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Geruchsproben für Heerlener Bürger

Heerlen – Wie L1-Nieuws soeben meldet, verbreitet Heerlen momentan Geruchsproben mit Hanfgeruch in der Bevölkerung. Diese Geruchsproben sind hergestellt wie Parfumproben in Zeitungen und sollen zu noch mehr Anzeigen oder anonymen Denunziationen aus der Bevölkerung führen und diese für Hanfgeruch sensibilisieren.

War Heerlens Bürgermeister Paul Depla bislang doch wegen seiner, für Limburg untypischen, unhysterischen und pragmatischen Haltung zur neuen Ausländerpolitik im Bezug auf die Coffeeshops, sowie mit Plänen für den Cannabisanbau durch die Gemeinde aufgefallen, so greift auch Depla nun zu einem Mittel, das genau in das Klima von anonymer Denunziation und extremem Verfolgungsdruck passt, dass in Limburg seit Jahren aufgebaut wird.

„Bei der Bekämpfung von Hanfplantagen ist es wichtig dass die Bürger wissen, wie Hanf riecht“, so Depla am heutigen Donnerstagabend während der Sendung L1LT.

Durch das Verteilen der Geruchskarten hofft Depla, dass Menschen schneller verdächtige Gerüche in ihrer Nachbarschaft anzeigen.

Im Kampf gegen die Plantagen möchte Heerlen fünf zusätzliche Polizeibeamte, da mit den heutigen Kapazitäten nur der Hälfter der bisherigen Meldungen nachgegangen werden kann.

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Kurznachrichten #4

Oft sammelt sich einiges an Nachrichten an, so dass wir mit dem Veröffentlich nicht mehr nachkommen.
Daher mal wieder in aller Kürze und garantiert Maastricht-frei…

In den Gemeinden Oldenbroekund im benachbartem Hattem in Gelderland wird es keinen Coffeeshop für die 22.000 und 11.000 Einwohner geben. Anträge wurden von den Gemeinden abgelehnt.

In Den Bosch hingegen kann es gar nicht genug Shops geben. Die Gemeinde prüft jetzt im Stadtrat, ob Lizenzen für 3 zusätzliche Shops vergeben werden sollen. Geht doch!

Die Bürgermeister von Heerlen (Paul Depla, PvdA), Roermond (Peter Cammaert, CDA) und Venlo (Antoin Scholten, VVD) wollen jetzt gemeinsam eine Lösung ausarbeiten, um einen Gemeindeanbau für die Coffeeshops zu ermöglichen.

Die beiden Coffeeshops in Sittard, Skunk und Relax, werden umziehen. Ausnahmsweise sind die Gründe dazu mal nicht Cannabisfeindlicher Natur, es wird ein Umbau der Gegend geben und auch andere Geschäfte werden umziehen müssen. Beide Shops finden ihr neues Zuhause am Stationsplein. Dazu wird bei der 350m-Regel ein Auge zugedrückt.

Der Coffeeshop ‚t Geeltje in Dordrecht (Südholland) verliert seine Lizenz. Bürgermeister Arno Brok entzog sie dem Shop, weil es wiederholt zu „Overlast“ kam. Gibt es eigentlich noch Kneipen in der Gemeinde??

Hoffentlich ganz schnell veröffentlich unser Antonio ein Bericht über die Ereignisse in Tilburg.
Gell, Herr Peri? ;-)

Weitere Limburger Coffeeshops öffnen sich

Obwohl es momentan in Maastricht reihenweise Polizeirazzien gibt (heute noch die letzte), haben jetzt weitere Shopbetreiber in Limburg beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und öffnen ihre Coffeeshops jetzt wieder „offiziell“ für Ausländer.
Bislang haben sich offiziell Roermond und Sittard emanzipiert, Maastricht bekanntlich teilweise (nur Deutsche und Begier). In den anderen Gemeinden der Umgebung war alles etwas unsicher. Zwar lockerten einige Shops bereits ihre Regeln und ließen gelegentlich wieder Ausländer kaufen, manchmal aber auch eben nicht. Außerdem ließen manche Shops zwar Einkäufe zu, aber der Aufenthalt wurde nicht geduldet.
Mit dieser Ungewissheit soll jetzt Schluss sein: In Geleen, Weert, Heerlen und Kerkrade sind jetzt wieder alle volljährigen Gäste willkommen, unabhängig von deren Nationalität und Wohnsitz.
Es sollte allerdings bedacht werden, dass auch hier die Regelung nicht offiziell von der Gemeinde abgesegnet wurde. Polizeirazzien und verstärkte Kontrollen sind auch dort möglich! Allerdings dünnt Onno Hoes ja gerade für seine (persönliche) Schlacht die Polizeieinheiten in der Umgebung aus, so dass die verbleibenden vielleicht besseres zu tun haben werden…
Die Aktion wurde offiziell von Marc Josemans Anwalt André Beckers bekannt gegeben.
Der Mut der Betreiber angesichts der Situation ist bewundernswert und keine Selbstverständlichkeit.
Eine Frage allerdings bleibt: Was ist mit Venlo? Warum halten sich das Nobbes und Co. so bedeckt?
Ich hoffe, dass wir da bald auch endlich Antworten bekommen…

Weitere Shops in Limburg wollen sich emanzipieren

Wow, was für ein Tag! Und die Meldungen reißen nicht ab! Nachdem heute die Bombe in Maastricht geplatzt ist hat jetzt auch Shopbetreiber Peter Hendriks, der die Skunk-Coffeeshops in Roermond und Sittard betreibt, dass er sich der Aktion in Maastricht anschliessen werde. Andere Shops in Limburg sind da bislang etwas zurückhaltender: In Geleen, Heerlen und Weert wolle man sich an die Regeln halten. Und falls jemand nach Venlo fragt: Hier wolle man das Gespräch mit dem Bürgermeister abwarten, bevor entschieden wird, wie weiter vorgegangen wird.

Der Appel von Marc´s Anwalt an die Shopbetreiber der Provinz scheint also zu fruchten, eine Vernetzung und Solidarisierung beginnt. Klug wäre es natürlich, wenn alle mitmachen würden. Schliessen könnte man die Shops nicht: Stünde die Region zeitlich begrenzt ohne Coffeeshops da, würde es knallen (Ich weiß, wie Hanfgleichstellen und Antonio ohne Gras drauf sind :-P). Das würde die Region nicht verkraften.

Nachdem ein Jahr lang danach aussah, dass sich die Betreiber kampflos ihrem Schicksal ergeben und einige wenige an die Front liessen, erweckt jetzt der Aktivismus (gewiss nicht ohne finanzielle Interessen) ihn Ihnen.

Das Wochenende wird also verdammt spannend werden. Ich kann mir auch vorstellen, dass sich immer mehr Shopbetreiber anschliessen werden. Sowas reißt mit!

Limburg, die Hochburg der Diskriminierung?

drei-affen

Kurz vor dem Wochenende des Jahres kommt noch eine Hiobsbotschaft aus Limburg. Die acht Bürgermeister der „Coffeeshopgemeinden“ in Limburg haben sich gestern getroffen, um das weitere Vorgehen in der Provinz zu besprechen. Teilgenommen haben die Bürgermeister der Städte:

  1. Maastricht (Onno Hoes – VVD)
  2. Venlo (Antoin Scholten – VVD)
  3. Roermond (Henk van Beers – CDA)
  4. Sittard/Geelen (Sjraar Cox – CDA)
  5. Heerlen (Paul Depla – PvDA)
  6. Weert (Wim Dijkstra – PvDA)
  7. Kerkrade (Jos Som – CDA)
  8. Venray (Hans Gilissen – PvDA)

Da die Overlast in den letzten Monaten stark zurück gegangen (!) und der Ausschluss der Ausländischen Gäste ein voller Erfolg gewesen sei, wollen die Bürgermeister weiter an dem I-Kriterium festhalten. Ich frage mich an dieser Stelle, was mit den Meldungen von vor einigen Wochen war, das sich die Overlast verdoppelt habe.  Von den Beschwerden liest man in der letzten Zeit extremst wenig, was mir persönlich auch schon aufgefallen ist.

Eine kleine Eisnchränkung gibt es: „…sollte durch das Gericht nichts anderes Entschieden werden“. Somit ruht nun alle Hoffnung für das Drei-Länder-Eck auf Marcs Prozess. Wie die Chancen stehen, hier ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen wissen wir alle. Wenn nicht ein „Wunder“ geschieht können sich unsere Aachener sowie Mönchengladbacher Freunde auf weites Reisen einstellen. Sollte die 15% Regel in Kraft treten, lohnt sich die Reise bald sowieso nicht mehr.

Cannabem liberemus!

Deutsche Medien berichten über Gemeindeanbau

Wir berichten jetzt schon seit fast einem Jahr über die niederländische Drogenpolitik. Mit Sicherheit ist dieses Angebot hier einmalig in Deutschland (und das sage ich mit Stolz) und ich finde, dass es eine Menge sehr spannender Nachrichten gibt, die wir hier mit großem Ehrgeiz ohne irgendwelche Gewinnabsichten verbloggen. Daher verwundert es mich, dass die Ereignisse in unserem Nachbarland hierzulande doch recht unbeachtet bleiben. Mal ne kurze Meldung über die Einführung des Wietpas hier und veröffentliche Zahlen über zurückgehenden Drogentourismus dort – das war es dann auch. Dabei gibt die Thematik so viel spannende Storys her, die ein professioneller Journalist, mit gewissen finanziellen Mitteln bestimmt sehr spannend inszenieren könnte. Doch das passiert in der Regeln nicht (was natürlich in gewisser Hinsicht auch gut für „Kein Wietpas!“ ist…)

Manchmal schwappen dann aber doch einige Meldungen herüber. Und da wundert mich dann die Lieblosigkeit, mit der solche Artikel veröffentlicht werden. So berichteten dieser Tage viele Medien hier zu lange über den geplanten Gemeindeanbau in Heerlen. Dies wird als skurrile Revolution präsentiert. Das ganze beruht anscheinend auf einer dpa-Meldung. Dass die Thematik „Gemeindeanbau“ schon recht lange Thema in den Niederlanden ist und sich keinesfalls nur auf Heerlen beschränkt missachten die dpaabschreiber Autoren komplett. Hätten sie mal auf „Kein Wietpas!“ recherchiert! So berichteten wir im Oktober letzten Jahres bereits von der Idee, dass es staatliches Cannabis für den rekreativen Gebrauch geben könnte und Anfang Dezember über die Idee der städtischen Plantage, die bereits in vielen Gemeinden laut gedacht wird. Und auch in der DEA habe ich bereits davon erzählt!

Die Meldung, dass jetzt auch Heerlen die Möglichkeiten ist bei mir schon fast als irrelevant vorbei gerauscht…

Warum ausgerechnet diese Meldung in Deutschland hochkocht kann mir fast schon gar nicht erklären, da man ja eigentlich die Ignoranz gegenüber der niederländischen Cannabispolitik gewöhnt ist.

Es freut mich natürlich, dass die Thematik aufgegriffen wird, aber es hätte ja auch eine andere Meldung sein können.

Denn der Gemeinderat ist zwar dafür, aber Ivo wird da natürlich nicht mitmachen. Er beruft sich auf UN-Konventionen, EU-Recht und dem Betäubungsmittelgesetz und sagt ganz klar: Antwoord Nee!

„The Post“ zeigt Scheitern des Wietpas

Ja, Micha und wilde13, ich hatte es gestern noch gesehen, habe aber nicht sofort die Sprengkraft des Artikel erkannt. War nicht mehr so ganz nüchtern ;-)

Das niederländische Nachrichtenmagazin „The Post Online“ titelte in einem Artikel groß: „Beweis: Das Scheitern des Wietpas, nun auch in Süd Limburg“ Zwar ist es leider (noch) keine Benachrichtigung über das komplette Ende der diskriminierenden Politik im Süden des Landes, aber der Artikel wird die Politik dazu zwingen, darauf zu reagieren.

Dem Nachrichtenmagazin wurden mehrere Diagramme zugespielt, die die Meldungen zur „Overlast“ in den Gemeinden Maastricht, Venlo, Venray, Roermond, Sittard-Geleen, Weert, Heerlen und Kerkrade 2011 mit denen von 2012 vergleicht. Ab Mai 2012 (Wietpaseinführung) gab es überall einen sprunghaften Anstieg, der dann zwar abflachte aber in den meisten Gemeinden stets über dem Vorjahresstand war.

Die Diagramme zeigen eindeutig, dass der Wietpas (und später das I-Kriterium) sein Ziel völlig verfehlt hat: Die Overlast hat zugenommen und der „Drogentourismus“ bleib erhalten. Ich denke mal, die Politik muss sich jetzt einigen unangenehmen Fragen stellen und: Handeln!

Vielleicht solltet Ihr schonmal das Ergebnis der letzen Sonntagsumfrage anschauen. Die Sitzung in Venlo dürfte sehr spannend werden…

Im Süden wächst der Widerstand

Na, noch auf die Schnelle… weil es gut tut. Eine nackte Übersetzungsarbeit.
Der de Limburger von heute.
Der de Limburger ist politisch DEUTLICH weiter rechts anzusiedeln wie der de Gelderlander.
Eigentlich habe ich viel wichtigere Nachrichten in Arbeit. Viel wichtiger für mich, viel wichtiger für alle denen legales Gras in ganz Europa mehr am Herzen liegt wie offene Coffeeshops in einem „fremden“ Land… GANZ spannende Zeiten sind in den Niederlanden angebrochen! Aber auch das hier ist ne wirklich taffe Nachricht.

Handhabung des Wietpas hat keine Priorität

Die Gemeinden Heerlen und Kerkrade wollen so schnell wie möglich weg von dem Wietpas. Vorläufig handhaben beide Gemeinden das sogenannte Einwohnerkriterium für Coffeeshops, aber das kontrollieren bekommt keine Priorität

Der Kerkrader Rat will weg vom Wietpas und dem I-Kriterieum, durch welches der Zugang zu Coffeeshops Einwohnern der Niederlanden vorbehalten ist. Ein Antrag der PvdA dies zu streichen bekam diese Woche die Zustimmung aller Parteien ausser von der CDA.
Bürgermeister Jos Som teilt den Standpunkt des Rates. Sagt aber, das er das Recht aktuell handhaben muss. „Da steht nunmal, das Coffeeshops allein für Einwohner der Niederlanden zugänglich sein sollen. Das ist mein Dilemma.
Heerlen hat drei Coffeeshops, Kerkrade zwei. Die Coffeeshops zogen in der Vergangenheit viele Deutsche Kunden an.
Die Niederlanden führten im Mai 2012 den Wietpas in den drei südlichen Provinzen ein. Coffeeshops wurden ab diesem Moment geschlossene Clubs mit ausschließlichem Zugang für Einwohner der Niederlanden die Mitglied des Clubs waren. Die Maßnahme stiess auf viel Widerstand; feste Mitglieder schrieben sich kaum ein und ausländische Kunden probierten auf illegale Weise an Drogen zu kommen. Anfang Januar wurde das Clubkriterium durch Minister Opstelten abgeschafft. Das Einwohnerkriterium besteht immer noch. Ein falscher Beschluiss meint Som. „Der Minister sagt das wir lokale Maßarbeit liefern müssen. Was ist das?  Ich finde man kann nicht sagen, das es ein Gesetz gäbe, welches es Wert wäre lokal ausgeführt zu werden. Das ist ein Minister der gar nicht da sein dürfte.
Sein Heerlener Kollege Paul Depla spricht von absurden Regeln. „Es ist eine große Farce, eine große Schande was der Minister gemacht hat. Es ist nahezu unverständlich, denn die ganzen Niederlanden haben das Gesetz mittlerweile begraben. Nur wir in Süd-Limburg laufen noch hinter einem Gesetz her an welches der Minister selbst nicht mehr glaubt.

Hmm… habe ich nicht gesagt, das der Süden bröckeln wird und Ivo´s Rückhalt auch dort noch schwindet? Wer immer gut aufpasst, wird festgestellt haben, das Paul Depla „umgefallen“ ist. Vor kaum zwei Wochen hat der noch Töne abgelassen bei denen einem schlecht werden konnte. Das ist das Ergebnis der „Limburger-Ruhe“. Limburger sind wie Bayern. Die Limburger Bürgermeister haben sich jetzt gegenseitig ohne Onno mal beim Bierchen ins Sofa gepupst und beschlossen dem Ivo und Onno doch öffentlich zu sagen das ihre Politik auch im Süden gescheitert ist. Das direkt so klare und wahre Töne auf den Tisch kommen verdeutlicht den immensen Machtverlust den Ivo sich an mehreren Fronten eingefahren hat.

Bevor ihr jetzt überstürzt nach Heerlen, Kerkrade oder Eygelshoven fahrt. Ich habe angerufen. NOCH ist ZU – aber man ist sehr zuversichtlich… – Logo! Sind ja auch zwei taffe Bürgermeister am Werk!

Heerlen – Kopfschütteln wird Pflicht.

In irgendeinem Kommentar in den letzten Tagen bemängelte ein Leser, das man sich in der Niederländischen Politik auf nichts verlassen könne.
Selbst Parteiintern ist die Linie landesweit so unterschiedlich wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Allerbestes aktuelles Beispiel dafür ist die PvdA Heerlen.

Stolz präsentiert das Heerlener Ratsmitglied Thijs Deckers auf der Internetseite der PvdA Heerlen die Einführung des I-Kriteriums in Heerlen. Kein Wort, darüber das die Landesweite Reglung undeutlich und verwirrend ist und man sich darum zu diesem Schritt gezwungen gefühlt hätte. NICHTS dergleichen. Völliger Einklang:
Die PvdA  Heerlen ist erfreut über diese Meldung und hofft das durch diesen Beschluss der illegale Handel von Softdrugs in den Heerlener Wohngebieten zurückgedrängt wird.“

„Diese Meldung“ bezieht sich auf die Anpassungen am Heerlener Softdrugbeleid vom 23.01.2013 und 28.01.2013 durch Bürgermeister Paul Depla (PvdA). Der entscheidende Teil ist ein Vierzeiler, der das B-Kriterium wie folgt ersetzt:
„Der Coffeeshopinhaber darf in seinem CS niemandem außer Einwohnern der Niederlande Zugang gewähren; Es liegt in der Verantwortlichkeit des Coffeeshopinhabers zu kontrollieren, ob Besucher Einwohner der Niederlanden sind.“

Das Niederländer in Heerlen wieder ohne Clubmitgliedschaft in CS einkehren können ist wirklich schön – ob das aber den Softdrughandel an Deutsche und Belgier zurückdrängen wird, wie von Thijs Deckers erhofft, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Die PvdA forderte landesweit einmal, den Wietpas erst gar nicht einzuführen. In Kerkrade und Venlo kämpfen die PvdA-Fraktionen aktuell sehr offensiv gegen das I-Kriterium… und in Heerlen kriecht man Ivo und Onno tief – GANZ TIEF – in den Allerwertesten. Selbst ich als „Trainierter“ in Sachen NL und B – Politik kann da auch nur noch mit dem Kopf schütteln.

Lange, lange war es mir möglich das politische Chaos zu interpretieren und hier zu erklären. In diesem Fall fehlen mir aber auch jegliche Ansätze den Sinn zu verstehen. Paul Depla ist ein umstrittener Politiker. In Nijmegen hat er sich im Fahrradkeller des Rathauses mal von einer VVD-Kollegin einen runter holen lassen. Dann war da noch was mit einer Aushilfskraft. Und auch als 1.-Schöffe in Nijmegen ging er steuerpolitisch auf vollen Konfrontationskurs mit seiner Partei um sich selbst letztendlich „an die Wand zu fahren“.  „Entsorgt“ wurde Depla dann anscheinend im Bürgermeisteramt der Gemeinde Heerlen. In Heerlen ist Depla das erste Mal Bürgermeister.

Ein Sonntag in Südlimburg

Wie angekündigt habe ich meine Runde gemacht und bin in allen Coffeeshops Südlimburg´s gewesen. Ich bringe euch ernüchternde Erkenntnisse und ein längeres Gespräch mit.

Vorab:
Alle Shops zwischen Maastricht und Roermond (die beiden Städte habe ich nicht gecheckt) sind für nicht in den Niederlanden wohnende Personen NICHT zugänglich. Meine Niederländischkenntnisse oder/und freches Auftreten inkl. der Behauptung ich wohne in NL hätte nur keinen GBA (ich habe einen deutschen Personalausweis OHNE Wohnorteintrag) dabei, halfen nicht auch nur ein einziges Gramm zu erwerben und im Shop konsumieren zu können.

Aber:
In einen Laden bin ich dann doch gekommen und das lohnt definitiv einen Artikel daraus zu machen. Den Namen und Ort nenne ich nicht, der Besitzer möchte das nicht.

Ich war ca. 15min. zu früh und habe mich in Sichtweite des Shops unauffällig zum Warten platziert. Nach 5 Minuten kam ein „älterer“ Mann (~60) und will in den Laden. Tür zu – blick auf die Uhr – einmal rund drehen – den Punkt wo ich saß fand er dann auch zum Warten am besten und so kamen wir ins Gespräch…
Er ist SOOOOO froh, das der Wietpas durch das I-Criterium ersetzt wurde und er endlich wieder nach Belieben im Shop sitzen darf. Bis zum November wurde er (als alter Stammkunde) nur am Backdoor bedient, wegen fehlendem Wietpas durfte auch er nicht mehr in den Shop. Ebenso froh ist er, das die Grenzbelgier und Grenzdeutschen ENDLICH gezwungen werden sich selbst zu versorgen – er findet es absolut TOP, das die kleinen Shops an den Grenzen endlich wieder zu dem werden was sie sein sollten: Gemütliche Konsum- und Treffpunkte für Menschen aus der Umgebung – statt Prügelknaben und HanfLieferMaschinen für die gescheiterte Drogenpolitik der Grenzländer.

Der Shopbesitzer kommt, wir drei diskutieren gut 5min. vor dem Laden ob ich mit rein darf und mit dem „Alten“ weiter sprechen oder nicht. Das ich nichts zum Kaufen bekomme war von Anfang an klar. Es drehte sich einzig um die Frage, ob ich mit rein darf zum sprechen.
Ich durfte, aber sobald 5 oder mehr Gäste im Shop seien müsse ich gehen.

Der „Alte“ konnte mir sehr sehr eindrucksvoll schildern welches Elend die Cannabis-Prohibition, der umgebenden Länder, über die Cannabiskultur der Niederlanden brachte. Die gesamte Niederländische Hanfkultur besteht nur noch aus einem krankhaften Bestreben sich an der Illegalität in den anderen Ländern zu bereichern. So wird selbst der enthusiastischste Shopbetreiber zur Geisel der Mafia und wäre kaum noch in der Lage sein eigenes, korrektes Ding zu machen.

Mit Beginn der Duldung, hätte unmittelbar das Backdoor gelöst werden müssen – dies sei im Grunde die einzig wahre Fehlentscheidung der Niederlanden gewesen – jeglichen anderen Schuh müsse sich Deutschland und Belgien anziehen – aber ausschließlich die Niederländischen Konsumenten ausbaden. Der Ausschluss von Belgiern und Deutschen sei „PillePalle“ gegen die Abwärtsentwicklung die die NL-Szene in den letzten 35 Jahren erleiden musste.

„Wir NL-Kiffer waren in NL mal ne flippige Gruppe, belächelt, nicht sehr Ernst genommen, aber doch Teil der Gesellschaft – und wir konnten tun und lassen was wir wollten – weil wir nichts machten was wirklich schädlich war. Jetzt stehen wir am Rand der Gesellschaft, werden verfolgt und müssen uns verstecken. Warum? Wegen Euch!“

Anhand meines Beispiels (in der Nähe wohnend, ein bischen NL sprechend, was älter, usw.) wollte ich verdeutlichen das es doch sehr wohl ungerecht ist partout ohne GBA auszusperren. Der „Alte“ kannte kein Pardon!

„Wenn ich in Aachen und Lüttich in einen CS gehen darf… dann bist Du auch wieder herzlichst willkommen. Jetzt aber lasst uns bitte einen Weg finden in dem zumindest wir NL-Kiffer noch in Würde weiter machen können – bis ihr eure Dinger geklärt habt!“

Naturgemäß sah der Shopbesitzer die Sache etwas anders, zumal er 1,5 Vollzeitstellen kündigen musste. (Eine halbe Kraft kommt jetzt aber zurück – der Wegfall des Wietpas macht den Laden wieder rentabel – für die alte Besetzung müssten die Deutschen und Belgier aber wieder rein dürfen – und das wünscht er sich sehr ). Sein größtes Problem ist, das er sein Gras nicht selber anbauen darf und seit einigen Jahren auch nicht mehr macht, weil die Tarnung der Anlagen mittlerweile viel zu aufwendig ist – was wiederum eine Folge der umgebenden Prohibition sei. Mit dem diskutierten Anbau durch die Gemeinden könne er sich gut anfreunden – wenn denn die Qualität stimmt. Die 15% sieht er ganz entspannt… A) glaubt er absolut nicht an eine Umsetzung und B) knallen 15% top – wenn es nichts anderes gibt – deswegen hört also kein Mensch auf zu kiffen!

Der Shopbesitzer war total fasziniert von keinwietpas.de, der „Alte“ fand es völlig überflüssig – Diese Energie solle man in eigene CS stecken, statt über die Verhältnisse der Nachbarn zu jammern.

Ein später hinzukommender Gast (~30), geboren und aufgewachsen in Vaals, zerriss den „Alten“ mit seiner eher abweisenden Einstellung gegenüber ausländischen Gästen.

„Umgebung ist ALLES im Umkreis von 50km – völlig egal ob Deutschland, Belgien oder die Niederlanden – Da dürfen wir doch keinen Unterschied machen… und wenn wir unsere direkten Nachbarn auch als unsere Nachbarn akzeptieren, sind deren Nachbarn auch unsere Nachbarn – WIR LEBEN IN EUROPA!
Wir NL-Kiffer und gerade Du alter Sack, der Du schon immer in der Szene bist, hätten auch von Anfang an Druck auf unsere Regierung ausüben müssen das Backdoor viel früher in den Griff zu bekommen. Dann wäre unser Coffeeshopsystem auch ein besseres Beispiel für die anderen Länder gewesen. So hast aber auch Du Dir blos die Rübe dicht gemacht und es passieren lassen. Schimpf nicht nur über die Ausländer – schimpf auch mit Dir selber!“

Völlig einig war man sich in einer Sache und das geht direkt an unsere Adresse:
Ohne die Ausländer, die nur rein kommen, 5gr kaufen und wieder weg sind, ist es viel geselliger in den Shops. Niederländische Gäste bleiben jetzt auch länger wie früher. Man kennt sich wieder besser.
Als der 7te Gast kam (und ich gehen musste) waren wir in etwa da angelangt, das für den CS-Besuch von Ausländern eine Verzehrplicht von ca. 10€ gelten sollte – in der Hoffnung, das die Ausländer dadurch länger im Shop bleiben und die Kultur der CS „mitleben“, statt sich im Vorbeiflug blos 5gr zu schnappen… alternativ könnte die alte 30gr. Reglung die Lage auch sehr entspannen…!

Das war der interessante Teil. Den Rest gibt´s in Kurzform:

Sittard:
– kein Zugang
– Drugsrunner – scheinbar Nein
– warten auf Marc

Geleen:
– kein Zugang
– Drugsrunner – vermutlich Ja
– warten auf Marc

Heerlen:
– kein Zugang
– Drugsrunner – Ja
– NOS-Artikel SCHEISSE. Ohne Ende Leute die es aufgrund dessen probieren.

Hoensbroek:
– kein Zugang
– Drugsrunner – vermutlich Ja
– Nirgends bin ich unfreundlicher abgewiesen worden!

Kerkrade:
– kein Zugang
– Drugsrunner – Ja
– warten auf Marc

Eygelshoven:
– kein Zugang
– Drugsrunner – scheinbar Nein
– Die telefonische Info, das man auf eine konkrete Antwort des Bürgermeisters warte wurde nicht bestätigt – Chef war aber auch nicht da und ich weis nicht mit wem ich telefoniert hatte… (Kann eigentlich nur er selbst gewesen sein)

Alle warten eigentlich auf Marc´s Prozess, aber nicht in der Form, das sie dann wieder aufmachen können, sondern in der Form das sie dann endlich langfristig planen können. Hier im Süden glaubt kein einziger CS-Besitzer ernsthaft daran, das Marc gewinnt und in 2013 noch irgendwas für Ausländer gehen wird… aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.