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Da ist jemand sauer!

Das ist er auch vollkommen zu Recht, wie ich finde.

Hakim Elfassih  ist Eigentümer des Bekleidungsgeschäfts Antony Morato im Mosae Forum in Maastricht. Wie bereits in Antonio Peris Kurznachrichten #2 erwähnt, hat er einen offenen Brief geschrieben, in dem er sich mit der Situation in Maastricht und mit dem Verhalten von Onno Hoes beschäftigt. Dieser Brief wurde bei coffeeshopnieuws.nl veröffentlicht.

Da man es meiner Meinung nach nicht besser ausdrücken kann, habe ich eine freie Übersetzung des kompletten Briefs angefertigt. Bitte beachtet beim Lesen also, dass dies nicht zu 100% die Worte von Herrn Hakim sind. Ich hoffe jedoch den Inhalt so gut es geht wiedergegeben zu haben.

Meine Damen und Herren, guten Abend, ich bin Hakim Elfassih, Eigentümer von Antony Morato in Mosae Forum in Maastricht, und ich bin wütend!

Haben Sie sich am 1. Mai auch wieder über hunderte von ausländischen Drogentouristen in der Stadt geärgert? Nein, ich nicht! Das worüber ich mich am 1. Mai geärgert habe sind die Dutzend Drogenhändler in der Stadt. Aber das ärgert mich mittlerweile mehr als ein ganzes Jahr!
Auf was Sie es abgesehen haben sind wahrscheinlich die Touristen ,die am sommerlichen 5. Mai kamen. Aber worüber haben Sie sich denn eigentlich geärgert?
Fanden Sie es ärgerlich, dass es angenehm in der Stadt war?
Fanden Sie es ärgerlich, dass Unternehmer in der Innenstadt zum ersten Mal seit langer Zeit einen guten Umsatz gemacht haben?

Fanden Sie es ärgerlich, dass wieder Geld durch Parkgebühren in die Stadtkasse kam?
Fanden Sie es ärgerlich, dass der Tag ohne Zwischenfälle und Ärgernis abgelaufen ist?
Fanden Sie es ärgerlich, dass die Bürger, Touristen, Geschäftsleute und sogar die Polizei der Presse gesagt haben, dass es ein Top-Tag war?
Oder fanden Sie einfach nur ärgerlich, dass kaum Drogenhändler in Sicht waren, und die wenigen, die da waren, nur rumstanden und zusahen?
Ich glaube, Sie haben sich vor allem an der Tatsache gestört, dass am Sonntag und am drauf folgende Montag erwiesen wurde, dass es doch geht, und dass das I-Kriterium mehr Schaden als Nutzen bringt!

Und aus Angst, dass bewiesen ist, dass Sie es falsch gemacht haben, wird dann eine Pressemitteilung geschrieben, die voller Lügen ist. Aus neuesten Forschungen soll sich ergeben haben, dass das I-Kriterium eine große Verringerung der Overlast bewirkt hat? Ich frage mich daher, um was für eine Overlast es Ihnen dann geht?
Der Parkdruck hat sich reduziert oder vielleicht ein paar Leute die in Hauseingänge uriniert haben.
Aber welche Art von Schwierigkeiten haben wir dafür bekommen?
Unsere Stadt wird mittlerweile in den ganzen Niederlanden als „Mexiko an der Maas“ bezeichnet, eher eine schlechte Sache wenn man als Kulturhauptstadt 2018 kandidiert.
Kämpfe und Gefahren sind immer an der Tagesordnung, kürzlich eine Schießerrei in Eijsden. Ein Coffeeshopinhaber wird mit einem Messer bedroht und erpresst, ein französischer Tourist versucht mit quietschenden Reifen auf dem Bürgersteig zu entkommen weil er von Drugrunnern verfolgt wird.
Und dann bekommen wir die Reaktion von Frau Kitty Nuyts bei Maastricht Dichtbij!
Ich wollte eigentlich nicht unhöflich sein aber wer sind Sie eigentlich?
Die Drogenhändler sind zurück bei den Coffeeshops?
Frau Kitty, die waren nie wirklich weg! Sind Sie so taub für alle Signale aus der Stadt und den Vororten? Glauben Sie mittlerweile wirklich Ihre eigenen Lügen?
Vielleicht sollten Sie, wenn Sie das nächste Mal durch die Stadt radeln, Ihre große rosarote Brille absetzen und sehen, was ist in der Stadt wirklich los!
Meine Frau arbeitet seit Januar nicht mehr im Laden, weil sie hochschwanger durch Drogendealer bedroht wurde! Das war im Januar, Frau Kitty!

Und dann wird gesagt, dass das I-Kriterium Regierungspolitik ist und es ausgeführt werden muss, egal ob man damit einverstanden ist oder nicht!
Wie kann es dann sein, dass Maastricht fast die einzige Stadt in den Niederlanden ist, die diese Politik mit allen Konsequenzen umsetzt? Wie kann es sein, dass das dem Urteil der Richter nicht Folge geleistet wird?

Wie kann es sein, dass die Wünsche der Mehrheit des Gemeinderates von Mal zu Mal ignoriert werden? Und wie kann es sein, dass wir seit mehr als einem Jahr darum bitten, mit mehr Polizei und härtere Maßnahmen gegen die Overlast vorzugehen, und immer wird gesagt, dass dafür kein Geld da sei?
Aber es ist wohl Geld da, um als Machdemonstration mit 20 Mann unter dem Jubel dutzender Drugrunner in einem Coffeshop einzumarschieren?

Ist es das, was unsere rechten und vermeintlich liberalen Parteien durchführen möchten?
Es ist eine große Schande! Und das ist für die Menschen in unserer Stadt nicht mehr zu erklären!

Ich höre Signale von Menschen die eine Nachbarschaftswache aufstellen wollen, eine Art Schlägertruppe die unsere Straßen wieder sauber halten soll. Demonstrationen und Protestaktionen sind bereits im Entstehen. Maastricht ist dabei zu explodieren, Maastricht hat genug!
Ich könnte hier immer noch tausende von Unterschriften vorlegen aber die werden sowieso keine Aufmerksamkeit mehr bekommen.

Und dann richte ich mich letztendlich direkt an Herrn Hoes.
Die Facebook-Seite „Onno Hoes muss als Bürgermeister von Maastricht zurücktreten, steht jetzt bei fast 4200 Mitgliedern. Die Petition, die von den Bürgern unterzeichnet wurde steht nun bei fast 2200 Unterschriften! Und auf der Facebook-Seite der PvdA, die seit einer Woche offen ist, sind nun ungefähr 1750 Personen registriert.

Ich möchte allen sagen: Lassen Sie die Sache nicht aus dem Ruder laufen.
Geben Sie Ihre Fehler zu, und kommen Sie mit einer guten Politik. Das ist politische Verantwortung!

Ein Bürgermeister, der im Urlaub ist während die Bombe explodiert. Ein stellvertretender Bürgermeister, der sich selbst und die Stadt beim nationalen Radio und Fernsehen zum Gespött macht. Unsere sogenannten rechtsliberalen Parteien im Rat kommen mit Lügen und Unsinn um es ihnen gleich zu tun!

Liebe Leute, in der Gemeinde Meerssen war die Rede von einer Seifenoper, aber trösten Sie sich: In der Gemeinde Maastricht haben wir die Muppet-Show!

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Geteilte Meinungen in Venlo

Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich die Sichtweisen der Bürger und der Politik sein können.

Erst gestern wurde hier im Blog über das Treffen der acht Limburger Bürgermeister der „Coffeeshopgemeinden“ berichtet. Mit großem Unverstädnis musste auch ich feststellen, dass sich Bürgermeister offenbar dafür ausgesprochen haben weiterhin am I-Kriterium festzuhalten. Zu den Begründungen für diesen meiner Meinung nach verhängnisvollen Schritt gehören ein angeblicher Rückgang der Overlast in den Gemeinden und die Abwesenheit der ausländischen Coffeeshop Besucher.

Allerdings berichtet der Lokalsender Omroep Venlo heute auf seiner Internetplattform über Ereignisse die einen im Bezug auf die Aussagen der Bürgermeister sehr stutzig machen können. Bei dem gestrigen Informationsabend in Venlo haben anscheinend einige Einwohner besonders aus Venlo Süd ihren Unmut über die aktuelle Situation deutlich gemacht. Sie fühlen sich bedroht und beklagen eine mangelnde Initiative seitens der Polizei.

Dies ist natürlich sehr merkwürdig da die Overlast doch angeblich stark zurückgegangen sein soll.

In Venlo Süd liegen die beiden Coffeeshops Huzur und Nobodys Place. Peter Schneider ist Besitzer des Nobodys und hat laut Omroep Venlo nun eine Anfrage an die Gemeinde gestellt um zumindest an Deutsche aus NRW verkaufen zu dürfen. Er ist der Meinung, dass sich die Overlast nur dadurch effektiv bekämpfen lassen kann. Dazu hat er außerdem einen Umzug an den Nijmeegseweg angeboten um einer eventuellen Overlast durch die Anreisenden entgegen zu wirken.

Dieses Angebot ist in seinem Umfang sehr interessant da Herr Schneider wohl ohne Grund kaum einen kostspieligen Umzug anbieten würde. Denn man muss sich bewusst machen, dass viele seiner Kunden nicht für den Eigenbedarf kaufen sondern mit ihren Einkäufen die vielen noch immer anreisenden Deutschen versorgen. Natürlich dürfte sein Umsatz etwas gesunken sein aber die deutschen Kunden sind eben doch nicht vollständig verschwunden. Die Mehrheit der Straßendealer dürfte sich nicht mit den niederländischen Kunden befassen denn diese haben eher wenige Gründe sich auf ein Risiko einzulassen und können direkt ohne Preisaufschlag im Coffeeshops kaufen. Alternativ lassen sich auch einige Niederländer jetzt von diskreten Wiettaxis versorgen. Diese fallen aber eher nicht so stark auf.

Daher liegt die Vermutung nahe, dass entgegen der offiziellen Angaben doch noch weiterhin eine starke Overlast herrscht und auch noch genug ausländische Kunden anreisen um sich einzudecken. Im Bezug auf den Antrag des Nododys Place lässt sich natürlich noch ein finanzielles Interesse vermuten. Bei den Anwohnern dürfte dies allerdings eher unwahrscheinlich sein!

Ratssitzung Doetinchem Ende des I-Kriteriums

Der Gemeinderat von Doetinchem in der Provinz Gelderland hat laut dem Videomitschnitt der Sitzung am 28.02.2012 sein Coffeeshopbeleid beschlossen.

Also die Regeln wie sie in Zukunf mit den geduldeten Coffeeshops umgehen wollen und wie die entsprechende Politik dazu aussehen wird.

Dabei wurde zum Beispiel festgelegt, dass die Anzahl der in der Gemeinde geduldeten Coffeeshops auf drei festgelegt wird. Diese sollen als Gastronomiebetrieb gesehen werden. Ebenso wurde beschlossen, dass diese nicht direkt in Wohngebieten liegen dürfen. Allerdings im Stadtzentrum oder reinen Gewerbegebieten. Der Mindestabstand zu Schulen liegt mit 250 Metern beim gesetzlichen Mininum.

Der wichtigste Beschluss ist aber der zur Handhabung des I-Kriteriums. In Doetinchem will man dieses Kriterium verfallen lassen. Jeder der mit einen gültigen Identitätsnachweis seine Volljährigkeit beweist wird Zugang zu den Coffeeshops haben. Allerdings war es mir nicht ganz klar wann diese Regelung genau in Kraft tritt.

Daher ist noch unklar ob Doetinchem schon offen ist oder aber sehr bald sein wird. Es wird versucht dies möglichst schnell zu klären.

Ansonsten dürfen wir uns allgemein freuen, dass sich eine weitere Gemeinde gegen Ivo Opsteltens problematisches I-Kriterium stellt. Es bleibt zu hoffen, dass sich weitere anschließen werden.

Overlast in Venray

Hans Gilissen ist der Bürgermeister von Venray und er hat ein Problem. Nach seiner Aussage haben sich die Meldungen über drogenbezogene Belästigungen stark vermehrt. Das berichteten heute sowohl die Zeitung De Limburger als auch der Radiosender BNR.

In den letzten vier Jahren soll sich die sogenannte „Overlast“ versechsfacht haben. Dabei ließe sich im Jahr 2012 sogar eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2011 feststellen.

In Frühjahr 2012 wurde der Wietpas eingeführt und bei ihm sieht Hans Gilissen auch das Problem.

„Auffällig ist, dass wir seit der Einführung einen enormen Anstieg der Zahl der Meldungen sehen. Wir reden dabei über sichtbare Transaktionen auf der Straße.“

Seine Behauptung kann er jetzt durch die mittlerweile ermittelten Zahlen aus 2012 untermauern. Daher macht er seinen Unmut auch erneut bei Ivo Opsteltens  Ministerium für Sicherheit und Justiz deutlich .

„Wir haben uns bereits früher beim Ministerium gemeldet  aber dies blieb ohne Ergebnisse. Jetzt haben wir Zahlen welche ein heftiges Bild  zeigen. In vier Jahren gab es eine sechsfache Erhöhung der Anzahl der Meldungen. Letztes Jahr wurde dann der Wietpas eingeführt. Danach verdreifachte sich Anzahl der Meldungen noch mal. Dies ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung. „

Seiner Meinung nach sei dieses Problem trotz zusätzlicher Maßnahmen und polizeilichen Kapazitäten nur schwer zu bekämpfen. Der Handel an sich sei dabei nicht das größte Problem sondern die Gewaltdelikte die sich in seinem Umfeld ereignen können. Allerdings könne man anhand der nackten Zahlen nur schwierig feststellen ob eine Zunahme der Gewalt in der Region auch direkt mit dem Wietpas und der Overlast zusammenhängt. Die Zahl der gemeldeten Vorgänge wie Straßendeals sei aber eindeutig gestiegen.

Ob man in  anderen Gemeinden in Limburg wie Maastricht oder Venlo die gleiche Problematik hat könne er nicht genau sagen. Allerdings könne Gilissen  sich vorstellen, dass man die Situation dort auch insgesamt anders betrachtet da der Drogentourismus dort eine größere Rolle spielt. Dieser sei seit dem Wietpas etwas zurückgegangen.

In Venray habe man aber zwei Coffeeshops die gut miteinander auskommen und nicht viel Ärger machen würden. Seit einem Jahr, also seit dem Wietpas, seien die Probleme aber explodiert. Im Interrview mit BNR deutete Gilissen an, dass es ihm nicht um Schuldzuweisungen gehe. Man müsse  aber anhand der ermittelten Erkenntnisse nun etwas unternehmenn. Man sollte  als Regierung geschlossen vorgehen und erkennen können, dass man an manchen Orten nicht das erreicht hat was man wollte.

Spiegel Online über Coffeeshops

Heute wurde bei Spiegel Online ein Artikel veröffentlich welcher sich mit den Coffeeshops der Niederlande beschäftigt. Dabei wird auch erwähnt, dass die Niederlande beim Drogenkonsum besser da stehen als wir mit unserer repressiven Prohibitionspolitik von vorgestern. Der Wietpas ist auch kurz ein Thema. Autor des Artikels ist Benjamin Dürr der anscheinend für SPON in den Niederlanden unterwegs ist. Er hat also wohlmöglich eine etwas klarere und direktere Sicht der Dinge. Einen Twitteraccount hat er auch https://twitter.com/benjaminduerr

Hier aber erst mal der Link zum Artikel

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/cannabiskonsum-suchtberatung-im-coffeeshop-in-den-niederlanden-a-879382.html

Ich kann nur raten mal im Forum vorbeizuschauen (unter dem Artikel ist ein Direktlink) und da ein paar Gedanken niederzuschreiben. Die meisten Leser hier dürften sich ja mit der Coffeeshop Kultur weit besser auskennen als der Großteil der üblichen Forenschreiber! Es kann jedenfalls nicht schaden. Je mehr Menschen von einer erfolgreichen aber liberalen Cannabispolitik erfahren, desto besser stehen wir mit unseren Anliegen da. Außerdem kann man auch gar nicht oft genug auf die leider gescheiterte Abstimmung im Bundestag hinweisen. In diesem Zusammenhang sollte man aufzeigen wie rückständig viele Politiker in Deutschland noch sind. Denn die Niederlande zeigen ja wie man es besser machen kann. Auch wenn deren Politik ebenfalls nicht wirklich perfekt ist.

 

 

Wietpas sorgt wohl für schnellen Anstieg von drogenbezogenen Vorfällen in Venlo

Auf www.thepostonline.nl ist heute ein Bericht über eine offizielle Anfrage bei der Polizei Limburg Nord erschienen.

Thepostonline hatte nach Informationen über Verhaftungen und Geldstrafen aufgrund von Drogenproblemen, Drogenbesitz und Drogenhandel, in den Jahren 2010, 2011 und 2012 gefragt.  Nach immerhin vier Wochen hat man es dann geschafft dieser Anfrage nachzukommen. Eigentlich wollte man diese Anfrage ja auf Maastricht beziehen. Allerdings setzt die niederländische Polizei zwar anscheinend noch stark auf moderne Kommunikationsmittel wie Faxgeräte, stellt aber auf ihrer Website leider keine Faxnummer zur Verfügung.Daher ging die Anfrage also nach Nord Limburg und bezog sich auf Venlo und Umgebung. Die Tabelle die die Polizei auf die Anfrage schickte ist hier zu sehen.

Dort ist zu erkennen, dass die Anzahl der Vorfälle durch „Drugoverlast“ im Jahr 2011 noch bei 950 lag und mit dem Wietpas dann 2012 auf 1544 angestiegen ist.
Vorfälle die mit dem Besitz von Softdrugs zu tun hatten gab es laut der Polizei 190 mal im Jahr 2011. Im Jahr 2012 gab es es davon schon 318.
Den illegalen Straßenhandel betreffende Vorfälle haben sich sogar mehr als verdreifacht. Während 2011 noch ca. 94 Fälle dieser Art registriert wurden, waren es 2012 schon 334.

Hier handelt es sich also nicht um Spekulationen und Vermutungen sondern um nackte Zahlen die die Polizei selbst erfasst hat. Die Dunkelziffer dürfte noch enorm sein. Thepostonline tritt also offene Türen ein und es wird nur mal wieder das deutlich was eigentlich jeder weiß der sich mit der Sache beschäftigt. Der Wietpas hat eher noch alles schlimmer gemacht. Im Artikel kommt man auch zu dem Schluss, dass der Wietpas mit seinem Clubsystem zwar Vergangenheit sei aber das eigentliche Übel durch das I-Kriterium weiterhin vorhanden wäre. Es wird auch die Frage gestellt wieso Minister Opstelten seine neuen Regeln weiterhin als Erfolg verkauft, wenn eigentlich jeder Bürger innerhalb weniger Wochen an Zahlen kommt die das Gegenteil beweisen.
Die Fraktion GroenLinks will nun deswegen auch noch eine Kamervraag stellen. Das ist eine offzielle Anfrage an ein Mitglied der ersten oder zweiten Kammer. Diese werden in der Regel auch veröffentlicht.

Jetzt geht es daran den weiteren Verlauf der Situation zu beobachten.  Denn der Bürgermeister von Venlo Martin Camp (VVD) hatte bereits vor einigen Monaten in einem offenen Brief angekündigt, dass es ihm hauptsächlich um eine Redzierung der Overlast ginge. Wenn dies erreicht werden könnte indem man auch wieder Ausländer in die Coffeeshops lässt, dann würde man auch zu dieser Maßnahme greifen. Bis dahin will man es aber erst mal so wie bisher verfahren.

Offener Brief des Bürgermeisters an den Gemeinderat von Venlo

Ich habe mir etwas Zeit genommen und mir den hier teilweise schon zitierten Brief des Bürgermeisters von Venlo vorgenommen. Der ein oder andere dürfte sich schon Gedanken über den Inhalt gemacht haben. Allerdings ist das hier keine Übersetzung sondern eher eine freie Wiedergabe des Inhalts. Eventuelle Fehler bitte ich zu entschuldigen, denn Niederländisch ist nicht meine Muttersprache.

Martin Camp (VVD) hat am letzten Freitag einen offenen Brief an den Gemeinderat von Venlo geschrieben und seine Pläne für die Zukunft verkündet. Diesen Brief könnt ihr hier finden.

Zunächst freut er sich, dass man mit der Idee des Wietpas wieder zurückrudert und durch lokale Anpassungen eine Möglichkeit schafft um den entstandenen Schaden zu beheben. Die Größte Sorgen bereiten der VVD die Auswirkungen des Straßenhandels. Daher soll eine der obersten Priorität auch die Bekämpfung seiner Auswirkungen sein.

Für Camps Partei ist es wichtig so schnell wie möglich mit der Gestaltung einer komplett neuen Drogenpolitik für Venlo zu beginnen. Dabei sollen alle Regelungen genau auf die Situation in Venlo zugeschnitten werden. Der Bürgermeister spricht sich ausdrücklich dafür aus, auf keinen Fall einfach dem Modell anderer Gemeinden in Limburg folgen zu wollen. Dies würde zu lange dauern und nicht zu den Möglichkeiten von Venlo passen. (Ob er da etwa zufällig an Maastricht denkt?)

Die VVD Venlo ist außerdem sicher, dass man innerhalb kurzer Zeit in der Lage wäre um die Regierung auch von einem Rückbau der „destruktiven“  bisherigen Drogenpolitik zu überzeugen. Dies soll die Möglichkeit schaffen um richtige Lösungen zu schaffen die den Gebrauch von Cannabis in den Niederlanden endlich richtig entkriminalisieren. Auf konkrete Anweisungen aus den Haag möchte man nicht erst warten und selbst die Initiative ergreifen.

Der wichtigste Punkt sei laut Camp die Bekämpfung von Drogenkonsum an Schulen. Diese könne am besten durch Prävention bekämpft werden. (Na da hat es scheinbar mal jemand verstanden!) Allerdings soll es hier um jede Form von Drogenkonsum gehen. Man will sich nicht nur auf Cannabis beschränken. Dafür soll ein Team aus Schulpersonal, Polizei, Jugendamt und sonstigen Instanzen gebildet werden. Außerdem soll es für Schüler einfacher werden Drogenhandel zu melden. Die sozialen Netzwerke könnten dabei helfen.

Der zweitwichtigste Punkt ist es zu vermeiden, dass sich die Bürger aus der Region bei illegalen Straßenhändlern eindecken müssen. Immerhin betrifft das laut dem Bürgermeister regelmäßig 3% der Bevölkerung. Daher müsse alles versucht werden um die Kunden nicht von geduldeten Coffeeshops abzuhalten. Die Coffeeshops sollen dabei helfen und sich mit der Gemeinde beraten wie dies am besten realisiert werden könne. Die Zugangskarte ohne zentrale Registrierung die es früher gab könnte da eine Möglichkeit sein.

Martin Camp stellt außerdem noch einmal ganz eindeutig klar, dass nicht der Konsum von Cannabis bekämpft werden soll sondern die Illegalität und die damit verbundene Kriminalität. Sollten die Maßnahmen es erfordern auch wieder deutsche Kunden zu bedienen um die jetzige Situation zu verbessern, dann soll dies auch möglich sein. Die VVD Venlo sieht zum Beispiel mit der Schaffung von neuen Shops in Grenznähe eine Möglichkeit. Das Wohlbefinden und die Sicherheit der Bürger seien wichtiger als nicht mehr an Ausländer zu verkaufen.

„Het welzijn en de veiligheid van onze eigen burgers zijn belangrijker dan de moraliteit over het verkopen van drugs aan het buitenland.“

Anschließend geht es in dem Brief um weitere nötige Maßnahmen. Man sähe zwar ein Potential um mit den neuen Vorsätzen die Probleme beim Verkauf zu lösen aber nicht die die bei der Produktion und dem Vertrieb an die Shops entstehen. Die relativ harmlose Selbstversorgung durch eigenen Anbau sei praktisch verschwunden und durch die Versorgung über kriminelle Strukturen ersetzt worden. Dies habe viele negative Auswirkungen auf die Gesellschaft. Daher findet die VVD Venlo, dass die Produktion von Cannabisprodukten aus der Illegalität geholt werden muss. Die Entkriminalisierung sollte dabei in gut geplanten Schritten ablaufen, auch wenn die Politik auf höherer Ebene wenig Raum dafür lässt.

Um diese ganzen guten Vorsätze zu realisieren, wird vorgeschlagen eine Art Projekt zu starten. Mit dem Projekt Hektor hatte die Stadt Venlo ja bereits viele gute Erfahrungen gesammelt.

Zum Ende fordert Camp noch alle Fraktionen auf sich den Brief von Minister Opstelten und die Gestaltung einer neuen Drogenpolitik auf die Tagesordnung zu setzen.

Ich muss ehrlich sagen, mit dieser Einstellung stehen Martin Camp und der Rest der VVD Venlo sehr gut da. Hier scheint tatsächlich die Lösung von Problemen wichtig zu sein. Daher bin ich echt gespannt was dort noch passiert und hoffe, dass Nol van Schaik mit seinen Aussagen am Ende recht hat.

Situation in Venlo

Wie ich es bereits gestern angekündigt habe, war ich heute in Venlo und habe dort beim Nobodys Place gefragt wie es momentan aussieht.

Nachdem Nol van Schaik in seiner Dankesrede beim Cannabis Cup und in den Kommentaren zum dazu passenden Artikel verkündet hatte, dass auch in Venlo Ausländer wieder in die Shops dürfen, wollte ich natürlich gerne wissen wie es damit steht. Viele Leser hatten sich ja gefragt woher die Information kommt und wie sicher sie ist. Leider muss ich sagen, dass sich auch meine Vermutungen komplett bestätigt haben. Momentan weiß man auch in Venlo nicht wie es weiter geht aber man kann sich so ziemlich alles vorstellen. Zur Zeit dürfen Ausländer aber definitiv nicht bedient werden. Ob das so bleiben wird ist weiterhin offen. Die Situation ist also genau so chaotisch wie bisher. Bei den verbleibenden Angestellten bleibt auch nach eigener Aussage immer noch die Angst vor der endgültigen Schließung.

Bevor sich jetzt jemand aufregt, Nol van Schaik hat seine Aussage sicher nur gut gemeint und sich nach seinen Informationen gerichtet. An dieser Stelle übrigens noch mal herzlichen Glückwunsch zur seiner Platzierung beim Cannabis Cup.

Mir wurde beimm Gespräch aber der 7.12.2012 als Termin genannt an dem man wohl mehr erfahren soll. Allerdings wurde mit auch gesagt, dass ich heute echt nicht der Einzige war der das gerne wissen wollte. Wenn es nach den Angestellten ginge, dann dürfte es aber gerne noch mehr Deutsche geben die jetzt nach Venlo kommen und mal nachfragen. Am besten auch bei der Stadt selbst. Je mehr Leute kommen die ein Interesse an den Shops zeigen und sich dabei benehmen desto besser.

Danke noch mal an die Angestellten des Nobodys Place die sich Zeit für die nette Auskunft genommen haben!

 

 

 

Doch wieder mehr „Drogentourismus“ in Maastricht ?

PowNed und andere Nachrichtenportale berichten heute über eine Email welche das Gemeinderatsmitglied Jos Gorren (CDA) in der letzten Woche an den Bürgermeister von Maastricht Onno Hoes geschickt hat.  Diese hat er allerdings auch direkt an die Presse weitergeleitet. Das begrüße ich sehr, denn so wird die Sache öffentlich und läuft nicht hinter den Rücken der Bürger ab.

In dieser Mail beschwert er sich direkt bei Hoes über die steigende Zahl von belgischen Touristen die jetzt zwar nicht mehr in die Coffeeshops können aber dafür vermehrt bei Straßendealern kaufen.

Laut Gorren nimmt die Anzahl von Autos mit belgischen Nummernschildern deren Fahrer  von immer dreister werdenden Dealern direkt in Wohngebieten versorgt werden, rasant zu. Dabei laufen mehr und mehr Deals auf Spielplätzen, Schulhöfen und anderen öffentlichen Räumen ab. Allerdings behaupten Hoes und Ivo Opstelten weiterhin, dass immer weniger Drogentouristen in die Niederlande kommen und der Wietpas zumindest in dieser Hinsicht ein Erfolg ist oder besser gesagt war.

Die Aussagen stehen sich also entgegen und es ist bis jetzt leider immer noch nicht klar ob der Strom der Drogentouristen tatsächlich so massiv abgenommen hat wie es immer behauptet wird. Auch Peter Schneider der Besitzer des Nododys Place in Venlo sagte ja schon, dass es auch jetzt noch immer genug Ausländer gibt die sich in den Niederlanden versorgen.

Das mag auf den ersten Blick erst mal unlogisch erscheinen, denn es gibt  auch hier die Möglichkeit auf dem Schwarzmarkt zu kaufen aber nicht jeder hat da entsprechende Kontakte. Viele Kunden zahlen auch etwas mehr und schicken dafür die Dealer in die Coffeeshops.

Natürlich kann niemand sagen welcher Standpunkt jetzt richtig ist aber im Prinzip hat Jos Gorren keinen Grund hier absichtlich falsche Angaben zu machen.

Opstelten und Hoes wollen dagegen sicher ihr Gesicht nicht verlieren und ihr Wietpas Projekt verteidigen.  Sie hätten  also ein Interesse den Drogentourismus kleinzureden.

Kommt der Drogentourismus also wieder nach Maastricht oder war er in Wirklichkeit niemals ganz weg? Onno Hoes wird in den nächsten Wochen direkt mit Bürgern in Kontakt treten und vielleicht wird die Situation dann klarer.

Eines ist jedoch sicher, wenn jetzt doch noch genug Ausländer nach Maastricht und in andere Städte kommen, dann wird auch das heftig umstrittene Einwohnerkriterium für Coffeeshops die Overlast eher verstärken als verringern.  Das könnte sich noch steigern wenn ab Januar 2013 auch Städte wie Nijmegen für Ausländer dicht bleiben sollten und nur Amsterdam, wenn überhaupt, für uns offen bleibt.

Uncle Sam als Vorreiter für einen geregelten Cannabis Markt ?

In den letzten Tagen war hier ja so einiges los. Die neue niederländische Regierungskoalition hat ihren Koalitionsvertragt vorgelegt und sich dort auch zu dem Wietpas geäußert. So wie es aussieht wird sich zumindest in Amsterdam nichts ändern. In anderen Städten und Gemeinden ist vieles möglich aber es ist noch alles ziemlich unklar.

Während wir uns hier mit dem Thema befassen ist aber in den USA eine gewaltige Bewegung im Gang. Der DHV berichtet auf seiner Seite über das Thema.

In Den USA wird am 6. November der neue Präsident gewählt, gleichzeitg werden aber auch in sechs Staaten Abstimmungsn zum Thema Cannabis abgehalten. Dabei kann der Bürger selbst entscheiden wie in Zukunft mit diesem Thema umgegangen werden soll. So etwas sollte es auch in unserer Demokratie geben.
In den drei Staaten Massachusetts, Arkansas und Montana geht es darum Cannabisprodukte für Patienten als Medikament zur Verfügung zu stellen. Ähnliches ist bereits seit einiger Zeit in Kalifornien möglich. Ein sehr guter Schritt in die richtige Richting wie ich finde. Denn Kalifornien hatte in den letzten Jahren eine ähnliche Stellung in den USA wie die Niederlande in Europa.

Der eigentliche Hammer ist aber, dass in Oregon, Colorado und Washington über eine kontrollierte Legalisierung für Menschen ab 21 abgestimmt wird. Wenn ich mir durchlese was in den einzelnen Staaten möglich sein soll, dann kann ich das kaum glauben. Ich musste das echt mehrmals lesen. Bei einem Erfolg in der Abstimmung wäre das einfach nur der Hammer schlechthin und es sieht gar nicht mal schlecht aus. Die Prognosen liegen in Washington momentan bei ca. 55% für die Legalisierungsbewegung!

In Washington will man den Besitz von einer Unze (ca 28,4 Gramm) für Volljährige erlauben. Anbau zum Eigenbedarf soll nur für Cannabispatienten erlaubt werden. Um die Leute auch zu versorgen sollen Anbau und Handel ebenfalls kontrolliert und legalisiert werden. Dabei ist eine Steuer von 25% auf Cannbaisprodukte vorgesehen, die teilweise in den normalen Haushalt geht und zum Teil in Präventionsmaßnahmen. Das ist für mich die beste Lösung die ich mir vorstellen kann. Es soll sogar tatsächlich endlich ein Grenzwert für denStraßenverkehr eingeführt werden. So kann kein Fahrer mehr für den Joint von vor 3 Wochen belangt werden. Das müsste ein Zeichen setzen.

In Colorado sollen Volljährige ebenfalls ca. 28 Gramm besitzen dürfen. Allerdings dürfen sie auch bis zu sechs Cannabisplfanzen anbauen wovon drei gleichzeitig bereit zur Ernte sein können. Aber auch dort sollen Anbau und Handel staatlich reguliert und besteuert werden. Dabei sollen nicht weniger als 40 Millionen Dollar an das Bildungssystem gehen.

In Oregon wird über eine staatlich geleitete Kommission abgestimmt. Diese soll den Anbau und Handel von Cannabis regulieren. Wobei das nicht für Nutzhanf gelten soll. Die Kommission wäre dafür zuständig Lizenzen für Cannabisanbau an ausgewählte Produzenten ausgeben und diese auch kontrollieren. Diese lizensierten Grower dürften dann ihre Produkte nur an die Kommission verkaufen. Diese regelt dann die weitere Abgabe und auch die Preise. Besonders toll wäre die Maßnahme, dass Cannabispatienten nur für den Preis des Anbaus bezahlen müssten. Ein Gewinn soll mit diesen Menschen nicht erzielt werden.

Also wenn man sich das mal genau überlegt dann heißt das im Grunde, dass es in drei amerikanischen Staaten bald Coffeeshops ohne Backdoorproblem geben könnte. Das sieht für mich so unglaublich gut aus, dass ich es eigentlich nicht glauben kann.

Neben den Abstimmungen auf der Ebene der Bundesstaaten wird es auch einige Abstimmungen mit lokalem Einfluss geben. So können die menschen z.B. in Detroit  über Legalisierungsinitiativen abstimmen. In San Diego werden neue Abgabgestellen für Medical Marijuana zur Wahl gestellt. Es gibt allgemein momentan sehr viele Initiativen zu diesem Thema.

Diese Bewegung empfinde ich als großartig und sie zeigt, wie viele Menschen sich mit dem Thema beschäftigen. Tamar Todd (Assistant Director for National Policy) sagte dazu: „Die schiere Menge von Initiativen, die dieses Jahr zur Wahl stehen und realisierbar sind, zeigt die Dynamik, welche die Bewegung für die Legalisierung von Cannabis hat.“
Mit dieser Sache könnten die USA tatsächlich eine Vorreiterrolle in der weltweiten Problematik der Cannabis Prohibition einnehmen. Immerhin sind die USA bis jetzt ja auch der Anführer der ganzen Sache und im sinnlosen War on Drugs ganz vorne dabei gewesen. Glücklicherweise scheint aber nicht die gesamte Gesellschaft  dahinter zu stehen. Die internationalen Verträge welche auch andere Staaten beeinflussen sind hier ja auch schon angesprochen worden. Erst Kalifornien, dann Washington, dann die ganzen USA, danach die ganze Welt. Dann müsste man auch hier nicht mehr in die wenigen Oasen gehen um dort zu kaufen und zu konsumieren.