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Meldestelle Toleranz

Schöne Überschrift nicht?

Wir schreiben heute den ersten Januar des Jahres 2013 – der Tag, an dem der Wietpas landesweit eingeführt wird. Muhahaha… Nein im Ernst: Die staatliche Diskriminierung für Coffeeshops findet nicht in allen Gemeinden statt.

Der VOC hat gestern eine Liste veröffentlicht (z.T. basierend auf dem NOS-Artikel), die alle Gemeinden auflistet, in denen wir noch einkaufen können sollten:

  • Alphen aan den Rijn
  • Amersfoort
  • Amsterdam
  • Arnhem
  • Assen
  • Coevorden
  • Delft
  • Den Haag
  • Deventer
  • Drachten
  • Eindhoven
  • Enschede
  • Glanerbrug
  • Gouda
  • Groningen
  • Haarlem
  • Hardenberg
  • Heerlen
  • Leeuwarden
  • Leiden
  • Rotterdam
  • Schiedam
  • Tiel
  • Utrecht
  • Zutphen

Ich übernehme dafür keine Garantie, wir alle wissen, was für ein Chaos alleine in Heerlen herrscht…

Da ich leider nicht alle Gemeinden abfahren kann, sind wir alle auf Eure Hilfe angewiesen! Solltet ihr in einen Shop hineingelassen werden, fragt bitte, ob die damit einverstanden sind, dass es hier veröffentlicht wird. Wir wollen nicht, dass ein Coffeeshop durch „Kein Wietpas!“ Probleme bekommt. Im Positiven Fall könnt ihr dann in den Kommentaren schreiben, welcher Shop es ist, oder mir eine Mail schicken. Gerne können wir dann auch telefonisch mit dem betreffenden Shop klären, ob eine Veröffentlichung erwünscht ist. Interessant wäre natürlich Aussagen über Nijmegen.

Venlo und Maastricht dürften wohl noch geschlossen sein, vielleicht bringt ja Marcs Prozess etwas, da wird ja am 14. eine Urteilsverkündung erwartet.

Der „Amsterdam Herald“ hat ausserdem eine Karte veröffentlicht, die ich leider hier nicht einfügen kann….

UPDATE: Gesicherte Aussagen poste ich in „Wo gilt der Wietpas / wo nicht“

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Winterswijk, Doetinchem und Ulft

In Winterswijk, Doetinchen und Ulft ist noch nicht das letzte Wort in Punkto I-Kriterium gesprochen. Die Gemeinden wollen im Januar eine Entscheidung treffen, basierend auf die Entscheidung von Enschede und Arnhem (die beide offen für alle bleiben wollen). Dies vermeldete Gelderlander.nl.

Man könnte ihnen vorwerfen, dass sie nicht selbstbewusst genug sind, eigene Entscheidungen zu treffen, allerdings ist eine erwünschte regionale Homogenität nachvollziehbar.

Der Januar dürfte ein spannender Monat werden…

Ausländische Kunden in den meisten Coffeeshops willkommen

Amsterdam 2007 - 030-X2

Viele Coffeeshops weiterhin oder wieder offen für alle!
Bild unter CC-Lizenz, Urheber Jason Dunn

Update: Momentan sind weder die Shops in Venray und Heerlen für Ausländer geöffnet. Inwieweit sich dies am 01.01 ändern wird ist noch nicht abzusehen. Weite Anfahrtsstrecken lohnen sich wohl nicht! Sobald es Neuigkeiten gibt, werden wir berichten!

Wie es aussieht ist jetzt vorbei mit der von mir prognostizierten „Ruhe vor dem Sturm„. Dabei habe ich doch erst gestern meinen Brief für Ivo in den Briefkasten gesteckt… Nachdem es für viele Gemeinden lange unklar war, ob (und wie) sie das I-Kriterium in ihrer lokalen Coffeeshoppolitik kontrollieren.

Das Nachrichtenmagazin nos.nl hat die  Gemeinden mit Coffeeshops gefragt, ob das „I-Kriterium“, also der Wietpas-Light, in ihrer Stadt kontrolliert werde. Von den ca. 100 Gemeinden, in denen es Coffeeshops gibt, haben 56 auf die Anfrage reagiert und davon wiederum zeigten 27 die Absicht, die Herkunft bzw. Wohnort eines Kunden nicht in den Coffeeshops kontrollieren zu lassen, also nicht zu diskriminieren!

Auf twitter verkündete @wietpasje, dass dadurch mindesten 359 der 659 niederländischen Coffeeshops auch weiterhin jeden Volljährigen, unabhängig von Nationalität und Wohnort willkommen heißen dürfen, der Großteil der Coffeeshops befindet sich in Amsterdam und Rotterdam, welche beide offen sind.

Unter den toleranten Gemeinden befinden sich Amsterdam, Rotterdam, Haarlem, Leeuwarden, Utrecht und Amersfoort. Auch sind einige Grenzstädte mit dabei: Enschede *freu* und Arnhem. Maastricht bleibt vorerst geschlossen, ebenso Venlo. Für die ehemaligen Besucher gibt es aber nah gelegene Alternativen: Heerlen lässt Ausländer zu (interessant für alle „Maastrichter“) und laut unserem Leser „YeYo“ werden in Venray (interessant für alle „Venloer“) bereits wieder Ausländer bedient (belegt durch Besuch von YesYo).

Ich kann mir vorstellen, dass diese Nachricht selbst auch noch viele „Trittbrettfahrer“ nach sich ziehen könnte, da sich einige Bürgermeister dadurch emanzipieren könnten, wie es viele Kollegen bereits getan haben. Im nos.nl-Artikel befindet sich auch eine (nicht vollständige) Karte, in der man für viele Gemeinden überprüfen kann, wie ab Januar gehandhabt werden soll. Die Farbe sagt dabei nichts über die Einhaltung des Kriterium aus, sondern, ob Infos vorliegen. Kickt auf den Punkt und die Infos stehen in einem Layover.

Bitte bedenkt, dass die Angaben auf den Aussagen der Gemeinden basieren. Das ist keine Garantie und kein fester Beschluss! Unterschätzt auch nicht die Macht von Ivo Opstelten.

Und vor allem: Bitte benehmt Euch vor Ort. Wir bewegen uns auf dünnen Eis!

Den ersten Kommentar von Ivo gibt es übrigens auch schon: „Das es noch immer Unwissenheit gibt, kann ich verstehen“ (laut VOC)

Enschede steht für Tolerenz

Seit gestern haben sich eine Menge News angehäuft. Aus Zeitgründen werde ich es heute wohl nicht schaffen, alles zu verbloggen, aber eine Nachricht möchte ich als Enschede-Fan doch noch schnell loswerden:

Bürgermeister Peter den Oudsten (PvdA), der sich auch hier im Blog schon des öfteren als ein toleranter und mitdenkender Bürgermeister der Stadt Enschede profiliert hat, hat erneut klar gemacht, dass er ein absoluter Gegner des Residenzkriteriums ist und fordert, dass es aus dem Gesetz gestrichen wird. Aus Gesprächen mit dem Coffeeshoppersonal in diversen Shops weiss ich, dass er sich stets um einen harmonischen Dialog mit dem Shops bemüht.

Enschede hat seinen Angaben nach pro Jahr ca. 300.000 Touristen, die in den Shops verkehren. Er weiß, dass viele davon auf den Strassenhandel ausweichen würden und er weiss mit Sicherheit auch, dass diese ihr Geld auch woanders lassen (ich spreche da aus eigener Erfahrung…)

Die Frage ist nur, ob er sich ach gegen das Gesetz durchsetzen kann. Ich hoffe es!

Enschede bleibt tolerant und weltoffen!

CC-Lizenz, Urheber: Evertjan Hannivoort

Ja, ich gestehe, dass diese Nachricht mich persönlich sehr freut, da die sympathische, kleine Stadt für mich die nächst gelegene Stadt in Nederland ist. Dass der Bürgermeister Peter den Oudsten (PvdA) ein ganz umgänglicher Mensch ist, haben mir auch bereits einige Coffeeshops bestätigt. Und auch den Wietpas hat er stets abgelehnt, mit der Begründung, dass es keine Probleme mit Ausländern in Enschede gäbe. Das kann ich bestätigen, wenn man mal von ein paar Abweichungen absieht.

Jetzt hat der Mann verkündet, dass „seine“ Stadt dem Beispiel Amsterdams folgen will und es keine Diskriminierung gegenüber Ausländern geben wird! Die Befürchtung, dass ein Ausschluss zu viele Probleme nach sich zöge sei zu groß.

Ich weiß jetzt schon, dass mir die nächste Portion Kibbeling auf dem Markt doppelt so gut schmecken wird ;-) Da ich weiß, dass hier noch mehr Kunden der 10 Enscheder Coffeeshops mitlesen: Vergesst nicht, dass das ganze auf dünnen Eis gebaut ist. Benehmt Euch und versaut es Euch nicht!

Overlast

Am Wochenende war ich in Enschede. Ich habe mal versucht, mich in einen Anwohner reinzuversetzen, der in der Nähe eines Coffeeshops wohnt. Dazu habe ich mal ein wenig die Szenerie rund um den Coffeeshop „De Molen“ beobachtet. Dabei konnte ich Ereignisse beobachten, die mich dann doch ein wenig nachdenklich stimmten. Erstmal muss ich sagen, dass wirklich die meisten Besucher, die ich beobachtet habe, sich vollkommen normal und vorbildlich verhalten haben. Aber dann gab es auch immer mal wieder Gäste, die eben nicht die Regeln eines friedlichen Miteinanders beachteten.

Ein Auto mit deutschem (!!!) Kennzeichen hielt direkt gegenüber des Coffeeshops, der Fahrer machte die Warnblinkanlage an und sein Beifahrer stieg aus und ging in den Coffeeshop. Das Auto parkte nicht etwa auf einem Parkplatz, sondern es hielt direkt auf der Straße und wurde zum Verkehrshindernis. Wer schon einmal im „De Molen“ war, weiß, dass dieser direkt an einer verkehrsreichen Strasse liegt. Übrigens war 30m weiter eine Strasse mit ausreichend freien Parkplätzen, die aufgrund des Sonntages auch noch kostenfrei waren. (Dort, wo ich geparkt habe…) Das war ein Fremdschämmoment!

Doch lustigerweise hielt keine 5 Minuten später an direkt derselben Stelle ein Auto mit niederländischem Kennzeichen und machte dasselbe.

Denkt man einmal darüber nach, versteht man schon, warum es dieses Aufregen über die „Overlast“ gibt. Aber meiner Meinung nach ist das kein spezifisches Ausländerproblem und auch kein Coffeeshopproblem. Ich wage mal zu behaupten, dass beide Fahrer genau das Gleiche bei einem Bäcker oder sonstwo getan hätten. Da Coffeeshops aber in vielen Augen ein Aufreger sind, kann man schon nachvollziehen, warum man dem Ganzen die Schuld gibt.

Übrigens hat der Coffeeshop jetzt neue KVTs (so nennt die Polizei die Verpackung: KlemmVerschlussTütchen) mit den darauf bedruckten Hausregeln.

Und da steht es auch gleich: „Veroorzaak geen buurt-overlast“, also keine Anwohner belästigen. Was fällt uns daran auf? Es steht dort in niederländisch! „Overlast“ ausschliesslich auf die Ausländer zu schieben ist also einfach nur ein Vorgeschobener Grund. Leute, die sich nicht benehmen können gibts überall. Das hat nichts mit der Nationalität zu tun! (diese Denkweise sollten sich nicht nur die niederländischen Politiker aneignen…)

Seht diesen Beitrag auch als einen Appell: Benehmt Euch. Zu hause und im Ausland.

Enschede hat Angst vor dem Wietpas

Bild unter CC-Lizenz. Urheber: Evertjan Hannivoort

Es gibt mal Nachrichten aus „meiner“ Stadt: Enschede. Der Bürgermeister Peter den Oudsten (PvdA) ist bekennender Gegner des Wietpas. Er befürchtet nicht nur, dass durch die Einführung des Wietpas mindestens 5 der 10 Coffeeshops schliessen müssten, er weiß auch, dass die Nachfrage trotzdem gleich bliebe (eigentlich logisch, trotzdem scheinen das nicht viele Politiker zu schnallen…). Konsequenz: Ein Anstieg des Strassenhandels mit den bekannten Nebenwirkungen.

Seine Ansätze sind eher eine strickte Alterskontrolle, Kontolle der Cannabisqualität (kifft der gute Mann vielleicht selbst? ;-)) und eine generelle Kontrolle des Drogenhandels unter anderem durch Abschaffung der Backdoor-Problematik.

Mehr von solchen weitsichtigen Politikern!

Aussage vom Coffeeshop „The Edge“, Enschede

Am Wochenende war ich mal wieder in unserem liberalem Nachbarland, habe dort die Gastfreundschaft genossen und war auch in einem Coffeeshop. Ich habe dort ein wenig Geld gelassen, genauso wie in einigen anderen Geschäften. Aber so sind sie halt, die bösen Drogentouristen. Wie können die es nur wagen, dem niederländischen Fiskus einen Beitrag beizusteuern und auch noch durch Völkerverständigung etwas für ein vereintes Europa zu tun?

Aber ich will jetzt nicht dem Zynismus verfallen. Ich habe mich mit dem (äusserst freundlichen) Besitzer des Coffeeshops „The Edge“ unterhalten und ihm zu der Meinung des Wietpas gefragt. Es schwer zu überhören, dass es ernsthafte Sorgen um seine Existenz machte. Kurz und knapp sagte er mir: „Wenn der Wietpas hier auch eingeführt wird, kann ich meinen Laden schliessen.“

Abgesehen davon hätte er (selbst Ausländer!!!) moralische Bedenken, seine Kunden nach deren Nationalität bzw. Wohnort aufzuteilen in erwünschte und nicht erwünschte Kunden.

Ich würde mich auch dafür schämen.