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Die Hintertür-Aktion beim Smokeout

Die aktuelle Diskussion, die Steffen Geyer angestoßen hat, zeigt es mal wieder. Die Hintertür-Problematik ist die faule Stelle des niederländischen Duldungsmodells. Einfallsreich wie immer, hat sich Nol van Schaik gedacht, er trägt die Hintertür zur Vordertür hinaus. Auf dem Smokeout wurde die Hintertür sogar eingeschlagen. Bisher gab es noch kein Videomaterial zu dieser Aktion. Heute ist es von JDTV und Coffeeshopnieuws veröffentlicht worden.

Direkter Link zum Video

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Es ist passiert…

„Kein Wietpas!“ hat Macht.

Ein Shop in Venray wird überlaufen und ein CS-Besitzer in Arnhem ist „angepisst“ über den Artikel „Arnhem – the new point to go“.

Ist das gut oder schlecht?

Haben wir hier eventuell schon so viel „Macht“, das wir Druck auf die CS-Besitzer ausüben (könn(t)en)?

Vielfach wurde bemängelt, das die CS-Besitzer in den, bis zum 01.01.2013, „freien Städten“ oft sehr schlecht informiert und organisiert waren. Keine Informationsaushänge, keine Unterschriftenlisten, etc.. Genaugenommen macht der Großteil der CS-Besitzer keinerlei Anstalten sich aktiv gegen den Wietpas, das Ingezetenencriterium und die Backdoorproblematik zur Wehr zu setzen.

In Deutschland und Belgien lebende Kunden haben die meisten CS-Besitzer zu mehrfachen Millionären gemacht – was machen sie jetzt für die nicht in den Niederlanden lebenden Kunden?

Würden alle CS-Besitzer 50% ihres Privatvermögens über einer Millionen EUR für die Abschaffung des I-Kriteriums oder die Legalisierungsbewegung verwenden… stände ein UNGLAUBLICHER Betrag zur Verfügung – mit dem sich eine wahnsinnig  schlagfertige Lobby und mediale Präsenz realisieren lies… für GANZ Europa.

Was tun sie? NICHTS!

Muss man diese prallen Portemonnaies jetzt mit aller Gewalt schützen? Oder darf man diesen Leuten auch klar sagen/zeigen, das auch sie eine Pflicht besitzen ihren im Ausland lebenden Kunden „zu helfen“?

WARUM tun im Ausland lebende Personen die CS-Szene in NL intensiver beobachten und analysieren als die Coffeeshops selbst? Mit 0,01% vom Landesweiten CS-Gewinn ließ sich ganz sicher eine 3-Köpfige Agentur betreiben…

Was tun sie? NICHTS!

Peter auf coffeshopniews hat weniger aktive Unterstützer als mobo…
Coffeeshopniews sind mitangewiesen auf unsere Recherchen…
In NL lebenden Ausländern erklären wir das funktionieren der GBA…

WO ist die durch Coffeeshops gebildete TaskForce? Wo sind die Niederländer, die dem mobo zuarbeiten? Wo sind die Übersetzer die auch frankophone Belgier mit aktuellen Info´s versorgen – WO? Am 30.04.2012 z.B. wurden im Kosbor in Maastricht die Wartenummern allein in Französisch ausgerufen.

WO WO WO WO – WO sind die CS-Betreiber? WO ist denen ihr Einsatz/Geld?

Niederländische Parteien hingegen tun etwas. Aber nicht für die Shops oder für uns – nein die denken, auf die Niederlanden beschränkt, Gesamtgesellschaftlich – und das ist auch richtig so.  Die bis zum 01.05.2012 angewandte Duldungspolitik war eine politische Entscheidung. KEIN Kiffer hat für diese Errungenschaft auf die Straße gehen oder Zeitungsanzeigen schalten müssen. Nicht mehr zu kontrollierendes öffentliches Kiffen und Dealen Anfang der 70er „zwang“ die Politik dazu. Jetzt zwingt die Backdoorproblematik die Politik dazu den eingeschlagenen Weg anzupassen. Aufgabe der CS wäre es gewesen unter massiver Lobbybildung Einfluss auf diesen Prozess zu nehmen – was tun sie ? NICHTS!

Solange sich das Gros der Niederländischen Coffeeshopbesitzer nicht GANZ MASSIV für einen Europäischen Weg stark macht und dafür auch Geld fließen lässt sind sie blos kaltblütige Geschäftemacher…  die sich über nichts beklagen dürfen – zumindest nicht über uns.
Gerne an, nicht in den Niederlanden lebenden, Kunden weitere Gewinne machen – aber nicht Öffentlich dazu stehen wollen… Das ist keinen Deut besser wie die Jongens auf den Scootern vor dem Shop.

Das in einer kontroversen Angelegenheit für die eine Seite ein „(Macht)Gebrauch“ für die andere Seite einem (Macht)Missbrauch“ gleichkommt liegt in der Natur der Dinge.

„Kein Wietpas!“ hat Macht – wie die am effektivsten zu Nutzen ist – steht noch im Raum. Wenn diese Macht aber zufällig zuschlägt… macht das auch nix! Wem die Macht von „Kein Wietpas!“ nicht passt kann ja den Hanf regulieren… oder seinen Laden konsequent AUF oder ZU machen – wer wischiwaschi macht – bekommt wischiwaschi zurück.

 

EDIT 15:55:

Nachdem dieser Artikel einige Wellen geschlagen hat und auch von der VOC retwittert wird will ich noch ein Ding spezifizieren.

Die CS-Besitzer haben natürlich keine ursächliche Schuld an nichts. Ursächlich ist Anslinger und das endgültige internationale Totalverbot in 1963.
Das aber die Europäische Legalisierungsbewegung im Vergleich zu den USA mit derart kümmerlichen Finanzmitteln ausgestattet ist – das ist ein Ding welches sich primär die Coffeeshops vorwerfen lassen müssen!
Amerikanische Hanfapotheken sind durchaus mit den CS in NL zu vergleichen. Beides sind die einzigen Orte, auf ihrem jeweiligem Kontinent, an denen User legal an Hanf gelangen können. Amerikanische Hanfapotheken spenden Millionen an NORML – und was spenden die Niederländischen Coffeeshops… ?

 

Samen für Bruls

Die Jugendorganisation von GroenLinks in Nijmegen hat dem Burgermeister der Stadt (H. Bruls – dürfte hier bekannt sein) öffentlich ein paar Cannabis-Samen überreicht. Mit dieser Aktion möchten sie darauf Aufmerksam machen, das der Wietanbau legalisiert und durch die Gemeinden reguliert werden muss. Sie verweisen darauf das mit Unterstützung durch andere Bürgermeister und Gemeinden gerechnet werden kann. Das heuchlerische Verfahren eines legalen FrontDoors und illegalen BackDoors arbeite nur den Kriminellen Banden in die Hand.

Ich habe viel gesucht, ob bei dieser Aktion (fand Montag Abend statt) das Thema aktuelle Ausländerreglung in Nijmegen thematisiert wurde… – Nein.
Ich denke auch, das diese Frage ab dem 14.01 kaum noch eine Rolle spielen wird. Außerhalb von Adam/RDam/Haarlem wird man sich immer mehr „auf sich“ konzentrieren und versuchen die BackdoorLage, zumindest im Blick auf die eigenen Konsumenten, besser in den Griff zu bekommen.

EDIT 10:18 :
Ich habe zu der Aktion doch noch etwas gefunden. Das Ingezetenencriterium und die Deutschen waren in einem Satz Thema:
Strenge handhaving van het ingezetenen-criterium en het verbod op wietteelt, maar het gedogen van de verkoop, bezit en gebruik van softdrugs tegelijkertijd, werkt criminaliteit in de hand. De handel verplaatst zich naar de straat, waar Duitse bezoekers hun waar gaan halen.
Worauf aber keinerlei „Konsequenzen“ / „Änderungen“ bezgl. der Deutschen vorgeschlagen werden – es dient einzig als Einleitung  das heuschlerische Prinzip der Front- und Backdoorproblematik aufzuzeigen.

Gastbeitrag: Gedanken zum Thema Coffeeshop-Verbot in den Niederlanden

Vor kurzem hat ein User mit dem Nickname „xy“ einen wirklich guten Kommentar geschrieben, worauf ich ihn gebeten habe, doch mal einen Gastbeitrag zu schreiben. Und das hat er wirklich getan! Er beschäftigt sich dort viel mit der Versorgung der Coffeeshops und den ganzen Problematiken, die das mit sich bringt. Höchst interessant. Ob das alles so stimmt müsst ihr beurteilen. Für mich klingt es alles sehr plausibel. Vielen Dank dafür!

Hallo liebe Mitstreiter,

nachdem die Reaktionen auf meinen letzten Kommentar recht positiv ausfielen möchte ich Euch einfach mal meine grundsätzlichen Gedanken und meine Sichtweise zum geplanten niederändischen Coffeeshop-Verbot in einem Gastbeitrag mitteilen. Ich hoffe es wird nicht zu trocken und wirr ;). Hierzu muss ich ein wenig in die Vergangenheit ausholen.

Damals™, als ich mit dem Kiffen anfing (so mit 17, 18), da war es hier bei uns auf dem Lande relativ schwer, überhaupt an was Rauchbares ranzukommen. Man musste bestimmte Leute kennen, die entweder ’ne Holland-Connection hatten, ab und zu rüberfuhren oder selbst anbauten. An was gutes Rauchbares zu kommen war da echt ne Aktion. Gab’s mal nichts, blieb nur eine (ziemlich gute) Option: Sich selber ins Auto setzen, ab nach Enschede ins vorzugsweise zum Miami oder Peter Bar, 45 Minuten hin, 45 Minuten zurück. Relativ geringes Risiko, erwischt zu werden. Man schwimmt ja in der Masse mit und es wird nur stichprobenartig kontrolliert… Das war noch zu Zeiten, wo ein Gramm Gras ca. 7 DM kostete. Donnerstags war Bonustag. Kaufte man 5 Gramm, gab es ein Bonusgramm Hasch dazu oder es gab die 5 Gramm für nur 30 DM. In den Coffeshops selbst traf man viele Deutsche, die regelmäßig ihren wöchentlichen Bedarf in den Shops deckten. Man kannte sich sogar teilweise vom sehen.

Zu dieser Zeit war Kiffen noch nicht so populär wie heute. Das kam erst richtig in Mode, als die Hiphop-Welle Anfang/Mitte der neunziger Jahre von Amerika mit Künstlern wie z.B. Snoop Dogg, Dr. Dre, Jay-Z, ODB (RIP) oder dem Wu-Tang Clan nach Europa schwappte. Die amerikanischen Rapper haben nie einen Hehl daraus gemacht, das sie Weed rauchen (und das in nicht geringen Mengen). Plötzlich fingen hier alle an zu buffen und zu dealen und hielten sich für Gangster. Der Schwarzmarkt in unserem verschlafenen Kaff explodierte. überall gab es Gras zu kaufen, welches aus den nahe gelegenen Niederlanden den Weg auf die Straßen unserer Kleinstadt fand. Jeder kannte jemanden, der entweder kiffte oder was klarmachen konnte. Die Preise für das Gras waren dafür dann ziemlich gesalzen. Aus 7 DM wurden dann mal schnell 10 DM pro Gramm, da die Ware meist noch durch mehrere Hände ging und jeder was vom Kuchen abhaben wollte. Dafür hatte man dann aber bestes ‚Holland-Weed‘, ganz ohne Stress.

Woher bekamen die ‚größeren‘ Dealer denn nun ihre Ware? Aus den Coffeeshops wohl kaum, da man dort immer nur 5g pro Person kaufen darf. Die Zeiten, wo man noch 30g p.P. kaufen durfte, habe ich leider nicht mehr miterlebt. Die Dealer werden wohl kaum jeden Shop abgeklappert haben, um sich dort dann ihre 5g zu kaufen. Nein, in den Growshops unter der Ladentheke gab’s die ‚größeren‘ Mengen zu besseren Preisen. Und das war exakt das gleiche Zeug, was man auch in den Coffeeshops kaufen konnte.

Dann kam der Euro und alles ging den Bach runter. Die Preise wurden 1:1 weitergegeben. Aus 7 DM/g wurden 7 €/g. Die Nachfrage nach Gras war groß und die meisten Kiffer hatten keinen Plan, wie gutes, sauberes Gras auszusehen hat. Die haben einfach alles gekauft, was grün war. Hauptsache glänzende, kompakte und steinharte Buds. Konsequenz: Mit Zuckerwasser und Vogelsand / Haarspray / Babypuder / wasweißich gestrecktes Gras tauchte zum ersten Mal bei uns auf der Straße auf und keiner konnte oder wollte glauben, das es jetzt tatsächlich so weit wäre, das man Gras streckt. Bei Hasch, Heroin und Kokain wusste man ja, das da alles drin sein kann, aber bei Gras?! Nee…

Wenn man Drogen streckt, dann tut man dies, um den Gewinn beim Verkauf zu erhöhen. Einen anderen Grund gibt es nicht. Es wird wohl kaum gestreckt, um die Qualität zu verbessern. Ich growe selber und sorge dafür, das es meinen Pflanzen gut geht. Keine Pestizide, keine Düngerrückstände oder sonstiger Dreck kommt an meine Pflanzen, weil ich ja eine möglichst hohe Qualität für mich und meine Gesundheit will (psychisch und physisch). Jede Pflanze wird beobachtet und umsorgt. In einer Lagerhalle mit sagen wir mal 1000 Pflanzen (das ist für holländische Verhältnisse ein ‚kleiner‘ Kommerzgrow) ist das schlichtweg nicht möglich, aber letztlich auch egal, weil man das Zeug ja nicht selber rauchen muss. Gras war eigentlich eine Droge, mit der sich nicht innerhalb kürzester Zeit viel Geld verdienen ließ. Kokain und Heroin waren dafür besser ‚geeignet‘. Waren. Vergangenheitsform. Und hier kommt ein Herr Opstelten ins Spiel.

Wie ich bereits in einem vorangegangenen Kommentar geschrieben hatte, ist die organisierte Kriminalität im Cannabu$ine$$ angekommen. Um den Markt zu bedienen werden in Holland ganze Wohnungen in Indoor-Plantagen umfunktioniert. Ganze Badezimmer werden komplett rausgerissen und die Fläche mit Pflanzen gefüllt. Die Plantagen werden oft von extra hierzu illegal eingeschleusten Vietnamesen betreut. Die hausen dann teilweise unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Plantagenwohnungen. Wir haben es also auf eine gewisse Art mit illegalem Menschenhandel zu tun!

Für einen bestimmten Betrag stellen Amsterdamer Immobilienmakler gern geeignete Objekte zur Verfügung und halten anschließend die Klappe. Die Installation der Starkstrom-Elektrik erledigt der nette Herr vom Örtlichen Energieversorger; ebenfalls für ein gewisses Entgelt. Kommt einer auf die Idee was zu verraten, gibt’s Tote. Bestechung und Korruption, Verhältnisse á ‚Miami Vice‘.

Solche Verhältnisse kann und darf ein Staat / die Politik natürlich nicht hinnehmen. Da kann ich einen Herrn Opstelten durchaus verstehen. Niemand möchte gerne Mord und Totschlag in seiner Nachbarschaft. Spätestens wenn Leichen von Maschinenpistolen durchsiebt in Vorgärten oder auf Spielplätzen liegen (und genau das ist wohl schon passiert), dann hört der Spaß auf. Echt. Korruption, Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Menschenhandel, Waffenhandel, Mord und Totschlag haben wohl im holländischen Cannbisgeschäft die Macht übernommen. Die Konsumenten werden dank Brix von gewissenlosen Cash-Croppern vergiftet.

Die in der letzten Zeit des öfteren auftauchenden Nachrichten bzgl. staatlich kontrollierter Plantagen in NL sehe ich lediglich als ein Ansatz, nicht jedoch als eine Lösung des Problems. Wie gesagt, die meisten Holländer versorgen sich bei growenden Freunden, weniger in den Coffeeshops. Da kommt das staatlich produzierte Gras gar nicht erst an. Das ’staatliche Gras‘ ist mit Sicherheit dann auch nicht so potent und lecker wie mit Liebe produziertes Homegrown. Übrigens: Der Begriff ‚Homegrown‘ ist nicht mehr negativ besetzt wie damals, sondern eher ein Qualitätskriterium geworden!

Die Coffeeshops zu schließen oder für Touristen den Zugang zu verhindern bringt rein gar nichts. Die Läden sind doch nur die spitze eines Eisbergs. Das, was man an der Oberfläche wahrnehmen kann. Als ich vor ca. 10 Jahren in Amsterdam war, waren die Shops nicht annähernd so voll wie bei meinem letzten Besuch im September 2012. Im ‚Grey Area‘ (kennt ihr bestimmt alle) war es damals überhaupt kein Problem, einen Platz an einem der Tische zu bekommen. Beim letzten Mal stand ich in einer langen  Schlange, die bis auf die Straße reichte und die die Radfahrer behinderte, welche mit dem berühmt-berüchtigten Amsterdamer Affenzahn durch die Stadt belgten. Folgerung / Beobachtung meinerseits: Immer mehr menschen kiffen, da die Shops rappelvoll sind (Stichwort Overlast, McDope in Venlo usw.).

Die eigentliche Szene (Grower, Samenzüchter usw.) bleibt jedoch im Verborgenen. Und die werden weitermachen, mit oder ohne Coffeeshops. In Deutschland ist es ja auch illegal und es hält mich nicht davon ab, anzubauen. Ganz im Gegenteil. Teure, miese Ware und der Kontakt zu manchmal zwielichtigen Personen zwingen einen ja schon förmlich zu diesem Schritt. Wir wollen doch nur in Ruhe einen zum Feierabend rauchen!

Auch wenn es ein Herr Opstelten (stellvertretend für eine große Mehrzahl an Politikern) es wohl nie begreifen wird: Um das eigentliche Problem (die durch die Illegalität gewachsene organisierte Kriminalität) anzugehen ist der einzig mögliche Weg eine komplette Legalisierung. Der Markt würde sich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft ganz von alleine regeln.

Man kann vom Marketing-Genie Arjan ‚Greenhouse‘ Roskam halten was man will, aber er hat in meinen Augen schon immer einen plausiblen Ansatz propagiert: Die Coffeeshops sollen ihre Produkte selbst herstellen dürfen. Damit ist eine hohe, gleichbleibende Qualität gewährleistet. Ein Shop kann es sich nicht leisten schlechte Ware zu verkaufen. Die guten bleiben, die schlechten gehen pleite. über die Ernte- und Verkaufsmengen muss genau Buch geführt werden. Im Prinzip wie beim Whiskey brennen. Jeder produzierte Tropfen / jedes Gramm muss aufgeschrieben werden (wegen der Steuer).

Puhh, mir wird langsam schwindelig, ich versuche mal ein Ende zu finden.

Das Thema ist so dermaßen komplex, das ich meine Gedanken dazu hier nur bruchstückhaft aufschreiben kann. Die Zusammenhänge liegen vielleicht auch irgendwo zwischen den Zeilen. Nach all den Diskussionen, die ich nun in über 15 Jahren zu diesem Thema z.B. mit meinen Eltern oder im Familienkreis, mit Lehrern, Freunden und Bekannten geführt habe, gibt es, nach einer ehrlichen Betrachtung der Fakten nur eine Lösung: Legalisierung. AMEN. Mit oder ohne Coffeeshops. Wäre zwar schade drum, aber nicht der Weltuntergang für uns ‚überzeugte‘ Kiffer. Mal ehrlich: Dazu lieben wir den Scheiß einfach zu sehr, oder etwa nicht?

Cannabis von Vater Staat?

Laut einem Bericht von rtvnh.nl denkt der Bürgermeister von Hoorn laut über eine mögliche Abgabe von Cannabis durch den Staat nach.

Onno van Veldhuizen sprach während einer Radiosendung von seiner Idee und findet, dass Cannabisprodukte nicht mehr in normalen Coffeeshops verkauft werden sollten, sondern in staatlich regulierten Abgabestellen. Der Mann ist übrigens Mitlied der D66 welche sich auch vor den Wahlen gegen den Wietpas ausgesprochen hat.

Der Preis müsste dabei durch Staat festgelegt werden. Seiner Meinung nach soll der Staat dadurch Kontrolle über den Markt erhalten und die Regeln dort selbst gestalten. Dies könnte laut Veldhuizen zur einer großen Entlastung für die Verwaltung und vor allem für die Polizei führen.

Es könnte außerdem Probleme reduzieren die z.B. durch illegalen Anbau verursacht werden. Dazu zählen durch fehlerhafte Grow Anlagen, das Anzapfen von Stromleitungen und viele andere Probleme.

Die Zeit die bei der Bekämpfung der aktuellen Probleme verwendet wird, sieht er eher als Verschwendung an. Wenn der Staat den Handel mit weichen Drogen kontrollieren würde, könne er laut van Veldhuizen seine Kapazitäten besser nutzen.

Etwas Ähnliches gibt es schon im Glücksspielsektor, dort hat die staatliche Spielbank Holland Casino  14 Casino Filialen deren Gewinn an den Staat geht. Dadurch hat dieser ein Monopol auf das Geschäft mit Glücksspiel und beteiligt durch die Einnahmen im Prinzip alle Bürger.

Hoorn verfügt übrigens seit dem ersten Oktober über keinen eigenen Coffeeshop mehr. Der Wietpas gilt dort aber nocht nicht. Mitlerweile machen sich Gerüchte um einen Anstieg des Straßenhandels breit. Ob diese wahr sind ist aber noch nicht offiziell geklärt. Im Laufe der nächsten Woche will die Polizei eine Evaluation der tatsächlichen Entwicklung präsentieren. Allerdings wäre ich verwundert wenn nicht einige Dealer die Situation ausnutzen würden. Allerdings hat der Gemeinderat kürzlich beschlossen wieder zwei private Coffeeshops zu genehmigen. Diese zwei Shops sollen aber  zunächst das Maximum darstellen. Mobo hat hier darüber auch schon berichtet.

Die Idee für die staatlichen Verkaufsstellen finde ich recht interessant.

Für eine Umsetzung müsste endlich das Backdoor Problem gelöst werden, da der Staat sein Cannabis ja aus zuverlässigen Quellen beziehen muss. Dies käme den meisten Konsumenten wohl sehr entgegen. Allerdings ist die Lösung dieser Problematik ja auch jetzt schon eher eine Frage danach ob man es will und nicht ob man es kann.

Der Vorschlag bietet aber auch mögliche negative Aspekte. Wenn der Staat die Kunden mit Cannabis versorgt, kann er eventuell noch viel genauer als beim Wietpas kontrollieren wer wann und wie viel kauft. Dann würden die niederländischen Cannabiskonsumenten auch diese Idee wohl boykottieren und weiter auf der Straße kaufen. Um dies zu vermeiden müsste für maximale Anonymität gesorgt werden. Eine Alterskontrolle zum Jugendschutz müsste meiner Meinung nach aber auf jeden Fall sein und das geht eigentlich nur über den Ausweis.

Außerdem würden die Betreiber der privaten Coffeeshops leiden und die tolle Atmosphäre in manchen Shops wäre wohl auch Geschichte. Wobei man auch dafür eine Lösung finden könnte, indem man die Shops z.B. in das Projekt einbindet und einfach unter staatliche Aufsicht stellt. Ob Ausländer davon profitieren würden lässt sich natürlich nicht sagen. Die Niederlande könnten allerdings mal wieder zum absoluten Vorreiter werden.

Letztendlich ist aber auch das nur eine Idee eines einzelnen Bürgermeisters. Eine Cannabislegalisierung, staatlicher Anbau und Abgabe durch den Staat bieten zwar viele Möglichkeiten aber es wäre ein absolut gewaltiger Schritt.