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#AMS420 2013 Picdump #2

Und hier noch ein paar weitere Bilder von mir. Wie immer: Creative Commons mit Namensnennung!

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Die Hintertür-Aktion beim Smokeout

Die aktuelle Diskussion, die Steffen Geyer angestoßen hat, zeigt es mal wieder. Die Hintertür-Problematik ist die faule Stelle des niederländischen Duldungsmodells. Einfallsreich wie immer, hat sich Nol van Schaik gedacht, er trägt die Hintertür zur Vordertür hinaus. Auf dem Smokeout wurde die Hintertür sogar eingeschlagen. Bisher gab es noch kein Videomaterial zu dieser Aktion. Heute ist es von JDTV und Coffeeshopnieuws veröffentlicht worden.

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Reisebericht Smoke Out AMS420 oder „Winkend vor den Laternenpfahl!“

Wir haben überlegt ob wir nun alle einzeln einen Reisebericht schreiben, oder gemeinsam einen, oder zu jedem Tag jemand anders. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass jeder seinen eigenen Reisebericht fertig stellt. Ich fang dann mal an :-D

Am Freitag sind wir gegen 12:30 in Köln gestartet. Mobo hatte sich morgens in den Zug gesetzt um dann seine Mitfahrgelegenheit bei uns zu nutzen. Soweit hat alles prima funktioniert! Geplante Ankunftszeit war 14h – 15h Uhr und die haben wir auch gehalten. Gegen 14h erreichte uns die Nachricht von Antonio das er schon den Bungalowpark erreicht hat – und wir waren auch gegen 14:30 anwesend. Jan Onym von der DEA war auch schon da – so stand dem einchecken nichts mehr im Wege. Nur unsere Frankfurter Freunde fehlten noch – die hatten sich aber in der Zwischenzeit gemeldet, der Mietwagen war verspätet an der Station. Wir planten indes schon mal den Einkauf – denn es waren ja 7 hungrige Kiffer zu versorgen, was sich als nicht einfach herausstellte. Sporadisch kannten wir uns ja schon (mobo kannte Antonio, meine Frau & Ich kannten mobo, mobo kannte Jan usw.). Jedenfalls hat die „Chemie“ untereinander gestimmt und so konnte es dann auch endlich los gehen. Wir waren sehr zufrieden mit dem von uns gemieteten Bungalow. Es gab sogar eine Sauna, obwohl wir die nicht extra zu gebucht hatten. Im Großen und Ganzen machte der Park einen sehr sauberen und familiären Eindruck.

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Wir sind dann gegen 19h bei Nol im Indica angekommen. Dort erwartete uns auch schon der andere Teil des KeinWietpas Autoren Teams – Hanfgleichstellen & Sebo. Wir haben uns alle begrüßt und durften uns auf Nol´s Stammplatz „breit“ machen.

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Nol begrüßte uns ebenfalls sofort und freute sich das wir gekommen sind. Zur gleichen Zeit sendete JDTV einen Live Stream aus dem Shop – wer also wollte, konnte das ganze KW Team beim abdichten beobachten. Nol lies sich auch nicht lange lumpen, und reichte uns ein kleines „Dankeschön“ für unsere geleistete Arbeit in den letzten Monaten. Wir durften uns über das UK Cheese Ice-O-Later freuen, was am Tag später bei den Competitions während der Cannalympics genutzt wurde. Was für ein Duft! Was für ein Geschmack! Was für ein High! 20130423-161944.jpg

Nol hat bestens für unser leibliches Wohl gesorgt, und ich möchte mich dafür hier auch noch einmal bedanken! DANKE NOL! Sogar die Pizza wurde an unseren Tisch geliefert…. Da blieb kein Wunsch offen. Wir haben alle das „Siska Berry“ (13EUR) ganz besonders genossen – und ich kann jedem diese Sorte einfach nur empfehlen. Solch ein „Berry“ Aroma habe ich lang nicht mehr geschmeckt. Aber auch das WW und das Ice Haze waren nicht von schlechten Eltern. Wer wollte durfte dann noch „Bartender“ spielen (die Fotos kennt ihr ja bereits). Aber auch die stärksten Kiffer machen irgendwann mal schlapp – und so war um 01h Schluss für uns. Wir hatten jeder das Tagesziel mehr als erreicht und unser Bett freute sich auf uns. Im Großen und Ganzen war das der beste Abend am ganzen Wochenende. Wir hatten jede Menge Spaß und konnten auch schon ein paar wenige Leser kennen lernen. Zuhause sind wir dann schnell ins Bett. Antonio hat noch versucht die Sauna an zu bekommen – hat es aber aus „dichtheitsgründen“ dann doch wieder gelassen. So sind wir alle nach zwei – drei Ballons aus dem Volcano auch recht schnell ins Bett gekrabbelt. Wir waren ganz schön Nervös wegen dem morgigen Tag…

Der Samstag war gekommen und wir waren (teilweise) schon recht früh auf den Beinen. Da wir (meine Frau & Ich) ja auch unseren Hund mit hatten, und dieser den ganzen abend alleine bleiben würde war unsere Planung für den Vormittag klar. Mit dem Hund zum Strand um ihn auszupowern. Die anderen sind schon was früher nach Amsterdam um die Shops unsicher zu machen. Wir sind recht überpünktlich in Volendam los (der Bus zum Centraal fährt nur 29 Min) um pünktlich auf dem Smoke Out anzukommen. Da unsere Bushaltestelle quasi direkt vorm „Voyagers“ lag – musste ich dringend dort rein um mir den Laden mal anzusehen. Sehr klein – sehr gemütlich – gutes Gras. Aber auch sehr teuer! Ich habe mir dort ein Hol
y Grey Kush (bekomme den Namen nicht mehr zusammen) für 13,50 EUR (0,7g) geholt – was sich durchaus rauchen lässt. Den Preis finde ich nur etwas fragwürdig…. Da waren wir aus Haarlem aber was anderes gewohnt. Jedenfalls haben wir uns dann auf den Weg zum Gemeindehaus gemacht. Immernoch 30 Minuten zu früh dort angekommen, sind wir dann noch über den Hippy Trödelmarkt getappert um Schmuck für meine Frau zu suchen (und zu finden). Dann war es endlich 16h und man durfte zum Treffpunkt. Dort haben wir recht schnell die Demo gefunden. Bisher war nur Nol, Peter und mir nicht bekannte Menschen anwesend. Stefan, Antonio und Jan waren irgendwo – nur nicht auf dem Smoke Out. Nach telefonsicher Rücksprache stellte sich heraus, dass die drei mit Taxi auf dem Weg zum Gemeindehaus waren – und dort sind sie dann auch um 16:10 (oder so) angekommen. Nun über das Smoke Out selbst gibt es ja einige Videos auf Youtube. Es waren nicht sehr viele Leute da – ich denke weniger als letztes Jahr. Was ich sehr schade finde. Zumal das dort anwesende Publikum zum größten Teil aus „Ausländern“ bestand. Sehr viele Deutsche, sehr viele Engländer. Wir haben versucht für Overlast zu sorgen – nur ob und in welcher Weise das Samstags vor einem geschlossenen Rathaus etwas bringt lasse ich nun mal dahingestellt. Mich hat es gefreut, viele treue Leser bei dieser Gelegenheit einmal persönlich kennen lernen zu dürfen. Mein besonderer Dank geht an dieser Stelle an den anonymen Spender! Uns wurde etwas Wappa & NLX aus Eigenanbau (geschmuggelt aus DE nach NL :-D)) geschenkt – als Dank für unseren Blog und unseren Einsatz. „Respect!“ dafür!

Mir wurde ebenfalls eine Probe zugesteckt, welche PK13/14 verseuchtes Gras enthielt. Mit den Worten „Du hattest recht.“ Darüber werde ich in den nächsten Wochen noch einen genaueren Bericht verfassen – daher bitte ich hier um Geduld. Ich kann Euch aber auf die neue DEA Folge hinweisen, unser Leser Krautkontrol hat dort ein Video bezüglich dieser „Streckart“ eingesendet und dieses wurde mit der letzten Folge veröffentlicht. Mein besonderer Dank geht ebenfalls an Antonio der eine gute Rede aus dem „Stehgreif“ auf das Pakett gelegt hat. DANKE ANTONIO für diese fette Rede!

Ich habe auf dem Smoke Out dann näheren Kontakt zu Soma gefunden, und kann jedem nur empfehlen den Candy Ice-O-Later von Soma mal selbst zu backen. Ich durfte ein Riegelchen von Soma naschen und das hat mich die nächsten zwei Stunden „beschäftigt“ – meiner Frau erging es auch nicht besser. Wir sind dann irgendwie vom Smoke Out zum „The Sand“ gekommen – wie und in welcher Weise entzieht sich leider meiner Kenntniss. Jedenfalls waren wir recht früh da, gegen 18:30h kam ich in der Schlange dann zu mir :-D. Die Rausschmeisser wurden dann erstmal vor unseren Augen instruiert, dass nun auch 5g Gras pro Person „okay“ sind. Und dann machte der Laden auf :-D. Für meine Begriffe waren wir zu früh da. Das werde ich im nächsten Jahr auf anders handhaben. Um 20h fingen dann die Cannalympics an. Hier traten erwählte Kiffer verschiedener Nationen in verschiedenen Disziplinen gegen einander an. Weltmeister wurden wie zu erwarten war, die Niederlande – den zweiten Platz holte sich das Englische Team, und den dritten Platz belegten die Deutschen – vor den Italienern. Das Festival war leider nicht sehr gut besucht und verlief sich in der großen Halle. Leider war das aber die einzige Location wo man auch rauchen durfte. Für diesen Abend war das „The Sand“ der größte Coffeeshop der Welt! Es wurden Preise verlost, oder man konnte sich seinen Bart bei einem echten Barbier stutzen lassen. Dadurch das wir so früh dort waren, waren wir allerdings auch recht früh „fertig“. Gegen 1h traten wir dann geschlossen den Rückweg an. Leider etwas zu früh, wie wir im nachhinhein noch erfuhren. Denn die versprochenen „Specials“ kamen wohl erst nachdem wir weg waren. Trotzdem war es ein gelungener Abend und ich möchte ihn auch nicht missen.

Am Sonntag habe wir dann beschlossen getrennte Wege zu gehen. Was Antonio, Mobo und Jan gemacht haben wisst ihr ja schon aus der Videobotschaft. Ich hatte mit meiner Frau eine Einladung zu Soma bekommen, der wir auch gefolgt sind. Wir haben also unseren Sonntag Nachmittag bei Soma im Wohnzimmer verbracht. Wer jetzt auf ein Interview hofft, den muss ich leider enttäuschen. Wir haben lediglich zusammen einen geraucht und über Gott und die Welt gesprochen. Auch Soma war der Meinung, dass der Event-Ort etwas zu großzügig gewählt wurde. Was aber aus besagtem Grund nicht anders möglich war. Nun, ich habe mit Soma sein Amnesia sowie Amber Glass geraucht. Im nachhinein denke ich das es ein Fehler war – denn nun ist mein „Geschmack“ entgültig versaut. Strassenware brauch mir nun gar nicht mehr unter die Augen zu treten. Aber auch Soma meinte, dass viel zu viel gestrecktes und schlechtes Gras im Umlauf sei. Nach guten zwei Stunden sind wir dann noch in den Vondelpark um dort mit Sebo und einigen seiner Freunde den Tag ausklingen zu lassen. Auch hier gab es wieder „Candy“ zu naschen. Es ist schon wahnsinn was man alles so aus Wiet herstellen kann! Gegen abend sind wir dann wieder heim, wo auch schon den Rest der Mannschaft auf uns wartete. Wir mussten dann noch den Bungalow grundreinigen – haben die Sauna dann endlich mal genutzt und sind dann fertig ins Bett.

Montag morgen fühlten wir uns glaub ich alle wie „winkend vor den Laternenpfahl“ gelaufen :-D. Leider gab es einigen „Hick-Hack“ da Antonios Mitfahrgelegenheit ihn aus privaten Gründen nicht mit zurück nehmen konnte. Meine Auto war mit Gepäck, Hund und mobo leider auch schon voll. So musste Antonio leider mit dem Zug zurück. Was auch geklappt hat soweit ich es mittlerweile mitbekommen habe.


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Nun freuen wir uns auf den Smoke Out 2014…. Vielleicht in Berlin!?

Reportage Maastricht: Von einer Demonstration, die keine Overlast verursachte

Am gestrigen Samstag fand in Maastricht die Demonstration gegen I-Kriterium, 15%-Kriterium und gegen die Diskriminierung von Touristen durch die Politik von Ivo Opstelten und lokal ganz besonders durch Bürgermeister Onno Hoes statt. Leider war die Teilnehmerzahl absolut enttäuschend. Darüber berichte ich aber nicht in meinem bekannten, nüchternen Nachrichtenstil, sondern möchte Euch von Anfang bis Ende auf meinen ganz besonderen Maastricht-Trip mitnehmen. Denn auch wenn die Demo wohl nichts bewirkt, war es doch eine interessante Erfahrung für mich und ein toller Tag, von dem ich keine Sekunde missen möchte.

Ein paar aufrechte Aktivisten ziehen durch die Brusselsestraat - Photo: Antonio Peri

Ein paar aufrechte Aktivisten ziehen durch die Brusselsestraat – Photo: Antonio Peri

Es ging gegen die bestehende Diskriminierung von Touristen in Maastricht und generell in den drei Südprovinzen. Die „Frontstadt Nr. 1“ empfing die Teilnehmer mit leicht stürmischem aber sonnigem Wetter. Der Weg nach Maastricht mit der Lijn 50 weckte Erinnerungen. Seit beinahe einem Jahr bin ich die Strecke über Land nach Maastricht nicht mehr gefahren. Zum ersten Mal fuhr ich mit dem Bus nach Maastricht ohne die Absicht zu haben, einen Coffeeshop aufzusuchen. Im Gegenteil – sogar Tabak und Papers habe ich nicht mitgenommen.

Denn heute brach ich auf radikale Weise mit mehreren, bislang nie gebrochenen, Gewohnheiten. Bin ich bisher immer bedacht gewesen möglichst nicht aufzufallen und evtl. als Overlast empfunden zu werden, fuhr ich heute nach Maastricht um zu demonstrieren. Mehr noch – ich hatte zugesagt, dort öffentlich zu reden und das auf Deutsch und per Megaphon. Aus tiefster Überzeugung war ich auf dem Weg etwas zu tun was völlig gegen mein eigentliches Verhalten im Ausland verstößt. Ich fuhr in ein anderes Land, um dort auf der Straße den Maastrichtern per Megaphon entgegenzurufen, was ich von ihrem Bürgermeister und der Coffeeshop-Politik der Stadt halte.

Seit mobo die Demo in Maastricht angekündigt hatte war mir klar, dass ich dort meine erste Pro-Hanf-Demo erleben würde, wobei ich durchaus demoerfahren bin. Nur im Ausland und für Cannabis hatte ich bisher noch nie demonstriert. Stammleser von kein Wietpas! wissen, warum mir Maastricht ein so großes Anliegen ist. Die Entscheidung selbst das Megaphon zu ergreifen und mich damit auch mit meinem Gesicht, wenn auch noch per Nickname, für die Sache einzusetzen und damit noch mehr Bedenken, Rücksichtnahmen und bisherige Grundsätze über Bord zu werfen kam spontan in der vorletzten Nacht beim Chat mit dem Organisator von Anonymous. Auch das eine Premiere für mich.

In Maastricht kam ich gegen 13:15 an. Den Treffpunkt am Bahnhof bis 12:50 hatte ich also verpasst und so ging ich direkt Richtung Markt und stieg schon in Ceramique aus. Mein Weg führte mich durch die Rechtsstraat, vorbei am Coffeeshop Maxcys, der jetzt nur noch von 14 – 0 Uhr geöffnet hat. Am Ende der Rechtsstraat standen drei marokkanische Straßendealer, die allerdings nicht aggressiv vertickten, sondern nur vom geschulten Auge als solche zu erkennen waren. Generell war es, als hätte sich die Stadt extra für diesen Tag ihr friedlichstes Makeup aufgelegt. Es war voll – die guten Menschen dieser Welt beim Samstags-Shopping. Flaneure und Menschen beim zweiten Frühstück in den Straßencafés. Weit und breit keine Drugsrunner außer den dreien auf der anderen Maasseite. Als ich in die Hoendertstraat einbog und am geschlossenen Easy Going vorbeilief, sah ich Absperrgitter auf beiden Straßenseiten und hoffte beinahe schon, dass die Demonstration so groß erwartet wurde, dass die Absperrungen, die sich auf dem Markt fortsetzten, dafür aufgestellt wurden. Nichts konnte weiter von der Realität entfernt sein als dieser Wunschtraum.

Das kleine Häuflein, das sich rund um das Minckeleers-Denkmal versammelt hatte, war trotz einiger, an weiteren Absperrungen aufgehängten, Flaggen von der anderen Seite des Marktes schon kaum zu erkennen. Dafür konnte man die bis dahin etwa 30 – 40 Leute jedoch schon gut riechen. Der Mann mit der Fackel hatte eine Runde Feuer spendiert und jeder zweite hatte einen Joint am Start. Hanfgleichstellen war noch nicht da und ich, wie es aussah, der einzige Deutsche dort. Zwei Aktivisten mit Guy-Fawkes-Masken verteilten Flyer und versuchten, mit den Passanten ins Gespräch zu kommen. Nachdem ich mich vorgestellt hatte, gaben sie mir auch ein paar Flyer und zeigten mir noch den Organisator, mit dem ich gechattet hatte. Da stand ich also nun und war ein wenig unsicher, wie ich die Maastrichter in Sommer-Einkaufslaune denn ansprechen sollte – und in welcher Sprache.

Glücklicherweise wurde mir diese Entscheidung abgenommen, denn mich sprach jemand an, der sich auf Englisch erkundigte, was für eine Demonstration das wäre. Ich gab ihm den kleinen, schmucklosen und inhaltlich fragwürdigen Flyer und erklärte ihm, worum es geht. Es stellte sich heraus, dass er Amerikaner aus Kansas war, der in Maastricht Jura studiert. Er war ein paar Mal in den Coffeeshops und hat geraucht, war aber nicht wirklich ein Kiffer und hatte auch null Ahnung, aber viel Interesse an der aktuellen politischen Situation und natürlich an den rechtlichen Fragen.

Während ich mit dem Amerikaner sprach, traf Hanfgleichstellen ein, der leider nur Zeit bis Viertel nach Drei mitgebracht hatte. Nachdem der Ami auf den neuesten Stand der Coffeeshop-Politik seiner Wahlheimat gebracht war und ich noch etwas über die Entwicklung in den USA mit ihm besprochen hatte, konnten wir uns begrüßen und kurz darauf war auch schon Nol van Schaik da. Ab da stieg die Stimmung – zumindest bei mir. Nachdem Hanfgleichstellen und Ivo auf den Stelzen bereits den Weg zu Nol nach Haarlem zurückgelegt haben um ihn dort in einem seiner Coffeeshops, dem Willie Wortel Indica, zu treffen, kannte ich ihn persönlich noch nicht und freute mich daher, ihn hier noch vor dem nächsten Wochenende kennenzulernen. Mitgebracht hatte er ein Kamerateam von JDTV, die ihn von einem #Ams 420 zum nächsten ein Jahr lang begleiten (die haben auch das Wietsauce-Video gemacht) und einen französischen Rechtswissenschaftler, der sich mit Drogenpolitik befasst. Marianne und Willem vom Coffeeshop Toermalijn waren auch da.

Nachdem der Organisator mit seiner, etwas unzusammenhängenden, Rede fertig war, kündigte er mich an und gab mir das Megaphon. Die 15 Minuten Redezeit, die zuvor ausgemacht waren, würde ich per Megaphone ohne freie Hände niemals schaffen. Meine sorgsam vorbereiteten Fakten, das Konzept des rhetorischen Fünfsatzes, als Leitfaden auf Kärtchen dabei, blieben in der Jackentasche. Hier war der laute Agitator gefragt, der Stimmung macht. Halbwegs rund und mit Applaus brachte ich die erste Rede am Markt hinter mich. Nol gab mir danach die Hand und danach zeigte er mir, wie dass ein alter Hase macht. „Diese Politik ist lächerlich!“ rief Nol van Schaik mehrfach in Richtung Rathaus. Nol betonte wie ich, dass es sich um gewöhnlichen Tourismus handelt und keineswegs um Overlast, die allerdings jetzt von den Drugsrunners verursacht wird.

Dass der Umsatz mancher Geschäfte weiter sinkt und es, entgegen dem Abschaum-Zitat von Onno Hoes, in Maastricht sehr wohl auch Luxus-Touristen gab, wurde deutlich, als mir ein Mitdemonstrant erzählte seine Freundin arbeite in Maastricht in einem sehr teuren Bekleidungsgeschäft. Ein T-Shirt kostet da 150€ sagte er. Nun hatte sie dort Kunden, die einmal im Jahr kamen und wohl immer ordentlich kauften. In diesem Jahr waren sie wieder da – zum letzten Mal wie sie der Angestellten sagten. Sie seien nicht wegen der Museen nach Maastricht gekommen, sondern um Joints zu rauchen. In diesem Jahr waren sie nicht willkommen und durften nicht in die Shops. „Daher kommen wir im nächsten Jahr nicht mehr – Shoppen können wir auch in Milano.“

Nol van Schaiks Engagement ist unerreicht. Dabei könnte er eigentlich die Füße hochlegen – die Situation in Haarlem dürfte wohl eine der besten in ganz Nederland sein – und ich glaube nicht mehr daran, dass das Zufall ist. In Haarlem dürfen die Coffeeshops sogar 1 KG anstatt nur 500g bevorraten. Seine Maastrichter Kollegen dagegen erleben die Hölle auf Erden für jeden Geschäftsmann. Wären sie zuvor nicht alle schon so wohlhabend geworden, könnten sich die Shopbetreiber aus Maastricht ihre Passivität nicht leisten. Aber ich frage mich vor allem wo die 400 entlassenen Maastrichter Shopmitarbeiter waren. 2 Gesichter habe ich als Shopmitarbeiter erkannt – es mögen ein paar mehr gewesen sein. Sehr enttäuschend war, dass sich nicht einmal Marc Josemans sehen ließ.

Onno Bedankt - das geschlossene Café to the Point - Photo: Antonio Peri

Onno Bedankt – das geschlossene Café to the Point – Photo: Antonio Peri

Erst gegen 15:15 gingen wir vom Markt durch die Brusselsestraat zum Vrijthof. (Da sollte die Demo eigentlich schon auf dem Vrijthof sein und in den gemütlichen Teil übergehen – daher der Fehler im Bericht von Maastricht dichtbij, der das Ende der Demo für 15.15 am Markt darstellt und schreibt: „… Nachdem sie zu Ende demonstriert hatten, zogen sie friedlich in Richtung Innenstadt.“ Das war der Marsch zum Vrijthof – nicht das Ende der Demo, liebe Maastricht dichtbij-Reporter). Dort kamen wir am Café To the Point vorbei, dass eine Zeit lang illegal Wiet verkauft hat und nun geschlossen ist. Dort machten wir einen kurzen Zwischenstopp und der Organisator von Anonymous sprach. Die Fenster des „To the Point“ sind mit Wünschen an Onno bemalt.

Auf dem Vrijthof angekommen wurde noch einmal das Megaphon bemüht aber diesmal kam ich von Anfang an aus dem Konzept, weil ich Englisch reden sollte, aber wegen der ganzen anderen Gespräche Nederlands – oder eine Mischung aus Deutsch, Englisch und Niederländisch. Ich hielt die zweite Kurzansprache dann noch ohne nennenswerte Fakten, die ich doch wusste und die ich notiert hatte. zu nennen und weitaus unsicherer als die erste Rede am Markt. Meine zweite Ansprache war, bis auf eine Passage, schwach. Ich habe meine Verwunderung darüber ausgedrückt, dass Bürgermeister Hoes als Angehöriger einer Minderheit so unsensibel gegenüber den Belangen einer anderen bedrängten Minderheit ist? Die Frage kam gut an und es ging bei den Ansprachen ja hauptsächlich darum die Proteststimmung zu befeuern, die nicht recht in Fahrt kommen wollte. Eigenlob stinkt, aber ich bin stolz darauf, eine Form gefunden zu haben, die politisch korrekt ist und trotzdem thematisiert, was so viele denken sich aber aufgrund der hohen Fettnäpfchengefahr nicht zu sagen trauen.  Und eine Relevanz hat diese Tatsache auch – Onno Hoes sollte wissen, was Diskriminierung ist und welche Gefahren darin liegen, wenn man dieser die Tür öffnet. Welche Gruppe ist dann die nächste?

Danach löste sich die Demo dann auch recht schnell auf. Revil O – ein sehr netter Typ und der einzige deutsche kein Wietpas!-Leser auf der Demo, konnte leider auch nicht gemütlich bleiben, da er ungünstig geparkt hatte und das Ticket ablief. Nol fragte mich, wo der nächste Coffeeshop sei. Ich wusste noch nicht warum, aber dann wollte sich Nol verabschieden und sagte, er würde noch jemandem – dem zweiten Amerikaner des Tages, der jedoch in Belgien wohnte, Gras kaufen gehen. Daraufhin fragte ich Nol, ob er das für mich auch machen könne. Es hätte nicht besser kommen können, denn Richard, der Amerikaner aus Alabama, wollte ins Kosbor. Die Aktion wurde von JDTV gefilmt. Als Nol im Shop war, winkten uns die Türsteher von innen auf die andere Straßenseite herüber, kamen aber nicht raus zu uns.  Nol sagte denen natürlich was abgeht, und wohl auch, dass wir frühere Stammkunden sind. Und dann kam er wieder aus dem Kosbor heraus (Nol musste dass zweimal machen wegen der Kamera, die ihn wohl beim ersten Mal nicht richtig gefilmt hatte). Er hatte für jeden 2 Gramm gekauft. Einmal Amnesia und einmal Cheese. Ich sagte sofort: „I´m the Amnesia-Guy“ – und das mit Recht. Amnesia war auch mein Lieblings-Weed aus dem Kosbor. Immerhin gab es dafür 2008 den 1st Price in der Kategorie Coffeeshop Bio-Haze. Die Qualität nach einem Jahr in dem ich nicht dort kaufen konnte, war noch immer dieselbe. Das spricht für das Kosbor. Selbst bei dem 13,50€ Amnesia ist die Qualität seit der Einführung 2008 unverändert gut. Richard freute sich ebenso über sein Cheese. Nol wollte kein Geld, sondern schenkte uns je 2g mit den Worten: „Because I´m ashamed for my country.“ Dann sollten wir noch kurz etwas zu Opstelten in die Kamera sagen. Da habe ich irgendeinen Mist auf Englisch gequasselt – war völlig unvorbereitet. Hoffentlich schneidet JDTV das raus. Mir war eigentlich danach zu sagen: „Danke Ivo, ohne Deine bescheuerte Politik, würde ich diese coole Aktion nicht erleben.“ Aber Ziel der Aktion (die ihr bald ansehen könnt) war ja den Irrsinn der Ausländerdiskriminierung darzustellen. Ich war da aber einfach nur noch überwältigt von Nol van Schaiks freundlicher Art und der Großzügigkeit. Mir war es fast ein wenig peinlich, das anzunehmen. Er ist spätestens jetzt mein absoluter Lieblings-Shopbetreiber. Schade, dass Haarlem so weit weg ist.

Diese Aktion war natürlich das persönliche Highlight und machte die laue Demo mehr als wett. Strafbar dürfte sich dabei übrigens niemand von uns gemacht haben. Der in Belgien lebende Richard durfte seine 2 g sogar geduldet mitnehmen. Nol und sein Team verabschiedeten sich dann und wir alle – auch die Leute von JDTV, sehen uns am nächsten Wochenende in Amsterdam wieder.

Der Flyer, den Anonymous gedruckt hat, war Sinnbild der ganzen Demonstration mit Ausnahme des Auftritts von Nol van Schaik. Nur als er sprach, kam bei mir echte Demo-Atmosphäre auf.  Klein, unauffällig und etwas wirr wie der Flyer war auch die Demo über die meiste Zeit. Die Jungs von Anonymous haben es absolut gut gemeint und nach ihren Kräften versucht eine Demo auf die Beine zu stellen. Wir sollten dankbar sein, dass überhaupt jemand ca. 1 Jahr nach Einführung des Wietpas in Maastricht eine Demonstration angemeldet hat. Der VOCM, dessen Mitglieder durch Nichterscheinen auffielen, hat dies ja nicht auf die Beine stellen wollen. Das passt dazu, dass der VOCM auf seiner Homepage die letzte neue Nachricht im Dezember veröffentlicht hat. Auch wenn man diese Demonstration in vielen Punkten hätte anders organisieren müssen, fehlte doch einfach die Masse Mensch. Es mag mit der zeitlichen Nähe zum 420 Smokeout  zusammenhängen, dass so wenig „normales Kiffervolk“ anwesend war. Die Abwesenheit der Maastrichter Shopbetreiber und der Mitarbeiter entschuldigt es aber nicht. Während selbst die Branche, der es in dieser Stadt seit einem Jahr so massiv an den Kragen geht und die über 400 Mitarbeiter entlassen musste, scheinbar null Interesse an dieser Form der politischen Teilhabe oder des Protests zeigt, kämpfen frischgebackene Anonymous-Aktivisten mit den bescheidenen Mitteln, die sie haben.

Diese Demo hat ganz bestimmt keine Overlast verursacht und es gab keinen Grund, die anfänglichen 5 Überwacher zu verstärken. Damit wird natürlich ein fatales Signal gegeben: Nämlich dass Opsteltens und Hoes Politik akzeptiert wird. Die nachher angegebenen 272 Teilnehmer, habe ich nicht gesehen. Nol schreibt bei sich im Blog von 50 Personen, das würde ich fast genauso sehen. Insgesamt, mit denen die kamen und gingen, mögen es aber dann doch 70 gewesen sein. Die wenigen Aktivisten gingen zwischen den tausenden Menschen in frühlingshafter Bummellaune unter, wären da nicht das Megaphon und die Fahnen gewesen. Bei der Gelegenheit sollten wir, da wir gerade Plakate für kein Wietpas! drucken, auch einmal über eine kein Wietpas-Fahne nachdenken. Für Demos ist das immer gut und noch lesbarer als T-Shirts. Ich war schon auf großen Demos mit einem guten Gefühl und auch schon auf Demos wo man mit 50 Mann durch die Stadt läuft und sich etwas blöd vorkommt. Daher lasse ich mich auch von einer enttäuschend kleinen Demo nicht demotivieren – im Gegenteil. Ich habe einen tollen Tag erlebt und eine Anekdote mehr, die ich mal irgendwann meinen Enkeln erzählen kann.

Mit Richard habe ich dann noch bis kurz vor 18 Uhr gequatscht und an der Maas ein Tütchen aus meinem Amnesia geraucht. War toll mein Englisch zu entstauben und die internationale Atmosphäre zu genießen. Das perfekte Warmup für Amsterdam.

Wie versprochen nun ein erstes Video:

Nol testet – und macht es besser

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Die „Wietsaus“ einer niederländischen Pommeskette ging in der letzten Woche durch die Medien. Sogar deutsche berichteten davon (als gäbe es keine relevanteren News aus den Niederlanden).

Unser Lieblings-Shopbetreiber, Nol van Schaik hat sich jetzt in die Grachtenstadt begeben und mal einen Test gemacht. Da er die Psychoaktive Wirkung vermisst hat, hat er sich danach in seinen Coffeeshop aufgemacht und eine RICHTIGE Wietsaus gemacht. Yummie!


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Pressemitteilung zum AMS 420 Protest

Heute habe ich ein wenig mit Nol gechattet und dabei hat er mir seine Pressemitteilung zukommen lassen, die heute an die NL Medien raus gegangen ist. Die wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten. Vielleicht überzeugt sie den Ein oder Anderen, der noch nicht weiß, ob er fahren soll! Im übrigen wird Nol auch morgen in Maastricht anzutreffen sein.

Coffeeshops ‚feiern‘ ihr 40 jähriges Jubiläum mit einem Protest gegen die Politik von Minister Opstelten (Justiz) und Ministerin Schippers (Gesundheit).
•  Im Jahr 1973 haben Wernard Bruining und ein paar Freunde den ersten Coffeeshop in Amsterdam eröffnet, das Mellow Yellow an der Weesperzijde – was bedeutet, dass das niederländische Phänomen von geduldeten Cannabis Coffeeshops, in diesem Jahr 40 Jahre alt wird. Normalerweise würde ein 40-jähriges Jubiläum gefeiert, aber die Cannabis-Industrie sei nicht ’normal‘, behauptet die Regierung. In dem Jahr, indem die CS  40 Jahre bestehen, gibt es wenig zu feiern, der Süden des Landes leidet immer noch an den Überresten des Wietpas. Amsterdam will etwa 70 Coffeeshops schliessen und Opstelten sowie Schippers haben die Absicht, den THC-Gehalt in Cannabis-Produkten zu begrenzen. Die Minister wollen „schweres“ Cannbis mit mehr als 15% THC auf Liste 1 des BtMG einordnen – zwischen harten Drogen wie Heroin und Kokain.

Wenn die 15% THC Grenze  in Kraft tritt, ist das Leid für alle Coffeeshops und dessen Besucher nicht mehr zu überblicken, durch diese dumme Maßnahme, die es für Coffeeshops unmöglich machen wird, „starkes“ Cannabis oder Hasch zu verkaufen. Dann werden die Probleme, die  der Wietpas in den südlichen Provinzen generiert hat, zu einem nationalem Problem werden. Durch die 15% THC Grenze werden die niederländischen Cannabis-Konsumenten gezwungen sein / ihr „starkes“ Cannabis auf der Straße zu kaufen, inmitten des Tourismuses, zusammen mit vielen „anderen“ harten Drogen.

•  Das Trimbos Institut gab im vergangenen Juli bekannt, dass das Cannabis in niederländischen Coffeeshops einen Wirkstoffgehalt von 15 – 18% THC hat, somit wird der Verkauf von praktisch allen Cannabis-und Hash Sorten in Coffeeshops verboten. Hiermit wird den Strassendealern ein lukratives Geschäft in den Schoss geworfen, und die Coffeeshops werden in Konkurs gehen. Und das sollen Opstelten und Schippers nicht wissen?!

•  Aus den oben genannten Gründen ist es notwendig, gegen diese Politik und die politischen Entscheidungsträger aufzustehen und zu protestieren. Genau wie im letzten Jahr, werden wir das vor dem „Stopera“ – dem Amsterdamer Musiktheater – machen. Der offizielle „Kick-Off“ wird um 4:20 sein – so wie es traditionell in allen großen Städten bei den 420 Protesten weltweit geschieht.
Während der Protest ist buchstäblich und bildlich die „Backdoor“ eingeschlagen und offen, weil wir neben dem Protest gegen die unvernünftige Politik und Fürsprecher für die Legalisierung der Produktion von Cannabis für Coffeeshops sein wollen. Wir fühlen uns durch die wachsende Anzahl von Kommunen unterstützt welche den Gemeindeanbau zur Versorgung von Coffeeshops stimmen.
Wir hoffen, dass die niederländischen Cannabis-Konsumenten den Ernst der Situation nach der Katastrophe, die die Einführung des Wietpas im Süden im vergangenen Jahr auslöste, erkennen werden und hoffen, dass Ihr in großer Zahl kommt, um Euch an diesem Protest zu beteiligen. Die 15%-Grenze wird die Coffeeshops auch zu einer „No-Go-Area“ für niederländische Cannabisten machen, es sei denn, sie mögen starken Kaffee und schlaffe Import Ware.

Da die Coffeeshops durch diese Maßnahmen in den Konkurs getrieben werden,  werden rund 6.000 Mitarbeiter der Coffee-Shops in der Welt ohne Aussicht auf einen Job sein, wegen ihrer Vergangenheit mit Cannabis. Die Coffeeshops wollen die Legalisierung, keine Abschaffung!

Sprecher werden sein: Mario Lap – Stiftung Drugtext, Peter Lunk – Veranstalter, Nol van Schaik – Coffeeshop Unternehmer

Video: Nol van Schaik zum AMS420 Festival

Es dauert nicht mehr lange, dann ist es endlich so weit: Das 420-Wochenende naht! Um uns alle noch heißer drauf zu machen hat Nol mal wieder ein Video gedreht. Das kann ich Euch natürlich nicht vorenthalten!


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Nol macht den Erklärbär

Nol van Schaik hat ein kleines Video von seinem Coffeeshop „Willie Wortels Indica“ gemacht, in welchen er den Ladenbetrieb erklärt. Schön gemacht. Bietet natürlich für uns nicht wirklich Neues, aber ist trotzdem interessant. Toll finde ich das Kassen/Waagen-System, das ich so noch nirgendwo gesehen habe.


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Gastbeitrag: Reisebericht Haarlem #2

Jippieh! Endlich mal wieder ein Gastbeitrag, mal wieder aus der Kategorie „Reisebericht“. Diesmal von unserem Leser „keek“. Vielen Dank dafür!

Nach dieser hervorragenden Reiseempfehlung von unserem Mann auf Stelzen habe ich mich am Montag zusammen mit meiner Freundin auf den Weg nach Haarlem gemacht. Hotel wurde in Bloemendaal gebucht, eben das Hotel Bloemendaal. Ein sehr charmantes Hotel, die Gaststätte unten wirkt wie eine typische Dorfgaststätte in Deutschland. Da wir auch vom Land kommen, fühlten wir uns also direkt recht wohl. Will hier nicht zu weit ausholen… Um es kurz zu halten, am Hotel gab es nichts auszusetzen, Parken umsonst, Frühstück allerdings definitiv zu teuer mit 12,50 pro/Person.

Fußweg bis City Haarlem: Ca. 30 Minuten

Fußweg bis Station Bloemendaal: Ca. 10 Minuten

Tag 1: Birdy → Key West → Sativa → High Times → Indica

Nachdem wir auf unser Zimmer gebracht wurden, machten wir uns kurz frisch, tauschten die Winter- gegen die Windjacke, denn es war warm und sonnig :) und machten uns auf den Weg zum Bhf von Bloemendaal. Als brave Touristen holten wir uns selbst für die eine Station zwei Tickets, was durchaus ein Problem werden könnte, da der Automat nur Kleingeld nimmt. Oder Geldkarte glaube ich. Hatten noch genug Münzen für Zwei Oneway Tickets nach Haarlem, also los…

Am Bahnhof angekommen, wusste ich, dass wir nicht Richtung Zentrum mussten um zum Birdy zu gelangen. Es geht direkt hinterm Bhf über eine recht befahrene Straße, allerdings überall Ampeln, also keine Panik :) Danach geht’s  über eine kleine Brücke und ca. 300m geradeaus. Das Birdy liegt direkt gegenüber eines nicht zu verfehlenden Obst- und Gemüseladens. Wir waren durchaus positiv nervös auf Grund der guten Beurteilung im vorherigen Bericht. Und wir wurden nicht enttäuscht. Die Bartenderin war super freundlich und total verwirrt, als meine Freundin sie auf Nederlands nicht verstand. Schließlich hatte ich ja in ihrer Sprache bestellt :) Die Karte war gut bestückt. Ich denke knapp 10 Sorten Weed, von „mellow“ bis „strong“. Richtige Exoten waren aber noch nicht dabei. Wir entschieden uns für zwei Zakjes Knetter und ein Cheese. Als meine Freundin das Cheese holen wollte, wies die nette Frau darauf hin, dass man bei 30€, 5€ Rabatt bekommt und ich mir daher das Cheese holen sollte. Gesagt, getan. Wir fragten, ob wir reinkommen dürfen und wurden freundlich empfangen. (In Haarlem ist es üblich, dass der Bartender nen Knopf drückt, damit du die Tür öffnen kannst) An der Bar saß, so wie es aussah, das Stammpublikum. Besonders nett, wenn auch gemütlich, wurden wir von einem riieeesssiiiggen Boxer begrüßt. War letztens mal im Zoo, da hatte der Tiger einen ähnlich großen Kopf :) Wir rauchten im Birdy einiges mehr als eigentlich geplant, so dass wir doch um die 2 Stunden hier hingen. Danach gings ein paar Meter weiter die Straße runter.

Auf der rechten Seite liegt das Key West. Hier muss man klingeln, damit man reinkommt. Fand ich sehr strange, kannte ich so nicht. Der Laden wirkte eher dunkel, die Tender waren sehr chique angezogen. Wir haben uns dort ein wenig Ice Cream geholt, ganz ok, allerdings würde ich den Laden am ehesten von meiner Wanderroute streichen. Aber auch hier war das Personal wieder sehr nett. Anschließend ging es wieder zurück. Durch eine Fußgänger-Unterführung kommt man unterm Bahnhof durch zum Busbahnhof.

Schaut ihr jetzt zur rechten Seite müsstet ihr das WW Sativa schon sehen können. Wir konnten es :) Also los los… Der eigentliche Laden war auch hier wieder nur wenig zu sehen. Es gab nen Budtender und ne Tür, hinter der Theke war dann irgendwo der Sitzbereich. Hier überzeugte mich das Ambiente nicht, dafür aber die Auswahl. Hier gabs so ziemlich alles was lecker ist. Candy Kush, Shiska Berry, Ice Haze. Ich entschied mich für Ice Haze und ein Gramm Candy Kush. Meine Freundin ließ es mit der Power Plant etwas ruhiger angehen. Das Candy Kush haute mich echt weg. Nicht nur von der Wirkung her, auch der Geschmack war genial. Kann mit einiger Sicherheit sagen, dass ist das leckerste Weed, das ich bisher in 7 ½ Jahren geraucht habe. Möchte den Rest davon garnicht rauchen, so lecker… Also vom Gras her ist der Laden sehr zu empfehlen, zum Verweilen lädt er mich eher nicht ein.

Vom Sativa gings weiter Richtung Süden bis zum High Times. Ich muss mich entschuldigen, aber ich weiß da nicht mehr viel von :D Nur das die Bedienung auch hier wieder sehr nett war (und en übelsten Lachkick hatte). Von daher kann ich zur Inneneinrichtung nicht viel sagen. Das Angebot war durchaus vielfältig.Auch hier wieder von leicht bis stark alles dabei. Ich nahm zwei Zakjes „Sam Kush“ mit. Vom Geruch etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch zu empfehlen, wenn auch bestimmt nicht jedermanns Sache. Auf dem Weg zum Indica, der unser letzter Shop für heute sein sollte, erholten wir uns etwas an der frischen Luft und konnten auch die schöne Stadt etwas bewundern. Allgemein gibt’s in Haarlem City eigentlich an jeder Ecke was zu sehen. Ich glaub der Weg dauerte ca. 20 Minuten, wir waren aber auch echt langsam…

Auf dem Weg zum Indica kamen wir glaube ich am Join us alias Theehuis vorbei, oder auf dem Weg zum High Times. Wie gesagt, ich war nicht ganz da… Der Laden ist sehr klein. Laute Musik und viele Leute im Inneren hielten uns von einem Stopp ab.

Im WW Indica angekommen, fiel uns auf, dass die Karte nahezu identisch war, wie die im Sativa ;) Ach ja, da waren ja auch die Möhren und das WW :D   Da ich nochmal die Chance bekam, entschied ich mich für 3 Gramm Candy Kush, damit mir die wieder mal äußerst nette Bedienung sagen kann, dass es nichtmehr da ist. Sie empfahl mir stattdessen das Amnesia Haze. Ich sollte es nicht bereuen… Ich orderte noch 2 Cola beim Barkeeper und dachte mir so, hey den kennst du doch… Bei einem kurzen blick an die Wand hinter ihm sah ich dann auch das Ki-ff-er Schild :) Da wusste ich, das ist unser Niederländisch-Lehrer. Er gab mir die Colas mit nem Augenzwinkern und ich setzte mich wieder. Als ich gerade meinen Amnesia-Sticky anzünden wollte kam er auf einmal um die Ecke. Nol war da. Ich hätte den Sticky fast verschluckt. Ich war so buff, das ich garnix sagen konnte, außer zu meiner Freundin:“ Das is er, das is er“. Immer und immer wieder :) Er schien mir auch sehr in Eile, verschwand dann durch ne Hintertür und war weg. Aber trotzdem ein tolles Erlebnis. Wir haben den Abend dann noch gemütlich ausklingen lassen. Hätten wir gewusst, was noch auf uns zukommt, hätten wir nicht noch 2 weitere geraucht…

Es wurde langsam dunkel, musste so halb 7 gewesen sein. Wir schlenderten an den Grachten entlang zurück zum Bahnhof. Dort angekommen, gings erstmal zum Burger King. Wir hatten schließlich seit unserem Lunchpaket für die Fahrt nichts mehr gegessen. Haben übrigens für die gut 200km etwas mehr als 2 Stunden gebraucht, hatten unterwegs aber auch keine Probleme. Nachdem wir uns etwas gestärkt hatten, holten wir uns wieder brav zwei Tickets nach Bloemendaal, übrigens 2,10€ pro Person. Wir schauten am Plan nach, ah Gleis 5 der Zug nach Alkmaar fährt über Bloemendaal. Wir also zum Gleis 5. An den Infotafeln geschaut. Zug nach Alkmaar über xyz. Aber nix von Bloemendaal gesehen. Wir wollten die Schaffnerin fragen, allerdings musste die sich mit Jugendlichen rumärgern, die kein Geld hatten, aber mitwollten. Sie sagte uns dann nur genervt :“Nee, Platform 1“. Wir  also zum Gleis 1, was steht da. Amsterdam, da wollen wir aber nicht hin, dachten wir uns und das liegt auch in der falschen Richtung. An Gleis 3-4 sahen wir einen Informatieschalter, der natürlich nicht besetzt war. Es war mittlerweile kurz vor 8 und wir entschlossen uns, die knapp 3km zu Fuß zu gehen. Ich also wieder mein Navi an und los. Wir stoppten kurz in dem Park hinterm Bahnhof um nochmal ein wenig Proviant für den Weg vorzubereiten. Wir waren dann ne gute halbe Stunde unterwegs und irgendwann zwischen halb 9 und 9 im Hotel. Viel haben wir da auch nicht mehr angestellt, wir waren total kaputt.

Tag 2: Empire → Easy Going → Sensimilla → Birdy

Nach einer recht schlaflosen Nacht in einem wieder mal viel zu weichen Bett, wo ich die meiste Zeit mal wieder zwischen den beiden Matratzen verbrachte, wachten wir gegen 8 auf und machten uns fürs Frühstück fertig. Wie oben schon erwähnt lohnen sich die 12,50 nicht. Allerdings kann man sich auch nur ein Brot mit Käse oder was auch immer man will bestellen, das erfuhren wir aber leider erst am nächsten Morgen. Anschließend gings mit dem Auto Richtung Strand. Mit dem Auto keine 10 Minuten. Wenn man 20 Minuten Fußweg zum Strand schafft, kann man auch umsonst parken. Nach einem ausgiebigen Spaziergang kamen wir gegen 12 wieder am Hotel an. Wir entschlossen uns diesmal die 3km Fußweg direkt in die City zu wählen, anstatt die 10 Minuten zum Bahnhof zu gehen. Man waren wir stolz auf uns…

Nach ca. 45 Minuten waren wir bei unserer ersten Station angekommen. Dem Empire. Wenn ihr vom Bahnhof Richtung Grote Markt geht, eigentlich nicht zu verfehlen. Um kurz nach eins trafen wir ein und genehmigten uns erst einmal ein wenig Sensimilla und noch einmal etwas gutes Cheese Haze. Die Einteilungen mit 6€ und 12€ Zakjes ist verwirrend, aber was solls. Das Sensimilla ist echt gut, wenn man nicht direkt nutzlos in der Ecke liegen will. Auch hier war die Bedienung wieder sehr freundlich, außerdem gibt es hier hervorragenden Kaffee. An sich ist der Laden sehr empfehlenswert, allerdings können die Sitzgelegenheiten auf Grund der fehlenden Lehnen bei zu langem Aufenthalt etwas ungemütlich werden.

Der nächste Halt sollte eigentlich der/das Regine werden, allerdings sah auch der Laden wieder sehr klein und voll aus und lud uns daher auch nicht wirklich ein. Das Maximilian liegt auf der selben Straße, allerdings kamen wir hier nicht vorbei. Hier also bitte dem ersten Bericht vertrauen ;)

Nächstes Ziel eingegeben und weiter. 5 Minuten Fußweg vom Regine entfernt, liegt das Easy Going. Trotz des Bildes im ersten Bericht und der eingehenden Beschreibung der Katze wäre ich direkt dran vorbeigelaufen, wäre meiner Freundin nicht besagtes Tier vor die Füße gesprungen. So erwies sich die Katze als gute Angestellte und wies uns den Weg :) Auch hier wieder der typische Anblick. Ein Vorraum mit Theke und der Sitzbereich hinter einer Tür. Der Bartender war super nett, ich weiß, ich sag das die ganze Zeit, aber diesmal wirklich. Und seeeehhhhhr entspannt. Müsste in Etwa unser Alter gewesen sein, also Mitte 20. Besondere Spezialitäten gabs hier nicht, das Bio für 7€ und das Shiva für 8€ sind aber sehr gute Alternativen zu den Hammersachen. Wir möchten uns hier nochmal entschuldigen, dass wir nicht noch auf ein Tütchen geblieben sind. Die Musik gefiel uns, die Bedienung war nett, aber wir waren noch zu kaputt vom Empire. Bei 3 Gramm bekam ich noch 3 Papes und Tipps geschenkt, fand ich ne nette Geste. Der junge Mann riet uns noch „Have a nice day“, was ich mit einem „don´t worry, we will“ beantwortete :)

Immer noch benebelt ging es weiter zum Sensimilla. Der Shop Lounge würde auf dem Weg liegen, allerdings sagte mir das Bild, das ich im Netz sah, schon nicht zu. Wir sahen das WW Sensi von der anderen Straßenseite aus. Meine Freundin wollte zunächst nicht, da das geschlossene, runtergekommene Geschäft im Erdgeschoss nicht wirklich einladend wirkte. Ich konnte sie aber überreden, zum Glück. Die Stufen bis nach oben erwiesen sich für uns als eine Art Stairway to smoker´s heaven. Als ich den Bartender sah, fiel mir auf, hey der war doch gestern noch im Sativa. Die Karte im Sensi unterscheidet sich von denen im Indica und Sativa wieder. Hier gab es NYC Haze (glaube ich, bitte nicht hauen wenn´s nur Diesel gibt), Chocolope, Sage, nochmehr Cheese und jede Menge weitere Leckereien. Ich entschied mich für das NYC und Chocolope. Vom Raucherbereich waren wir begeistert. Ein riesiger Shop, Flugzeugsitze als Siztgelegenheiten, Billardtische, Internet… Oh fast vergessen…

Kam mit dem Tender ein bisschen ins Gespräch, dass das Sativa, Indica und Sensi ja zusammenhängen und sagte ihm auch, dass wir im Indica kurz Nol gesehen haben. Er sagte nur,“Oh yes, we call him the Guru“. Erzählte dann noch, dass er in Spanien lebt und zur Zeit wegen Gesetzesproblemen mit den Shops in den Niederlanden ist. Darauf hin sagte ich nur „Ivo Opstelten“ und er schüttelte nur den Kopf.

Wieder zurück… Wir sind im Sensi so richtig schön versackt. Die Flugzeugsitze und das Nyc zusammen mit dem Choco haben uns echt träge gemacht :) Ich glaube wir hingen knapp 1 ½ Stunden da fest.

Anschließend entschieden wir den restlichen Tag, es war mittlerweile schon wieder halb 4, in der City zu verbringen. Meine Freundin suchte sich ein Paar Schuhe, ja wirklich nur eins, ich schluffte hinter ihr her wie der treue Diener:) So gegen halb 6 entschieden wir uns, nochmal was zu essen. Wir stoppten beim „Haarlemsche Vlaamse Frites“ und holten uns… Na klar, Frites. Waren aber nix besonderes.

Wir begaben uns anschließend auf den Wunsch meiner Freundin nochmal ins Birdy, der Laden scheint echt auf Frauen zu Wirken. Gegen 7 dort angekommen entschieden wir uns nochmal für ein Zakje Knetter. Der war irgendwann gegen 9 gelehrt und wir machten uns auf den Rückweg ins Hotel. Wir machten wieder einen kleinen Zwischenstopp um uns nochmal zu stärken, oder so ähnlich:) Kurz danach merkte ich, dass mein Autoschlüssel weg war, den ich eigentlich nur mithatte, weil ich noch die Jacken getauscht habe und meine dicke Jacke ins Auto gepackt habe, bevor wir losgegangen sind. Mit nem gefühlten Puls von 250 schlichen wir also in gebückter Haltung mit Smartphone Taschenlampe die Meter zurück, bis zu dem Punkt, wo wir kurz gerastet haben. Und Gott sei Dank, da lag er. So einen Nervenkick muss man echt nicht haben. War im Kopf schon mit dem Zug unterwegs zurück nach Hause den Ersatzschlüssel holen, während meine Freundin das Auto bewacht :) Irgendwann so um 10 Uhr trafen wir dann wieder im Hotel ein…

Am nächsten Morgen genehmigten wir uns noch einen Kaffee im Hotel und checkten früh aus. Anschließend gings nochmal kurz ans Meer und gegen 10 Uhr traten wir den Heimweg an. Der diesmal satte 3 Stunden dauern sollte.

Fazit: Haarlem ist für Jeden und zu jedem Anlass eine Reise wert. Sowohl die Stadt versprüht einen unglaublichen Charme, als auch die Leute sind durchweg super freundlich. Es gibt Sehenswürdigkeiten ohne Ende, Shoppingmöglichkeiten am laufenden Band, ruhige gemütliche Ecken und Coffeeshops, die einen Besuch wert sind. Wir waren letztes Jahr für einen Tag in Amsterdam und hatten danach auch wirklich genug, in Haarlem hätten wir auch noch 2 Tage länger bleiben können, wenn unsere Füße nicht so geschmerzt hätten :) Es bietet alles was Amsterdam auch hat, ohne die unangenehmen Mitbringsel. Ich hatte zum Beispiel nie Angst um mein Portemonaie.

Zu den Shops kann ich nur sagen, man fühlt sich wirklich überall willkommen. Die Auswahl ist riesig und für Jeden ist was dabei, vom Anfänger bis zum Experten, die richtige Beratung inklusive. Die Bedienungen sprechen Englisch und wenn man es mit Nederlands probiert, entschuldigen sie sich manchmal sogar, dass sie kein Deutsch können, wenn sie deinen Ausweis sehen. Das Weed macht einen sehr reinen Eindruck. 3Gramm in Haarlem haben viel mehr Volumen als 3 Gramm aus Nijmegen, Arnhem (früher Venlo,Maastricht) etc…

Ich denke für uns kann ich es in einem Satz sagen:

Man muss vielleicht nicht soweit fahren um so eine Weedqualität zu bekommen, aber nirgendwo sonst bekommt man so ein Gesamtpaket wie in Haarlem.

 

Das 420-Wochenende

387594_10200576797410903_608549850_nDas Wochenende der KW16 bietet für den Hanffreund und -aktivisten eine Menge! Unsere Busfahrt  nach Amsterdam findet ja leider mangels Teilnahme nicht statt, aber  eine eigene Anreise wird sich definitiv lohnen! Los geht es am Samstag, den 20.04, natürlich um 16.20 Uhr mit dem 2. Amsterdamer 420 Smokeout. Hier werden sich vor dem Amsterdamer Gemeindehaus am Musiktheater tausende Cannabiskonsumenten aus der ganzen Welt Treffen um demonstrativ gemeinsam um Punkt 4.20p.m. einen Joint zu entzünden um der niederländischen Regierung zu zeigen, dass sie nicht mit der repressiven Politik der Niederlande, aber auch mit derer aller anderen Staaten einverstanden sind. Primär wird gegen das diskriminierende I-Kriterium im Süden des Landes und der drohenden Einführung der Durchsetzung der 15% Regel für Coffeeshopcannabis  protestiert. Aber natürlich wird es sich nicht um eine klassische Demonstration handeln, denn der Spass steht auch im Vordergrund: Wo sonst als in Amsterdam kann man so offen seine geliebte Pflanze konsumieren ohne Einschreitungen der Polizei zu erwarten? Neben dem eigentlichen Smokeout wird es Reden von Wernard Bruining, Nol van Schaik, Mario Lap und Peter Lunk geben und natürlich wird Musik gespielt. Ende der Veranstaltung wird dann gegen 17.20 sein. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos.ams420-foto002

Anders als im letzten Jahr (wo alles recht kurzfristig geplant wurde) wird es im diesem Jahr auch ein Festival geben! Hier wird dann eindeutig der Spass im Vordergrund stehen. Veranstaltungsort wird „The Sand“ sein. Normalerweise findet dort Beachsport statt, an dem Abend wird es wohl eher „Wietsport“ sein ;-) Ab 18.00 wird es eine bunter Mischung aus Livemusik, Wettkämpfe speziell für Kiffer (das deutsche Team steht bereits) und jede Menge lustiger Aktionen geben. Veranstalter Nol van Schaik und Peter Lunk versprechen, dass dieser Abend unvergessen sein wird!

Tickets für das Festival sind beschränkt, also solltet ihr schnell zuschlagen! Ordern könnt ihr sie hier. Es gibt Standarttickets für 26€ und V.I.P.-Tickets für 45€. Letztere ermöglichen Euch den Zutritt in einen speziellen Bereich, wo Euch vermutlich Dinge erwarten, von denen ihr nicht mal gewagt habt zu träumen (Und Peter will mir einfach nicht verraten was das ist…). Jeder Gast erhält am Einlass ein „Goody-Bag“ mit Losen für die Veranstaltung und Überraschungen. Auch ich bin da sehr gespannt drauf. Natürlich wird das komplette Autorenteam von „Kein Wietpas!“  auf dem Festival sein und ihr dürft uns gerne ansprechen. Wir beißen nicht! Das Festival mit all seinen Veranstaltungen wird voraussichtlich bis 23.00 Uhr gehen und wer danach noch nicht genug hat, kann dann noch auf der Afterparty bis in die frühen Morgenstunden feiern (oder total stoned in der Ecke sitzen…)

Ich freue mich wirklich sehr auf das Festival, auf das Wiedersehen (und kennenlernen) der Autorenkollegen und natürlich auf viele von Euch! Bitte plant nicht zu spät, wir alle kennen die Bettensituation in Amsterdam und natürlich sind die Festivaltickets nicht unendlich vorhanden.

Alle Infos zum Smokeout, Festival und Afterparty findet Ihr hier, teilweise bereits in deutsch von mir übersetzt.

wernard_bruining_cannabis_oilAm nächsten Tag geht es dann etwas andächtiger in Haarlem weiter. Im dortigen Coffeeshop „Willie Wortels Sinsimilla“ wird es ein Seminar zum Thema Medical Cannabis geben. Ihr könnt dort alles über die Kultivation von Cannabis, der Herstellung von verschiedenen Produkten wie z.B. Öl und deren Konsumform und dem aktuellen Stand der Cannabinoidforschung zum medizinischen Gebrauch erfahren. Redner werden unter anderem Cannabislegende Wernard Bruining sein. Die Veranstaltung wird von 13.00 bis 17.00 gehen, Eintritt ist frei. Laut Peter (der auch spricht) wird es in English, niederländisch und französisch abgehalten. Ob ich dort dabei sein werde kann ich leider noch nicht sagen, da das Wochenende noch nicht zu 100% verplant ist.

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