sorge… vom ersten bis zum letzten Wort geht das so in einem fort! CS sofort schließen wenn übertreten usw. usf.

 

Maastricht: Coffeeshop-Boot Mississippi soll drei Monate geschlossen werden

Die Gemeinde Maastricht möchte das Coffeeshop-Boot Mississippi, möglicherweise für drei Monate schließen. Das sagte soeben ein Sprecher der Gemeinde Maastricht gegenüber L1 News

Zunächst jedoch ist das Mississippi wieder geöffnet. Der Coffeeshop hat eine Woche Zeit, Beschwerde gegen den Beschluss der Stadt einzulegen.

Am gestrigen Abend hatte die Polizei den Coffeeshop kontrolliert und weil Ausländer im Shop anwesend waren geschlossen. Die drei Personen, die bei der Aktion festgenommen wurden, kamen noch in der Nacht wieder auf freien Fuß, teilte die Polizei mit.

Die Justiz wertet die Ergebnisse der gestrigen Razzia nach eventuellen weiteren Straftaten aus.

Maastrichter CoffeeshopBoote werden kontrolliert.

Um kurz nach 21:00 rückten mindestens 12 Polizeibusse aus um zumindest in den Coffeeshopbooten die Einhaltung des Einwohnerkriterium zu kontrollieren.

Die Kontrolle ist noch aktiv am laufen. Ob auch die anderen Shops kontrolliert werden weis niemand.

Wir haben 20 Minuten mit der Meldung gewartet… es kommt noch nicht mehr handfestes.

Ich bin aber sicher, das die zwei Tage ausreichend waren um die Maastrichter den Aufstand gegen Onno proben und gewinnen werden. Das war sein politisches Todesurteil.

00:00 Update:

Es wurde doch nur das Missisippi kontrolliert. Die beiden Eigner und ein Mitarbeiter wurden in Gewahrsam genommen. Der gesamte Handelsvorrat wurde beschlagnahmt. 15 Belgier waren anwesend. Ihre Personalien wurden aufgenommen und ihre Ware wurde beschlagnahmt. Der gesamte Handelsvorrat des Shops wurde ebenfalls beschlagnahmt.
Maastricht dichtbij hat einen sehr ausführlichen Bericht geschrieben, indem sehr detalliert beschrieben wird, wie während der Aktion, in Ruf- und Sichtweite der Polizei, Marrokanische Straßendealer feierten, Beifall klatschten und den abgewisenen Kunden Lauthals Gras, Koks und Heroin anboten. Desweiteren darf der KFC-Eigner mit SEHR lobenden Worten FÜR die Wiedereröffnung zu Worte kommen und versichert das VIELE seiner Kollegen mit ihm eins ist da es gut ist wenn die CS wieder offen sind.

Die Presse ist mittlerweile, quasi vollends, auf Seiten von Marc Josemanns.
07:00 Update:

Während und nach der Aktion ist ein Trupp Drugsrunner grölend und jubelnd von einem Coffeeshop zum nächsten gezogen und haben vor den Shops den „Mäckes“ gemacht und der Polizei ihren Dank ausgesprochen. – Gesicherte Info von mehreren Zeitungen.

Zwischenbericht aus Maastricht

Um 11:30 kam Marc Josemans am Easy going an. Ich habe ihm gleich unser Kein Wietpas! Poster ueberreicht und mit ihm gesprochen (Video folgt). Er hat es auch gleich vor Oeffnung aufgehangen. Es ist sehr viel Presse und Fernsehkamers anwesend. Marc gibt laufend Interviews und auch ich habe, bevor wir in den Shop gingen bereits ein Interview fuer den WDR gegeben. Die Reporterin arbeitete fuer Aktuelle Stunde, Lokalzeit und 1Live. Am Eingang dann bat Marc Josemans als wir eintrafen dann um Aufmerksamkeit und bedankte sich bei mir stellvertretend fuer die Arbeit von Kein Wietpas!.

Danach interviewte mich noch jemand fuer einen niederlaendischen Sender. Wir trafen viele interessante Leute – mehr dazu im ausfuehrlichen Bericht. Ich sitze aktuell im Easy going und schreibe diesen Artikel vom dortigen Rechner – daher auch die fehlenden Umlaute (niederlaendische Tastatur). Bisher ist noch keine Polizei gekommen, obwohl sie regelmaessig draussen vorbeifaehrt. Einhellige Meinung hier ist, dass sich das am Bevrijdingsdag auch kein Buergermeister trauen wird. Sie rechnen fuer morgen aber evtl. damit.

Maastricht: Onno Hoes will mehr Polizisten einstellen

Die Vermutungen der letzten Tage bestätigen sich. Bürgermeister Onno Hoes hat nun bei seinem Parteigenossen Justizminister Ivo Opstelten (VVD) eine Anfrage gestellt um mehr Polizisten einstellen zu dürfen. Diese sollen verstärkt gegen den illegalen Drogenhandel vorgehen.

Hoes bleibt stur - Polizei bei einer Demonstration in Maastricht - CC Lizenz Photo by Pascal Jaminon

Hoes bleibt stur – Polizei bei einer Demonstration in Maastricht – CC Lizenz Photo by Pascal Jaminon

Hoes arbeitet aktuell an einem neuen Plan zur Kontrolle und Umsetzung der Coffeeshopverordnung von Maastricht. Justizminister Opstelten hat dazu alle Gemeinden mit Coffeeshops aufgefordert und die Vorzeichen aus Maastricht sehen nicht danach aus, dass das I-Kriterium (Coffeeshops nur für Einwohner der Niederlande) darin abgeschafft wird. Onno Hoes folgt mit seiner Anfrage nach mehr Polizeikapazitäten einem Antrag von Jan Hoen (MVP – Maastrichtse Volkspartij). Maastricht bekam schon nach der Einführung des Wietpas zusätzliche Polizeibeamte und Kontrolleure, die die neuen Regeln durchsetzen sollten. Damals stellte das Ministerium sechs Beamte. Weitere 10 Polizisten wurden befristet von Polizei und Gemeinde eingesetzt. Diese Befristung ist am 01. Januar dieses Jahres abgelaufen. „Gesetze durchzusetzen ist ein Kampf, der einen langen Atem benötigt. Sobald man dort einschneidet, merkt man das sofort.“ sagt Hoes Sprecher Gertjan Bos, wie die Zeitung De Limburger heute meldet.

Das ist ein klares Signal für ein „weiter so“. Hoes will sich von seinem Kurs nicht abbringen lassen und dem Problem der Straßendealer mit harter Hand begegnen anstatt die Ursache zu beseitigen. Das Beispiel Nijmegen scheint in Maastricht keine Nachahmer zu finden.

Nine Kooiman macht Opstelten ordentlich Druck.

So, das „Quartett“ ist zusammen. Drei Artikel gibt es, die sollte man gelesen haben sollte, bevor man mit diesem beginnt.

–          Ivo schreibt…
–          Gras von der Gemeinde
–          Grasanbau wächst der Polizei über den Kopf

Der Basistext ist eine Übersetzung dieses VOC-Artikels.

Nine Kooiman macht Opstelten wegen Cannabis Feuer unterm Hintern.

In einer Serie Messerscharfer Kammerfragen macht Nine Kooiman (SP) dem Minister für Sicherheit und Justitz Ivo Opstelten, wegen seiner gescheiterten Cannabisregeln, Feuer unter dem Hintern.

Kooiman beweist aufs Neue, das sie ausgesprochen „auf der Höhe“ ist mit den nationalen und internationalen Entwicklungen in Sachen Cannabis. Und wer die Fakten kennt, sieht ganz klar welchen Schutthaufen der verantwortliche Minister aus diesen Regeln gemacht hat.
In den neun Fragen an Minister Opstelten legt sie den Finger sehr präzise in einige offene Wunden. Wir sind gespannt auf die Antworten!

Fragen der Kammerabgeordneten Kooiman (SP) an den Minister für Sicherheit und Justitz über den Kampf gegen die Drogenkriminalität und den Wunsch von Gemeineden den Grasanbau zu legalisieren (eingesendet am 08.02.2013)

  1. Was ist Ihre Reaktion auf diesen Artikel ‚Grasanbau wächst der Polizei über den Kopf‘? (de Telegraaf, 07.02.2013)
  2. Wieviele Kapazitäten der Polizei beschäftigen sich derzeit mit illegalem Hanfanbau? Was kostet der Einsatz der Polizei?
  3. Wie ist Ihre Reaktion auf die Tatsache, das Versicherer tausende  Ansprüche, mit einem totalen jährlichen Schaden von 100 Millionen Euro befriedigen müssen, die im Zusammenhang mit Hanfanbau , z.B. Wohnungsbrände, stehen?
  4. Können sie eine Gesamtübersicht aller Kosten liefern, die der Kampf gegen den organisierten  Hanfanbau für die Gemeinschaft mit sich bringt? Wenn nein, warum nicht? Wollen sie auch im Hinblick auf diese Kosten und allen weiteren unerwünschten Effekten an den aktuellen Regeln festhalten?
  5. Was ist ihre Reaktion auf den Artikel ‚Gras von der Gemeinde(anm. Nine bezieht sich auf einen Artikel einer anderen Zeitung, der aber inhaltlich nahezu identisch mit dem von mir übersetzten ist) und den Anmerkungen des zitierten  Rechtswissenschaftlers, das das Verbot des Gemeindeanbaus Unsinn ist und nirgends festgeschrieben steht? (BN/De Stem, 07.02.2013)
  6. Teilen sie die Meinung dieses Professors, das die internationalen Regeln Butterzart sind und nicht darauf schließen lassen, das Experimente der Gemeinden mit Grasanbau unter allen Umständen verboten bleiben müssen.
  7. Was ist ihre Reaktion auf die Ansicht, das die Niederlanden an allen Ecken und Kanten von z.B. den USA,  in Sachen legaler Grasanbau, überholt werden? Wie kann das sein wenn der regulierte Grasanbau, so wie sie sagen, im Widerspruch zu internationalen Regeln steht?
  8. Glauben sie das dieser Professor völlig daneben liegt, oder sind sie bereit zu zugeben, das die internationalen Regeln sehr  wohl Raum bieten um regulierten Grasanbau zu gewähren?
  9. Sind sie bereit einigen Gemeinden nachträglich die Genehmigung zu erteilen mit reguliertem Grasanbau zu experimentieren, insbesondere auch im Blick auf den Kampf gegen die Drogenbedingte Kriminalität?

 

Ein Gesellschaftlich vorbildliches Konzept wächst…

Nine Kooiman und ihre Partei. Ich werde wirklich wehleidig. In den Niederlanden gibt es zwei Parteien (SP und D66) die ich sofort wählen könnte, ja bei denen ich mich im Fall der SP sogar engagieren könnte. In Belgien? In Deutschland? NICHTS – ÜBERHAUPT NICHTS was auch nur ansatzweise so Konsequent meine Interessen vertritt… und das sogar in Sachen Hanf – das ist das eigentlich unglaubliche. Wir schimpfen hier sehr viel über den Neoliberalen Ruck in den Niederlanden und verallgemeinern dabei doch viel zu viel. SP und D66 machen 20% der Sitze in der 2e Kamer, dazu kommen 25% der PvdA…  Die Niederländer sind nicht schlecht. Sie sind uns immer noch um Längen voraus! Ein Fünftel der Wähler ist sehr Fortschrittlich! Mit denen kann man Gesellschaftsmodelle planen in denen es sich gut leben lässt! Die PvdA macht alles Gute mit wenn nur SP und D66 stark genug sind… und selbst in der VVD gibt es sehr viele Realpolitiker. Nicht wenigen offenen Coffeeshopgemeinden stehen schließlich VVD-Bürgermeister vor. Nur 1/5 der Niederländer wählt wirklich unverbesserlich (CDA & PVV) – ebenso viele wie „radikal“ Fortschrittlich wählen. Das sind sehr gute Grundvoraussetzungen, um eine neue Ära des Umgangs mit Cannabis einzuleiten und Modelle vorzuleben die Nachahmungswürdig sind.
Das Coffeeshop-Modell war ein schönes Modell aber kein gutes Modell. Darum hat auch kein anderes Land diese Idee  aufgegriffen. Trennung der Märkte bei Stärkung der Organisierten Kriminalität ist kein Gesellschaftlich erstrebenswerter Zustand. Trennung der Märkte bei Schwächung der Organisierten Kriminalität – das ist erstrebenswert. Und wenn ein solches Modell positiv vorgelebt wird… werden spätestens die Zahlen des Finanzministers  die Finanzminister der umgebenden Länder sehr hellhörig werden lassen.
Die Fragen die Nine Kooiman stellt, die Zahlen und Fakten die sie nennt – das sind Zahlen die kennt jeder Niederländer. Seit ich die Niederländischen Nachrichten konsequent betrachte, wird mir mit jedem Tag klarer, das es so wirklich nicht weiter gehen kann. „Schönes“ Beispiel aus Heerlen. Ein Typ vergrößert unter seinem Haus den Keller – Fazit: Sein Haus + Nachbarhaus mussten abgerissen werden.  Coffeeshops hin – Coffeeshops her – dem sein Nachbar will ich nicht sein! Und ich will auch nicht das meine Kinder vor den einsturzgefährdeten Häusern spielen. Oder die KiTa in Geleen. Im Keller ein großer Grow – billigste Elektrik, evtl. Schimmelpilze usw. Das sind NoGo´s!  Diese Zustände lassen sich in den Niederlanden nur noch durch eine GANZ MASSIVE Anbaulizensierung in den Griff bekommen. So Massiv, das die gesamte derzeit illegal angebaute Menge zu einem deutlich besseren Preis, aber lizensiert, angeboten werden kann. Erst dadurch lässt sich die illegale Produktion verhindern. Es sind nicht wenige Menschen in den Niederlanden die darum wissen!  Und es sind genug das Ding zu „schaukeln“!
Ivo wird die Fragen wie immer sehr angreifbar beantworten. Aber mit jedem Satz den er ausspricht wird er den fortschrittlichen Niederländischen Kräften Steilvorlagen für das weitere Scheitern seiner Politik in die Hand geben.

Wessen Ivo sich wahrscheinlich wirklich immer noch nicht vollends bewusst ist, das er mit dem Zugeständnis an die „lokale Maßarbeit“ der Legalisierung in den Niederlanden den denkbar größten Vortrieb gegeben hat. Laut einem Niederländischen Kommentator in irgendeiner Zeitung, ist die „Lokale Maßarbeit“ ein , von der PvdA, ganz bewußt in die Cannabisgesetzgebung eingeschleuster „Virus“ um Opstelten zu demontieren. Die Möglichkeiten der „lokalen Maßarbeit“ sind grandios. Kurz umrissen sagt die „lokale Maßarbeitsregel“ folgendes: Solange das Heroe Ziel der Overlastverminderung im Zentrum der Betrachung der Gemeinde/Stadt steht kann von den grundsätzlichen Regeln zur Cannabisgesetzgebung abgewichen werden. Für Amsterdam war das unumgänglich dachte Opstelten und öffnete damit in der nationalen Gesetzgebung die juristische Hintertür zur Vergabe legaler Cannabisanbaulizenzen (Gemeindeanbau). Alle Gemeinden die halbwegs gescheit denken und rechnen können haben daraufhin die Anfrage nach dem Gemeindeeigenen Anbau gestellt… während die USA in zwei Staaten legalisieren und Opstelten damit das letzte Argument der „internationalen Verpflichtungen“ aus der Hand nehmen. Die Fortschrittlichen Kräfte in den Niederlanden werden nicht locker lassen. Gemeindeanbau ist seit ca. 2002 ein Thema, aber nie bot die nationale Cannabisgesetzgebung den nötigen Raum den Anfang zu finden – Jetzt schon!

de Telegraaf: Grasanbau wächst der Polizei über den Kopf

Eine gute Stunde habe ich jetzt versucht eine Tagesabomöglichkeit bei dem „de Telegraaf“ zu finden  – keine Chance – LEIDER. So kann ich nur diesen Teil-Artikel übersetzen und um ein paar ergoogelte Informationen ergänzen.

 

Grasanbau wächst der Polizei über den Kopf

Amsterdam – Polizei und Justitz kommen trotz großem Einsatzes nicht weiter in dem Kampf gegen den illegalen Hanfanbau.

Auch in 2012 wurden laut der Polizei, wie in den letzten Jahren, nicht weniger wie 5.000 Grasplantagen entdeckt. Allerdings bleibt ein Vielfaches davon unentdeckt.
Die Polizei unterschreibt ein Plädoyer von Sachverständigen, welches sagt, das es Zeit sei einen Schritt weiter zu gehen um den Kampf gegen Hanfplantagen effektiver zu machen.  Der verantwortliche Kommissar Frans Heeres  baut auf die intensivere Zusammenarbeit von Polizei, Zoll und den Steuerbehörden. Überführte  Anbauer müssten von allen Seiten angepackt werden. Von der  Beschlagnahmung krimineller Gewinne bis zur Auferlegung von Bußgeldern. Dadurch muss Hanfanbau unattraktiv werden.

 

5000 Plantagen werden im Jahr entdeckt. Diese Zahl enthält KEINE Anlagen mit weniger als 50 Pflanzen! Die durchschnittliche Größe der Plantagen liegt bei 250 – 1000 Pflanzen. Wir nehmen im Mittel mal 333 Pflanzen/Anlage an und rechnen ein wenig…

5000(Anlagen / Jahr)  MAL  333 (Pflanzen/Anlage) / 365 (Tage)
ERGIBT:
4561 Pflanzen die in den Niederlanden jeden Tag beschlagnahmt werden. Bei 25gr / Pflanze sind das schlappe 114kg beschlagnahmtes Cannabis / Tag.
Wenn wir davon ausgehen, das die Polizei 1/5 der Anlagen entdeckt produzieren die Niederlanden täglich 570kg Blüte von denen es 465 Kilo JEDEN TAG in den Markt schaffen.

Diese Zahlen sind doch ziemlich selbstredend. Cannabis ist BIG BUSINESS. ILLEGALES BIG BUSINESS! Die im Telegraaf-Artikel erwähnten Spezialisten, als auch die Polizei betrachten dieses Big Business  durch die Brille der aktuellen Gesetzgebung und kommen zu solch falschen Schlüssen, das mehr Härte gezeigt werden müsse. Andere Politiker, Gemeinderäte, Bürgermeister und Rechtswissenschaftler haben die Brille abgelegt und wollen den Weg des Gemeindeanbaus (durch die Gemeinden/Städte lizensierte legale Anbaubetriebe) gehen.

Nine Kooiman greift diesen aktuellen Telegraafartikel, Ivo´s Brief und Jan Brouwers Interpretation in einem sehr lesenswerten Fragenkatalog an Ivo Opstelten auf… Artikel folgt…

 

Wietpas sorgt wohl für schnellen Anstieg von drogenbezogenen Vorfällen in Venlo

Auf www.thepostonline.nl ist heute ein Bericht über eine offizielle Anfrage bei der Polizei Limburg Nord erschienen.

Thepostonline hatte nach Informationen über Verhaftungen und Geldstrafen aufgrund von Drogenproblemen, Drogenbesitz und Drogenhandel, in den Jahren 2010, 2011 und 2012 gefragt.  Nach immerhin vier Wochen hat man es dann geschafft dieser Anfrage nachzukommen. Eigentlich wollte man diese Anfrage ja auf Maastricht beziehen. Allerdings setzt die niederländische Polizei zwar anscheinend noch stark auf moderne Kommunikationsmittel wie Faxgeräte, stellt aber auf ihrer Website leider keine Faxnummer zur Verfügung.Daher ging die Anfrage also nach Nord Limburg und bezog sich auf Venlo und Umgebung. Die Tabelle die die Polizei auf die Anfrage schickte ist hier zu sehen.

Dort ist zu erkennen, dass die Anzahl der Vorfälle durch „Drugoverlast“ im Jahr 2011 noch bei 950 lag und mit dem Wietpas dann 2012 auf 1544 angestiegen ist.
Vorfälle die mit dem Besitz von Softdrugs zu tun hatten gab es laut der Polizei 190 mal im Jahr 2011. Im Jahr 2012 gab es es davon schon 318.
Den illegalen Straßenhandel betreffende Vorfälle haben sich sogar mehr als verdreifacht. Während 2011 noch ca. 94 Fälle dieser Art registriert wurden, waren es 2012 schon 334.

Hier handelt es sich also nicht um Spekulationen und Vermutungen sondern um nackte Zahlen die die Polizei selbst erfasst hat. Die Dunkelziffer dürfte noch enorm sein. Thepostonline tritt also offene Türen ein und es wird nur mal wieder das deutlich was eigentlich jeder weiß der sich mit der Sache beschäftigt. Der Wietpas hat eher noch alles schlimmer gemacht. Im Artikel kommt man auch zu dem Schluss, dass der Wietpas mit seinem Clubsystem zwar Vergangenheit sei aber das eigentliche Übel durch das I-Kriterium weiterhin vorhanden wäre. Es wird auch die Frage gestellt wieso Minister Opstelten seine neuen Regeln weiterhin als Erfolg verkauft, wenn eigentlich jeder Bürger innerhalb weniger Wochen an Zahlen kommt die das Gegenteil beweisen.
Die Fraktion GroenLinks will nun deswegen auch noch eine Kamervraag stellen. Das ist eine offzielle Anfrage an ein Mitglied der ersten oder zweiten Kammer. Diese werden in der Regel auch veröffentlicht.

Jetzt geht es daran den weiteren Verlauf der Situation zu beobachten.  Denn der Bürgermeister von Venlo Martin Camp (VVD) hatte bereits vor einigen Monaten in einem offenen Brief angekündigt, dass es ihm hauptsächlich um eine Redzierung der Overlast ginge. Wenn dies erreicht werden könnte indem man auch wieder Ausländer in die Coffeeshops lässt, dann würde man auch zu dieser Maßnahme greifen. Bis dahin will man es aber erst mal so wie bisher verfahren.