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Kurznachrichten #2

Die Flut von Nachrichten ist auch für das, beständig wachsende, Autorenteam kaum zu bewältigen. Daher hier eine kurze Übersicht der neuesten Entwicklungen.

  • Maastricht: Maastricht dichtbij veröffentlicht einen Artikel samt Fotostrecke: „Das ist Maastricht! Niemand ist mehr sicher!“ Die Fotos zeigen, wie ein grauer Opel mit belgischem Kennzeichen vor einer Ampel steht. Ein blauer Ford Mondeo hält dahinter und drei Insassen steigen aus und gehen zu dem Opel, sprechen den Fahrer an und ziehen ihn, nach einem Wortwechsel, gewaltsam aus dem Fahrzeug. Man geht von einer Abrechnung im Drogenmilieu aus. Die vielen anderen Passanten und Autofahrer auf der um halb sechs Abends stark frequentierten Straße schauen nur zu.
  • Groningen: König Willem Alexander und Königin Maxima haben einen Besuch im Coffeeshop „De vliegende Hollander“ am 28. Mai in Groningen freundlich abgelehnt. Das Königspaar ist an diesem Abend zu einem Antrittsbesuch in Groningen. Coffeeshopbesitzer Theo Buissink hatte das Paar zu einem Besuch in seinem Coffeeshop eingeladen, wie Omroep Groningen meldet.
  • Maastricht #2: Hakim Elfassih, Unternehmer aus Maastricht und unseren treuen Lesern noch aus meinem Artikel zum Mosae Forum bekannt, hat einen offenen Brief geschrieben, den Coffeeshopnieuws veröffentlicht hat. Elfassih schreibt über Hoes, die Situation in Maastricht bezüglich der Coffeeshoptouristen und der Umsätze und Parkgebühren. Zum 5. Mai fragt er: Fanden Sie es falsch, das es in der Stadt gesellig war? Fanden sie es falsch, dass die Unternehmer in der Innenstadt seit langem wieder einen Top-Umsatz erzielen konnten? Fanden sie es falsch, dass wieder viele Parkgebühren in die Gemeindekasse flossen?  Fanden sie es falsch, dass dieser Tag ohne Zwischenfälle oder Overlast verlief? Fanden sie es falsch, dass die Bürger, Touristen, Unternehmer und selbst die Polizei der Presse erzählt haben, das es ein Top-Tag war? Fanden sie es falsch, dass keine Drugsrunner zu sehen waren und die vereinzelten nur noch zuschauen konnten?
  • Maastricht #3: Wie die Zeitung deTelegraaf meldet, hat Bürgermeister Hoes angekündigt, zusätzliche Polizisten gegen die Straßendealer einzusetzen. Wie ich gestern Abend noch in einem persönlichen Gespräch mit Marc Josemans erfuhr, wird das verstärkte Vorgehen gegen die Drugsrunner auch bereits durchgeführt. Ich konnte gestern auch massive Polizeipräsenz im abendlichen Maastricht sehen. Vollständiger Bericht folgt noch heute.
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Polizeireform in den Niederlanden: Was hat sich geändert?

Im Artikel Polizeiaktion in Dedemsvaart sind viele Leser von kein Wietpas erstmals auf den Begriff „Nationale Polizei“ gestoßen. Dieser hat mit der am 01. Januar dieses Jahres in Kraft getretenen Polizeireform zu tun, die auch ein Projekt von Justizminister Ivo Opstelten (VVD) ist, und die im niederländischen Parlament sehr umstritten war. Kernpunkt der Reform ist die Schaffung der „Nationale Politie“, die effektiver arbeiten und die lokale Polizei entlasten soll.

CC-Lizenz Photo by conner395

CC-Lizenz Photo by conner395

Die 26 ehemaligen Polizeikorps der Niederlande wurden am 01. Januar 2013 zu einer Nationalen Polizei zusammengelegt. Als erster Korpschef wurde am 03. Januar dieses Jahres Gerard Bouman von Justizminister Ivo Opstelten vereidigt. Die Reform ist mit dem 01. Januar jedoch keineswegs abgeschlossen gewesen, sie beginnt erst. Für die größte Reorganisation der Polizei in der Geschichte der Niederlande sind zwei Jahre vorgesehen.

Die Nationale Polizei besteht aus:

– Zehn regionalen Einheiten, denen jeweils ein Polizeichef vorsteht.

– Einer landesweiten Einheit.

– Dem Polizeidienstezentrum – einem unterstützenden Dienst für organisatorische Dinge.

– Einem Korpschef, der mit der Leitung und Kontrolle der nationalen Polizei betraut ist.

Die Regierung verspricht sich davon folgende Vorteile:

– Die Polizei kann besser als Einheit arbeiten, wenn sie unter einen nationlen Korpschef fällt.

– Die verschiedenen Teile der Polizei können besser zusammenarbeiten (vor allem per Automatisierung).

– Polizeibeamte haben wieder mehr Zeit für die Arbeit auf der Straße und für Nachforschungen, da sie vom Papierkram entlastet werden.

– Es wird Bürokratie abgebaut.

– Die Kosten sinken, da Personal, Verbrauchsmaterial und sonstige Infrastruktur (u.a. Gebäude) zentral angeschafft werden.

Ganz ungetrübt ist Ivos schöne, neue Polizeiwelt jedoch nicht. Bis zum Sommer 2012 war sogar unklar, ob Minister Opstelten überhaupt eine Mehrheit für die Polizeireform hinter sich bringen kann. Die Stichting Maatschappij en Veiligheid (Stiftung Gesellschaft und Sicherheit) schreibt, dass es bei den Diskussionen über die Nationale Polizei eher darum gehe, wer die Macht über die Polizei habe und weniger was die Polizei für die Gesellschaft bedeute. Die entscheidende Frage, wie Prof. Pieter van Vollenhoven, Vorsitzender der Stichting Maatschappij, Veiligheid en Politie (Stiftung Gesellschaft, Sicherheit und Polizei) betont, sei aber „was die Bürger von der Nationalen Polizei zu erwarten haben.“ Die Nationale Polizei könne durch ihr einheitliches funktionieren für einen Effektivitätsgewinn sorgen, und den vielen bisherigen Einflussbereichen die bisher die niederländische Polizei kennzeichneten ein Ende bereiten. Auch habe die lokale Polizei wieder mehr Zeit für die Arbeit auf der Straße.

Es findet also ein großer Diskurs über die Polizeireform statt, der hier den Rahmen sprengen würde. Wichtig ist, dass die Truppe, die den Coffeeshop Far Out in Dedemsvaat/Hardenberg „überfallen“ hat, wohl die eine landesweite Einheit war und nicht zu den 10 regionalen Einheiten gehörte. Die neuen Uniformen kann man sich u.a. hier und hier ansehen, da ich keine urheberrechtlich unbedenklichen Fotos zum direkten einbinden gefunden habe.

Spiegel Online über Coffeeshops

Heute wurde bei Spiegel Online ein Artikel veröffentlich welcher sich mit den Coffeeshops der Niederlande beschäftigt. Dabei wird auch erwähnt, dass die Niederlande beim Drogenkonsum besser da stehen als wir mit unserer repressiven Prohibitionspolitik von vorgestern. Der Wietpas ist auch kurz ein Thema. Autor des Artikels ist Benjamin Dürr der anscheinend für SPON in den Niederlanden unterwegs ist. Er hat also wohlmöglich eine etwas klarere und direktere Sicht der Dinge. Einen Twitteraccount hat er auch https://twitter.com/benjaminduerr

Hier aber erst mal der Link zum Artikel

http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/cannabiskonsum-suchtberatung-im-coffeeshop-in-den-niederlanden-a-879382.html

Ich kann nur raten mal im Forum vorbeizuschauen (unter dem Artikel ist ein Direktlink) und da ein paar Gedanken niederzuschreiben. Die meisten Leser hier dürften sich ja mit der Coffeeshop Kultur weit besser auskennen als der Großteil der üblichen Forenschreiber! Es kann jedenfalls nicht schaden. Je mehr Menschen von einer erfolgreichen aber liberalen Cannabispolitik erfahren, desto besser stehen wir mit unseren Anliegen da. Außerdem kann man auch gar nicht oft genug auf die leider gescheiterte Abstimmung im Bundestag hinweisen. In diesem Zusammenhang sollte man aufzeigen wie rückständig viele Politiker in Deutschland noch sind. Denn die Niederlande zeigen ja wie man es besser machen kann. Auch wenn deren Politik ebenfalls nicht wirklich perfekt ist.

 

 

Gastbeitrag: Wer ist nun wirklich schuld!? EU vs. Coffeeshopbetreiber

Wenn Dein Laden erstmal läuft, kannst Du Dich zurücklehnen und andere die Arbeit machen lassen… Nein, nicht wirklich, aber ich freue mich, dass mittlerweile so viele Beiträge von dritten reintrudeln. Hier mal wieder was von Marcel!

Hanfgleichstellten hat in diesem Bericht darüber geschrieben, dass er die Unterstützung der Coffeeshops bzw. der Eigentümer vermisst. Mir ist dieser Artikel ein wenig übel aufgestoßen  da ich zwar teilweise Hanf´s Meinung bin – jedoch teilweise auch eine vollkommen andere Sicht der Dinge habe, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Um die ganze Situation zu verstehen muss man einige Jahre zurück in der Geschichte der Niederlande und der „Duldungspolitik“ gehen. Das Coffeeshopsystem wurde seinerzeit eingeführt um den „Overlast“ auf den Strassen zu verringern. Wer auf etwas Lebenserfahrung zurück greifen kann, kann sich an die Zustände in NL sehr gut erinnern. Leute die in letzter Zeit in Nijmegen oder Venlo waren haben diesen Zustand auch wieder am eigenen Leib erfahren. Nur waren damals die illegalen Shops verbreiteter als der Straßenhandel. Man wurde von der Straße in solch einen Shop gelotst. Auch das Nobodys Place in Venlo war solch ein Shop. Um der Illegalität ein wenig Grenzen zu setzten und der Lage irgendwie Herr zu werden hat die damalige liberale Regierung (vergleichbar mit unserer FDP!!!) dann den „Gedoogbeleid“ beschlossen.

Seit 1992 werden die öffentlichen Coffeeshops mit Lizenz geduldet. Vorher handelte es sich bei jedem Shop um einen illegalen Shop. Zu diesem Zeitpunkt auch das „AHOJG-Kriterium“ eingeführt. Die Shops die keine Lizenz erhalten haben wurden daraufhin riguros geschlossen – ich kann mich noch zu gut an die ein oder andere Razzia in Venlo erinnern. Manche Häuser die einen ehemaligen Shop beherbergten stehen heute noch leer und dürfen nicht genutzt werden – diese werden abgerissen, die Kosten trägt der Eigentümer. Nun, die NL Regierung hat es damals geschafft die meisten illegalen Shops zu schliessen und schreckt durch immense Strafen und Kontrollen auch neue illegale Shops ab. Zumindest ist mir kein wirklich illegaler Shop bekannt geworden in den letzten Jahren. Das “Schwarzmarktgeschäft” hat sich auf die Strasse verlagert – was für uns alle ja derzeit sichtbar geworden ist. Nun vermisst Hanfgleichgestellten die Unterstützung der Eigentümer von Coffeeshops bei der Zulassung von Aussländern. Nur frage ich, wer (ausser den Grenznahen Shops) hätte da Interesse und Vorteile dran. Niemand – zumindest nicht von den Shops die weiter hinter der Grenze liegen. Die Amsterdamer Shops machen sich keine Sorgen, da ganz Amsterdam von diesen Shops lebt und der Bürgermeister schon dafür sorgen wird das die Touristen weiter kommen werden. Ebenso in den Städten Rotterdam & Den Haag…. Das Unding Wietpas haben die Niederländer gekippt. Somit ist das Ziel für sie erreicht. Jeder Niederländer darf in den Shop seiner Wahl ohne sich registrieren zu lassen. Warum also sollten sie noch kämpfen??? Wie man hier sehr schön nach lesen kann, hat sich die EU in 2005 auf einen Drogenaktionsplan geeinigt worin u.a. beschlossen wurde die Drogennachfrage sowie den Schmuggel von Drogen innerhalb der EU zu minimieren. Was machen die NL also gerade? Sie halten sich an beschlossene Pläne – und zwar an EU Pläne. Aus Brüssel wird sicher die Anfrage gekommen sein, und die eigentliche Aufgabenstellung war: Ausschluss der EU-Mitbürger aus den anderen Staaten com Coffeeshopsystem, Minimierung der Kundschaft  Best Case: Schliessung der Coffeeshops.

Nun fragt Hanfgleichgestellten, wo die ultrareichen Shopeigentümer ihr Geld lassen und warum sie sich nicht an einer Legalisierung beteiligen!? Wir reden hier über Menschen die kriminell sind. Die wenigsten Eigentümer haben einen Coffeeshop, weil sie gerne mit Hanf umgehen, oder aus irgendeiner Überzeugung heraus. Sie wollen Geld verdienen – das genügt als Überzeugung. Das dies nicht mehr so einfach ist – sollte der Markt komplett reguliert und legalisiert sein (die Gewinnmargen würden einbrechen!)  brauche ich nicht zu erklären. Es läßt sich mehr Geld verdienen mit einer Ware die nur halb legal oder gar illegal ist. Abgesehen davon, dass kaum ein Shopeigentümer reich geworden ist. Bei den meisten, bei denen es so ist, stecken auch wirkliche kriminelle Strukturen dahinter (diverse Rockerclubs Immobilienmogule (Mafia) etc.). Die, die also vielleicht das Geld und die Macht hätten dort etwas zu ändern wollen es gar nicht. Wäre zu schlecht für das Geschäft. Eine Prohibition wie in Deutschland wäre sogar ein “Best-Case” Modell aus deren Sicht.

Hier wird gegen die Windmühlen der EU gekämpft – was absolut nicht zu gewinnen ist. Wie hier nachzulesen ist, haben Frankreich und Deutschland schon seit Jahren (so ziemlich seit 1976) etwas gegen die NL Drogenpolitik einzuwenden und waren damit auch niemals einverstanden. Nun sollen wir ja nach amerikanischen Vorbild ein Staat werden – die vereinigten Staaten von Europa quasi. Eine Währung haben wir ja schon – nun müssen aber die Gesetze auf ein Level gebracht werden. Ihr denkt doch nicht, das in ganz Europa das Coffeeshopmodell eingeführt würde. Hier wird es auf den medizinischen Gebrauch reduziert werden – und das in GANZ Europa (incl. Niederlande). Den Niederländern steht meiner Meinung nach noch der härteste Schritt bevor (wird so in 2015  2016 geschehen). Verbot der Coffeeshops und Umwandlung in Dispensarys (nach US Vorbild – nur ohne den “lockeren” Arzt). Wer ist also Schuld an der ganzen Entwicklung? Die EU! Wer ist die EU? Zum größten Teil Frankreich und Deutschland! Wer regiert diese Länder? Volksvertreter, die DU und ICH gewählt haben! Wer ist also Schuld? DU (und ich)! Die Coffeeshopbetreiber sind nur Händler die eine Gewinnerzielungsabsicht haben…. das wäre genauso als ob Du den Wirt hinter der Bar fragst ob er nichts dagegen hast, wenn Du Dir Dein eigenes Bier braust.

Es ist passiert…

„Kein Wietpas!“ hat Macht.

Ein Shop in Venray wird überlaufen und ein CS-Besitzer in Arnhem ist „angepisst“ über den Artikel „Arnhem – the new point to go“.

Ist das gut oder schlecht?

Haben wir hier eventuell schon so viel „Macht“, das wir Druck auf die CS-Besitzer ausüben (könn(t)en)?

Vielfach wurde bemängelt, das die CS-Besitzer in den, bis zum 01.01.2013, „freien Städten“ oft sehr schlecht informiert und organisiert waren. Keine Informationsaushänge, keine Unterschriftenlisten, etc.. Genaugenommen macht der Großteil der CS-Besitzer keinerlei Anstalten sich aktiv gegen den Wietpas, das Ingezetenencriterium und die Backdoorproblematik zur Wehr zu setzen.

In Deutschland und Belgien lebende Kunden haben die meisten CS-Besitzer zu mehrfachen Millionären gemacht – was machen sie jetzt für die nicht in den Niederlanden lebenden Kunden?

Würden alle CS-Besitzer 50% ihres Privatvermögens über einer Millionen EUR für die Abschaffung des I-Kriteriums oder die Legalisierungsbewegung verwenden… stände ein UNGLAUBLICHER Betrag zur Verfügung – mit dem sich eine wahnsinnig  schlagfertige Lobby und mediale Präsenz realisieren lies… für GANZ Europa.

Was tun sie? NICHTS!

Muss man diese prallen Portemonnaies jetzt mit aller Gewalt schützen? Oder darf man diesen Leuten auch klar sagen/zeigen, das auch sie eine Pflicht besitzen ihren im Ausland lebenden Kunden „zu helfen“?

WARUM tun im Ausland lebende Personen die CS-Szene in NL intensiver beobachten und analysieren als die Coffeeshops selbst? Mit 0,01% vom Landesweiten CS-Gewinn ließ sich ganz sicher eine 3-Köpfige Agentur betreiben…

Was tun sie? NICHTS!

Peter auf coffeshopniews hat weniger aktive Unterstützer als mobo…
Coffeeshopniews sind mitangewiesen auf unsere Recherchen…
In NL lebenden Ausländern erklären wir das funktionieren der GBA…

WO ist die durch Coffeeshops gebildete TaskForce? Wo sind die Niederländer, die dem mobo zuarbeiten? Wo sind die Übersetzer die auch frankophone Belgier mit aktuellen Info´s versorgen – WO? Am 30.04.2012 z.B. wurden im Kosbor in Maastricht die Wartenummern allein in Französisch ausgerufen.

WO WO WO WO – WO sind die CS-Betreiber? WO ist denen ihr Einsatz/Geld?

Niederländische Parteien hingegen tun etwas. Aber nicht für die Shops oder für uns – nein die denken, auf die Niederlanden beschränkt, Gesamtgesellschaftlich – und das ist auch richtig so.  Die bis zum 01.05.2012 angewandte Duldungspolitik war eine politische Entscheidung. KEIN Kiffer hat für diese Errungenschaft auf die Straße gehen oder Zeitungsanzeigen schalten müssen. Nicht mehr zu kontrollierendes öffentliches Kiffen und Dealen Anfang der 70er „zwang“ die Politik dazu. Jetzt zwingt die Backdoorproblematik die Politik dazu den eingeschlagenen Weg anzupassen. Aufgabe der CS wäre es gewesen unter massiver Lobbybildung Einfluss auf diesen Prozess zu nehmen – was tun sie ? NICHTS!

Solange sich das Gros der Niederländischen Coffeeshopbesitzer nicht GANZ MASSIV für einen Europäischen Weg stark macht und dafür auch Geld fließen lässt sind sie blos kaltblütige Geschäftemacher…  die sich über nichts beklagen dürfen – zumindest nicht über uns.
Gerne an, nicht in den Niederlanden lebenden, Kunden weitere Gewinne machen – aber nicht Öffentlich dazu stehen wollen… Das ist keinen Deut besser wie die Jongens auf den Scootern vor dem Shop.

Das in einer kontroversen Angelegenheit für die eine Seite ein „(Macht)Gebrauch“ für die andere Seite einem (Macht)Missbrauch“ gleichkommt liegt in der Natur der Dinge.

„Kein Wietpas!“ hat Macht – wie die am effektivsten zu Nutzen ist – steht noch im Raum. Wenn diese Macht aber zufällig zuschlägt… macht das auch nix! Wem die Macht von „Kein Wietpas!“ nicht passt kann ja den Hanf regulieren… oder seinen Laden konsequent AUF oder ZU machen – wer wischiwaschi macht – bekommt wischiwaschi zurück.

 

EDIT 15:55:

Nachdem dieser Artikel einige Wellen geschlagen hat und auch von der VOC retwittert wird will ich noch ein Ding spezifizieren.

Die CS-Besitzer haben natürlich keine ursächliche Schuld an nichts. Ursächlich ist Anslinger und das endgültige internationale Totalverbot in 1963.
Das aber die Europäische Legalisierungsbewegung im Vergleich zu den USA mit derart kümmerlichen Finanzmitteln ausgestattet ist – das ist ein Ding welches sich primär die Coffeeshops vorwerfen lassen müssen!
Amerikanische Hanfapotheken sind durchaus mit den CS in NL zu vergleichen. Beides sind die einzigen Orte, auf ihrem jeweiligem Kontinent, an denen User legal an Hanf gelangen können. Amerikanische Hanfapotheken spenden Millionen an NORML – und was spenden die Niederländischen Coffeeshops… ?

 

Der Ruf der Niederlande

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In einem Beitrag für den Hanfverband habe ich geschrieben: „Wenn man vor einigen Jahren an die Drogenpolitik der Niederlande gedacht hat, fiel einem vor allem das Wort „liberal“ ein. Heute dürfte es wohl eher „Chaos“ sein.“

Ich frage mich, was die Regierenden der Niederlande glauben, was der Richtungswandel der Drogenpolitik bewirken wird. Schon oft haben wir gelesen, dass die Konservativen des Landes weg von ihrem Ruf wollen, dass sie die Drogenversorger Europas sind. Die Verknüpfung von „Niederlande“ und „Cannabis“ soll aus den Köpfen der Leute gelöscht werden. Doch sie denken nicht darüber nach, durch welches Bild dies ersetzt wird.

Der Großteil der Deutschen versucht stets zu vermitteln, dass wir gastfreundlich sind. Diskriminierung ist bei uns zu einer Todsünde geworden. Dies sind wir unserer Vergangenheit schuldig! Wenn ich Menschen in unserem Land sehe, die offen gegen Diskriminierung und Fremdenhass kämpfen, macht mich das stolz! Wir brauchen auf diesen Planeten keine Abgrenzung, wir brauchen Integration. Nur so kann man die wirklichen Probleme lösen.

Ein Ausschluss von Ausländern in den Coffeeshops setzt ein deutliches Zeichen der Ausgrenzung. Und das ist eine Schande für alle die Niederländer, die stolz auf ihre Liberalität und Weltoffenheit sind. Der Ruf, eine liberale Nation zu sein, wird ersetzt durch Diskriminierung, national geprägte Politik und Europafeindlichkeit.

Dazu kommen dann noch Meldungen über ansteigende Strassenkriminalität, an der schon Minderjärige beteiligt sind. Werden alle Coffeeshops geschlossen, wird die Niederlande nicht nur die Drogentouristen vergrault haben.

Dazu darf es nicht kommen. Dazu ist mir das Land zu sympathisch.

Holland oder Niederlande – und mehr

Zum Sonntag mal was interessantes: Ein Video, dass in deutlich (aber schnell) gesprochenen Englisch die Unterschiede zwischen Holland und den Niederlanden erklärt. Und noch viel viel viel mehr. Schaut gut zu, ich frag Euch morgen ab ;-)

Offener Brief an den Botschafter des Königreichs der Niederlande

An seine Exzellenz den Botschafter des Königreichs der Niederlande Marnix Krop,

bereits in meiner Schulzeit habe ich gelernt, dass das Königreich der Niederlande Sinnbild für einen modernen und liberalen Staat ist. Ob es um Gesundheitspolitik, Sterbehilfe, Umgang mit Homosexuellen, Abtreibung oder Drogenpolitik geht: Stets war der niederländische Weg unkonventionell und innovativ. Etwas, worauf die niederländischen Bürger und ihre politischen Vertreter stolz sein konnten, und immer ein Vorbild für die Nachbarländer in Europa.

Auch war ich bei Besuchen Ihres Landes stets von der Gastfreundschaft und dem ansteckenden, positiven Gemüt des niederländischen Volkes beeindruckt.

Die vielfach kritisierten „Coffeeshops“ waren für mich immer mehr als ein nur Ort, an dem ich unkompliziert Cannabis erwerben konnte. Sie boten Raum für internationale Begegnungen, Sinnbild für ein friedliches, multikulturelles Miteinander.

Mir ist durchaus klar, dass es immer auch Probleme gab: Der unerlaubte Drogenschmuggel, Belästigungen der Anwohner, Streitigkeiten.

Jedoch halte ich einen Ausschluss von ausländischen Gästen für den falschen Weg, diesen Problemen zu begegnen. Es setzt ein falsches Signal in die Welt. Ein Gefühl, nicht erwünscht zu sein macht sich in den Köpfen breit und bedroht den Weg zu einem vereintem Europa und einer friedlicheren Welt.

Auch auf dem Münchener Oktoberfest, der Hamburger Reeperbahn oder bei internationalen Sportereignissen gibt es Probleme, ein Ausschluss bestimmter Bevölkerungsgruppen wäre jedoch keine Lösung.

Daher bitte ich Sie, auch im Namen aller Leser von „Kein Wietpas!“, sich für eine weltoffene Handhabung der Coffeeshoppolitik Ihres Landes einzusetzen. Internationale Beziehungen sollten nicht nur zwischen den Staaten, sondern vor allem zwischen den Menschen stattfinden.

Hochachtungsvoll

Stefan Müller, Betreiber von keinwietpas.de

Im Namen aller Leser und Mitautoren

Der Brief wurde der Botschaft auch postalisch zugestellt.

Sonntagsumfrage: Einfluss der US-Legalisierungen

Da Sonntags in der Regel nicht sonderlich viele News veröffentlicht werden, starte ich jetzt eine neue Kategorie: Die Sonntagsumfrage. Ab jetzt nöchte ich jeden Sonntag hier eine Umfrage starten und im darauf folgenden Sonntag die Nächste + Kommentar zur letzten Umfrage. Klingt doch gut, oder? (nein, das war jetzt nicht die Umfrage..)

Da wir letzten Sonntag keine Umfrage hatten (da gabs das ja noch nicht) möchte ich Euch die Ergebnisse der letzten Umfrage mitteilen:

Gefragt wurde, was mit dem Wietpas passieren würde. 15,31% meinten, dass er so bliebe, wie er ist. Mittlerweile wissen wir, dass er eben nicht so bleiben wird. 33,44% stimmten für eine „Light-Ausgabe“ Momentan ist dies der Fall, sofern sich nichts ändert. Und 51,25% waren der Meinung, dass er Ersatzlos gestrichen wird. Knapp ein drittel hat also vorausgesagt, wofür sich die neue Regierung entscheiden wird. Ob das juristisch haltbar sein wird, werden wir irgendwann mal erfahren…

Jetzt zur neuen Umfrage:

Ich freue mich auf Eure Teilnahme!

Ratssitzung in Maastricht: Hoes planlos und überfordert

Vor dem Staatsrat der Niederlande muss Maastricht begründen, warum es noch immer nötig sei 7 Coffeeshops an den Stadtrand umzusiedeln, nachdem der Wietpas ausländischen Touristen verbietet Cannabis zu kaufen. Vorgestern kam es dazu im Maastrichter Stadtrat zu einer Befragung von Onno Hoes durch den Fraktionsvorsitzenden der D66 im Stadtrat von Maastricht Bert Jongen.

Raad van State – Staatsrat der Niederlande (Bild unter CC-Lizenz)

Ich dachte die Pläne für die Umsiedlung von 7 Coffeeshops in Maastricht seien ein Relikt aus der Vor-Wietpas-Ära und damals gescheitert. Weit gefehlt – die Pläne gibt es noch immer. Vorgestern wurde Onno Hoes (VVD – Bürgermeister von Maastricht) bei den Haushaltsberatungen im Maastrichter Stadtrat dazu von Bert Jongen (D66) zwei Mal befragt und machte dabei keine gute Figur. Jongen forderte Hoes dazu auf, schnell das Gespräch mit den Coffeeshopbetreibern zu suchen um zu evaluieren, ob diese noch an einer Umsiedlung von sieben Shops an den Stadtrand mitwirken möchten. Hoes schwieg dazu.

Nach der Sitzung sagte Hoes: „Stimmt. Das soll nicht heißen, dass ich es nicht mache (also das Gespräch mit den Coffeeshopbetreibern suche). Wir schauen wie es läuft. Ich bin zurückhaltend, da es eine juristisch sensible Sache ist.“

Jan Hoen (CVP) fragte, ob Hoes auch den häufigen Drogenhandel an Schulen berücksichtigen könne. Hoes antwortete daraufhin nur, dass keine Listen mit Klagen darüber von Seiten der Schulen vorlägen. Vertreter von PVM und LPM sagten daraufhin, dass die Schulleitungen das Dealen an den Schulen bagatellisierten. Hoes möchte nun mit den Schulen reden.

Hoes reagiert offen planlos, ängstlich und überfordert. Er schweigt sich aus, und das als Bürgermeister und vor seinem eigenen Stadtrat. Das ist ein Armutszeugnis und wird von den niederländischen Kommentatoren zu dieser Meldung auch genau so wahrgenommen. Vom Kummer darüber, dass Maastricht keinen tatkräftigen „Bürgervater“ hat, bis zu üblen Beschimpfungen von Hoes als „asoziales Schwein“ reichen die Kommentare.

Das Problem an den Schulen – etwas das wir auf „Kein Wietpas!“ so noch nie thematisiert haben – im Gegenteil ging es ja immer nur um die 350m-Abstand-Regelung zwischen Coffeeshop und Schulen, ist noch ein Fakt, der neben der Zunahme des Straßenhandels und dem, immer offensichtlicher werdenden, Versagens des Wietpas als Mittel gegen die „Overlast“ hinzukommt. Es ist ja offensichtlich das die Jugendlichen nun, nachdem die Coffeeshop-Kultur in den südlichen Provinzen durch den Wietpas zerschlagen wurde, leichter an Cannabisprodukte (auch größere Mengen) herankommen. Gerade Jugendliche konnten wohl schwer beziehungsweise unmöglich den Kontakt zu den sogenannten „Kilo-Häusern“ herstellen (der Gastbeitrag zu den Insiderinformationen, zeigt die nötigen Hintergrundinfos dazu auf). Mit marrokanischen Straßendealern im selben Alter wie die Schüler ist das einfacher – noch eine schlimme Folge des Wietpas.

Eines scheint Hoes jedoch gut erkannt zu haben, und das ist der Grund warum er nun lieber schweigt: Die Folgen des Wietpas und die derzeitige Entwicklung sind juristisch hochsensibel. Ein Schelm, wer da an die Worte von Nol van Schaik nach dem Zwischenergebnis der Koalitionsverhandlungen zurückdenkt. Sollten Hoes die möglichen Konsequenzen nur zu bewusst sein? Ein Gespräch über den Umzug an den Stadtrand mit den Coffeeshopbetreibern zum jetzigen Zeitpunkt kann er sich wohl ersparen – deren Antwort dürfte klar sein, wenn es in Südlimburg keine Veränderungen am Wietpas gibt.