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Nijmegen: Coffeeshops sollen Overlast selbst regulieren

Heute meldet der Gelderlender, dass die SP in Nijmegen fordert , dass die Coffeeshopbetreiber in den Wohngebieten  selbst in die Verantwortung zur Overlastbekämpfung übernehmen sollen. Ein entsprechender Antrag dazu wird vorbereitet!

In Amsterdam existiert bereits das Experiment des „Nachbarschaftsgassen-Wächters“ (wer dafür einen besseren Namen findet – kann ihn behalten :-)). Dabei handelt es sich um Coffeeshopmitarbeiter, die auf die Strasse geschickt werden, um Kunden auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen. Wenn zum Beispiel in der Nähe des Shops mit laufendem Motor geparkt wird, um dann im Shop einkaufen zu gehen (was ich eigentlich nur von gelben Nummernschildern kenne) greifen diese Mitarbeiter ein. In Doetinchem läuft ebenfalls ein Experiment wo die Coffeeshopeigentümer „Wachen“ und „Mitarbeiter zur Verkehrsregelung“ einsetzen. Das ist der richtige Weg um gegen den Overlast vorzugehen.

Verschiedene politische Parteien, darunter auch die PvdA und die SP, weisen darauf hin, dass es in der Wohngegend um Bottendaal zu Meldungen von „Overlast“ kommt. Insbesondere geht es hier um die Parkmöglichkeiten und Parksituation. Namentlich sprechen wir hier von den zwei Shops:

1. Labda Labda – Jan de Wittstraat 47

2. Koffieshop Panorama – Doctor Jan Berendsstraat 96

SP-Ratsmitglied Helmer weißt darauf hin, dass mit dem neuen „Drugsbeleid“ auch das „Overlast-Kriterium“ eingeführt wurde. Die Anwohner sollten deutlich machen, wo und in welcher Weise sie belästigt werden. Sollte ein Coffeeshop nicht gegen den Overlast vorgehen, sollte eine Schließung von 3 Monaten in erwägung gezogen werden.

Ich bitte Euch also: BENEHMT EUCH – UND PARKT NICHT VOR DEN SHOPS!!!!

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Leseraktion: Fragen an den Coffeeshop „Kronkel“

313448_360430080733197_826009773_nSo sind sie, die Blogger! Stets am Überlegen, was man alles noch zu einer Story verwursten kann. So hatte ich heute Mittag mal die Idee, den bekannten Nijmegener Coffeeshop „Kronkel“ zu fragen, ob die nicht Lust auf ein Interview haben. Die Entscheidung für das „Kronkel“ war bewusst gefällt: Zum einem, weil er ein recht beliebter Shop ist, auch bei den deutschen Kunden. Ausserdem ist es ein Shop, der sich (anders als die meisten anderen Shops in der Stadt) recht laut präsentiert: So gibt es eine gut geführte Facebook-Page und es finden dort regelmäßig Veranstaltungen wie Konzerte statt. Zum anderen natürlich aufgrund der besonderen Situation von Nijmegen: Seit Mai ist die Gemeinde Anlaufstelle für viele ehemalige Venloer und Maastrichter Grenzgänger und was dann im Januar für einige Tage selbst von der strikten neuen Politik der Niederlande betroffen um letztendlich dann doch wieder für alle geöffnet wurde.

Ich habe mich sehr gefreut, als sich der Shop dann zu einem schriftlichen Interview bereit erklärt hat! Und jetzt kommt Ihr ins Spiel!

Gebt mir Eure Fragen! Was möchtet ihr vom Shop wissen? Schreibt mir Mails oder antwortet in den Kommentaren. Nach ein paar Tagen werde ich dann zusammen mit den anderen Autoren die Fragen, die wir letztendlich absenden zusammenstellen.

Bitte bedenkt, dass ein Coffeeshop verständlicherweise nicht viel über die Herkunft der Ware sowie über die verkauften Mengen sagen kann, da wollen wir auch gar nicht bohren. Hauptthema soll die Coffeeshoppolitik sein, wie die Tage im Januar erlebt werden, wie die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister ist und so weiter. Und ja, nach Streckmittel und deren Überprüfung fragen wir auch, es soll aber nicht das Hauptthema sein…

Gerne könnt ihr auch Lob und (konstruktive) Kritik loswerden, dafür wird sicher Platz in der Mail sein. Ich freue mich auf Eure Teilnahme und natürlich dann auch auf das Interview!

Übrigens: Bekannterweise ist „Kein Wietpas!“ gegen Diskriminierung jeglicher Art. Sollte sich ein andere Coffeeshopbetreiber jetzt übergangen fühlen, kann er sich natürlich auch gerne bei mir melden!

Ein Shop zu, einer wieder offen

Zwei Kurzmeldungen: Der Coffeeshop „Fly ´n High“ in Breda (Nordbrabant) hat wieder seine Pforten für Nederlands Einwohner geöffnet. Aus Mangel an Registrierungen hat dieser beliebter Shop nach der Einführung des Wietpas am 01. Mai schnell geschlossen. Jetzt, wo die Registrierung abgeschafft wurde und durch das I-Kriterium ersetzt wurde, will Betreiber Paul Zweers es erneut versuchen. Auch wenn er mich und viele andere Ausländer nicht bedienen darf, wünsche ich ihm natürlich viel Erfolg!

In Nijmegen hingegen gibt es temporär einen Coffeeshop weniger für alle Einheimischen und Drogentouristen ausländischen Gäste der Stadt: Der Coffeeshop „Smoke“ muss für 3 Monate schliessen, weil bei Kontrollen zwei Mal Minderjährige im Laden angetroffen wurden. An Regeln muss man sich halten.

Business as usual in Nijmegen

Der Gelderlander hat heute über die Situation in Nijmegen berichtet. Bereits kurze Zeit, nachdem die Coffeeshops wieder unabhängig von der Herkunft der Besucher frei zugänglich waren, sind die Strassenhändler verschwunden und alles ist wieder beim Alten. Niemand fühlt sich genötigt mit einer Schreckschusspistole rum zu ballern.

Ich hoffe, Herr Opstelten, Herr Hoes, Herr Scholten und alle anderen Hardliner ziehen ihre Schlüsse daraus!

Venlo sollte sich auch bald öffnen… ?!

Nijmegen war die erste große Niederländische Stadt, die ein eingeführtes und durchgesetztes I-Kriterium nach 22 ½ Tagen wieder verworfen hat und die Türen der Coffeeshops für Touristen wiedereröffnete. Angewiesen hat das Hubert Bruls, Bürgermeister von Nijmegen, erklärter Touristenfeind und grundsätzlicher CS – Gegner (z.B. wollte er im Ausland lebenden Niederländern den Zugang zu CS gewähren – aber keinen Deutschen) .
Bruls war bis Ende Mai 2012 Bürgermeister von Venlo, tauschte diesen Platz aber mit Wim Dijkstra (PvdA), der bis November in Venlo kommissarisch das Bürgermeisteramt übernahm. Antoin Scholten (VVD) ist nun der gewählte Bürgermeister Venlo´s.
Nachdem das Venloer Ratsmitglied Hay Janssen (PvdA), unmittelbar nach Bekanntwerden der Nijmegener Kehrtwende, auf Twitter Antoin Scholten aufrief es Bruls gleich zu tun – wollte ich genauer wissen, was uns wohl in Venlo demnächst erwarten könnte.

Antoin Scholten ist uns bisher eigentlich erst einmal unangenehm aufgefallen mit dem Ausspruch „Er sei froh, das die Deutschen nicht mehr in seiner Stadt seien“. – Und ich habe mir einen „Wolf gesucht“ das Zitat zu finden – leider nicht. Ich denke fast, das im größeren Zusammenhang diese Aussage sich gegen „Drogentouristen“ IN der Stadt richtete und nicht gegen Drogentouristen innerhalb der Gemeinde! Scholten hat sich, nicht erst als Bürgermeister von Venlo, GEGEN den Wietpas ausgesprochen. Die sogenannte Overlast ist ihm ein Dorn im Auge, hat er oft genug betont – statt strengeren Durchgreifens hat er, zu Wietpas-Zeiten, dann aber solche Vorschläge in den Raum geworfen wie „Anonyme Registrierung in CS mit offener Mitgliederzahl und Mehrfachregistrierung“ um wenigstens die Niederländer wieder in die Shops zu bekommen. Des Weiteren hat er vor dem Wietpas dafür plädiert keine weiteren nationalen Alleingänge zu machen – sondern die Softdrugs auf „ein Europäisches Niveau“  zu heben.  Scholten scheint mir vom ganzen Wesen (ich habe heute nichts anderes gemacht als „ALLES“ von ihm zu lesen was ich finden konnte – wenn ich Zeit hatte) ein Realist zu sein. Wenn es nach ihm ginge würde die EU Deutschland und Belgien zwingen dafür zu sorgen, das kein Belgier und Deutscher mehr nur wegen Dope nach Holland fährt. Er gehört keinesfalls zu den Hardlinern a la Hoes und Opstelten die das CS-System entfernen wollen. Ihm sind die 18-2x-jährigen „NurKäufer“ ein Dorn im Auge – weil eben genau diese „Zielgruppe“ auch die interessanteste für die Straßendealer ist – um diese Straßendealer zu minimieren ist er aber „zu vielem bereit“.
Die Straßendealersituation bekommt er aber nur mit der Abschaffung des I-Kriteriums gemildert und darum wird er es tun! Der Gemeinderat steht hinter ihm – und man hört NICHTS – GARNICHTS! Das ist ein gutes Zeichen! Scholten überlegt – weil er grundsätzlich nicht unüberlegt  handelt.

Das war meine persönliche Einschätzung von Antoin Scholten und Prognose zu Venlo. Im Laufe des Tages sind aber noch einige neue Informationen hinzugekommen, die uns eine kleine Zeitachse liefern.

Die Venloer Parteien erwarten kurzfristig eine Drogendebatte des Gemeinderates um die Vorgehensweise zu besprechen. Derweil prescht die PvdA nach vorne und wird am kommenden Montag (28.01.2013) im Venloer Gemeinderat eine „Motie“ zur Abstimmung bringen. In dieser wird der Bürgermeister aufgefordert, mit sofortiger Wirkung, in der Gemeinde Venlo wieder die Bedingungen herrschen zu lassen wie sie VOR dem 01.05.2012 waren.
Was kurzfristig ist? Keine Ahnung! Noch vor dem PvdA-Antrag? Nicht viel Zeit… ;-)
Montag wird der Gemeinderat die „Motie“ der PvdA auf jeden Fall schon mal mit einer großen Mehrheit durchwinken – Scholten muss daraufhin aber nicht das I-Kriterium abschaffen – das obliegt einzig und allein seinem Gutdünken. Scholten ist Realist – Bruls nicht. Bruls hat schon offen – Scholten bald auch… aber nicht Montag.

100€ an den Schildower Kreis mit dem Stichwort „KeinWietpas – HanfG schreibt Scheiße“ – wenn Scholten in Venlo nicht vor dem 01.03.2013 die Türen aufmacht. Versprochen!

„Drugsbeleid“ in den Niederlanden ist vollkommen zersplittert

Der Binnenlandsbestuur (öffentlicher Haushalt) meldet heute auf seiner Website folgende Meldung:

Der Softdrugbeleid in den Niederlanden bietet derzeit ein vollkommen zersplittertes Bild, verursacht durch die undeutlichkeit vom Minister Opstelten über die lokalen Anpassungen und über deren Einführungsdatum.

Einwohnerkriterium
Dazu schrieb Bruls am Mittwoch einen Brief an den Gemeinderat. Dieser wollte das Bruls das sogenannte „Einwohnerkriterium“ welches seit dem 01. Januar 2013 eingeführt wurde wieder fallen lässt, weil dadurch der Straßenhandel merkbar zugenommen hat. Bruls stimmte nur widerwillig zu.

Rechtliche Unsicherheit
Bruls sagt, dass die Haltung von Minister Opstelten in dieser Sache ungewünschte rechtliche Unsicherheit erzeuge, undeutlich für die Bürger und Coffeeshops sei und ein sehr undeutliches Signal ins Ausland gibt.

Deutsche Drogentouristen
Nach dem Nijmegener Bürgermeister war in 2012 die Sprache von einer „klaren nationalen Linie“: per 01. Januar 2013 sollten nur Einwohner der jeweiligen Gemeinden Softdrugs in einem Coffeeshop kaufen dürfen. Bruls führte das Kriterium in Nijmegen ein, die umliegenden Gemeinden jedoch nicht. In die Region Arnhem/Nijmegen kommen sehr viele Deutsche Drogentouristen.

Handhabung
Opstelten hat nach der Meinung von Bruls deutlich gemacht, dass die lokalen Anpassungen für die Gemeinden nicht bindend sind, sondern eine „A4-Blanco-Einlieferung mit folgender Nichteinhaltung“ ist. Auch Opstelten würde keine Enddatum nennen können, zu der die Sache geregelt sein soll. „Diese Haltung vom Minister steht im eklatantem Unterschied zu der Aussage, dass im Prinzip die Gesetzte zum 01.01.2013 überall in den Niederlanden gehandhabt werden müssen“.

lokale Anpassungen
Bruls findet das der Begriff „lokale Anpassungen“ hierduch eine hohle Phrase geworden ist und kippt daher die sture Handhabung des Einwohnerkriteriums. Nicht-Nijmeger können für unbestimmte Zeit wieder Softdrugs in den ansässigen Coffeeshops kaufen.

Brief von Bruls
Das Justiz Ministerium stellte Mittwochabend fest, den Brief noch nicht erhalten zu haben. Ein Sprecher vom Ministerium nannte den Drugsbeleid jedoch „vollkommen klar“.

Städtische Pläne
Die Pläne, welche die Gemeinden über die Handhabung der Regeln machen, sind ihm zufolge nicht „freibleibend“. „Es kann nicht sein, dass darin nicht an die Priorität der Handhabung des Einwohnerkriteriums gedacht wurde“, sagt der Sprecher. Opstelten soll die Pläne der Gemeinden seperat beurteilen.

Quelle

Auf gut Deutsch, die Achterbahnfahrt geht weiter. Das Justizministerium kannte den Brief von Bruls noch gar nicht – und wird jede Stadt einzeln „aburteilen“. Die einen werden den „Segen“ bekommen – andere wiederrum nicht. Oder wir haben hier mal wieder die Ausnahmeregelung der Ausnahmeregelung. Typisch Niederländisch. Das selbe haben wir ja schon mit der Backdoorproblematik. Es ist ja schon unlogisch in sich, legal verkaufen zu dürfen, und nur illegal einkaufen zu können. Nun darf die Gemeinde nicht mehr an Ausländer verkaufen – so steht es geschrieben. Aber halten wird sich keiner dran. Somit sind wir quasi bei der Duldung der Duldung.

In Deutschland wäre solch eine Politik einfach nicht durchführbar! In den Niederlanden aber jeden Tag ganz normal….

Bruls zeigt Einsehen…

Nijmegen die erste große Stadt rudert zurück.

Heute Mittag, gegen 13:00 bekamen die ersten CoffeeShops in Nijmegen die offizielle Benachrichtigung, das Bürgermeister Bruls das Durchsetzen des I-Kriteriums bis auf weiteres aussetzt. In diesem Schreiben macht er noch einmal deutlich, das er mit dieser uneinheitlichen Reglung auf Landesebene sehr unzufrieden ist… und solange da keine Klarheit herrscht wird er das I-Kriterium in seiner Stadt nicht kontrollieren und gewährt jedermann Ü18 den Zugang in die CS der Stadt Nijmegen.
Zwischen den Zeilen wird aber schon deutlich, das er persönlich eigentlich ein Hardliner ist. Weil alles so unklar ist entspreche ich dem Wunsch des Stadtrates – zufrieden bin ich damit aber nicht. Ist was er seiner Frau sagen wird.

Das Telefonergebniss (14:30 – 14:45):

Kronkel: „JA wir haben für ALLE offen
JetSet: „Uns fehlt das Papier noch
Dakota: „Wo ist der Link von dem PDF
‚t Wonder: „Ja ihr seid wieder willkommen
De Wedren: „Ja ich habe es selbst gerade erst erfahren

Die Information ist also noch nicht in allen CS angekommen, ich bin aber sicher das noch im Laufe des heutigen Tages ALLE CS ihr Türen für Touristen wieder öffnen werden.

Ich sehe das Einlenken Bruls als einen ganz wichtigen Punkt. Hoffentlich ein Wendepunkt! Nijmegen ist die erste große Stadt, die diskriminierte und die Diskriminierung wieder aufhob. Bruls ist ein HardLiner! Bruls ist nicht seiner Überzeugung gefolgt sondern ist dem Druck des Stadtraates, der Straßensituation und evtl. auch den Aktivitäten des Rechtsanwalts André Becker, der den Inhaber des JetSet und Dreadlock vertritt, „erlegen“. ABER um sich als Konservativer den Tatsachen, in der Art, so schnell geschlagen zu geben muss irgendwo in dem Menschen ein guter Kern schlummern, der einem Onno Hoes in Gänze fehlt.

Nijmegen ist OFFEN

Ich habe es schriftlich!

VON BRULS!

NIJMEGEN IST OFFEN

Das I-Kriterium wird vorläufig nicht gehandhabt!

https://www.dropbox.com/s/tgn6o0klgn263on/Brief%20bgm%20d.d.23.1.2013%20inzake%20coffeeshopbeleid.pdf

Später mehr, mir laufen die Tränen – ich muss einen Kiffen!

Dann ruf ich die Shops in Nijmegen an und berichte mehr…

Gelderlander Knipselkrantjes – 2

Gelderlander-2

Seite 3 des „de Gelderlander“ vom 19.01.2013.

Der sehr pragmatischen, wertungsfreien Dokumentierung der entstandenen Straßendealer Situation auf Seite 2 folgen auf Seite 3 noch vier beispielhafte Bilder mit folgenden Überschriften:

Wir haben Aufpasser vor die Tür gestellt, Kameras aufgehangen, die Straße saubergehalten. Aber jetzt sind wir in Nimwegen zurück im Damals“ Victor Verriet, Inhaber von den Nimwegener CS Jetset und Dreadlock.

Deutsche verursachen keine Belästigungen. Du kannst sie eigentlich gar nicht erkennen“ Tony Oude Groote Beverborg, Inhaber des Arnheimer CS Upstairs.

 

Jetzt mehr Deutsche in Arnheimer Shops

von Harold Schuil (Arnhem)

Die Webseite coffeeshopnieuws.nl hat eine praktische Karte gemacht. Die Dutch Coffeeshop Tourist Map. Auf ihr können Touristen in einem Blick sehen, wo sie für ihr Gras hin können.

Nimwegen ist auf der Karte ein roter Punkt  genau wie Doetinchem. Tiel, Arnheim, Winterswijk und Ulft hingegen sind Grün: In diesen Orten wird wie vorher weiter an Ausländer verkauft.

Deutsche sind andere Kunden als die Belgier und Franzosen“, sagt Tony Oude Groote Beverborg, Inhaber von dem Arnheimer CS Upstairs. „Du erkennst sie eigentlich gar nicht. Ein Deutscher verursacht keine Belästigungen“.

Oude Groote Beverborg sagt das seit seine Kollegen in Nimwegen kein Gras mehr an Ausländer verkaufen in seinem Shop etwas mehr Deutsche Kunden sitzen. „Ich denke, das es so 5% – 10% mehr Kunden sind. Es ist also nur ein kleiner Teil die hinzugekommen sind.

Frans de Keijzer, Inhaber von dem Arnheimer CS ZeroZero stellt fest, des er keine deutliche Zunahme von Deutschen Kunden sieht. „Meine Kunden kommen von überall. Es steht mir nicht zu, zu fragen woher sie kommen. Ich kann doch nicht nach der Herkunft diskriminieren? Wir haben doch einen freien Handel in Europa? Und wenn sie kommen bringen sie doch Geld mit, nicht nur für die CS. Ich finde den Beschluss von Bürgermeisterin Pauline Krikke sehr lobenswert“.

Auch Oude Groote Beverborg ist sehr zufrieden mit dem Beschluss von Krikke den Verkauf an Ausländer nicht zu verbieten. „Es gibt kein Problem. Minister Opstelten erzeugt ein Problem. Wahrscheinlich um sich international gut zu präsentieren. Sie zwingen damit das Gras in die kriminelle Szene, als wollen sie daraus eine HardDrug machen. Von Alkohol, GHB, Speed, Kokain kannst du sterben. Von Gras nicht. Versuch mal jemanden mit einer Grastüte zu erschlagen – selbst das gelingt nicht. Du kannst davon höchstens einschlafen“.

Oude Groote Beverborg  sieht in den neuen Maßnahmen den Versuch alte Probleme zu lösen. „In Maastricht haben sie die letzten Jahre eine Menge aus dem Ruder laufen lassen. Und dann kommt Opstelten und will das mal so eben lösen. Hier wird für das Ausland ein Bühnenstück aufgeführt. Aber das ist zum Scheitern verurteilt. Opstelten will den Chef spielen. Er vergisst, das wir CS-Besitzer ordentlich Abgaben zahlen. Wir bezahlen sein Gehalt“.

Der CS-Besitzer weist noch auf eine andere Entwicklung als Folge der Niederländischen Verfahrensweise hin. „Kunden suchen immer nach dem besten Gras. Dadurch, das die Anlieferung nicht konstant ist – z.B. weil Plantagen entdeckt und vernichtet werden – sind die Kunden ständig auf der Suche nach der besten Qualität. Die Niederlanden sind zu streng geworden. Und schon kommt das Gras aus Polen oder Deutschland“.

 

Ebenfalls nicht schlecht der Bericht, auch wenn mir hier zum X-ten Mal auffällt, das die Belgier und Franzosen ja so viel schlimmer wie die Deutschen sein sollen. Freier Umgang mit Vorurteilen ist in den Niederlanden ein echtes Problem.
Nehmen wir exemplarisch „Die Belgier“. Es gibt mehr Niederländisch sprechende Belgier als Französisch sprechende Belgier. Das diese NL sprechenden Belgier wirklich so auffällig sind mag ich SEHR bezweifeln – sie werden schlichtweg nicht als Belgier wahrgenommen  und können deswegen auch nicht  das eventuell auffällige Verhalten der F sprechenden Belgier relativieren/kompensieren…
Das „Die Deutschen“ in der Presse so gut wegkommen ist natürlich schon wirklich bemerkenswert! Die Vorurteile der 70er – 90er scheinen nicht mehr zu existieren. Der Autor hätte diese Zitate nicht bringen müssen! – Das wir in den Shops gern gesehen sind ist natürlich nix besonderes. Aber im Hinblick darauf, das 4 Tage zuvor ein Deutscher in Nijmegen in die Luft schoss sind solche Zeilen natürlich sehr sehr wichtig.

Heute Abend oder morgen früh geht es weiter mit dem „de Gelderlander“ vom Samstag, den 19.01.2013

 

 

Gelderlander Knipselkrantjes – 1

Gelderlander-1

Was wir so über das Internet aus den Niederländischen Medien an Informationen beziehen ist nicht wenig – aber ganz offensichtlich noch lange nicht alles.
Nachdem ich heute Morgen die Internetverfügbare Meldung, das sich in Nijmegen evtl. etwas bewegen könnte auf „Kein Wietpas!“ einstellte war mir der Satz Meer lezen over dit onderwerp? Kijk in de krant van 19/01/2013.“ ein Dorn im Auge. Meine Frau zum Glück gerade in Brüssel – und am Bahnhof gibt´s  da ALLE Zeitungen… – angerufen – alles perfekt, sie schafft es – aber das faxen/mailen nicht… So habe ich mir dann die Zeitung Online (2,39€) gekauft. Es hat sich gelohnt!

Schon auf dem Titelblatt (S. 1): „Probleme dank des Bürgermeisters“ Während Ausländer in Arnheim wie gewohnt in CoffeeShops willkommen sind, müssen sie in Nijmegen abgewiesen werden. Straßendealer ergreifen die Chance“

Auf der 2. Seite folgt der erste Bericht zu dieser Schlagzeile. In der roten Ellipse, der Beitrag welcher auch im Internet frei verfügbar ist. Ich übersetze bestmöglich ohne eigene Wertungen einzubringen.

Minister Opstelten möchte Ausländern den Zugang zu CS verwehren, aber die Gemeinden dürfen eigene Überlegungen umsetzen. Und so sind Deutsche in Arnheim willkommen, aber nicht in Nijmegen.

„Probleme dank des Bürgermeisters“ Während Ausländer in Arnheim wie gewohnt in CoffeeShops willkommen sind, müssen sie in Nijmegen abgewiesen werden. Straßendealer ergreifen die Gelegenheit“

von Harm Graat und Jasper van Gruijthuijsen

An der Ecke Vlaamsegas / Tweede Walstraat, einem berüchtigten Stückchen Arnheim Nimwegen stehen sie bereit, Junge Burschen, tief eingegraben in ihren gefütterten Jacken. Ausschau haltend nach Auto´s mit Deutschem Kennzeichen. Wenn ein „Opfer“ die Straße lang fährt fallen die Straßendealer es an wie ein Hyänenrudel ihre Beute.

Ein Junge mit einer peruanischen Mütze hat „Biss“. Während zwei Deutsche in einer Nische der Vlaamsegas warteten kaufte „die Mütze“ in 6 CS Gras. „Wahrscheinlich hat der Junge rund 120EUR verdient – in 20 Minuten“, sagt ein Mitarbeiter vom CS Dreadlock. „Letztens sah ich wie zwei Deutsche Mädchen einem Straßendealer 50EUR gaben. Der holte bei uns für 30€ und steckte 20€ in seine Tasche. Die Mädchen standen dann da und wahren buchstäblich am heulen. Ich habe ihnen gesagt, das sie besser nach Arnheim fahren sollen, da würden sie nicht abgezogen“.

Zwischenhändler wie „die Mütze“ profitieren von der Tatsache, das Deutsche seit dem 1. Jan. nicht mehr in den 14 Nimwegener CS willkommen sind . „Wir sind mit dem Jahreswechsel um 15 Jahre zurück gegangen“, sagt Victor Verriet, Besitzer von den großen Coffeeshops Dreadlock und Jetset. „Damals war die Vlaamsegas ein Moloch – voll mit Dealern. Wir als CS-Besitzer haben Bewacher vor die Tür gestellt, Kameras aufgehangen, die Straße sauber gehalten. Aber jetzt sind wir zurück im Damals“.

Auch andere Nimwegener CS-Besitzer bestätigen einen stark zugenommenen Straßenhandel.
Die Straßendealer schauen allein nach dem Geld. Sie schauen nicht nach dem Alter und verkaufen auch harte Drogen“, stellt der Eigner vom Kruidentuin fest.

Die Nimwegener CS sind die einzigen in der Region mit Schildern wie „Keine Ausländer – No Foreigners“ an der Tür; Bürgermeister Bruls legt die neuen CS-Regeln von Minister Opstelten strenger aus als andere Burgermeisterkollegen von z.B. Amsterdam oder Arnheim. Zugegeben: Die Nimwegener Shops haben ein Interesse daran, das sich jetzt hart an die unerwünschten Nebenwirkungen erinnert wird, ihren eigenen Angaben nach hat sich der Umsatz seit dem Jahreswechsel um 25 % reduziert.

„Aber wir haben auch Beweise“ sagt Rechtsanwalt André Becker im Namen von CS-Besitzer Verriet. Er zeigt auf ausgewählte Kamerabilder, gemacht durch die Bewachungskamera des Jetset´s, auf denen das Werk der Straßendealer festgehalten ist. Aus diesen Aufnahmen wurde eine youtube-Film gemacht. Donnerstagabend wurde der Film an Bruls und alle Nimwegener Fraktionsvorsitzenden geschickt.

Für Noel Vergunst, Fraktionsvorsitzender der Koalitionspartei GroenLinks in Nimwegen, beweisen die Bilder den Zustand, den er selbst die letzten Wochen erlebte. „Der Straßenhandel nimmt schnell zu. Dealer welche eigentlich nur Koks verkauften nehmen jetzt das Gras hinzu. Es entsteht eine Vermengung von Hard- und Softdrugszene. Ich habe auch gehört, das einige CS aus Garagen heraus operieren um Deutsche bedienen zu können.“

Der Nimwegener Gemeinderat rief Bürgermeister Bruls im Dezember auf, wie andere Bürgermeister, Ausländer nicht abzuweisen.  „Wir hatten hier in Nimwegen nämlich kaum Probleme“, sagt Vergunst. „Jetzt aber, hat unser Bürgermeister ein Problem kreiert. Das nehme ich ihm sehr übel. Das war alles vorrauszusehen

Per Brief ruft Rechtsanwalt Beckers den Bürgermeister auf seine Richtlinien unmittelbar zu revidieren. Vergunst und andere Ratsmitglieder sollen Ende des Monats, während einer Ratssitzung, dasselbe tun.

Weiter gehts in der roten Ellipse, die ich hier bereits übersetzt habe.

Ich finde der Bericht ist absolut TOP. Sachbezogener kann man den ganzen Sachverhalt ja kaum wiedergeben. Immerhin ist der „De Gelderlander“ ja nicht irgendwer sondern DIE Zeitung im Raum Arnheim/Nimwegen. Zudem steht dieser Artikel auf Seite-2 und da absolut  dominierend inkl. Ankündigung auf Seite 1. Der Gelderlander macht die Straßendealer/Coffeeshops an diesem Samstag zu ihrem Lokalthema Nr. 1.!
Auf Seite 3 geht es weiter – aber dazu Morgen mehr… ;-)