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Sechs Coffeeshops in Maastricht öffnen wieder

Habe ich eben geschrieben: „Es gibt nichts aus den Niederlanden zu berichten“ ? L1-Nieuws hat mich sofort eines besseren belehrt, denn soeben wird gemeldet, dass sechs Coffeeshops wieder ihre Türen geöffnet haben – aber nur für Inländer.

Außer dem Rastafari House Boni, welches nicht dem VOCM (Vereinigung offizieller Coffeeshops Maastricht), angeschlossen ist, sind das Slow Motion, Missouri, Maxcy´s, Club 69 und Heaven 69 wieder für Einheimische geöffnet.

Wie der Vorsitzende des VOCM, Marc Josemans sagt, halten sich diese Coffeeshops nun an die Regeln und verkaufen nur noch an Einwohner der Niederlande.

Anfang letzten Monats beschlossen die Coffeeshops, nach einem Gerichtsurteil, das Einwohner-Kriterium nicht mehr zu beachten. Daraufhin wurden alle Cannabis-Geschäfte kontrolliert.

Ausreichend

Josemans glaubt, dass die sechs Shops ausreichend sind, um die Nachfrage zu befriedigen. Sollte dem nicht so sein, wird noch ein weiterer Shop öffnen. Mit dieser Maßnahme möchten die Coffeeshops die Straßendealer zurückdrängen.

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Parteien in Maastricht verärgert über Polizei und Staatsanwaltschaft

MAASTRICHT – Wie Nu.nl  soeben meldet,  möchten einige politische Parteien in Maastricht sich nicht zu den Razzien in Coffeeshops am Mittwoch und Donnerstag äußern.  Der Stadtrat hatte am Dienstagabend noch mit Bürgermeister Hoes (VVD) abgesprochen, dass die Priorität auf der Bekämpfung des Straßenhandels liegen sollte.

Bis zum 12. Juni wieder geschlossen - Coffeeshop Easy Going - Foto: mit freundlicher Genehmigung von JDTV

Bis zum 12. Juni wieder geschlossen – Coffeeshop Easy Going – Foto: mit freundlicher Genehmigung von JDTV

In einer gemeinsamen Erklärung drücken PvDA, GroenLinks, D66, VVD und die zwei Fraktionen der lokalen Parteien SBM und SPM ihr Bedauern darüber aus, dass die Polizei trotzdem gegen Coffeeshops vorgeht. Diese Fraktionen bilden eine Mehrheit im Stadtrat.

Die Parteien verurteilen jedoch auch den Verkauf von Cannabis an Ausländer durch die Coffeeshops. Die Fraktionen bitten die Staatsanwaltschaft, Polizei und die Coffeeshops über ihren Schatten zu springen, und im Sinne der Stadt zu handeln.

Nachvollziehbar

Die CDA und die Ein-Mann-Fraktion Volkspartij Maastricht haben die Erklärung nicht unterzeichnet. Die CDA findet es „sehr nachvollziehbar“, dass Staatsanwaltschaft und Polizei eingreifen. Die SP und die lokale Partei PVM haben die Erklärung ebenfalls nicht unterzeichnet. Allerdings weil sie das Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die Coffeeshops völlig ablehnen.

Limburger Medien suggerieren, dass Hoes nicht mehr Herr des Geschehens sei. Wie ein Sprecher des Bürgermeisters sagt, bestimmen Polizei und Justiz und nicht Hoes, wann Razzien stattfinden. Jedoch herrsche über die Drogenverordnung der Stadt völliges Einverständnis zwischen dem Bürgermeister, der Polizei und der Justitz.

Parlamentsanfragen

Die PvDA in der Tweede Kamer (Kein Wietpas! berichtete) hat am vergangenen Freitag Justizminister Opstelten dazu befragt. Die Parlamentsmitglieder Myrthe Hilkens und Manon Fokke wollen wissen, ob es Uneinigkeit über die Razzien in Coffeeshops zwischen Hoes, der Polizei und der Justiz gibt.

Auch fragen Fokke und Hilkens Minister Opstelten, ob die lokale Autorität des Bürgermeisters von der Staatsanwaltschaft gebrochen wurde.

Vor den Richter

Bei den Razzien am Mittwoch und Donnerstag  wurde, neben anderen, auch der bekannte Coffeeshopbetreiber Marc Josemans festgenommen. Er muss sich zusammen mit zwei weiteren Beschuldigten in Kürze vor Gericht verantworten, wie die Staatsanwaltschaft Maastricht am heutigen Freitag verkündete.

Die Verhandlungen gegen die drei Beschuldigten werden kurz nach den bereits früher angekündigten „Coffeeshopverfahren“ gegen sieben andere Beschuldigte ebenfalls am 12. Juni stattfinden. Alle Beschuldigten sind angeklagt, weil sie gegen die Drogenverordnung der Stadt Maastricht verstießen und weiche Drogen an Menschen verkauften, die nicht in den Niederlanden wohnen.

Ticker: Coffeeshopkontrolle „Slow Motion“ & „Black Widdow“

Ziemlich genau 25 Stunden nach den Kontrollen im Easy Going und Heaven 69 ist der Coffeeshop „Slow Motion“ Ziel der Kontrollbehörden.

Mit 20 Beamten ist man vor Ort.

Weitere Info´s folgen, wie gewohnt, im Ticker-Stil…

19:55 (ausm Zug schreibend)
Laut dem Polizeibericht waren 30 Gäste im Slow Motion, davon 15 Ausländer, von denen wiederum 13 Gras im Besitz hatten. Der Eigner des Coffeeshops wurde verhaftet. Die Handelsware und die Ware der Ausländer wurden beschlagnahmt. Wörtlich heist es im Polizeibericht: „… verhaftet wegen dem Verdacht weiche Drogen an Ausländer (nicht Inländer) verkauft zu haben“. 5x taucht im Bericht „Ausländer“ auf. Nur in der Beispielzeile lässt sich eineindeutig auf das eigentliche I-Kriterium schliesen. In einem zweiten Fall kann man es sich mit Hintergrundwissen noch mühsam erschliesen – in den anderen drei Fällen wird keinerlei Einschränkung gemacht WELCHE Ausländer damit gemeint sind – selbst im Polizeibericht.
Laut eben diesem Bericht sind beide Kontrolltage (gestern und heute) gemeinsam von Gemeinde, Innenministerium und Polizei durchgeführt worden. Entweder lügt die Polizei… oder der Bürgermeister… wahrscheinlich aber beide. Heute noch hat Hoes den Unschuldigen getan, von der gestrigen Aktion selbst überrascht worden zu sein… und heute meldet die Polizei, das schon gestern die Gemeinde mit involviert war.

20:02
So wie es aussieht ist gerade das Black Widdow an der Reihe. (mobo)

8.44
Die Polizei hat einige Zahlen veröffentlich. Es gab vier Festnahmen: der Betreiber des Slow Motion, der Betreiber des Black Widdows und zwei Budtender. Von den
60 Kunden des Black Widdows waren 48 Nicht-Residenten (in der Polizeimeldung stand es endlich mal richtig ausgedrückt). Bei 17 von ihnen wurde Cannabis beschlagnahmt.
Die Handelsvorräte der Shops wurden ebenfalls beschlagnahmt.
Jetzt sind die Polizisten bestimmt ganz doll stolz auf ihre heldenhaften Taten. (mobo)