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Die Hintertür-Aktion beim Smokeout

Die aktuelle Diskussion, die Steffen Geyer angestoßen hat, zeigt es mal wieder. Die Hintertür-Problematik ist die faule Stelle des niederländischen Duldungsmodells. Einfallsreich wie immer, hat sich Nol van Schaik gedacht, er trägt die Hintertür zur Vordertür hinaus. Auf dem Smokeout wurde die Hintertür sogar eingeschlagen. Bisher gab es noch kein Videomaterial zu dieser Aktion. Heute ist es von JDTV und Coffeeshopnieuws veröffentlicht worden.

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Ein Videogruß an Euch

Ich mache hier gar keine großen Worte. Schaut‘s Euch an…

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Kein Wietpas! auf dem 420 Smokeout in Amsterdam

Morgen geht es zurück und dann folgt eine ausführliche Berichterstattung. Hier erst einmal meine kleine Ansprache, die ich ziemlich zum Anfang des 420 Smokeouts gehalten habe. Nun ist kein Wietpas auch im Herzen der Niederlande bekannt. Das ganze Team grüßt alle Leser ganz herzlich aus dem wunderschönen Amsterdam und ist bald wieder für Euch da.

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Maastricht: Rahmenprogramm und letzte Neuigkeiten zur Demo

Nachdem wir hier das 420 Smokeout in Amsterdam so ausführlich gepusht haben, bat mich mobo doch kurz vor der Demo in Maastricht am Samstag noch einen Artikel dazu zu schreiben. Da erst gestern auf der Facebook-Seite zur Demo das Rahmenprogramm veröffentlicht wurde, und ich auch persönlichen Kontakt zu einem der Organisatoren bekommen habe und selbst dort reden werde, lohnt sich ein kurzes Update zur Demo.

Anonymous steht auf unserer Seite

Anonymous steht auf unserer Seite

Wie die Stammleserschaft von kein Wietpas! weiß, ist mir Maastricht seit Beginn ein besonderes Anliegen, da ich dort 17 Jahre lang Stammkunde war und Maastricht als eine Art zweite Heimat betrachte, wo ich mich ebenso gut auskenne, wie in meiner Heimatstadt Aachen. Aber auch ganz abgesehen von solch persönlichen Gewichtungen ist Maastricht von Beginn an eine Schlüsselstadt gewesen. Von hier aus nahm das Übel seinen Lauf. War die Stadt schon vor dem Wietpas streng (Ausweise einscannen) und teuer, brachen die gewachsenen Strukturen mit Einführung des Wietpas völlig zusammen und hinterließen das heutige Chaos. Auch im Hinblick auf die Zukunft ist Maastricht wieder ein Ort, der Weichen stellen könnte. Die Prozeßfarce um Marc Josemans, die nun zum 3. Mal verschoben wurde.. Oder war es das Vierte? Die Empfehlung an Opstelten und die Vorreiterrolle von Maastricht innerhalb Limburgs machen die Stadt eindeutig zur Frontstadt Nr. 1.

Gestern nun wurde das Rahmenprogramm veröffentlicht, dass ich hier ein wenig besser gegliedert und übersetzt wiedergebe:

12:00 – 12:30: Aktivisten die die Organisatoren treffen möchten um eventuell zu helfen Flyer zu verteilen oder sich für eine Rede melden möchten, sollten um 12 Uhr am Bahnhof (Station Maastricht) sein.

12:30 – ca. 12:50: setzen sich diejenigen, die sich am Bahnhof getroffen haben in Bewegung über die alte Brücke vorbei an den Booten zum Markt.

Am Maastrichter Markt gibt e seine Statue: Ein Mann mit einer Fackel (die wirklich mit Gas brennt) – das ist der offizielle Sammelpunkt. Dort kommen wir um ca. 13 Uhr an.

13:00 – 14:00: Beim Mann mit der Fackel werden Flugblätter an die Passanten verteilt und wir machen die Öffentlichkeit auf verschiedene Weisen aufmerksam: Flaggen, Symbole und Megaphone. Kein Wietpas hat leider noch keine Flagge, aber bald Poster.

14:00 – 15:00: Redner erzählen ihre Geschichten. Sehr wichtige Informationen sowie interessante, wahre Geschichten und kein theoretischer Mist. Wir nehmen Euch mit auf eine Reise… warum Cannabis legalisiert werden sollte. Wir sind gegen Diskriminierung. Wir sind gegen die Cannabispolitik der Niederlande.

15:00 -15:15: Wir setzen die Reise gemeinsam fort… mit einem friedlichen Marsch vom Markt zum Vrijthof.

15:15 – 17:00: Am Vrijthof gibt es weitere Reden und Aktionen. Hoffentlich sind auch Musiker dort. Zum Ausklang der Demo ist noch Zeit zum gemeinsamen chillen und zum Austausch. Das wichtigste ist gegenseitiger Respekt.

Eine wichtige Regel ist, Flaggen nicht an dicken Stöcken mitzuführen. Darauf wird ausdrücklich hingewiesen.

Anonymous wird alles filmen und es wird ein klares Statement abgegeben.

Gestern Nacht habe ich mit einem der Organisatoren von Anonymous gechattet und mich dazu bereit erklärt, als persönlich Betroffener und auch im Namen von kein Wietpas! sowohl am Markt wie am Vrijthof 15 Minuten zu sprechen. Es sind Referenten aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien vertreten. Sie suchten noch kompetente Leute aus Deutschland. Die Redner sollen (wohl wegen dem gemischten Publikum) alle in ihren Landessprachen sprechen. Nol van Schaik wird wohl ebenfalls dort sein.

Wem es möglich ist, sollte zu dieser Demo kommen, deren Wichtigkeit ich nicht genug betonen kann. Sie ist mehr als nur ein Vorglühen für das #Ams 420 am nächsten Wochenende.

In eigener Sache möchte ich noch erwähnen, dass ich meine kein Wietpas! T-Shirts immer noch nicht zugesandt bekam. Daher bin ich morgen in Zivil dort – was für die Rede nicht optimal ist. Sollte ein kein Wietpas Leser bereits ein oder mehrere Shirts haben und heute nach Maastricht kommen, wäre es toll, wenn mir für die Rede (die ja auch gefilmt wird) ein Shirt geliehen wird

Maastricht: Treffen zur Drogenverordnung beschlossen

Die Maastrichter Viertelvertretungen beraten am Dienstag hinter verschlossenen Türen mit Bürgemeister Onno Hoes (VVD) und dem Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten über den sog. Drugsmeldpunt (Drogenmeldepunkt) und das Projekt Frontière.

Wie die Zeitung „De Limburger“ heute meldet, werden die Gäste der Sitzung am kommenden Dienstag über die Ergebnisse des Doenteams der Polizei (Doen = Drugsoverlast effe niet) und des Projekts Frontière, einem lokalen Projekt zur Bekämpfung von Drogenkriminalität und Belästigung durch drogenbezogene Handlungen, informiert. Das Treffen findet im Vorfeld der Beratungen des Ausschusses für allgemeine Angelegenheiten am 17. April statt wo über weitere Schritte bezüglich des Drogenthemas gesprochen wird. Hoes Sprecher sagt, dass die Zusammenkunft vor allem dazu gedacht ist, Fakten von den Anwohnern zu erfahren. „Diese Fakten benötigend wir auch dringend für unseren Brief an den Minister in dem wir mitteilen, ob wir weiterhin Ausländer aus Coffeeshops fernhalten. Das ist also eine vorbereitende Versammlung.“

Es bleibt zu hoffen, dass in den Nachbarschaftsvertretungen ein realistisches Bild zum Ausdruck kommt und dort nicht nur Anhänger von Hoes Weg der Diskriminierung von europäischen Nachbarn sitzen. Die Umfrage der D66 vom vergangenen Herbst und der daraufhin gefasste Antrag einer Mehrheit des Stadtrates zur Wiederzulassung von Ausländern in den Coffeeshops der Stadt lässt wenigstens etwas hoffen. Die sture Haltung von Bürgermeister Hoes ist ja bekannt. Der April wird in Maastricht jedenfalls ein heißer Monat. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal an die Demonstration am nächsten Samstag in Maastricht erinnern. Nun gibt es, neben dem Marc-Josemans-Prozess, einen weiteren guten Grund zur Teilnahme an der Demo am 13. April – denn wenn der Ausschuss für allgemeine Angelegenheiten am 17. April beschließt, ob er dem Minister (Opstelten) mitteilt dass Ausländer in Maastricht weiter draußen bleiben, sollten diese sich den Maastrichtern doch eine Woche vorher noch einmal deutlich ins Gedächtnis rufen.

Aussage vom Coffeeshop „The Edge“, Enschede

Am Wochenende war ich mal wieder in unserem liberalem Nachbarland, habe dort die Gastfreundschaft genossen und war auch in einem Coffeeshop. Ich habe dort ein wenig Geld gelassen, genauso wie in einigen anderen Geschäften. Aber so sind sie halt, die bösen Drogentouristen. Wie können die es nur wagen, dem niederländischen Fiskus einen Beitrag beizusteuern und auch noch durch Völkerverständigung etwas für ein vereintes Europa zu tun?

Aber ich will jetzt nicht dem Zynismus verfallen. Ich habe mich mit dem (äusserst freundlichen) Besitzer des Coffeeshops „The Edge“ unterhalten und ihm zu der Meinung des Wietpas gefragt. Es schwer zu überhören, dass es ernsthafte Sorgen um seine Existenz machte. Kurz und knapp sagte er mir: „Wenn der Wietpas hier auch eingeführt wird, kann ich meinen Laden schliessen.“

Abgesehen davon hätte er (selbst Ausländer!!!) moralische Bedenken, seine Kunden nach deren Nationalität bzw. Wohnort aufzuteilen in erwünschte und nicht erwünschte Kunden.

Ich würde mich auch dafür schämen.