Archiv der Kategorie: Reiseberichte

Kurzbesuch in Maastricht

Da ich mir vom aktuellen Zustand in Maastricht mal ein eigenes Bild machen wollte, habe ich gestern einen mal einen kurzen Ausflug dorthin unternommen. Um auch einen Eindruck von der aktuellen Overlast zu bekommen bin ich abends hingefahren, als die Geschäfte gerade geschlossen hatten.
Der erste Eindruck ist ein Parkdeck mit nur wenigen Autos, was für diese Zeit relativ ungewöhnlich ist. Ich habe dann einen kleinen Rundgang durch die Innenstadt gemacht, der an möglichst vielen Coffeshops vorbeiführt. Insgesamt sind recht wenige Leute unterwegs gewesen, was vielleicht auch am schlechten Wetter lag. Von Overlast also nichts zu spüren. Dafür sind relativ viele von den ‚fliegenden Händlern‘ unterwegs. Die meisten finden sich in der Nähe der geschlossenen Coffeshops und lauern dort auf potentielle Kunden. Alleine in der Straße vom Heaven 69 zum Markt, in der mehrere Coffeeshops liegen, wurde ich fünfmal angequatscht.
Der einzige Shop der dort offen war ist der Club 69. Vor der Tür stand ein Security Mann. Im Inneren alles ziemlich voll, wobei der Club 69 ja auch nicht wirklich groß ist. Nach der Passkontrolle folgt der Blick auf die Menükarte. Es gibt zwei Sorten Hash und drei Sorten Grass. Die Maximalmenge ist 5gr und die Preise liegen auf dem normalen Maastricht Niveau.
Die anderen Shops sind geschlossen, an einem hängt eine Bekanntmachung der Stadt Maastricht über die Schließung, an einem anderen eine des VOCM. Eine große Stadtkarte mit Hinweisen auf die aktuelle Lage in mehreren Sprachen. Der VOCM weist darauf hin, dass es teilweise Höchstgrenzen von 1 bzw. 3 Gramm gibt und dass man als Konsument damit rechnen muss, in eine Polizeikontrolle zu kommen. In diesem Fall wird dabei das gekaufte Cannabis beschlagnahmt. Wer dieses Risiko nicht eingehen will, soll besser auf eine andere Stadt ausweichen.
Bei diesem kleinen Besuch stellt sich mir die Frage wofür die Stadt mehr Polizisten für die Kontrolle der Shops angefordert hat. Die meisten sind eh geschlossen. Auf den Straßen habe ich insgesamt nur einen einzigen Polizeiwagen gesehen. Dafür laufen die Drugrunner ungestört durch die Straßen und betreiben ihre Geschäfte. Leider ein eher trauriger Eindruck von einer wirklichen schönen Stadt.

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Gastbeitrag: Reisebericht #AMS420

Blogger versuchen stets alle davon zu überzeugen, selbst zu bloggen. Seine Gedanken, Informationen und Probleme mit anderen zu teilen bringt uns Gesellschaftlich nach vorne. Und nachdem mein guter Freund Manuel mich davon überzeugt hat, auf eine Ausnahmegenehmigung hinzuarbeiten, hab ich ihn davon überzeugt, auch zu bloggen. Stolz darf ich auch verkündigen, dass der geniale Name seines Blogs, „Ausnahmemedizin“ auf meinen Mist gewachsen ist. Als Cannabispatient hat er viel zu erzählen und ich freue mich auf seine Beiträge. Belohnt ihn bitte mit ähnlichen Besucherzahlen wie mich! Sein Gastbeitrag (hier auch in seinem Blog) gibt seine Erfahrungen auf dem SmokeOut im April wieder. Bevor alle gleich meckern: Er darf unter dem Einfluss von Cannabis Auto fahren und hat dies auch schriftlich bestätigt.

Am 20.04.2013 war es so weit: Ich habe mich mit der Truppe von „Kein Wietpas!“ und ein paar anderen Leuten aus der deutschen Aktivistenszene in Amsterdam zum Smoke Out getroffen, um gemeinsam mit Ihnen gegen den Wietpas bzw. die niederländische Drogenpolitik zu demonstrieren.

Und dabei stand ein Tag vor diesem Event noch nicht einmal fest, ob ich überhaupt nach Amsterdam komme, da meine Partnerin ausgerechnet an diesem Samstag arbeiten musste, was nur alle zwei Monate einmal vorkommt. Ich habe sie dann an diesem Morgen zur Arbeit gebracht, danach habe ich unseren Hund bei Ihrer Mutter abgeliefert und dann konnte die Reise losgehen. Meine Partnerin ist nach der Arbeit von Ihrer Mutter abgeholt worden, sodass ich nicht auf die Zeit achten musste und den Tag entspannt angehen konnte.

Vor der Fahrt habe ich noch einmal meine Medizin eingenommen und eine Dosis (in Form eines Joints) meiner Medizin habe ich zur Reserve mitgenommen, falls ich in einen Stau komme und zwischendurch mal eine Pause machen würde. Das kam jedoch nicht vor und ich erreichte Amsterdam gegen 11 Uhr, wobei ich das riesen Problem hatte, dass ich nie Guthaben auf dem Handy habe und aus dem Grund niemanden vom „Kein Wietpas!“ Team erreichen konnte. Ich entschloss mich, erstmal weiter nach Haarlem zu fahren, wo Nol van Schaik, einer der Initiatoren des 4:20 Smoke Out zwei Coffeeshops betreibt, und da mobo von „Kein Wietpas!“ in gutem Kontakt zu ihm steht, habe ich gehofft, mobo im Coffeeshop Indica anzutreffen. Dem war nicht so, aber Nol hat mich sehr freundlich in Empfang genommen und hinter den Tresen an seinen PC gelassen, um mobo über Facebook zu kontaktieren. Nachdem mir das gelungen war entschied ich mich, mein Auto in Haarlem stehen zu lassen und mit der Bahn nach Amsterdam reinzufahren und ich denke, dass es sowohl finanziell als auch zeitlich die richtige Entscheidung war.

Die Purtüte aus dem Indica wirkte noch nach, als ich am Bahnhof von Haarlem meine vorgedrehten Joint von zuhause rauchte, um die Zeit bis zum Erscheinen der Bahn sinnvoll zu nutzen. Zu meiner Überraschung und wie sich herausstellte auch zu meinem großen Glück gibt es in der Bahn in Amsterdam kostenloses W-Lan, denn ich hatte mit mobo noch keinen konkreten Treffpunkt ausgemacht und am Bahnhof hätten wir uns warscheinlich nicht gefunden. Wir verabredeten uns für Barneys Coffeeshop, in dem wir uns dann auch trafen und ich den Rest vom „Kein Wietpas!“ Team kennenlernen konnte (mobo kannte ich bereits vorher). Dort konsumierte ich einen Purjoint und einen nahm ich für das Smoke-Out mit, allerdings hätte ich mich besser schon direkt für den ganzen Abend eindecken sollen, da ich später nicht mehr die Gelegenheit bekam, mir meine Medizin für den restlichen Abend zu besorgen.
Eine dreiviertel Stunde vor dem Smoke-Out haben wir uns vom Barneys aus auf den Weg zum Stadhuis gemacht, was fast unser nächster schwerwiegender Fehler geworden wäre, denn wir bemerkten schnell, dass das Stadhuis 6 km entfernt ist und wir es zu Fuß unmöglich rechtzeitig erreichen können. Wie der Zufall so will, sahen wir auf unserem Weg ein Großraumtaxi am Straßenrand stehen und obwohl der Fahrer gerade Pause machte, versprach er uns, sobald er sein bestelltes Essen bekommen hatte, uns noch rechtzeitig am Stadhuis abzusetzen, wo wir dann auch um 16:15 Uhr eintrafen… Puhhh, das sollte wohl so sein.
Eine stattliche Menschenmenge war vor einer kleinen Bühne versammelt und die beiden Initiatoren – Peter Lunk und Nol van Schaik – heizten der Menge ein und stimmten den Countdown an, bis pünktlich um 16:20 Uhr eine riesige Rauchwolke den Vorplatz des Stadhuis in Nebel hüllte. Danach folgten noch einige musikalische Beiträge und Reden von Menschen aus den verschiedensten Ländern, u. a. trat auch Selassikai auf und Antonio Peri hielt eine spontane Rede. Insgesamt war der oder das Smoke Out in Amsterdam ein tolles Event, obwohl ich eigentlich noch mehr Besucher erwartet hätte.

Dies spiegelte sich leider auch auf dem anschließenden Festival wieder, welches etwas außerhalb von Amsterdam stattfand (keine Coffeeshops in der Nähe, um sich nochmal eindecken zu können), obwohl vorher auf dem Smoke Out noch eine ganze Menge Freikarten verteilt wurden. Da ich relativ spontan in Amsterdam war, hatte ich das Glück, mir im Vorfeld noch keine Karte gekauft zu haben und so konnte ich mir das Eintrittsgeld sparen. Ich war mit dem Team von „Kein Wietpas!“ als Erster an der Halle, allerdings war ich der Einzige, der kein V.I.P. Ticket hatte. Die V.I.P. Gäste durften zuerst rein und ich musste noch warten, aber schon kurze Zeit später kam mobo mit einem V.I.P. Bändchen wieder raus… Der Wahnsinn oder? Leider konnte das auch nichts an der überdimensionierten Halle ändern, allerdings musste ich mir keine Gedanken mehr um meine Medizin machen, da im V.I.P. Bereich ständig Medizinal-Cannabis-Zigaretten kreisten. Unangenehm war es mir dennoch, keine eigene Medizin dabei gehabt zu haben. Der Höhepunkt des Festivals war neben verschiedenen Ständen von Head- und Growshops und einem Barbier ein großer Contest, bei dem vier Teams aus Großbritannien, Italien, den Niederlanden und Deutschland in verschiedenen Disziplinien wie z.B. möglichst schnell 1g Ice-O-Lator Hash durch eine(n) Bong zu rauchen gegeneinander antraten. Die deutschen konnten dabei hinter den Niederländern und den Briten den dritten Platz belegen, was aber eigentlich völlig nebensächlich war. Obwohl ich an diesem Tag auch etwas mehr Cannabis konsumiert habe als normal, möchte ich diesen Contest dennoch hier kritisieren, da diese exzessive Kifferei mit Sicherheit nicht mehr der Gesundheit dienlich sein kann und auch für die Außenwirkung finde ich es relativ unpassend. Mich wundert es, dass ich bisher nirgends Kritik zu diesem Contest gelesen habe!

Der ganze Tag in Amsterdam hat sich trotz einiger Komplikationen mehr als gelohnt und gegen 1 Uhr habe ich mich dann auf den Heimweg gemacht (erst mit der Bahn zurück nach Haarlem und dann weiter mit dem Auto). Um 3:15 Uhr war an der Grenze alles ruhig. Ich erwähne das, weil ich zwar Auto fahren darf, aber trotzdem noch nicht weiß, wie unwissende Polizisten auf mich reagieren. Selbstverständlich hatte ich auf dem Rückweg nach Deutschland kein Cannabis im Gepäck, da die Einfuhr auch für Patienten strengstens verboten ist, selbst wenn es meine Medizin ist, die ich vorher schon aus Deutschland ausgeführt habe (was ich streng genommen auch nicht darf, aber die Niederländer sehen das nicht so eng)! Als ich um halb fünf zuhause ankam, ging dann ein langer und ereignisreicher Tag zuende.

Lage in Maastricht verschärft sich

Kurzentschlossen bin ich gestern Abend noch nach Maastricht gefahren. Nach dem euphorischen und zugleich harmonischen Sonntag der Wiedereröffnung der Coffeeshops für Touristen, waren zehn Tage vergangen. Die paradiesischen Zustände haben leider nicht angehalten. Sie wurden überschattet von den Razzien im Mississippi, Smokey und Kosbor und der Bedrohung von Coffeeshopbesitzer Marc Josemans und dem Kamerateam von JDTV durch einen, mit einem Klappmesser bewaffneten, Straßendealer. Leider waren auch gestern wieder mehr Drugsrunner zu sehen als am Bevrijdingsdag. Dazu wurde die Polizeipräsenz immer massiver  je später der Abend wurde. Auch in Bezug auf Angebot und Qualität musste ich gestern so einige Ernüchterungen erleben. Die soeben eingetroffene Meldung, dass Hoes nun endgültig die Schließung der Coffeeshops durchsetzen will, die sich nicht an die Coffeeshopverordung der Stadt halten, sondern trotzdem an Nicht-Einwohner der Niederlande verkaufen, setzt dem Bild von Maastricht, dass ich gestern sehen musste, die Krone auf.

Sie hat alles gesehen und schweigt - Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going - Photo by Antonio Peri

Sie hat alles gesehen und schweigt – Easy, die Schildkröte aus dem Easy Going – Photo by Antonio Peri

Gegen 18 Uhr erreichte ich Maastricht. Erst Abends hatte sich die Sonne sehen lassen und versprach noch einige schöne Stunden. Am Bevridingsdag habe ich noch das Missouri (das ehemalige Smurf) auf der anderen Maasseite kennengelernt. Von außen ein sehr kleiner, unauffälliger Laden. Durch seine Schlauchform aber gar nicht so klein, wie man von außen meinen würde. Dieser Shop war der einzige, den ich nie besucht habe. Warum weiß ich auch nicht, aber als ich dann an besagtem Sonntag das Menü dort sah, bin ich neugierig geworden. Der erste Shop in Maastricht, in dem ich eine Kush-Sorte auf dem Menü gesehen habe. Am Sonntag war es O.G.-Kush für 12,50 €.  Gekauft habe ich es damals nicht und ich kann auch nichts über die Qualität am 5. Mai sagen. Gestern dann gab es Kandy Kush für den gleichen Preis. Was ich dann jedoch erleben musste, war eine negative Premiere sowohl für mich als auch für eine liebe Freundin und kein Wietpas!-Leserin, die mich begleitete und Maastricht auch seit langen Jahren und sogar noch etwas besser kennt als ich.

Das Kandy Kush probierten wir gleich im Laden. Ein durchschnittliches Gras –  mostly Indica, das war auch das einzige, was es mit dem mir bekannten Kandy-Kush gemeinsam hatte – die Wirkung war klar Indica. Der Geschmack jedoch hatte nichts mit dem typischen Haschisch-Geschmack (Du denkst Du rauchst Hasch aber es ist Gras) von richtigem Kandy-Kush zu tun. Zusätzlich gab es noch White Rhino für 8 € – dazu später mehr, Silver Haze für 11€, Amnesia für 10€ und eine oder zwei Sorten die mir entfallen sind. Am Befreiungstag gab es mindestens 12 verschiedene Sorten im Missouri. Der GAU war jedoch das White Rhino. Leider haben wir das nicht im Shop probiert. Ich nahm direkt einen Plastikgeruch wahr, nachdem ich den Joint angezündet hatte. Der Geschmack war entsprechend. Daraufhin zündete ich einen kleinen Bud pur an und untersuchte das Aschebild – es war nicht eindeutig schwarz oder ölig auf einem weißen Papier, allerdings zwischen den Fingern zerriebene Asche hinterließ schon einen schwarzen und auch etwas öligen Film. Die Anzeichen auf Brix sind nicht zu ignorieren – also wird das Missouri wohl kein Stammshop von mir werden und ich hoffe, dass dieses schlechte Beispiel in Maastricht keine Schule macht. Jedenfalls kannte meine Begleiterin das Missouri besser als ich und sie hatte bislang (das heißt bis vor dem Wietpas) noch nie schlechtes Material erhalten. Wie wir beide übrigens zuvor noch nirgendwo in Maastricht und das in so vielen (ca. 17 oder 18) Jahren.

In der Nähe des Parkautomaten nahe der Rechtsstraat lungerten bei unserer Ankunft zwei Straßendealer, die sich jedoch auf´s Anpfeifen beschränkten und verschwunden waren, als wir das Missouri wieder verließen. Mit einem Luxus-Eis (das seit letztem Jahr jedoch auch 10 Cent günstiger geworden ist und nun pro Kugel nur noch 1,60 anstatt 1,70 kostet) machten wir einen Spaziergang durch das, in abendliche Sonne getauchte, Maastricht über die Sint Servaas-Brücke auf die andere Seite der Stadt zum Easy Going. An den üblichen Ecken in der Nähe der Honderstraat waren mehr Straßendealer zu sehen als am Sonntag. Im Easy Going war wenig Betrieb und auch hier hatte sich das Menü merklich verkleinert. Es waren nur noch zwei Sorten auf der Karte: White Widdow für 9,50 € und Jack Herer für 12 € – was doch recht stattliche Preise sind. Marc Josemans war persönlich anwesend und erkannte meine Begleiterin und mich direkt wieder als wir in den Laden kamen. Er nahm sich Zeit für ein kleines Gespräch mit uns. Ich sagte ihm, dass wir froh seien, ihn ohne Stichverletzungen wiederzusehen, und er entgegnete, dass der Straßendealer, der ihn bedroht hat nun auf die Argumentation setzt, es sei alles inszeniert gewesen. Unwahrscheinlich dass er damit bei der vorliegenden Beweislage durchkommt. Marc Josemans bestätigte, dass Bürgermeister Hoes aktuell gegen die Straßendealer vorgehe, meinte aber gleich dass diese Strategie wohl nur zwei Tage anhalten, und dann wieder gegen die Coffeeshops vorgegangen wird. Er war ein bisschen überrascht, als ich ihm sagte wo und wieviele Drugsrunner ich gerade auf dem Weg gesehen hatte. Zwischenzeitig waren sie wohl gestern einmal abgetaucht und auch als wir das Easy Going verließen, sahen wir keine Dealer mehr. Dafür aber umso mehr Polizei.

Coffeeshop Kosbor - ein Opfer von Hoes Starrsinn - Photo by Antonio Peri

Coffeeshop Kosbor – ein Opfer von Hoes Starrsinn – Photo by Antonio Peri

Leider hatten wir nur noch wenig Zeit. Mittlerweile war es Viertel nach Acht und die meisten Geschäfte längst geschlossen. Auf die Boote warfen wir nur einen kurzen Blick im Vorübergehen und konnten erkennen, dass zumindest das Mississippi geöffnet war. Das Smokey wirkte geschlossen, aber ich wollte unbedingt noch sehen, ob das Kosbor geöffnet hatte. Diese Hoffnung wurde nicht bestätigt. Am Kosbor war alles dicht und es hing auch keine Erklärung oder ähnliches an den Fenstern. Rund um die drei Shops, die bereits Opfer der Razzien wurden, wimmelte es plötzlich nur so von Polizei, die auch langsamer wurden, als sie uns am Kosbor stehen sahen. Ich erklärte noch kurz einer Gruppe französischsprachiger Belgierinnen den Weg zum Heaven 69 als ein Polizeiwagen nach dem anderen vorbeifuhr. Sie sammelten sich kurz an der Brücke nahe der Hondertstraat und es wirkte beinahe, als rückten sie (es war kurz vor 21 Uhr) zur nächsten Razzia aus.

Vielleicht war das der Auftakt zu weiteren Aktionen. Soeben meldet Maastricht dichtbij, dass Onno Hoes nun mit den Schließungen von Coffeeshops fortfahren will.“Ich habe nun drei Shops geschlossen. Wie weit soll ich damit noch gehen? Die Coffeeshopbesitzer haben unserem Rechtssystem den Krieg erklärt,“ sagte Hoes heute morgen gegenüber Radio 1. Hoes spricht von einer exorbitanten Zunahme der Overlast seit dem 5. Mai, dem Tag seitdem die Coffeeshops wieder Touristen bedienen.

Der Bürgermeister erkennt, dass die Situation in einigen Vierteln unbeherrschbar geworden ist. „Seit dem 5. Mai erleben wir einen Zustrom von Menschen aus der Wallonie und Nordfrankreich. Diese Menschen haben nicht nach Maastricht zu kommen. Sie haben nicht das Recht, in den Coffeeshops Cannabis zu kaufen. Diese Menschen haben hier nichts zu suchen.“

Dem Radio sagte Hoes, dass die Coffeeshopbetreiber das Rechtssystem nicht ernst nehmen. „Es gibt ein richterliches Urteil, und sie interpretieren dieses Urteil anders als die Gemeinde. Sie haben beschlossen, dass an Ausländer verkauft werden darf, aber in einem Rechtssystem wartet man die Berufung ab,“ so der Bürgermeister.

Damit bestätigt sich die Befürchtung, die Marc Josemans mir gegenüber gestern noch geäußert hat nun sogar einen Tag früher. Die stark geschrumpften Menus (und im Easy Going sogar noch die Mengenbeschränkung auf 3 Gramm) könnten ebenfalls darauf hindeuten, dass die Coffeeshops keine größeren Lagermengen mehr haben, da sie sich alle auf die baldige Schließung vorbereiten. Was folgt könnte ein weiter Rechtsstreit sein, der wieder monatelang anhält.

Gastbeitrag: Vor Ort in Venlo

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Würde ich für jedes Mal, wenn jemand nach Venlo fragt ein Stück Käse bekommen, könnte ich längst die holländische Staatsbürgerschaft beantragen… Und weil ich mit Sicherheit nicht der einzige bin, der aufgrund der vielen Nachfragen leicht genervt ist, hat sich unser treuer Leser Elli in die verbotene Stadt gemacht und sich einmal umgeschaut! Vielen dank dafür und dass du Deine Erfahrungen mit uns teilst!

Ich war heute in Venlo, um zu sehen wie die Situation in der Stadt mit den Dealern aussieht. Weiterhin wollte ich in die Coffeeshops und folgende Fragen stellen:

1. Wann verkaufen Sie wieder an Ausländer?
2) Wie sieht die Situation mit den Dealern aus?
3) Warum haben Sie sich nicht Maastricht angeschlossen am 5. Mai und die Coffeeshops für Ausländer geöffnet?,
4) Kennen Sie Kein Wietpas! ?

Zuletzt hatte ich vor, einen Coffeeshopmitarbeiter zusammen mit dem Kein Wietpas! – Plakat abzulichten.
Angefangen habe ich bei dem Coffeeshop Oase. Die Oase ist geschlossen, allerdings ist die ganze Ausstattung weiterhin vorhanden. Angefangen von den Außenbeleuchtungen bis zur Inneneinrichtung, so weit ich das sehen konnte, so dass man darauf schließen kann, dass die Oase nur vorübergehend stillgelegt ist. Als nächstes besuchte ich den Coffeeshop Klein Maar Fijn in der Nähe des Marktes. Von außen konnte man im Fenster bereits ein Schild erkennen, auf dem „no discrimination“ steht. Ich ging hinein und erklärte was ich vorhatte, aber leider wollte man mir keine Frage beantworten. Ich hörte immer nur: „Ich weiß nicht“. Ziemlich enttäuscht verließ ich den Laden wieder. Danach ging ich dann direkt zum Nobody Place. Aber auch hier waren die Antworten leider einsilbig.
Zu 1): „Es ändert sich täglich was. Wir wissen nicht was passieren wird“.
Zu 2) „Ja, Dealer sind mehr geworden. Ich muss nur in der Nähe herumgehen und würde ohne Probleme welche treffen“.
Zu 3) Ausweichend geantwortet.
Zu 4) „Ja“. Ich habe daraufhin gefragt, ob ich für KeinWietpas! ein Foto machen dürfte, aber man meinte, besser nicht, ich solle mich das nächste Mal vorher anmelden, dann würde mir geholfen werden.

In der Nähe des Nobodys Place traf ich dann auch einen Dealer. Zuerst hörte ich nur ein Pfeifen, dann nochmal und dann ein Hupen. Ich ging weg in die entgegengesetzte Richtung. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen wie mir jemand folgte. Kurz danach holte mich jemand ein und fragte mich ob ich was wolle: „Gras, Hasch, Kokain oder Pillen?“ Ich blieb nicht stehen und verneinte freundlich. „Wirklich nicht? Ich hab alles.“ „Nein, ich nehme nichts“. „Ehrlich?“ „Ja, wirklich.“ „Ok. Ciao“. „Ciao“. Das war ungefähr die Konversation zwischen uns. Er war um die 20 Jahre und nicht aggressiv oder besonders aufdringlich. Kurz danach traf ich zwei Polizistinnen, die auf Fahrrädern unterwegs waren. Ich fragte sie nach ihrer Meinung. „Ist die Situation seit Wietpas / Einwohner-Kriterium besser oder schlechter geworden? Die beiden guckten mich an. Die Antwort: „Ich weiß nicht“. „Es gibt aber mehr Dealer“, sagte ich, „oder?“ Die Polizistin nickte, sagte aber nichts. Ich glaube sie waren ein bischen überrascht und fühlten sich überrumpelt. Ich merkte: Das ist ein schwieriges Thema. Irgendwie will keiner offen sprechen.
Danach sprach ich noch drei Personen an. Einmal in einem Supermarkt einen Angestellten, bei dem ich abermals die Antwort: „Ich weiß nicht“ bekam. Spätestens da musste ich heftig Grinsen. Dieser Mann gab mir allerdings zu verstehen, dass er sich mit der Situation überhaupt nicht beschäftigt habe. Dann sprach mich jemand in der Fußgängerzone an, um mir etwas zu verkaufen (keine Drogen). Ich nutze die Gelegenheit um zu fragen und zu meiner Überraschung bot er mir an, mir Cannabis zu besorgen, wenn ich wollte. Zuletzt fragte ich noch einen Angestellten am Bahnhof von Venlo. Endlich mal jemand der mehr sagte als „ich weiß nicht“. Er sagte mir, die Situation ist deutlich schwieriger geworden seit dem Wietpas. „Es gibt wieder mehr Drugdealers. Die Coffeeshops sollen wieder für die Ausländer öffnen.“

Zwischenbericht aus Maastricht

Um 11:30 kam Marc Josemans am Easy going an. Ich habe ihm gleich unser Kein Wietpas! Poster ueberreicht und mit ihm gesprochen (Video folgt). Er hat es auch gleich vor Oeffnung aufgehangen. Es ist sehr viel Presse und Fernsehkamers anwesend. Marc gibt laufend Interviews und auch ich habe, bevor wir in den Shop gingen bereits ein Interview fuer den WDR gegeben. Die Reporterin arbeitete fuer Aktuelle Stunde, Lokalzeit und 1Live. Am Eingang dann bat Marc Josemans als wir eintrafen dann um Aufmerksamkeit und bedankte sich bei mir stellvertretend fuer die Arbeit von Kein Wietpas!.

Danach interviewte mich noch jemand fuer einen niederlaendischen Sender. Wir trafen viele interessante Leute – mehr dazu im ausfuehrlichen Bericht. Ich sitze aktuell im Easy going und schreibe diesen Artikel vom dortigen Rechner – daher auch die fehlenden Umlaute (niederlaendische Tastatur). Bisher ist noch keine Polizei gekommen, obwohl sie regelmaessig draussen vorbeifaehrt. Einhellige Meinung hier ist, dass sich das am Bevrijdingsdag auch kein Buergermeister trauen wird. Sie rechnen fuer morgen aber evtl. damit.

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Heute gibts keine Umfrage, dafür lade ich Euch ein paar Bilder vom letzten Wochenende hoch. Powered bei Telekom LTE ;-) weitere folgen!
Ich habe versucht, auf der Veranstaltung das OK der abgebildeten Personen zu bekommen. Sollte jemand mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sein, bitte ich um eine kurze Rückmeldung.

Lies den Rest dieses Beitrags

Reportage Maastricht: Von einer Demonstration, die keine Overlast verursachte

Am gestrigen Samstag fand in Maastricht die Demonstration gegen I-Kriterium, 15%-Kriterium und gegen die Diskriminierung von Touristen durch die Politik von Ivo Opstelten und lokal ganz besonders durch Bürgermeister Onno Hoes statt. Leider war die Teilnehmerzahl absolut enttäuschend. Darüber berichte ich aber nicht in meinem bekannten, nüchternen Nachrichtenstil, sondern möchte Euch von Anfang bis Ende auf meinen ganz besonderen Maastricht-Trip mitnehmen. Denn auch wenn die Demo wohl nichts bewirkt, war es doch eine interessante Erfahrung für mich und ein toller Tag, von dem ich keine Sekunde missen möchte.

Ein paar aufrechte Aktivisten ziehen durch die Brusselsestraat - Photo: Antonio Peri

Ein paar aufrechte Aktivisten ziehen durch die Brusselsestraat – Photo: Antonio Peri

Es ging gegen die bestehende Diskriminierung von Touristen in Maastricht und generell in den drei Südprovinzen. Die „Frontstadt Nr. 1“ empfing die Teilnehmer mit leicht stürmischem aber sonnigem Wetter. Der Weg nach Maastricht mit der Lijn 50 weckte Erinnerungen. Seit beinahe einem Jahr bin ich die Strecke über Land nach Maastricht nicht mehr gefahren. Zum ersten Mal fuhr ich mit dem Bus nach Maastricht ohne die Absicht zu haben, einen Coffeeshop aufzusuchen. Im Gegenteil – sogar Tabak und Papers habe ich nicht mitgenommen.

Denn heute brach ich auf radikale Weise mit mehreren, bislang nie gebrochenen, Gewohnheiten. Bin ich bisher immer bedacht gewesen möglichst nicht aufzufallen und evtl. als Overlast empfunden zu werden, fuhr ich heute nach Maastricht um zu demonstrieren. Mehr noch – ich hatte zugesagt, dort öffentlich zu reden und das auf Deutsch und per Megaphon. Aus tiefster Überzeugung war ich auf dem Weg etwas zu tun was völlig gegen mein eigentliches Verhalten im Ausland verstößt. Ich fuhr in ein anderes Land, um dort auf der Straße den Maastrichtern per Megaphon entgegenzurufen, was ich von ihrem Bürgermeister und der Coffeeshop-Politik der Stadt halte.

Seit mobo die Demo in Maastricht angekündigt hatte war mir klar, dass ich dort meine erste Pro-Hanf-Demo erleben würde, wobei ich durchaus demoerfahren bin. Nur im Ausland und für Cannabis hatte ich bisher noch nie demonstriert. Stammleser von kein Wietpas! wissen, warum mir Maastricht ein so großes Anliegen ist. Die Entscheidung selbst das Megaphon zu ergreifen und mich damit auch mit meinem Gesicht, wenn auch noch per Nickname, für die Sache einzusetzen und damit noch mehr Bedenken, Rücksichtnahmen und bisherige Grundsätze über Bord zu werfen kam spontan in der vorletzten Nacht beim Chat mit dem Organisator von Anonymous. Auch das eine Premiere für mich.

In Maastricht kam ich gegen 13:15 an. Den Treffpunkt am Bahnhof bis 12:50 hatte ich also verpasst und so ging ich direkt Richtung Markt und stieg schon in Ceramique aus. Mein Weg führte mich durch die Rechtsstraat, vorbei am Coffeeshop Maxcys, der jetzt nur noch von 14 – 0 Uhr geöffnet hat. Am Ende der Rechtsstraat standen drei marokkanische Straßendealer, die allerdings nicht aggressiv vertickten, sondern nur vom geschulten Auge als solche zu erkennen waren. Generell war es, als hätte sich die Stadt extra für diesen Tag ihr friedlichstes Makeup aufgelegt. Es war voll – die guten Menschen dieser Welt beim Samstags-Shopping. Flaneure und Menschen beim zweiten Frühstück in den Straßencafés. Weit und breit keine Drugsrunner außer den dreien auf der anderen Maasseite. Als ich in die Hoendertstraat einbog und am geschlossenen Easy Going vorbeilief, sah ich Absperrgitter auf beiden Straßenseiten und hoffte beinahe schon, dass die Demonstration so groß erwartet wurde, dass die Absperrungen, die sich auf dem Markt fortsetzten, dafür aufgestellt wurden. Nichts konnte weiter von der Realität entfernt sein als dieser Wunschtraum.

Das kleine Häuflein, das sich rund um das Minckeleers-Denkmal versammelt hatte, war trotz einiger, an weiteren Absperrungen aufgehängten, Flaggen von der anderen Seite des Marktes schon kaum zu erkennen. Dafür konnte man die bis dahin etwa 30 – 40 Leute jedoch schon gut riechen. Der Mann mit der Fackel hatte eine Runde Feuer spendiert und jeder zweite hatte einen Joint am Start. Hanfgleichstellen war noch nicht da und ich, wie es aussah, der einzige Deutsche dort. Zwei Aktivisten mit Guy-Fawkes-Masken verteilten Flyer und versuchten, mit den Passanten ins Gespräch zu kommen. Nachdem ich mich vorgestellt hatte, gaben sie mir auch ein paar Flyer und zeigten mir noch den Organisator, mit dem ich gechattet hatte. Da stand ich also nun und war ein wenig unsicher, wie ich die Maastrichter in Sommer-Einkaufslaune denn ansprechen sollte – und in welcher Sprache.

Glücklicherweise wurde mir diese Entscheidung abgenommen, denn mich sprach jemand an, der sich auf Englisch erkundigte, was für eine Demonstration das wäre. Ich gab ihm den kleinen, schmucklosen und inhaltlich fragwürdigen Flyer und erklärte ihm, worum es geht. Es stellte sich heraus, dass er Amerikaner aus Kansas war, der in Maastricht Jura studiert. Er war ein paar Mal in den Coffeeshops und hat geraucht, war aber nicht wirklich ein Kiffer und hatte auch null Ahnung, aber viel Interesse an der aktuellen politischen Situation und natürlich an den rechtlichen Fragen.

Während ich mit dem Amerikaner sprach, traf Hanfgleichstellen ein, der leider nur Zeit bis Viertel nach Drei mitgebracht hatte. Nachdem der Ami auf den neuesten Stand der Coffeeshop-Politik seiner Wahlheimat gebracht war und ich noch etwas über die Entwicklung in den USA mit ihm besprochen hatte, konnten wir uns begrüßen und kurz darauf war auch schon Nol van Schaik da. Ab da stieg die Stimmung – zumindest bei mir. Nachdem Hanfgleichstellen und Ivo auf den Stelzen bereits den Weg zu Nol nach Haarlem zurückgelegt haben um ihn dort in einem seiner Coffeeshops, dem Willie Wortel Indica, zu treffen, kannte ich ihn persönlich noch nicht und freute mich daher, ihn hier noch vor dem nächsten Wochenende kennenzulernen. Mitgebracht hatte er ein Kamerateam von JDTV, die ihn von einem #Ams 420 zum nächsten ein Jahr lang begleiten (die haben auch das Wietsauce-Video gemacht) und einen französischen Rechtswissenschaftler, der sich mit Drogenpolitik befasst. Marianne und Willem vom Coffeeshop Toermalijn waren auch da.

Nachdem der Organisator mit seiner, etwas unzusammenhängenden, Rede fertig war, kündigte er mich an und gab mir das Megaphon. Die 15 Minuten Redezeit, die zuvor ausgemacht waren, würde ich per Megaphone ohne freie Hände niemals schaffen. Meine sorgsam vorbereiteten Fakten, das Konzept des rhetorischen Fünfsatzes, als Leitfaden auf Kärtchen dabei, blieben in der Jackentasche. Hier war der laute Agitator gefragt, der Stimmung macht. Halbwegs rund und mit Applaus brachte ich die erste Rede am Markt hinter mich. Nol gab mir danach die Hand und danach zeigte er mir, wie dass ein alter Hase macht. „Diese Politik ist lächerlich!“ rief Nol van Schaik mehrfach in Richtung Rathaus. Nol betonte wie ich, dass es sich um gewöhnlichen Tourismus handelt und keineswegs um Overlast, die allerdings jetzt von den Drugsrunners verursacht wird.

Dass der Umsatz mancher Geschäfte weiter sinkt und es, entgegen dem Abschaum-Zitat von Onno Hoes, in Maastricht sehr wohl auch Luxus-Touristen gab, wurde deutlich, als mir ein Mitdemonstrant erzählte seine Freundin arbeite in Maastricht in einem sehr teuren Bekleidungsgeschäft. Ein T-Shirt kostet da 150€ sagte er. Nun hatte sie dort Kunden, die einmal im Jahr kamen und wohl immer ordentlich kauften. In diesem Jahr waren sie wieder da – zum letzten Mal wie sie der Angestellten sagten. Sie seien nicht wegen der Museen nach Maastricht gekommen, sondern um Joints zu rauchen. In diesem Jahr waren sie nicht willkommen und durften nicht in die Shops. „Daher kommen wir im nächsten Jahr nicht mehr – Shoppen können wir auch in Milano.“

Nol van Schaiks Engagement ist unerreicht. Dabei könnte er eigentlich die Füße hochlegen – die Situation in Haarlem dürfte wohl eine der besten in ganz Nederland sein – und ich glaube nicht mehr daran, dass das Zufall ist. In Haarlem dürfen die Coffeeshops sogar 1 KG anstatt nur 500g bevorraten. Seine Maastrichter Kollegen dagegen erleben die Hölle auf Erden für jeden Geschäftsmann. Wären sie zuvor nicht alle schon so wohlhabend geworden, könnten sich die Shopbetreiber aus Maastricht ihre Passivität nicht leisten. Aber ich frage mich vor allem wo die 400 entlassenen Maastrichter Shopmitarbeiter waren. 2 Gesichter habe ich als Shopmitarbeiter erkannt – es mögen ein paar mehr gewesen sein. Sehr enttäuschend war, dass sich nicht einmal Marc Josemans sehen ließ.

Onno Bedankt - das geschlossene Café to the Point - Photo: Antonio Peri

Onno Bedankt – das geschlossene Café to the Point – Photo: Antonio Peri

Erst gegen 15:15 gingen wir vom Markt durch die Brusselsestraat zum Vrijthof. (Da sollte die Demo eigentlich schon auf dem Vrijthof sein und in den gemütlichen Teil übergehen – daher der Fehler im Bericht von Maastricht dichtbij, der das Ende der Demo für 15.15 am Markt darstellt und schreibt: „… Nachdem sie zu Ende demonstriert hatten, zogen sie friedlich in Richtung Innenstadt.“ Das war der Marsch zum Vrijthof – nicht das Ende der Demo, liebe Maastricht dichtbij-Reporter). Dort kamen wir am Café To the Point vorbei, dass eine Zeit lang illegal Wiet verkauft hat und nun geschlossen ist. Dort machten wir einen kurzen Zwischenstopp und der Organisator von Anonymous sprach. Die Fenster des „To the Point“ sind mit Wünschen an Onno bemalt.

Auf dem Vrijthof angekommen wurde noch einmal das Megaphon bemüht aber diesmal kam ich von Anfang an aus dem Konzept, weil ich Englisch reden sollte, aber wegen der ganzen anderen Gespräche Nederlands – oder eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Niederländisch. Ich hielt die zweite Kurzansprache dann noch ohne nennenswerte Fakten, die ich doch wusste und die ich notiert hatte. zu nennen und weitaus unsicherer als die erste Rede am Markt. Meine zweite Ansprache war, bis auf eine Passage, schwach. Ich habe meine Verwunderung darüber ausgedrückt, dass Bürgermeister Hoes als Angehöriger einer Minderheit so unsensibel gegenüber den Belangen einer anderen bedrängten Minderheit ist? Die Frage kam gut an und es ging bei den Ansprachen ja hauptsächlich darum die Proteststimmung zu befeuern, die nicht recht in Fahrt kommen wollte. Eigenlob stinkt, aber ich bin stolz darauf, eine Form gefunden zu haben, die politisch korrekt ist und trotzdem thematisiert, was so viele denken sich aber aufgrund der hohen Fettnäpfchengefahr nicht zu sagen trauen.  Und eine Relevanz hat diese Tatsache auch – Onno Hoes sollte wissen, was Diskriminierung ist und welche Gefahren darin liegen, wenn man dieser die Tür öffnet. Welche Gruppe ist dann die nächste?

Danach löste sich die Demo dann auch recht schnell auf. Revil O – ein sehr netter Typ und der einzige deutsche kein Wietpas!-Leser auf der Demo, konnte leider auch nicht gemütlich bleiben, da er ungünstig geparkt hatte und das Ticket ablief. Nol fragte mich, wo der nächste Coffeeshop sei. Ich wusste noch nicht warum, aber dann wollte sich Nol verabschieden und sagte, er würde noch jemandem – dem zweiten Amerikaner des Tages, der jedoch in Belgien wohnte, Gras kaufen gehen. Daraufhin fragte ich Nol, ob er das für mich auch machen könne. Es hätte nicht besser kommen können, denn Richard, der Amerikaner aus Alabama, wollte ins Kosbor. Die Aktion wurde von JDTV gefilmt. Als Nol im Shop war, winkten uns die Türsteher von innen auf die andere Straßenseite herüber, kamen aber nicht raus zu uns.  Nol sagte denen natürlich was abgeht, und wohl auch, dass wir frühere Stammkunden sind. Und dann kam er wieder aus dem Kosbor heraus (Nol musste dass zweimal machen wegen der Kamera, die ihn wohl beim ersten Mal nicht richtig gefilmt hatte). Er hatte für jeden 2 Gramm gekauft. Einmal Amnesia und einmal Cheese. Ich sagte sofort: „I´m the Amnesia-Guy“ – und das mit Recht. Amnesia war auch mein Lieblings-Weed aus dem Kosbor. Immerhin gab es dafür 2008 den 1st Price in der Kategorie Coffeeshop Bio-Haze. Die Qualität nach einem Jahr in dem ich nicht dort kaufen konnte, war noch immer dieselbe. Das spricht für das Kosbor. Selbst bei dem 13,50€ Amnesia ist die Qualität seit der Einführung 2008 unverändert gut. Richard freute sich ebenso über sein Cheese. Nol wollte kein Geld, sondern schenkte uns je 2g mit den Worten: „Because I´m ashamed for my country.“ Dann sollten wir noch kurz etwas zu Opstelten in die Kamera sagen. Da habe ich irgendeinen Mist auf Englisch gequasselt – war völlig unvorbereitet. Hoffentlich schneidet JDTV das raus. Mir war eigentlich danach zu sagen: „Danke Ivo, ohne Deine bescheuerte Politik, würde ich diese coole Aktion nicht erleben.“ Aber Ziel der Aktion (die ihr bald ansehen könnt) war ja den Irrsinn der Ausländerdiskriminierung darzustellen. Ich war da aber einfach nur noch überwältigt von Nol van Schaiks freundlicher Art und der Großzügigkeit. Mir war es fast ein wenig peinlich, das anzunehmen. Er ist spätestens jetzt mein absoluter Lieblings-Shopbetreiber. Schade, dass Haarlem so weit weg ist.

Diese Aktion war natürlich das persönliche Highlight und machte die laue Demo mehr als wett. Strafbar dürfte sich dabei übrigens niemand von uns gemacht haben. Der in Belgien lebende Richard durfte seine 2 g sogar geduldet mitnehmen. Nol und sein Team verabschiedeten sich dann und wir alle – auch die Leute von JDTV, sehen uns am nächsten Wochenende in Amsterdam wieder.

Der Flyer, den Anonymous gedruckt hat, war Sinnbild der ganzen Demonstration mit Ausnahme des Auftritts von Nol van Schaik. Nur als er sprach, kam bei mir echte Demo-Atmosphäre auf.  Klein, unauffällig und etwas wirr wie der Flyer war auch die Demo über die meiste Zeit. Die Jungs von Anonymous haben es absolut gut gemeint und nach ihren Kräften versucht eine Demo auf die Beine zu stellen. Wir sollten dankbar sein, dass überhaupt jemand ca. 1 Jahr nach Einführung des Wietpas in Maastricht eine Demonstration angemeldet hat. Der VOCM, dessen Mitglieder durch Nichterscheinen auffielen, hat dies ja nicht auf die Beine stellen wollen. Das passt dazu, dass der VOCM auf seiner Homepage die letzte neue Nachricht im Dezember veröffentlicht hat. Auch wenn man diese Demonstration in vielen Punkten hätte anders organisieren müssen, fehlte doch einfach die Masse Mensch. Es mag mit der zeitlichen Nähe zum 420 Smokeout  zusammenhängen, dass so wenig „normales Kiffervolk“ anwesend war. Die Abwesenheit der Maastrichter Shopbetreiber und der Mitarbeiter entschuldigt es aber nicht. Während selbst die Branche, der es in dieser Stadt seit einem Jahr so massiv an den Kragen geht und die über 400 Mitarbeiter entlassen musste, scheinbar null Interesse an dieser Form der politischen Teilhabe oder des Protests zeigt, kämpfen frischgebackene Anonymous-Aktivisten mit den bescheidenen Mitteln, die sie haben.

Diese Demo hat ganz bestimmt keine Overlast verursacht und es gab keinen Grund, die anfänglichen 5 Überwacher zu verstärken. Damit wird natürlich ein fatales Signal gegeben: Nämlich dass Opsteltens und Hoes Politik akzeptiert wird. Die nachher angegebenen 272 Teilnehmer, habe ich nicht gesehen. Nol schreibt bei sich im Blog von 50 Personen, das würde ich fast genauso sehen. Insgesamt, mit denen die kamen und gingen, mögen es aber dann doch 70 gewesen sein. Die wenigen Aktivisten gingen zwischen den tausenden Menschen in frühlingshafter Bummellaune unter, wären da nicht das Megaphon und die Fahnen gewesen. Bei der Gelegenheit sollten wir, da wir gerade Plakate für kein Wietpas! drucken, auch einmal über eine kein Wietpas-Fahne nachdenken. Für Demos ist das immer gut und noch lesbarer als T-Shirts. Ich war schon auf großen Demos mit einem guten Gefühl und auch schon auf Demos wo man mit 50 Mann durch die Stadt läuft und sich etwas blöd vorkommt. Daher lasse ich mich auch von einer enttäuschend kleinen Demo nicht demotivieren – im Gegenteil. Ich habe einen tollen Tag erlebt und eine Anekdote mehr, die ich mal irgendwann meinen Enkeln erzählen kann.

Mit Richard habe ich dann noch bis kurz vor 18 Uhr gequatscht und an der Maas ein Tütchen aus meinem Amnesia geraucht. War toll mein Englisch zu entstauben und die internationale Atmosphäre zu genießen. Das perfekte Warmup für Amsterdam.

Wie versprochen nun ein erstes Video:

Gastbeitrag: Reisebericht Haarlem #2

Jippieh! Endlich mal wieder ein Gastbeitrag, mal wieder aus der Kategorie „Reisebericht“. Diesmal von unserem Leser „keek“. Vielen Dank dafür!

Nach dieser hervorragenden Reiseempfehlung von unserem Mann auf Stelzen habe ich mich am Montag zusammen mit meiner Freundin auf den Weg nach Haarlem gemacht. Hotel wurde in Bloemendaal gebucht, eben das Hotel Bloemendaal. Ein sehr charmantes Hotel, die Gaststätte unten wirkt wie eine typische Dorfgaststätte in Deutschland. Da wir auch vom Land kommen, fühlten wir uns also direkt recht wohl. Will hier nicht zu weit ausholen… Um es kurz zu halten, am Hotel gab es nichts auszusetzen, Parken umsonst, Frühstück allerdings definitiv zu teuer mit 12,50 pro/Person.

Fußweg bis City Haarlem: Ca. 30 Minuten

Fußweg bis Station Bloemendaal: Ca. 10 Minuten

Tag 1: Birdy → Key West → Sativa → High Times → Indica

Nachdem wir auf unser Zimmer gebracht wurden, machten wir uns kurz frisch, tauschten die Winter- gegen die Windjacke, denn es war warm und sonnig :) und machten uns auf den Weg zum Bhf von Bloemendaal. Als brave Touristen holten wir uns selbst für die eine Station zwei Tickets, was durchaus ein Problem werden könnte, da der Automat nur Kleingeld nimmt. Oder Geldkarte glaube ich. Hatten noch genug Münzen für Zwei Oneway Tickets nach Haarlem, also los…

Am Bahnhof angekommen, wusste ich, dass wir nicht Richtung Zentrum mussten um zum Birdy zu gelangen. Es geht direkt hinterm Bhf über eine recht befahrene Straße, allerdings überall Ampeln, also keine Panik :) Danach geht’s  über eine kleine Brücke und ca. 300m geradeaus. Das Birdy liegt direkt gegenüber eines nicht zu verfehlenden Obst- und Gemüseladens. Wir waren durchaus positiv nervös auf Grund der guten Beurteilung im vorherigen Bericht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Bartenderin war super freundlich und total verwirrt, als meine Freundin sie auf Nederlands nicht verstand. Schließlich hatte ich ja in ihrer Sprache bestellt :) Die Karte war gut bestückt. Ich denke knapp 10 Sorten Weed, von „mellow“ bis „strong“. Richtige Exoten waren aber noch nicht dabei. Wir entschieden uns für zwei Zakjes Knetter und ein Cheese. Als meine Freundin das Cheese holen wollte, wies die nette Frau darauf hin, dass man bei 30€, 5€ Rabatt bekommt und ich mir daher das Cheese holen sollte. Gesagt, getan. Wir fragten, ob wir reinkommen dürfen und wurden freundlich empfangen. (In Haarlem ist es üblich, dass der Bartender nen Knopf drückt, damit du die Tür öffnen kannst) An der Bar saß, so wie es aussah, das Stammpublikum. Besonders nett, wenn auch gemütlich, wurden wir von einem riieeesssiiiggen Boxer begrüßt. War letztens mal im Zoo, da hatte der Tiger einen ähnlich großen Kopf :) Wir rauchten im Birdy einiges mehr als eigentlich geplant, so dass wir doch um die 2 Stunden hier hingen. Danach gings ein paar Meter weiter die Straße runter.

Auf der rechten Seite liegt das Key West. Hier muss man klingeln, damit man reinkommt. Fand ich sehr strange, kannte ich so nicht. Der Laden wirkte eher dunkel, die Tender waren sehr chique angezogen. Wir haben uns dort ein wenig Ice Cream geholt, ganz ok, allerdings würde ich den Laden am ehesten von meiner Wanderroute streichen. Aber auch hier war das Personal wieder sehr nett. Anschließend ging es wieder zurück. Durch eine Fußgänger-Unterführung kommt man unterm Bahnhof durch zum Busbahnhof.

Schaut ihr jetzt zur rechten Seite müsstet ihr das WW Sativa schon sehen können. Wir konnten es :) Also los los… Der eigentliche Laden war auch hier wieder nur wenig zu sehen. Es gab nen Budtender und ne Tür, hinter der Theke war dann irgendwo der Sitzbereich. Hier überzeugte mich das Ambiente nicht, dafür aber die Auswahl. Hier gabs so ziemlich alles was lecker ist. Candy Kush, Shiska Berry, Ice Haze. Ich entschied mich für Ice Haze und ein Gramm Candy Kush. Meine Freundin ließ es mit der Power Plant etwas ruhiger angehen. Das Candy Kush haute mich echt weg. Nicht nur von der Wirkung her, auch der Geschmack war genial. Kann mit einiger Sicherheit sagen, dass ist das leckerste Weed, das ich bisher in 7 ½ Jahren geraucht habe. Möchte den Rest davon garnicht rauchen, so lecker… Also vom Gras her ist der Laden sehr zu empfehlen, zum Verweilen lädt er mich eher nicht ein.

Vom Sativa gings weiter Richtung Süden bis zum High Times. Ich muss mich entschuldigen, aber ich weiß da nicht mehr viel von :D Nur das die Bedienung auch hier wieder sehr nett war (und en übelsten Lachkick hatte). Von daher kann ich zur Inneneinrichtung nicht viel sagen. Das Angebot war durchaus vielfältig.Auch hier wieder von leicht bis stark alles dabei. Ich nahm zwei Zakjes „Sam Kush“ mit. Vom Geruch etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch zu empfehlen, wenn auch bestimmt nicht jedermanns Sache. Auf dem Weg zum Indica, der unser letzter Shop für heute sein sollte, erholten wir uns etwas an der frischen Luft und konnten auch die schöne Stadt etwas bewundern. Allgemein gibt’s in Haarlem City eigentlich an jeder Ecke was zu sehen. Ich glaub der Weg dauerte ca. 20 Minuten, wir waren aber auch echt langsam…

Auf dem Weg zum Indica kamen wir glaube ich am Join us alias Theehuis vorbei, oder auf dem Weg zum High Times. Wie gesagt, ich war nicht ganz da… Der Laden ist sehr klein. Laute Musik und viele Leute im Inneren hielten uns von einem Stopp ab.

Im WW Indica angekommen, fiel uns auf, dass die Karte nahezu identisch war, wie die im Sativa ;) Ach ja, da waren ja auch die Möhren und das WW :D   Da ich nochmal die Chance bekam, entschied ich mich für 3 Gramm Candy Kush, damit mir die wieder mal äußerst nette Bedienung sagen kann, dass es nichtmehr da ist. Sie empfahl mir stattdessen das Amnesia Haze. Ich sollte es nicht bereuen… Ich orderte noch 2 Cola beim Barkeeper und dachte mir so, hey den kennst du doch… Bei einem kurzen blick an die Wand hinter ihm sah ich dann auch das Ki-ff-er Schild :) Da wusste ich, das ist unser Niederländisch-Lehrer. Er gab mir die Colas mit nem Augenzwinkern und ich setzte mich wieder. Als ich gerade meinen Amnesia-Sticky anzünden wollte kam er auf einmal um die Ecke. Nol war da. Ich hätte den Sticky fast verschluckt. Ich war so buff, das ich garnix sagen konnte, außer zu meiner Freundin:“ Das is er, das is er“. Immer und immer wieder :) Er schien mir auch sehr in Eile, verschwand dann durch ne Hintertür und war weg. Aber trotzdem ein tolles Erlebnis. Wir haben den Abend dann noch gemütlich ausklingen lassen. Hätten wir gewusst, was noch auf uns zukommt, hätten wir nicht noch 2 weitere geraucht…

Es wurde langsam dunkel, musste so halb 7 gewesen sein. Wir schlenderten an den Grachten entlang zurück zum Bahnhof. Dort angekommen, gings erstmal zum Burger King. Wir hatten schließlich seit unserem Lunchpaket für die Fahrt nichts mehr gegessen. Haben übrigens für die gut 200km etwas mehr als 2 Stunden gebraucht, hatten unterwegs aber auch keine Probleme. Nachdem wir uns etwas gestärkt hatten, holten wir uns wieder brav zwei Tickets nach Bloemendaal, übrigens 2,10€ pro Person. Wir schauten am Plan nach, ah Gleis 5 der Zug nach Alkmaar fährt über Bloemendaal. Wir also zum Gleis 5. An den Infotafeln geschaut. Zug nach Alkmaar über xyz. Aber nix von Bloemendaal gesehen. Wir wollten die Schaffnerin fragen, allerdings musste die sich mit Jugendlichen rumärgern, die kein Geld hatten, aber mitwollten. Sie sagte uns dann nur genervt :“Nee, Platform 1“. Wir  also zum Gleis 1, was steht da. Amsterdam, da wollen wir aber nicht hin, dachten wir uns und das liegt auch in der falschen Richtung. An Gleis 3-4 sahen wir einen Informatieschalter, der natürlich nicht besetzt war. Es war mittlerweile kurz vor 8 und wir entschlossen uns, die knapp 3km zu Fuß zu gehen. Ich also wieder mein Navi an und los. Wir stoppten kurz in dem Park hinterm Bahnhof um nochmal ein wenig Proviant für den Weg vorzubereiten. Wir waren dann ne gute halbe Stunde unterwegs und irgendwann zwischen halb 9 und 9 im Hotel. Viel haben wir da auch nicht mehr angestellt, wir waren total kaputt.

Tag 2: Empire → Easy Going → Sensimilla → Birdy

Nach einer recht schlaflosen Nacht in einem wieder mal viel zu weichen Bett, wo ich die meiste Zeit mal wieder zwischen den beiden Matratzen verbrachte, wachten wir gegen 8 auf und machten uns fürs Frühstück fertig. Wie oben schon erwähnt lohnen sich die 12,50 nicht. Allerdings kann man sich auch nur ein Brot mit Käse oder was auch immer man will bestellen, das erfuhren wir aber leider erst am nächsten Morgen. Anschließend gings mit dem Auto Richtung Strand. Mit dem Auto keine 10 Minuten. Wenn man 20 Minuten Fußweg zum Strand schafft, kann man auch umsonst parken. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kamen wir gegen 12 wieder am Hotel an. Wir entschlossen uns diesmal die 3km Fußweg direkt in die City zu wählen, anstatt die 10 Minuten zum Bahnhof zu gehen. Man waren wir stolz auf uns…

Nach ca. 45 Minuten waren wir bei unserer ersten Station angekommen. Dem Empire. Wenn ihr vom Bahnhof Richtung Grote Markt geht, eigentlich nicht zu verfehlen. Um kurz nach eins trafen wir ein und genehmigten uns erst einmal ein wenig Sensimilla und noch einmal etwas gutes Cheese Haze. Die Einteilungen mit 6€ und 12€ Zakjes ist verwirrend, aber was solls. Das Sensimilla ist echt gut, wenn man nicht direkt nutzlos in der Ecke liegen will. Auch hier war die Bedienung wieder sehr freundlich, außerdem gibt es hier hervorragenden Kaffee. An sich ist der Laden sehr empfehlenswert, allerdings können die Sitzgelegenheiten auf Grund der fehlenden Lehnen bei zu langem Aufenthalt etwas ungemütlich werden.

Der nächste Halt sollte eigentlich der/das Regine werden, allerdings sah auch der Laden wieder sehr klein und voll aus und lud uns daher auch nicht wirklich ein. Das Maximilian liegt auf der selben Straße, allerdings kamen wir hier nicht vorbei. Hier also bitte dem ersten Bericht vertrauen ;)

Nächstes Ziel eingegeben und weiter. 5 Minuten Fußweg vom Regine entfernt, liegt das Easy Going. Trotz des Bildes im ersten Bericht und der eingehenden Beschreibung der Katze wäre ich direkt dran vorbeigelaufen, wäre meiner Freundin nicht besagtes Tier vor die Füße gesprungen. So erwies sich die Katze als gute Angestellte und wies uns den Weg :) Auch hier wieder der typische Anblick. Ein Vorraum mit Theke und der Sitzbereich hinter einer Tür. Der Bartender war super nett, ich weiß, ich sag das die ganze Zeit, aber diesmal wirklich. Und seeeehhhhhr entspannt. Müsste in Etwa unser Alter gewesen sein, also Mitte 20. Besondere Spezialitäten gabs hier nicht, das Bio für 7€ und das Shiva für 8€ sind aber sehr gute Alternativen zu den Hammersachen. Wir möchten uns hier nochmal entschuldigen, dass wir nicht noch auf ein Tütchen geblieben sind. Die Musik gefiel uns, die Bedienung war nett, aber wir waren noch zu kaputt vom Empire. Bei 3 Gramm bekam ich noch 3 Papes und Tipps geschenkt, fand ich ne nette Geste. Der junge Mann riet uns noch „Have a nice day“, was ich mit einem „don´t worry, we will“ beantwortete :)

Immer noch benebelt ging es weiter zum Sensimilla. Der Shop Lounge würde auf dem Weg liegen, allerdings sagte mir das Bild, das ich im Netz sah, schon nicht zu. Wir sahen das WW Sensi von der anderen Straßenseite aus. Meine Freundin wollte zunächst nicht, da das geschlossene, runtergekommene Geschäft im Erdgeschoss nicht wirklich einladend wirkte. Ich konnte sie aber überreden, zum Glück. Die Stufen bis nach oben erwiesen sich für uns als eine Art Stairway to smoker´s heaven. Als ich den Bartender sah, fiel mir auf, hey der war doch gestern noch im Sativa. Die Karte im Sensi unterscheidet sich von denen im Indica und Sativa wieder. Hier gab es NYC Haze (glaube ich, bitte nicht hauen wenn´s nur Diesel gibt), Chocolope, Sage, nochmehr Cheese und jede Menge weitere Leckereien. Ich entschied mich für das NYC und Chocolope. Vom Raucherbereich waren wir begeistert. Ein riesiger Shop, Flugzeugsitze als Siztgelegenheiten, Billardtische, Internet… Oh fast vergessen…

Kam mit dem Tender ein bisschen ins Gespräch, dass das Sativa, Indica und Sensi ja zusammenhängen und sagte ihm auch, dass wir im Indica kurz Nol gesehen haben. Er sagte nur,“Oh yes, we call him the Guru“. Erzählte dann noch, dass er in Spanien lebt und zur Zeit wegen Gesetzesproblemen mit den Shops in den Niederlanden ist. Darauf hin sagte ich nur „Ivo Opstelten“ und er schüttelte nur den Kopf.

Wieder zurück… Wir sind im Sensi so richtig schön versackt. Die Flugzeugsitze und das Nyc zusammen mit dem Choco haben uns echt träge gemacht :) Ich glaube wir hingen knapp 1 ½ Stunden da fest.

Anschließend entschieden wir den restlichen Tag, es war mittlerweile schon wieder halb 4, in der City zu verbringen. Meine Freundin suchte sich ein Paar Schuhe, ja wirklich nur eins, ich schluffte hinter ihr her wie der treue Diener:) So gegen halb 6 entschieden wir uns, nochmal was zu essen. Wir stoppten beim „Haarlemsche Vlaamse Frites“ und holten uns… Na klar, Frites. Waren aber nix besonderes.

Wir begaben uns anschließend auf den Wunsch meiner Freundin nochmal ins Birdy, der Laden scheint echt auf Frauen zu Wirken. Gegen 7 dort angekommen entschieden wir uns nochmal für ein Zakje Knetter. Der war irgendwann gegen 9 gelehrt und wir machten uns auf den Rückweg ins Hotel. Wir machten wieder einen kleinen Zwischenstopp um uns nochmal zu stärken, oder so ähnlich:) Kurz danach merkte ich, dass mein Autoschlüssel weg war, den ich eigentlich nur mithatte, weil ich noch die Jacken getauscht habe und meine dicke Jacke ins Auto gepackt habe, bevor wir losgegangen sind. Mit nem gefühlten Puls von 250 schlichen wir also in gebückter Haltung mit Smartphone Taschenlampe die Meter zurück, bis zu dem Punkt, wo wir kurz gerastet haben. Und Gott sei Dank, da lag er. So einen Nervenkick muss man echt nicht haben. War im Kopf schon mit dem Zug unterwegs zurück nach Hause den Ersatzschlüssel holen, während meine Freundin das Auto bewacht :) Irgendwann so um 10 Uhr trafen wir dann wieder im Hotel ein…

Am nächsten Morgen genehmigten wir uns noch einen Kaffee im Hotel und checkten früh aus. Anschließend gings nochmal kurz ans Meer und gegen 10 Uhr traten wir den Heimweg an. Der diesmal satte 3 Stunden dauern sollte.

Fazit: Haarlem ist für Jeden und zu jedem Anlass eine Reise wert. Sowohl die Stadt versprüht einen unglaublichen Charme, als auch die Leute sind durchweg super freundlich. Es gibt Sehenswürdigkeiten ohne Ende, Shoppingmöglichkeiten am laufenden Band, ruhige gemütliche Ecken und Coffeeshops, die einen Besuch wert sind. Wir waren letztes Jahr für einen Tag in Amsterdam und hatten danach auch wirklich genug, in Haarlem hätten wir auch noch 2 Tage länger bleiben können, wenn unsere Füße nicht so geschmerzt hätten :) Es bietet alles was Amsterdam auch hat, ohne die unangenehmen Mitbringsel. Ich hatte zum Beispiel nie Angst um mein Portemonaie.

Zu den Shops kann ich nur sagen, man fühlt sich wirklich überall willkommen. Die Auswahl ist riesig und für Jeden ist was dabei, vom Anfänger bis zum Experten, die richtige Beratung inklusive. Die Bedienungen sprechen Englisch und wenn man es mit Nederlands probiert, entschuldigen sie sich manchmal sogar, dass sie kein Deutsch können, wenn sie deinen Ausweis sehen. Das Weed macht einen sehr reinen Eindruck. 3Gramm in Haarlem haben viel mehr Volumen als 3 Gramm aus Nijmegen, Arnhem (früher Venlo,Maastricht) etc…

Ich denke für uns kann ich es in einem Satz sagen:

Man muss vielleicht nicht soweit fahren um so eine Weedqualität zu bekommen, aber nirgendwo sonst bekommt man so ein Gesamtpaket wie in Haarlem.

 

Reisebericht Haarlem: A trip to little Amsterdam

Einige von Euch warten ja schon gespannt auf meinen Reisebericht zu Haarlem. Vorab kann ich schon einmal sagen, dass sich ein Besuch in jedem Fall lohnt. Haarlem gehört zu definitiv zu den Städten die man gerade als Kiffer mal gesehen haben sollte.

Ein gut gelaunter Gastgeber - Nol van Schaik

Ein gut gelaunter Gastgeber – Nol van Schaik

Wir sind am Freitag gegen 15h in Köln gestartet, und hatten leider kein Glück mit dem Verkehr. Für die 267km haben wir gute 4 Stunden gebraucht, und waren dementsprechend nervlich angespannt. Auf der Hintour ist mir auf der A3 die Anwesendheit unserer Staatsmacht extrem aufgefallen. Ich weiß nicht was am Freitag los war, ich habe jedoch zwischen Oberhausen und der NL Grenze 6 Einsatzwagen zählen können, die alle „Beschäftigt“ am Strassenrand standen. Glücklicherweise wussten wir ja, dass wir nicht am selben Tag zurück reisen werden. Nur hatte ich extremes Mitleid mit den Menschen, die dort mal wieder ihre Reputation, ihren Führerschein und sonst was verloren haben. Gegen 19h sind wir endlich am Hotel angekommen. Wir hatten im Hotel Zwanenburg, ein Low-Budget Zimmer gebucht (2 Nächte für 78 EUR). Wie (fast) immer wurden dann auch noch an der Rezeption 15 EUR pro Nacht für unsere vierbeinige Mitreisende fällig. Was soll ich zu dem Hotel sagen? Es liegt genau zwischen Amsterdam und Haarlem. Also eigentlich ein prima Ausgangspunkt, insbesondere da direkt in der Nähe ein Bus fährt der einen in beide Richtungen bringt. Für jemanden der nicht so anspruchsvoll ist, sicher eine gute Entscheidung. Ich persönlich werde beim nächsten mal etwas mehr Geld in die Hand nehmen. Es war nicht wirklich sauber, die Zimmer sehr klein, das Frühstück haben wir glücklicherweise nicht mitgebucht. Wir wollten es Sonntags wahrnehmen und haben uns vorher die Auslagen angesehen, und uns dann entschieden ausserhalb etwas Essen zu gehen. Glücklicherweise hatte unser Zimmer jedoch einen kleinen Balkon (was eigentlich die Feuertreppe war) – so konnten wir wenigstens ungestört in der Kälte rauchen. Wir haben dann schnell unsere Sachen auf das Bett geschmissen und uns kurz frisch gemacht, um dann sofort weiter nach Haarlem zu fahren.

Unser erstes Ziel sollte das WW Sativa sein, also haben wir unseren Wagen irgendwo in der Nähe der Station geparkt (Achtung! 2.80 EUR die Stunde!). Wir sind also ins Sativa gegangen, meine Frau wollte unbedingt Ice-O-Later haben – es hing auch ein Poetje im Showcase (40 EUR). Doch leider war das Ice ausverkauft. Allgemein war die Auswahl nicht wirklich sehr groß. Es gab noch Gruwelijk (10er Kurs), WW (9er Kurs), Thai (3er Kurs). Qualitativ sah die Ware sehr gut aus. Der Bartender sprach deutsch (ich war so „durch“ von der Fahrt – ich hab keine vernünftige niederländische oder englische Bestellung hin bekommen ;-)). Wir sind allerdings „ohne Einkauf“ wieder abgedreht. Es gab ja noch einiges zu entdecken – nämlich 11 weitere Shops. Ich erinnerte mich an einen Tip hier in den Kommentaren („Geh ins Birdy“ schallte es mir durch den Kopf) – vielen dank dafür!!! Blick auf die Karte geworfen, das Birdy ist nur 5 Laufminuten vom WW Sativa entfernt – die Beine in die Hand genommen und hinter den Bahnhof gelaufen.

Das Birdy machte von außen schon einen sehr angenehmen Eindruck. Auf der Karte bestätigte sich der Eindruck dann. Es gab Ice, Jelly, jede Menge Hash (u. a. auch Rif Man) – und leckere Wiet Sorten. Ohne lange zu überlegen, fragte ich die sehr freundliche Bartenderin nach ihrer Empfehlung, mit dem Hinweis das ich ein „Indica“-Typ bin. Sie empfahl mir „Knetter“  (wohl die Haussorte) – 1,2 für 10 EUR. Beim Birdys sollte man erwähnen das man bei einem Einkauf für 30 EUR 5 EUR Rabatt erhält. Ice und Jelly werden zu 0,4 für 10 EUR angeboten. Wir haben uns dann einen Knetter, ein Ice sowie ein Jelly Pack gegönnt (und haben dann 25 EUR gezahlt). Das Birdy ist ein sehr gemütlicher Shop. Hat mich eher an ein richtiges Café erinnert. Die Bartenderin sowie die Besucher waren alle sehr freundlich. Wir sind prima beraten worden und haben uns sehr wohl gefühlt, und wir haben an diesem Abend schon beschlossen den nächsten Abend dort wieder ausklingen zu lassen. Während wir dort geraucht haben, wurden wir von einem Schwarz Afrikaner angesprochen, namens „Fiffi“ :-D. Woher wir kommen, was wir hier so machen… Wir kamen halt ins Gespräch. Irgendwann fragte er mich ob ich nicht Gras aus Deutschland dabei hätte. Wir hatten noch eine Tüte in der Tasche. Die habe ich Fiffi dann geschenkt – was er damit gemacht hat würde ich nur zu gerne wissen. Jedenfalls war das Knetter sehr potent. Ein wirklich gutes Indica zu einem sehr akzeptablem Preis.

Nachdem wir uns ausgeruht und aklimatisiert hatten, sind wir dann noch weiter zum „Keywest“ gelaufen. Das erinnerte mich sehr an das „Lucky Luke“ aus Arnhem. Allerdings haben wir hier nur einen Blick auf die Karte geworfen, und haben uns dann entschieden noch in das Centrum von Haarlem zu laufen. Die Bartenderin im Keywest war freundlich, es war auch alles soweit okay. Leider gab es nur 2 Sorten Weed (Ice Haze & WW) sowie 2 Sorten Hash. Das sagte uns einfach nicht zu – und wir hatten nun auch so langsam Hunger. Es war mittlerweile schon 22:30 und wir hatten beide den ganzen Tag nur 2 Brötchen gegessen.

Neben WW´s Sativa gab es eine Frittebud die echt einladend aussah. Natürlich gab es niederländische Nationalgerichte: Gehaaktball für mich und eine Bami für meine Frau. Wir mussten immer wieder feststellen wie freundlich doch alle sind. Aus der Grenzregion ist man ja schon einiges gewohnt, aber hier hatten das Gefühl, wirklich „erwünscht“ zu sein. Nach dem leckeren Snack sind wir dann frisch gestärkt richtung Centrum gezogen. Dort gibt es drei Shops „in der Reihe“. Eine prima Übersicht der Shops, sowie eine Karte für das Smartphone gibt es hier.

Unser nächstes Ziel war der Shop „Empire“. Ein netter kleiner Laden, sehr offen gehalten. Mit einer netten Auswahl an Wiet und Hash u. a. Ice Haze, White Widdow, Pinneaple Chunk – zu akzeptablen Preisen. Da wir allerdings auf der Suche nach Ice-O-Later waren, nicht unsere 1. Wahl. Nach links weg geht’s zum „Join Us“ – also sind wir noch zu dem Shop gelaufen. Wir hatten mittlerweile 23:30 und unsere Füße sowie unsere Köpfe waren schon ganz schön in Anspruch genommen. Das „Join us“ ist ein sehr kleiner Laden, mit sehr wenigen Sitzplätzen. Hier stand u. a. Santa Matia, PP, und White Widdow auf der Karte. Allerdings war der Laden so überfüllt, dass wir wieder abgedreht sind um weiter ins „Take Away“ zu laufen. Wie der Name schon erahnen lässt, handelt es sich um einen puren „to go“ Laden. Da wir nun echt fertig waren, haben wir uns entschlossen einen Joint for take away zu nehmen. Wir haben uns für einen Amnesia Joint entschieden, und dann haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotelzimmer gemacht. Dort angekommen, sind wir auch umgehend tot ins Bett gefallen.

Am Samstag morgen war ich schon ein wenig nervös. Heute sollte der „grosse“ Tag sein, ich hatte mich mit Peter Lunk im WW´s Indica verabredet um ein wenig mit ihm zu senieren und über das Smoke Out zu sprechen. Vorher wollten wir aber noch unseren Hund beschäftigt wissen, also ging es erst mal nach Bloemendaal an den Strand. Ich kann nur eins sagen: „KALT“. Aber der Hund hatte seinen Spaß und das war das erste Tagesziel. Es war dann mittlerweile auch schon 13h, also sind wir zurück ins Hotel um uns frisch zu machen und Peter anzurufen. Den haben wir auch sofort erreicht und er wartete im Indica auf uns. Dort sind wir gegen 15h angekommen. Auf der Karte waren folgende Sorten zu finden: Amnesia, Candy Kush, Juicy Power, Ice Haze & Lemon Jack (glücklicherweise hat Nol mir die nochmal geschickt – gewusst habe ich nämlich KEINE mehr). Ich hatte mich für das Candy Kush entschieden, was ich auch nicht bereute.

Nol & MarcelIch erwartete ja eigentlich nur Peter, da ich von mobo ja die Auskunft hatte, dass Nol in Spanien sein wird. Zu meiner Überraschung waren aber beide anwesend. Wir haben nett einen gemeinsam geraucht, und sind ein wenig ins Erzählen gekommen. Nol und Peter sind sehr angetan von unserem „Projekt“ welches wir hier aufgebaut haben. So sind auch die beiden der Meinung das dieses Jahr DAS Jahr für UNS ist um etwas in der Politik zu bewegen. Die Änderungen die im Ausland vor sich gehen müssen genutzt werden und dürfen nicht einfach „verpuffen“. In dieser Richtung hat Nol noch einige Projekte in Planung die dieses Jahr noch starten werden, die sich sehr vielversprechend anhören. Eines dieser Projekte ist das diesjährige Smoke Out, mit anschliessender Party auf der die Cannalympics veranstaltet werden sollen. Hier sollen verschiedene Teams der verschiedenen Länder (NL, GB, FR, BE, BRD) gegeneinander antreten um den Weltmeister in verschiedenen Disziplinen zu küren. Sponsoren wurden schon gefunden und auch wird ein Dokumentarfilm darüber erstellt werden. Ich habe natürlich nachgefragt warum die zusammen Arbeit der Coffeeshopbetreiber in Sachen Wietpas und Legalisierung so gar nicht vorhanden ist. Hier muss man einfach bedenken, dass es zwei Typen von „Betreibern“ gibt. Einmal die „Wietseller“ und dann die wirklichen Aktivisten. Die wirklichen Aktivisten haben sich zusammengefunden – die Wietseller haben kein wirkliches Interesse, drehen nur ihr „eigenes Ding“ und wollen vor allem Geld verdienen. Wie und auf welche Weise ist denen egal. Allerdings erkennt man einen Shop der einem „Aktivisten“ gehört sofort, am Angebot, am Flair, am Umgang. Bei Nol ist es kein Problem auch Ware umzutauschen die einem nicht zu sagt. Das sollte auch „normal“ sein. Ebenso das die Ware beschnüffelt, angeschaut und gedrückt werden darf. Auf das Urteil eines Bartenders kann man sich in solch einem Laden blind verlassen. Wie ich vorher schon im Birdy gemerkt habe. Wir haben bis abends um 18:30 zusammen gesessen – und ich muss sagen, danach war ich fertig.

Zum stärken sind wir dann zum Burger King an der Central Station gelaufen. Ich hab es meiner Frau schon angesehen – sie wollte unbedingt wieder ins Birdy. Gesagt getan – nach den zwei Burgern ging es uns ja auch schon wieder gut. Wir kiffen ja nun auch nicht erst seit gestern. Im Birdy angekommen, wurden wir auch schon nett begrüßt. Da hatten wir wohl gestern in der Stammgastecke gesessen. Wir haben zurück zum altbekannten Knetter gegriffen (das hat echt potential mein Lieblingsgras zu werden) – und wollten auch unseren ICE Vorrat noch etwas auffüllen. Kiffer sind ja Gewohnheitsmenschen, so waren wir froh wieder in der selben Ecke einen Platz zu finden. Diesmal hiess unsere Abendunterhaltung Denis. Denis war Stammkunde und wunderte sich über die Bong die meine Frau sich geholt hatte. ICE in der Tüte ist nicht so das wahre für uns, das muss schon durch eine Pfeife gehen. Jedenfalls meinte Denis, den Vaporiser von der Theke holen zu müssen um uns zu zeigen wie das denn geht. Wir hatten in Amsterdam schon mal im Cannabis College einen Verdamper geraucht, ich bei Barneys auch schon mal. Allerdings hatten wir noch nie ICE im Vaporizer geraucht. Ich war auch skeptisch ob das überhaupt funktioniert. Jedenfalls hat erst Denis eine Runde spendiert (die Niederländer packen das Ding ganz schön voll), und wir haben uns dann auch nicht „lumpen“ lassen. Wir wurden beide das Gefühl nicht los, das „Denis“ uns hier mal zeigen wollte wo der Hammer hängt. Damit war er dann bis gut 23h beschäftigt. Ein Ballon nach dem anderen drehte die Runde – und die zwei Duitsers haben immer noch gerade auf ihren Plätzen gesessen. Ich kenn sowas ja noch aus Venlo, da haben wir uns auch so manchen Spaß mit den Touris erlaubt. Das war ein teurer Abend für Dich Denis…. Wir sind dann im Anschluss noch ins WW‘s Sensimilla um uns dort zwei Stücke Roombooterkeukjie zu kaufen. Der Bartender hat uns extra darauf hingewiesen das wir nicht in Amsterdam sind, und wir bitte nur die hälfte essen sollen. Da der Kuchen noch gefroren war, ging das sowieso nicht. Ich habe mir da noch ein G Haarlemer Diesel gekauft. Ein sehr aromatisches Haze aus der Umgebung ;-). Wer Haze mag, sollte dort einmal zugreifen. Im Sensi habe ich leider die persönliche Bedienung (in Sachen Getränke) vermisst – hier gibt es „nur“ die Automatenbartender. Aber ansonsten ein sehr grosser Laden, mit zwei Billardtischen, einem DJ Pult, Internetcafe, Spielecke etc. Lädt zum verweilen ein. Die Stühle sind Sitze aus der 1. Klasse der Lufthansa. Damit war unser Samstag abend dann aber auch beendet. Wir sind dann zurück ins Hotel, der Kuchen war aufgetaut als wir angekommen sind. Natürlich haben wir nicht auf den Bartender gehört und sofort das ganze Stück gefuttert, noch eine Knetter Tüte gedreht, weil man danach so schön verknettert war. Meine Frau schaltete dann ein wenig im Hotelprogramm rum, um dann festzustellen das der Porno Sender „for Free“ war. Das war ne lange Nacht :-D und ich habe meine Frau in 12 Jahren noch nicht mit so roten Augen gesehen. Das war wohl der Kuchen schuld ;-).

Am Sonntag morgen bin ich runter und wollte mir das Frühstücksbuffett anschauen. Ich hatte vorher bei Booking.com schon gelesen, dass dies nicht der Hit sein soll. So war es dann auch. Also Hund Gassi geführt, Sachen gepackt und ab nach Haarlem. Was zu essen suchen… Dabei sind wir auf ein wunderbares Frühstückskaffee gestossen. Direkt neben dem Coffeeshop Maximillians liegt ein kleines Tee Haus. Dieses bietet Sonntagsmorgens ein Frühstück für 7,95 EUR pro Person an. Ich habe in NL noch nie so ein gutes Frühstück für so wenig Geld erhalten. Solltet Ihr in Haarlem nächtigen, geht dort hin! Der Tee ist einsame Klasse, die Eigentümer sind echte niederländische Originale. Einfach nur „leuk“. Das beste daran aber war, wir brauchten nur die Tür raus gehen, nach neben an gehen und schon standen wir im Maximillians. Ein eher kleiner Laden, mit einer Theke und 4 Sitzplätzen. Hier hab ich mir Critical Kush für nen Zehner geholt. Ein Vaporizer stand dort zur freien Benutzung – aber auch eher ein „Stop and Go Shop“. Nicht ganz unweit ist das Easy Going, dass sollte unser letzter Stop werden.

easy going

Coffeeshop Easy Going

Im Easy Going lebt ein Kater, daher sind Hunde verboten. Wer eine Katzenhaarallergie hat ist dort auch falsch, bzw. kann nicht bleiben. Bei uns war das glücklicherweise nicht der Fall, und so haben wir uns hier nochmal das White Widdow angeschaut. Aber auch hier keine großen Überraschungen mehr auf der Karte. Getränkeversorgung läuft über die Automaten, und der Laden hat ca. 15 Sitzplätze. Am Sonntagmorgen waren wir allerdings die einzigen Kunden. Das White Widdow sah gut aus und mit 8 EUR war es auch nicht teuer. Es gibt noch drei weitere Shops in Haarlem die ich nicht mehr geschafft hab. Aber irgendwann geht auch mir das Geld und die Lust aus. Wir haben uns dann gegen 13h wieder auf den Rückweg gemacht, und sind ohne Probleme um 17h wieder daheim gewesen.

Mein Resumee zu Haarlem:

Nehmt Amsterdam, schmeißt die Touristen raus, und ersetzt die unfreundlichen Niederländer gegen freundliche. Das Gras kostet dreiviertel von dem was es in Amsterdam gibt – die Auswahl ist natürlich nicht so gross – dafür aber qualitativ sehr hochwertig. Wenn es nicht gerade Samstag Abend ist, findet man in jedem Shop auch einen Sitzplatz. Die Shops haben teilweise bis 04h morgens geöffnet. Hier ist nichts mit Sperrstunde…. Um nochmal auf die Qualität des Weeds einzugehen: Ich für meinen Teil habe schon seit Monaten (!), trotz meiner Touren nach Arnhem, nicht mehr so „klares“ sauberes Gras geraucht. Ich weiß nicht was da im Grenzgebiet los ist, aber es ist nicht gut. Ich hatte wohl schon vergessen wie saubere Ware ausschaut. Der Kiffer ist halt ein Gewohnheitstier. Natürlich fällt die Entscheidung schwer, NICHT nach Amsterdam rein zu fahren, sondern daran vorbei nach Haarlem. Aber Leute glaubt mir, ein Besuch dort lohnt sich in jedem Fall. Hier kann man noch mit Niederländern in Shops sprechen und keiner schimpft über den Overlast. Im Gegenteil – man freut sich auf Euch! Selbst Grachten und die beliebten engen Amsterdamer Gassen findet ihr in Haarlem! Es fehlen halt nur die Touristen. Die nähe zu Amsterdam ist für Haarlem tötlich – ich hatte soviele Deutsche im Hotel die ALLE nach Amsterdam wollten. Dabei gab es doch nur 5km weiter nach rechts viel besseres, günstigeres Wiet….

Amsterdam ist schön für einen Tag, Haarlem für eine ganze Woche!

Toleranzcheck: Almelo

Na habt ihr mich vermisst? Bestimmt nicht, unser Hanfgleichstellen hat sich ja rührend um Euch gekümmert und Euch mit frischen News versorgt. Ich war gestern ganztägig in Almelo um mal zu schauen, wie es dort mit dem I-Kriterium so aussieht. Da man sich ja leider nicht so wirklich auf die Aussagen der niederländischen Medien verlassen  kann ist es ja immer am besten, wenn man selbst testet!

Das Enschede und Hengelo weiterhin tolerant sind wissen wir ja bereits. Über Almelo konnte ich bislang aber nichts herausfinden. Und da ich dort auch noch nie war habe ich die Gelegenheit genutzt, dem sympathischen Städtchen mal einen Besuch abzustatten. Donnerstag ist dort Markt und so konnte ich mich zu Anfang gleich mit leckerem Kibbeling stärken, der dort wirklich ausgezeichnet war! Aber es soll hier nicht wirklich um niederländische Fischspezialitäten gehen, sondern um Coffeeshops. Davon gibt es in Almelo zwei an der Zahl.

Als erstes haben wir den Coffeeshop „De Tuin“ (Willemsgang 17) aufgesucht. Dieser ist sehr zentral gelegen aber recht unauffällig. Wir kamen da exakt gegen 12 Uhr mittags an, als der Laden öffnete. Und so konnten wir noch die dort wartende Menschenmenge sehen, die sofort in den Laden stürmte, als aufgeschlossen wurde.  Im Eingangsbereich war es sehr voll und eng, aber wir kamen schnell an die Reihe. Die Auswahl war recht klein (jeweils 3 Sorten). Wir entschieden uns für Jack Herer (9€/g) entschieden. Vor dem Kauf mussten wir unseren Fingerabdruck abgeben (der mit keinerlei persönlichen Daten verknüpft wurde). Bei nächsten Besuch müssen wir uns nur damit wieder anmelden. Ich denke mal, das dient dazu zu verhindern, dass man mehrmals am Tag einkauft. Der Shop selbst war nicht sonderlich gemütlich, aber Personal und die (ausschliesslich niederländischen) Kunden waren sehr freundlich. Das Jack Herer war wirklich gut und lecker. Ungewöhnlich war, dass es in 0,5g-Portionen fertig eingeschweisst war. Habe ich so noch nie gesehen. Der Shop selbst ist eine Stiftung. Leider konnte ich nicht herausfinden, wer der Träger ist.

Danach haben wir uns zum Coffeeshop „Jemig De Pemig“ (Bornerbroeksestraat 28c) weitergezogen. Der war in einem großen Gebäude, in dem auch ein schmuddeliger Sexshop mit schmuddeligem Kino war. Der Shop selbst war als solcher kaum zu erkennen, da der Eingang nicht als Coffeeshop zu erkennen war (sah eher aus wie eine Spielhalle oder Sexclub). Wir sind auch zuerst dran vorbeigegangen. An der Strasse steht ein verblasstes Schild, das man schwer erkennen kann. Auf den Google StreetView-Aufnahmen war das Gebäude noch in Jamaika-Farben angestrichen, so hätte man es besser erkennen können. Vermutlich war das der Stadt zu auffällig, weswegen die Fassade jetzt wieder in langweiligem Grau angestrichen war.

Innen waren wir dann aber doch überrascht: Der Laden war riesig! Ein großzügiger Verkaufsbereich mit allerlei Vitrinen, in denen man Grinder, Bongs etc. erstehen könnte und einer Kasse, die leider mit einer Glasscheibe vom Kundenbereich abgetrennt war, was immer den Charme eines alten Postamts hat. Aber die Sortenauswahl war sehr groß und beeindruckend. Hier fanden sich Züchtungen, die man eigentlich eher in Amsterdam erwartet! Wir entschieden uns für „Power Kush“ und „Pineapple Chunk“. In den Konsumraum gelang man durch ein Drehkreuz, abgesichert durch ein Fingerabdrucklesegerät. Die eingebildet aussehende, aber doch sehr freundliche Budtenderin liess uns aber so rein. In der großzügigen Halle befanden sich einige Tische, zwei Billardtische, zwei alte Flipper und die obligatorischen Fotoplay-Automaten. Ausserdem eine Bühne, die sich dazu eignet, Konzerte im Shop zu veranstalten! Gestern stand dort allerdings ein großer Fernseher, auf dem ein Musiksender spielte. Es war recht leer, aber der Laden hat Potential für viele Kunden! Leider gab es keinen Getränkeausschank, alles kam aus Automaten (Kaffee, Süßigkeiten, Papers etc.). Es war nicht der schönste Coffeeshop, den ich besucht habe, aber wie in fast jedem habe ich mich wohl gefühlt. Und die beiden Kostproben, die ich dort probierte waren grandios! Auch dieser Shop ist eine Stiftung!

Fazit: Almelo ist ein sympathisches, kleines Städtchen. Der kleine Markt ist toll und so ganz anders als der hektische Enscheder Markt. Die Coffeeshops sind nicht die schönsten, aber man fühlt sich wohl und auch als Ausländer sehr willkommen! Eine große „Overlast“ ist wohl nicht zu erwarten, da die Stadt relativ weit von der Grenze entfernt ist und Enschede dürfte die meisten „Drogentouristen“ abfangen. Aber die wirklich außergewöhnliche Qualität und Sortenvielfalt im „Jemig De Pemig“ macht die Stadt für die alten Enschede-Besucher, die mal etwas Abwechslung haben wollen, zu einer guten Alternative.

Bedanken möchte ich mich bei der Bürgermeisterin Jon Hermans-Vloedbeld von der VVD (!!!) für die Toleranz gegenüber ausländischen Gästen!