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Reblogged: Antonio Peri persönlich

Momentan tut sich in den Niederlanden offiziell nicht viel, worüber wir berichten können. Dazu kommt, dass wir mit dem Umzug alle Hände voll zu tun haben, und mobo gerade zu einer Spontandemo – Jürgen Trittin kommt zur Landesdelegiertenkonferenz in die Alfred-Fischer-Halle in Hamm, aufgebrochen ist. Dort geht es um die, vom DHV initiierte, Aktion: „Auch Grüne jagen Hanffreunde“. Daher mache ich es mal wie fefe und verlinke einfach nur auf ein Interview, dass ich dem Blog Veganarchia gestern gegeben habe. Vielleicht interessiert sich ja der eine oder andere Stammleser für die persönlichen Ansichten und Hintergründe der Autoren hier.

Hier geht´s zum Interview.

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Chronik des ersten Militäreinsatzes gegen die Hanfindustrie in den Niederlanden

TILBURG – In der vergangenen Woche wurde  mit der sogenannten „Taskforce-B5“ erstmals auch die Armee gegen einen Big Player der niederländischen Hanfbranche eingesetzt. Die große Razzia, bei der der gesamte Handelsvorrat der Grass Company aus Tilburg beschlagnahmt wurde, fand bei der Unternehmenstochter tgc trading, einem Großhandel für Coffeeshop-und Headshop-Bedarf, statt. Zur The Grass Company in Tilburg gehören neben tgc trading auch 3 Coffeeshops und weitere Unternehmen.

In Tilburg wurde erstmals die Armee gegen das legale Cannabusiness eingesetzt. Foto: Facebook/Coffeeshopnieuws

In Tilburg wurde erstmals die Armee gegen das legale Cannabusiness eingesetzt. Foto: Facebook/Coffeeshopnieuws

Die Polizei in der niederländischen Provinz Nord-Brabant jubelt und spricht auf ihrer Homepage von einem schweren Schlag gegen den organisierten Hanfanbau und einem Schaden von 60 Millionen Euro, den sie der, wie sie sagen, organisierten Kriminalität zugefügt hätten.

Erstmals Armee eingesetzt

Die Aktion in Tilburg war eine Premiere. Seit zwei Jahren wurden durch die Zusammenarbeit verschiedener Regierungsdienste (Zoll, Polizei, Militär, Steuerfahndug etc.) viele Informationen gesammelt. Auf dieser und auf Basis vorangegangenen Aktionen hat in Tilburg eine umfangreiche gemeinsame Aktion stattgefunden, schreibt die Polizei Nord-Brabant weiter.

Steuerbehörde und Polizei schätzen den Schaden für die, wie sie schreiben, kriminelle Hanfindustrie auf 60 Millionen Euro. Es wurden auch Immobilien, Autos und Bankrechnungen beschlagnahmt, sowie der komplette Vorrat an Cannabis konfisziert. Die Coffeeshops der Grass Company hatten nach dieser Großrazzia tatsächlich keinerlei Ware mehr zum Verkaufen, wie die Grass Company am Folgetag auf ihrer Website verkündete.

Unter den Verdächtigen befanden sich auch zwei Immobilienmakler, die Wohnungen und Häuser zum Anbau von Hanf für eine oder mehrere kriminelle Organisationen erworben und angeboten haben sollen. Der Erwerb von Locations ist einer der ersten Schritte im kriminellen Produktionsprozess von Hanf. In vorangegangenen Untersuchungen wurden auch Elektriker festgenommen, die diese Räume illegal mit Strom versorgt hätten.

Auf den Ein- und Ausfallstraßen von Tilburg fanden gemeinsame Kontrollen durch den Grenzschutz und die Steuerfahndung statt. Autos von Personen mit offenen Steuerschulden wurden im Gesamtwert von 155.000 € konfisziert und später wurde ein achtstelliger Betrag abgerechnet.

Auf dem Betriebsgelände von tgc trading in Tilburg-West stießen die Beamten, unterstützt übrigens durch eine Kommandoeinheit des Militärs (nicht die Marechaussee – die auch dem Militär angegliedert ist, aber eher Polizeiaufgaben wahrnimmt), auf große Mengen Haschisch und Marihuana. Daraufhin wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Weiter schreibt die Polizei von großen Produktionsstätten für Joints und andere Hanfprodukte und von einem verborgenen Raum, in dem eine große Menge Bargeld gefunden wurde.

Taskforce B5 – Organisierte Regierung

Die Task Force B5 ist ein integraler Zusammenschluss und steht für eine organisierte Regierung gegen die organisierte Kriminalität. Das Ziel ist es, gemeinsam kriminelle Netzwerke zu zerschlagen, Kriminelle strafrechtlich zu belangen und kriminelle Gewinne abzuschöpfen. In der Task Force arbeiten das Justizministerium, die fünf größten Gemeinden von Brabant, die Staatsanwaltschaft, die nationale Recherche, Finanzamt, Zoll, RIEC und die Nationale Polizei zusammen, um die organisierte Kriminalität in Brabant zurückzudrängen. Die Aktion in Tilburg wurde durch das Militär und die den Zoll unterstützt.

Tarnfarben bei Razzia gegen Coffeeshop-Großhandel Foto: Coffeeshopnieuws

Tarnfarben bei Razzia gegen Coffeeshop-Großhandel Foto: Coffeeshopnieuws

Die Meldung der Tageszeitung Volkskrant las sich bereits anderes. Die Volkskrant schreibt: Die Polizei ist am Mittwochabend in einer großen Aktion gegen die, wie die Polizei sie nennt, „Hanfindustrie“ vorgegangen. An der Razzia arbeiteten hunderte Kriminalbeamte mit. Die Polizei veranstaltete Razzien an Orten, wo sie Hanfanbau vermuteten. Auf den Ausfallstraßen fanden ebenfalls Kontrollen statt.

Im Anwesen von tgc-trading fand die Polizei eine, wieder von der Polizei so genannte, „Hanffabrik“. Tgc trading, eine Tochter der Grass Company ist ein Großhandel für Tabak, Raucheraccessoires, Wasserpfeifen, Kleidung, Getränke und Süißigkeiten. Es wurden 10 Mitarbeiter festgenommen, darunter neun Frauen.

Ein Sprecher der Brabanter Coffeeshopkette „The Grass Company“, wozu tgc-trading gehört bestätigte, dass die Task Force auch in zwei Coffeeshops der Kette in Tilburg war. Die gesamten Vorräte der Gras Company wurden beschlagnahmt.

Krieg gegen gute Coffeeshops

Am folgenden Tag zitierte Omroep Brabant den Anwalt der Grass Company, Rob Milo, der die Großrazzia als „Kriegserklärung an die guten Coffeeshops“ und „pure Zeitverschwendung“ bezeichnete. Er ist verärgert darüber, dass die Task Force mit einer so massiven Machtdemonstration versucht ein geduldetes System lahmzulegen.

„Justiz und Polizei wissen seit der Razzia bei der Grass Company in Den Bosch 2011 präzise wie die Kette ihre Ware bezieht. Sie hätten bereits zwei Tage danach auch in Tilburg einmarschieren können.“

Wie Milo sagt, ist tgc trading eine Tochterfirma der Grass Company. Die Coffeeshops der Kette werden durch tgc trading bevorratet. „Das weiß die Polizei und dort wurden höchstens Vorräte für drei Tage gefunden. Da kann es sich um einige Kilos handeln, aber das weiß ich nicht und ich möchte nicht spekulieren. Allerdings ist Hanffabrik keine treffende Beschreibung.“

Aktion liefert keine Beweise

Schon 2011 meldete die Polizei die Beschlagnahme einer großen Menge Cannabis – letzlich stellte sich heraus, dass es um 250 Gramm ging. Und auch bei der großen Aktion in Tilburg konnten sich bislang wohl keine der großen Vorwürfe erhärten, wie Coffeeshopnieuws abschließend meldete.

Die Aktion trägt die Handschrift von Justizminister Ivo Opstelten (VVD). Auch Brabant ist eine der drei Provinzen, die sich die VVD für ihre rückwärtsgewandte Drogenpolitik ausgewählt hat. Nachdem er in Limburg durch seinen Statthalter Onno Hoes Krieg gegen die Coffeeshops führen lässt, hat er in Brabant nun erstmals ein Großaufgebot samt Militär gegen eine sehr professionelle Coffeeshopkette und Großhandel eingesetzt. The Grass Company und tgc trading sind den Konservativen ein Dorn im Auge, da sie wirtschaftlich sehr erfolgreich sind und seriös auftreten. Da muss das Image natürlich beschädigt werden indem man diese Geschäftsleute als organisierte Kriminelle bezeichnet und die ganze Stadt Tilburg zur Ausnahmezone gemacht wird.

Geruchsproben für Heerlener Bürger

Heerlen – Wie L1-Nieuws soeben meldet, verbreitet Heerlen momentan Geruchsproben mit Hanfgeruch in der Bevölkerung. Diese Geruchsproben sind hergestellt wie Parfumproben in Zeitungen und sollen zu noch mehr Anzeigen oder anonymen Denunziationen aus der Bevölkerung führen und diese für Hanfgeruch sensibilisieren.

War Heerlens Bürgermeister Paul Depla bislang doch wegen seiner, für Limburg untypischen, unhysterischen und pragmatischen Haltung zur neuen Ausländerpolitik im Bezug auf die Coffeeshops, sowie mit Plänen für den Cannabisanbau durch die Gemeinde aufgefallen, so greift auch Depla nun zu einem Mittel, das genau in das Klima von anonymer Denunziation und extremem Verfolgungsdruck passt, dass in Limburg seit Jahren aufgebaut wird.

„Bei der Bekämpfung von Hanfplantagen ist es wichtig dass die Bürger wissen, wie Hanf riecht“, so Depla am heutigen Donnerstagabend während der Sendung L1LT.

Durch das Verteilen der Geruchskarten hofft Depla, dass Menschen schneller verdächtige Gerüche in ihrer Nachbarschaft anzeigen.

Im Kampf gegen die Plantagen möchte Heerlen fünf zusätzliche Polizeibeamte, da mit den heutigen Kapazitäten nur der Hälfter der bisherigen Meldungen nachgegangen werden kann.

Gemeinde Almelo wird kein Cannabis anbauen

Die Gemeinde Almelo wird kein eigenes Cannabis anbauen, um Menschen zu versorgen, welche es durch den Arzt verschrieben bekommen haben. Dies ist die Antwort der Gemeinde auf eine schriftliche Anfrage der Ratsfraktion Lijst Kamphuis. Die Gemeinde Almelo ist der Ansicht, dass der Verkauf von medizinischem Cannabis in die Verantwortung der nationalen Regierung fällt und nicht in die der Gemeinde. Sie verweist in ihrer Antwort auf das 2009 festgelegte Damoclesbeleid. Diese Verordnung legt unter anderem fest, dass der Anbau von Cannabis verboten ist.

Die Lijst Kamphuis ist eine Ein-Mann Fraktion im Stadtrat von Almelo. Sie hat in einem Brief an die Gemeinde auf die medizinischen Aspekte der Cannabisnutzung hingewiesen. Die Fraktion ist der Meinung, dass die Gemeinde selber Cannabis produzieren sollte, um es an Menschen mit einer medizinischen Indikation abzugeben. Die Forderung zielt dabei vor allem auf Kranke, die vom Arzt bereits aufgegeben worden sind und nun nicht mehr der klassischen Schulmedizin vertrauen, welche diesen Patienten teilweise Unmengen an Medikamenten verschreibt. Diese Menschen sollen nun die Möglichkeit bekommen, medizinisches Cannabis zu nutzen, ohne dabei auf den illegalen Markt oder die Coffeeshops angewiesen zu sein. Die Finanzierung soll dabei teilweise übernommen werden. Nach der Vorstellung der Lijst Kamphuis sollen diejenigen, die es bezahlen können, dies auch tun. Allerdings zu einem geringeren Preis als auf dem normalen Beschaffungsweg. Wer es sich nicht leisten kann soll durch die Gemeinde unterstützt werden. Das sollte nach der Ansicht der Fraktion bereits durch geringen finanziellen Einsatz der Gemeinde möglich sein.

Gastbeitrag: Ein vollständiges Konzept für die legale Produktion von Cannabis

Das Team von „Kein Wietpas!“ vergrößert sich. Ich darf Euch bei dieser Gelegenheit mit Freude unseren neuen Autor Steve Thunderhead vorstellen, den wir in diesen stürmischen Zeiten herzlich an Bord von „Kein Wietpas!“ begrüßen dürfen. Steve hat sich mit dem bemerkenswerten Konzept des Team Haarlem Coffeeshopentrepreneurs (THC) auseinandergesetzt. Dieses Konzept ermöglicht eine absolut transparente und regulierte Cannabisproduktion vom Steckling bis zur Anlieferung der verkaufsfertigen Ware im Shop. Schon das Keurmerk-Konzept des Team Haarlemse Coffeeshopondernemers (THC) funktioniert gut und ist ein Schritt nach vorne. Ist dieses Konzept der neue Coup von unserem Freund Nol van Schaik?

Immer mehr Gemeinden freunden sich mit dem Gedanken an, die Cannabispflanzen für ihre Coffeeshops selber anzubauen. So einfach sich dieser Gedanke auch anhört, so verursacht er doch eine ganze Menge Probleme bei der Umsetzung.

Doch was bedeutet die Produktion von Gemeindewiet für den Konsumenten? Ist es schlecht wenn der Staat das Monopol bei der Produktion bestimmter Güter hat? Eine Frage, die überall für Diskussionen sorgt und immer anders beantwortet wird. Gäbe es heute noch die Bundespost und ihr Monopol, dann würden wir dieses Blog wohl im Bildschirmtext lesen und immer noch eine Handvoll Farben für Telefone zur Auswahl haben. Bei anderen Dingen, wie der Wasserversorgung, ist eine große Zahl der Europäer der Ansicht, dies wäre in staatlichen Händen besser aufgehoben. Was ist der Unterschied? Nun, Wasser sollte überall gleich sein und bei Telefonen lieben wir die Vielfalt.

Ebenso im Coffeeshop. Wenn die Gemeinden mit der Cannabiszucht beginnen, werden sie höchstwahrscheinlich keinen Wettbewerb um die beste Züchtung veranstalten oder mit einer Teilnahme am Cannabis Cup liebäugeln. Sie werden eine Art „Standardgras“ anbauen und dieses in allen Coffeeshops der Stadt verkaufen. Der Cannabis Konsument hat also die Auswahl zwischen Heerlen-Skunk und Haarlem-Herer. Vermutlich wird der Unterschied nicht wirklich groß sein. Wahrscheinlich wird der Schwarzmarkt dann Menükarten einführen, denn jeder der eine gewisse Abwechslung liebt und bestimmte Sorten bevorzugt wird sich dort eindecken.

Dies wird dann natürlich zu einer Abnahme des Absatzes in den Coffeeshops und damit zu weiteren Schließungen führen. Die Anzahl der Coffeeshops in den Niederlanden wird zurückgehen und die Probleme werden mehr. Mehr illegale Straßenhändler, mehr Heimplantagen und dadurch mehr Hausbrände. Alles Probleme die mit einem durchdachten Konzept vermieden werden könnten. Das Team Haarlem Coffeeshopentrepreneurs (THC) hat ein solches Konzept erarbeitet, welches die Produktion und die Anlieferung an die Coffeeshops zu einem transparenten Prozess macht.

Dieses Konzept wurde der Stadt Haarlem als Vorschlag für eine komplett regulierte und transparente Cannabisproduktion übergeben.Das Konzept umfasst den gesamten Produktionsweg.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion um den Anbau von Gemeindewiet.

Lies den Rest dieses Beitrags

Kurznachrichten #2

Die Flut von Nachrichten ist auch für das, beständig wachsende, Autorenteam kaum zu bewältigen. Daher hier eine kurze Übersicht der neuesten Entwicklungen.

  • Maastricht: Maastricht dichtbij veröffentlicht einen Artikel samt Fotostrecke: „Das ist Maastricht! Niemand ist mehr sicher!“ Die Fotos zeigen, wie ein grauer Opel mit belgischem Kennzeichen vor einer Ampel steht. Ein blauer Ford Mondeo hält dahinter und drei Insassen steigen aus und gehen zu dem Opel, sprechen den Fahrer an und ziehen ihn, nach einem Wortwechsel, gewaltsam aus dem Fahrzeug. Man geht von einer Abrechnung im Drogenmilieu aus. Die vielen anderen Passanten und Autofahrer auf der um halb sechs Abends stark frequentierten Straße schauen nur zu.
  • Groningen: König Willem Alexander und Königin Maxima haben einen Besuch im Coffeeshop „De vliegende Hollander“ am 28. Mai in Groningen freundlich abgelehnt. Das Königspaar ist an diesem Abend zu einem Antrittsbesuch in Groningen. Coffeeshopbesitzer Theo Buissink hatte das Paar zu einem Besuch in seinem Coffeeshop eingeladen, wie Omroep Groningen meldet.
  • Maastricht #2: Hakim Elfassih, Unternehmer aus Maastricht und unseren treuen Lesern noch aus meinem Artikel zum Mosae Forum bekannt, hat einen offenen Brief geschrieben, den Coffeeshopnieuws veröffentlicht hat. Elfassih schreibt über Hoes, die Situation in Maastricht bezüglich der Coffeeshoptouristen und der Umsätze und Parkgebühren. Zum 5. Mai fragt er: Fanden Sie es falsch, das es in der Stadt gesellig war? Fanden sie es falsch, dass die Unternehmer in der Innenstadt seit langem wieder einen Top-Umsatz erzielen konnten? Fanden sie es falsch, dass wieder viele Parkgebühren in die Gemeindekasse flossen?  Fanden sie es falsch, dass dieser Tag ohne Zwischenfälle oder Overlast verlief? Fanden sie es falsch, dass die Bürger, Touristen, Unternehmer und selbst die Polizei der Presse erzählt haben, das es ein Top-Tag war? Fanden sie es falsch, dass keine Drugsrunner zu sehen waren und die vereinzelten nur noch zuschauen konnten?
  • Maastricht #3: Wie die Zeitung deTelegraaf meldet, hat Bürgermeister Hoes angekündigt, zusätzliche Polizisten gegen die Straßendealer einzusetzen. Wie ich gestern Abend noch in einem persönlichen Gespräch mit Marc Josemans erfuhr, wird das verstärkte Vorgehen gegen die Drugsrunner auch bereits durchgeführt. Ich konnte gestern auch massive Polizeipräsenz im abendlichen Maastricht sehen. Vollständiger Bericht folgt noch heute.

5. Cannabis Bevrijdingsdag 2013 Amsterdam 16.06.2013

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Für unsere Amsterdam Fans gibt es im nächsten Monat einen Termin, den sie sich unbedingt vormerken sollten: Am 16.06.2013 findet ab 14h  das 5. Cannabis Bevrijdingsdag Festival im Westerpark statt. Der Eintritt ist frei!!!

Mit dem Cannabis Befreiungstag soll ein Signal zu allen Politikern gesendet werden:

Weg mit dem I-Kriterium und allen anderen repressiven Massnahmen gegen Cannabis!!!
Es ist Zeit für eine rationale Legalisierung – je mehr Leute kommen, desto klarer wird das Signal sein.

Für Euer leibliches Wohl wird natürlich gesorgt. Es werden verschiedene Bands sowie DJ´s für Musik sorgen. Es wird einen Markt für Hanfkleidung geben, sowie verschiedene andere Stände. Dazu gibt es noch ein Cannabis-Filmfestival. Auch werden die Highlife Cannabis Cup Ceremonies erörtert. Hier ein kleiner Überblick aus dem Programm:

Main stage:
14.00-14.05:    Opening
14.05-14.50:    DREADLESS
15.20-15.30:    Speaker: Chris Garrit (nightmayor of Groningen)
15.30-16.15:    DIRTY SOUL ROCKERS (UK)
16.45-16.55:    Speaker: Craig Reinarman (US)
16.55-17:45:    THE COSMIC CARNIVAL
18.20-18.30:    Speaker: Ben Dronkers (founder Hash Museum, Hempflax, Sensi Seeds)
18.30-18.45:    Highlife Cannabis Cup Ceremonies part 1
18.45-19.45:    MOZES AND THE FIRSTBORN
20.20-20.25:    Speaker: Doede de Jong (Holland’s best known cannabis grower)
20.25-20.40:    Highlife Cannabis Cup ceremonies part 2
20.40-20.45:    Speaker: Henk van Dalen (founder Dutch Passion)
20.45-22.00:    LUCKY FONZ III

Dj Stage:
14.50-15.20:    Back-a-Wall Soundsystem
16.15-16.45:    Dj Skunkstar (AU)
17.45-18.20:    Back-a-Wall Soundsystem
19.45-20.20:    Dj Skunkstar (AU)

Cannabis Film Festival:
Program to be announced…

Den Facebookevent findet ihr hier

Natürlich wird „Kein Wietpas!“ versuchen einen seiner rasenden Reporter auf das Festival zu schicken um Euch mit schönen Fotos und Infos zu versorgen. Besser wäre es natrülich, wenn wieder viele von uns der schönen Stadt Amsterdam einen Besuch abstatten könnten.

Gras von der Gemeinde – de Gelderlander

Nach dem Brief von Opstelten an die Bürgermeister ist das Medienecho gewaltig. Als erstes reagierte der de Gelderlander und widmete einen seiner beiden Leitartikel diesem Thema. Das der de Gelderlander „auf unserer Seite steht“ ist spätestens ab jetzt für mich eine Tatsache. Einen Teli des Artikels kann man hier online lesen. Ich habe die volle Ausgabe und übersetz „blos“… Ich werde mich in Zukunft nicht mehr so sehr an die Satzstruktur des Originals halten, sondern versuchen den eigentlichen Sinn in „gutem Deutsch“ besser rüber zu bringen wie in vergangen Übersetzungen. Wort und Sinntreue zeitgleich funktioniert einfach nicht und hat gerade beim Opstelten-Brief  zu viele Missverständnisse provoziert.

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Gras von der Gemeinde

Hochschullehrer für  Rechtswissenschaften findet, das die Niederlanden bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität hinterherlaufen.

Den Haag – Um der organisierten Drogenkriminalität ein Ende zu bereiten sollten Gemeinden selbst Wiet anbauen dürfen. Das sagt der Hochschullehrer für Rechtswissenschaften Jan Brouwer von der Reichsuniversität Groningen. Laut Brouwer ist es „völliger Unsinn“ von Minister Opstelten, den Gemeinden – Hanfanbau zu verbieten. Immer mehr Gemeinden wollen den Hanfanbau selbst in die Hand nehmen um die Hintertürproblematik der Coffeeshops anzugehen. Opstelten stellt sich bis jetzt gegen alle Versuche damit zu experimentieren. Laut dem Minister widerspricht die Regulierung von Grasanbau internationalen Regeln. „Das macht keinen Sinn“ sagt Brouwer. „Die Regeln sind Butterzart. Die Niederlanden werden im Moment an allen Seiten überholt.“ Er verweist auf die Amerikanischen Staaten Washington und Colorado in denen der Anbau legalisiert wurde.

Burgermeister Rob van Gijzel aus Eindhoven will so schnell wie möglich einen Test mit dem Gemeindeanbau starten. „Der Widerstand gegen die repressiven Drogenregeln wächst. Allein mit repressiven Auftreten lässt sie die Hintertürproblematik nicht  lösen.

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Jeder Gemeinde ihr eigenes Grasgewächshaus

Minister Opstelten will keinen legalen Grasanbau durch die Gemeinden, auch wenn die Frage danach oft gestellt wird.

NIJMEGEN – Gemeindeeigene Grasplantagen. Das klingt noch unglaubwürdig, aber in immer mehr Gemeinden erheben sich die Stimmen, den Anbau selbst in die Hand zu nehmen. Nach Utrecht, Haarlem, Tilburg, Eindhoven, Nijmegen und Rotterdam wollen jetzt auch Groningen und Zutphen anfangen Gras anzubauen.
Die Gemeinden sind die Belästigungen durch Hanfkriminalität satt und wollen mehr Einfluss auf die Anlieferung der Coffeeshops gewinnen.
Mit einer Gemeindeeigenen Grasplantage kann man die Qualität des Grases kontrollieren und unsicheren Situation zuvorkommen.“, sagt Arno Bonte, Fraktionsvositzender von GrünLinks in Rotterdam.
Laut dem Politiker sind die heutigen Regeln in den Niederlanden zweigeteilt. Der Verkauf in Coffeeshops wird geduldet, während der Einkauf von Gras durch Coffeeshops verboten ist. „Die Vordertür ist offen, aber die Hintertür ist dicht. Dadurch sind wir Kriminellen ausgeliefert.

Auch der Eindhovener Bürgermeister Rob van Gijzel plädiert für die Regulierung des Grasanbaus und stellt fest. „Die großen Probleme mit Coffeeshops lassen sich vor allem durch den illegalen Anbau herleiten, der größtenteils in den Händen der organisierten Kriminalität liegt. Coffeeshops werden so gezwungen mit Kriminellen zu handeln.“ In einem Brief an Minister Opstelten hat van Gijzel, letzten Monat, angefragt mit dem legalen Grasanbau experimentieren zu dürfen. Opstelten aber ist unerbitterlich und stellt fest: regulierter Grasanbau durch Gemeinden geht nicht, ist strafbar und steht internationalen Regeln entgegen.
Nicht jeder ist damit Einverstanden. „Vollkommener Unsinn“  sagt Jan Brouwer, Hochschullehrer für Rechtswissenschaften an der Reichsuniversität Groningen. Die internationalen Regeln auf die sich Opstelten beruft seien „Butterzart“ meint Brouwer. „Die Niederlanden haben bei  UN-Verträgen immer einen Vorbehalt plaziert. Und auch in Europa haben wir die Freiheit den Grasanbau zu regulieren. Das Opstelten damit nicht einhergeht, ist eine rein politische Entscheidung.“ Laut Brouwer sind die Niederländischen Cannabisregeln schon lange Zeit überholt. „Oft empfinden wir unsere Duldungsregeln als sehr Zukunftsweisend. Aber das ist nicht mehr so. In den Amerikanischen Staaten Washington und Colorado ist der Anbau von Gras seit dem Dezember letzten Jahres legalisiert. Und in Belgien und Spanien wird im Moment mit legalem Anbau experimentiert.
Das der Ruf der Gemeinden nach regulierten Cannabisplantagen immer größer wird wundert Brouwer nicht. „Wenn auf der Straße geschossen wird, werden die Bürgermeister das Problem in die eigenen Hände nehmen. In der Diskussion über den Wietpas hat der Minister Raum für ‚lokale Maßarbeit‘ gelassen. Dadurch hat er die Tür einen Spalt weit geöffnet. Die Gemeinden wollen nun einen Schritt weiter gehen. Dur den Eigenanbau hat man eine besseren Einblick in die Qualität. Auf die Höhe des THC-Gehaltes kann z.B. mit geschärftem Blick achten.  Das dient auch der Volksgesundheit.
Zur Zeit ist einzig der Anbau von medizinischem Gras in den Niederlanden legal. In Groningen wird ein Anbaubetrieb durch das Ministerium für Volksgesundheit betrieben.  Über tausend Patienten nehmen via Apotheken Cannabis von diesem ‚StaatsBetrieb‘ ab.  „Das funktioniert hervorragend“, sagt Brouwer. „Die Obrigkeit lässt das Gras durch eine Firma anbauen. So denke ich, das man Gemeindeanbau auch nicht den lokalen Beamten überlassen muss. Überlasst das zertifizierten Firmen, die streng kontrolliert werde. Jeden Tag entdeckt die Polizei über 15 illegale Hanfanbauanlagen. Regulierung beendet den vielen Stromdiebstal und Gebäudebrände. Und die Polizei kann das Geld für andere Sachen verwenden.

Gras: Was darf und was darf nicht.

  • Der Gebrauch von weichen Drogen wird in den Niederlanden geduldet: Der Besitz von 5gr Cannabis oder 5 Pflanzen ist nach dem Recht strafbar, aber niemand wird dafür verfolgt.
  • In den Niederlanden gibt es ungefähr 650 Coffeshops. Coffeeshopbesitzer dürfen nicht mehr als 500gr bevorraten.
  • Der Gebrauch von Gras wird geduldet, der Anbau und die Einfuhr aber nicht. Das bedingt, das sich der Grasanbau in der nebligen Welt der Kriminalität abspielt.
  • Der Ermittlungsaufwand  zum Aufspüren ernster Formen von SoftDrug bedingter Kriminalität hat seit 2003 stetig zugenommen.
  • Unser Land hat ungefähr 466.000 Grasbenutzer. Das ist die Anzahl der Menschen, die im vergangenen Monat noch einen Joint angezündet haben.
  • Trotz der einzigartigen Verfügbarkeit von Gras haben die Niederlanden verglichen mit dem Mittel der anderen Europäischen Länder nicht mehr Cannabisbenutzer. Rund 7% von allen Einwohnern der Mitgliedsstaaten haben im vergangenen Jahr Cannabis gebraucht. In den Niederlanden sind es auch 7%.

DAS bekommen die Menschen im Gelderland morgens auf den Frühstückstisch „geknallt“. Das erste Bild ist die Titelseite. Das zweite Bild tut sich einem auf wenn die Titelseite „fällt“. Wietpas und I-Kriterium hin oder her. Leute das hier ist die 4. oder 5. größte Tageszeitung der Niederlanden. Arnhem, Nijmegen, Doetinchem, Apeldoorn, Deventer, usw. Überall dort ist das DIE Tageszeitung. Liegt in den Pausenräumen der Firmen rum, beim Zahnarzt und dem Frisör. So undurchsichtig die Politik in NL auch ist… Die Öffentlichkeit kann man mit dem Thema Cannabis ganz offen und normal umgehen. Dort ist es normal, das Cannabis schon mal auf den Titelseiten steht. Und nicht a la „Cannabis macht dumm“. Ganz im Gegenteil! Ein Jan Brouwer kommt zu Wort und darf Ivo mit sanfter UN-Butter gehörig den Kopf schrubben. Auch wenn es in NL Rückschritte gibt – dort kann man mit dem Thema wenigstens umgehen!

Dass Netz ist mittlerweile rappelvoll mit Interpretationen und Kommentaren zu dem Ivo-Brief und Brouwers „Antwort“. Da werde ich wohl so einige Knipselkrantjes am/übers Wochenende draus machen „müssen“.

Ratssitzung in Maastricht: Hoes planlos und überfordert

Vor dem Staatsrat der Niederlande muss Maastricht begründen, warum es noch immer nötig sei 7 Coffeeshops an den Stadtrand umzusiedeln, nachdem der Wietpas ausländischen Touristen verbietet Cannabis zu kaufen. Vorgestern kam es dazu im Maastrichter Stadtrat zu einer Befragung von Onno Hoes durch den Fraktionsvorsitzenden der D66 im Stadtrat von Maastricht Bert Jongen.

Raad van State – Staatsrat der Niederlande (Bild unter CC-Lizenz)

Ich dachte die Pläne für die Umsiedlung von 7 Coffeeshops in Maastricht seien ein Relikt aus der Vor-Wietpas-Ära und damals gescheitert. Weit gefehlt – die Pläne gibt es noch immer. Vorgestern wurde Onno Hoes (VVD – Bürgermeister von Maastricht) bei den Haushaltsberatungen im Maastrichter Stadtrat dazu von Bert Jongen (D66) zwei Mal befragt und machte dabei keine gute Figur. Jongen forderte Hoes dazu auf, schnell das Gespräch mit den Coffeeshopbetreibern zu suchen um zu evaluieren, ob diese noch an einer Umsiedlung von sieben Shops an den Stadtrand mitwirken möchten. Hoes schwieg dazu.

Nach der Sitzung sagte Hoes: „Stimmt. Das soll nicht heißen, dass ich es nicht mache (also das Gespräch mit den Coffeeshopbetreibern suche). Wir schauen wie es läuft. Ich bin zurückhaltend, da es eine juristisch sensible Sache ist.“

Jan Hoen (CVP) fragte, ob Hoes auch den häufigen Drogenhandel an Schulen berücksichtigen könne. Hoes antwortete daraufhin nur, dass keine Listen mit Klagen darüber von Seiten der Schulen vorlägen. Vertreter von PVM und LPM sagten daraufhin, dass die Schulleitungen das Dealen an den Schulen bagatellisierten. Hoes möchte nun mit den Schulen reden.

Hoes reagiert offen planlos, ängstlich und überfordert. Er schweigt sich aus, und das als Bürgermeister und vor seinem eigenen Stadtrat. Das ist ein Armutszeugnis und wird von den niederländischen Kommentatoren zu dieser Meldung auch genau so wahrgenommen. Vom Kummer darüber, dass Maastricht keinen tatkräftigen „Bürgervater“ hat, bis zu üblen Beschimpfungen von Hoes als „asoziales Schwein“ reichen die Kommentare.

Das Problem an den Schulen – etwas das wir auf „Kein Wietpas!“ so noch nie thematisiert haben – im Gegenteil ging es ja immer nur um die 350m-Abstand-Regelung zwischen Coffeeshop und Schulen, ist noch ein Fakt, der neben der Zunahme des Straßenhandels und dem, immer offensichtlicher werdenden, Versagens des Wietpas als Mittel gegen die „Overlast“ hinzukommt. Es ist ja offensichtlich das die Jugendlichen nun, nachdem die Coffeeshop-Kultur in den südlichen Provinzen durch den Wietpas zerschlagen wurde, leichter an Cannabisprodukte (auch größere Mengen) herankommen. Gerade Jugendliche konnten wohl schwer beziehungsweise unmöglich den Kontakt zu den sogenannten „Kilo-Häusern“ herstellen (der Gastbeitrag zu den Insiderinformationen, zeigt die nötigen Hintergrundinfos dazu auf). Mit marrokanischen Straßendealern im selben Alter wie die Schüler ist das einfacher – noch eine schlimme Folge des Wietpas.

Eines scheint Hoes jedoch gut erkannt zu haben, und das ist der Grund warum er nun lieber schweigt: Die Folgen des Wietpas und die derzeitige Entwicklung sind juristisch hochsensibel. Ein Schelm, wer da an die Worte von Nol van Schaik nach dem Zwischenergebnis der Koalitionsverhandlungen zurückdenkt. Sollten Hoes die möglichen Konsequenzen nur zu bewusst sein? Ein Gespräch über den Umzug an den Stadtrand mit den Coffeeshopbetreibern zum jetzigen Zeitpunkt kann er sich wohl ersparen – deren Antwort dürfte klar sein, wenn es in Südlimburg keine Veränderungen am Wietpas gibt.

Limburgs Jagd nach Hanffeldern

Viele meinen ja immer noch, dass die Niederlande ein Paradies für den Hanffreund ist. Aber das ist mitnichten so! Die Politik versucht auf vielerlei Weise, diesen Ruf loszuwerden. Der Wietpas ist dabei nur eine Variante. Auch die Jagd nach Growern wird doch sehr gewissenhaft betrieben.

Die Provinz Limburg hat jetzt mit ihren Erfolgen in diesem Jahr geprotzt. Speziell ging es um die Jagd nach Outdoorfeldern mittels Helikopter. Der Trick der Hanffreunde: Es werden Plantagen innerhalb von Maisfeldern angelegt, die somit von aussen nicht ersichtlich sind und sich nur dem Bauern und Liebhaber von Betten in Kornfeldern ersichtlich sind. Und eben auch den speziell ausgebildeten Polizeibeamten, die solche Felder aus der Luft  aufspüren.

In diesem Jahr wurden allein in Limburg in 121 verschiedenen Maisfeldern ca. 2 Tonnen Cannabis aufgespürt, was laut Polizei einem Straßenverkaufswert von ca. 4 Millionen Euro entspräche.Die größte der gefundenen Plantagen bestand aus ca. 400 Pflanzen.

Insgesamt sei die Zahl doppelt so groß wie im Vorjahr. Ich frage mich, ob das daran liegt, dass es einen verstärkten Anbau gab oder doch eher daran, dass die Polizei intensiver gesucht hat und ein lückenloseres Netz der Überwachung erstellt hat.

Die Lösung dieses „Problems“ dürfte uns allen klar sein: Anbau legalisieren und dabei gerne auch streng reglementieren. Dann würden die Bauern weniger Stress beim Anbau haben, die Polizei hätte mehr Kapazitäten um „echte“ Verbrecher zu jagen, mit den Hubschraubern könnte man Rundflüge über legale Hanffelder angeboten werden und der Staat würde mehr Steuern kassieren können. Schöne Utopie, nicht?